BP und CSR: Eine Tragödie in fünf Akten

Viele schreiben über die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko: Biologen mahnen, Physiker rechnen, Chemiker prüfen und PR-Praktiker hören zu. Ob Natur-, Geistes-, oder Kommunikationswissenschaft – Die Umweltkatastrophe veranschaulicht viele Theorien in der Praxis.

So verschieden die Perspektiven, so ähnlich das Fazit: Eine Katastrophe, die einem Drama gleicht. Ein Trauerspiel mit BP in der Hauptrolle. Eine Tragödie in fünf Akten.

Eine etwas andere Betrachtung.

Erster Akt – Vom Aufziehen des Sturms

Die Sonne geht auf, wandert über den Horizont und wirft lange Schatten über Felder. Gräser erstrecken sich zwischen Feldwegen und Flussläufen, dazwischen wachsen Sonnenblumen, es riecht nach gemähtem Gras. Durch die Sonne erstrahlt das Land in Regenbogenfarben, sie spendet Energie und ist der Antrieb des Lebens. Die Welt eingehüllt in den Mantel der Natürlichkeit. Ein Unternehmen eingehüllt in den Mantel der Nachhaltigkeit – das sagt uns das Logo von BP: Die Sonne im Zentrum als Energiequelle, umgeben von der Natur…

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CSR im Sponsoring

Ein interessantes Interview mit Dr. Norbert Taubken, Business Director bei der CSR-Beratung Scholz & Friends Reputation, gibt es in CSR News über das Zusammenspiel von Sponsoring und CSR bei der Fußball WM 2010 in Südafrika. Er ist der Meinung, dass Unternehmen, die die WM nur zu Werbezwecken nutzen wollen besonders von negativer Presse getroffen werden können und Unternehmen schon heute mit ihrem Engagement starten müssen, um tragfähige Beziehungen aufzubauen und Glaubwürdigkeit zu beweisen.

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Coca Cola und WWF starten Schülerwettbewerb

Im Sinne der Corporate Social Responsibility hat das Unternehmen Coca-Cola heute gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF den bundesweiten Schülerwettbewerb „Mach ’ne Welle“ gestartet. Das Thema: Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser. Schüler der siebten bis zehnten Klasse sollen in kleinen Teams einen Videoclip zum Thema „Lebensquelle Wasser“ entwickeln. Gewinnen können sie einen Drehtag mit dem Regisseur Sven Unterwaldt, der gemeinsam mit den Schülern deren Idee verfilmt.

Unterstützt wird das Projekt von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der „die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb übernommen hat“ (www.machnewelle.de). Die Coca-Cola GmbH engagiert sich auch in anderen Bereichen aktiv für die Umwelt. Zum Schutz der Süßwasserressourcen hat sie mit dem WWF eine mehrjährige Partnerschaft gestartet.

„Das Engagement der The Coca-Cola Company in Höhe von 20 Millionen US-Dollar soll dazu beitragen, gemeinsam mit dem WWF sieben der bedeutendsten Süßwasser-Einzugsgebiete der Welt zu erhalten und die Wassernutzung in den Betrieben und der globalen Beschaffungskette noch effizienter zu machen.“ (coca-cola-gmbh.de)

Aus dieser Partnerschaft entstand nun der Wettbewerb „Mach ’ne Welle“, mit dem die beiden Initiatoren Deutschlands Schüler für den Wasserschutz begeistern wollen. Auch andere Unternehmen gehen regelmäßig Kooperationen mit Organisationen ein, um sich öffentlich für die Umwelt einzusetzen. Wer herausragende Beispiele kennt, darf diese gerne in den Kommentaren loswerden.

Thema gefunden auf: Horizont.net

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Die Corporate Social Responsibility einer „grünen“ Suchmaschine

„Das Internet ist der wahre Klimakiller“ titelte Welt Online am 22. September 2007. Der Autor meint: „Die New York Times hat den Stromverbrauch von Google untersucht. Ergebnis: Jede Suchanfrage braucht so viel Strom, wie eine Energiesparlampe in einer Stunde.“ Nicht übel für einen kleinen Mausklick – wenn man das so pauschal sagen kann.

Es schwappte eine Welle der Diskussion durchs Netz, über die mal mehr (handelsblatt.com), mal weniger (Tagesschau.de) bösen Server und Suchmaschinen. Gestern startete die laut Selbstbeschreibung weltweit erste „grüne“ Suchmaschine namens Ecocho.com/de wie Eco=Umwelt und cho=super (jap.). Die australische Betreiberfirma Ecocho kauft für die Suchanfragen Emissionszertifikate bei der australischen CO2-Ausgleichsbehörde Greenhouse Gas Abatement Scheme (GGAS). Mit den Zertifikaten werden dann in Australien Bäume gepflanzt. Mit jeder tausendsten Suchanfrage sollen zwei neue Bäume gepflanzt und so die CO2-Belastung der Atmosphäre gesenkt werden.

Das Unternehmen finanziert sich durch Werbeeinahmen. Ob man die Umweltbewusstheit von Ecocho nun als „berechnende Geschäftstrategie“ oder als eine gute Möglichkeit der Corporate Social Responsibility sehen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Leider musste ich auf das Suchergebnis etwas länger warten als bei Google oder Yahoo – obwohl Ecocho die Technologien von Google und Yahoo verwendet. Aber wenn die Sache wirklich Bäume zum Wachsen bringt – warum nicht?

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Corporate Social Responsibility: Das Motiv ist entscheidend

Spätestens seit dem UNICEF-Spendenskandal ist das Vertrauen der Deutschen in Spendenorganisationen getrübt. Es wird lange Zeit brauchen, bis die entstandenen Schäden repariert sind und das seit Jahren stagnierende Spendenaufkommen in Deutschland wieder einen Aufschwung erlebt. Diese Notlage machen sich einige Unternehmen der freien Wirtschaft zu Eigen. Zunehmend entdecken diese ihre soziale Seite und setzen sich unter dem Deckmantel der Corporate Social Responsibility (CSR) für soziale Belange ein.

Vom Grundsatz her eine gute Idee, wären da nicht Entwicklungen die Spießer Alfons als psychologischen Kaufzwang bezeichnet. Denn nur wenn ich das Wasser einer bestimmten Firma kaufe, sorge ich dafür, das Äthiopische Kinder nicht verdursten und die Kinderarmut in Deutschland kann ich nur bekämpfen, wenn ich meinen Handyvertrag bei dem Anbieter XY abschließe. Der Umkehrschluss hieraus lautet: Nur wenn ich kaufe, kann ich Gutes tun. Wie Spießer Alfons halte auch ich diese Entwicklung für fragwürdig. Ein Unternehmen präsentiert sich selbst als großen barmherzigen Samariter, trägt aber im Endeffekt nicht selbst zur Verbesserung der Welt bei, sondern spannt sowohl NPOs als auch den Verbraucher vor den eigenen Karren.

Das mag ideologisch und naiv klingen, aber wo bleibt der soziale Gedanke, wenn Unternehmer bei der CSR nur die eigene Kasse im Kopf klingeln hören. Natürlich bewirkt eine solche Kooperation im Idealfall eine Imagesteigerung, die auch eine Gewinnmaximierung mit sich bringt. Unternehmen sollen durchaus von ihrem soziales Engagement profitieren. Gerade als angehender PR-Berater halte ich die CSR für Gut und Wichtig. Ich würde ebenfalls mit einer solchen Partnerschaft versuchen, mein Unternehmensimage nachhaltig zu verbessern. In meine Augen wirkt eine Partnerschaft jedoch nur dann glaubwürdig, wenn das Unternehmen eigenen Schweiß, Geld und Engagement in diese Partnerschaft legt.

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Wintersemester: Vier Projekte und viel Online-Kram

So, nachdem nun das Wintersemester begonnen hat, wird es höchste Zeit, die PR-Fundsachen wieder richtig in Gang zu bringen. Im Wesentlichen werden hier in den nächsten Wochen die 16 Studenten des PR-Schwerpunkts unseres Studiengangs wieder bloggen. Doch was beschäftigt uns in diesem Semester neben den PR-Fundsachen? Kurz: Diesmal sind es gleich vier Projekte, ein hochschulübergreifendes Seminar, und auch das zuletzt etwas vernachlässigte PR-Wiki wollen wir wieder etwas füttern.

Doch der Reihe nach: Im Mittelpunkt des Semesters stehen (zumindest emotional) die Projekte, in denen die Studierenden für einen Praxispartner ein Projekt erarbeiten. Haben wir uns in der Vergangenheit meist pro Semester ein recht großes Projekt vorgenommen und das Team von 15 bis 25 Studenten arbeitsteilig koordiniert, so habe ich in diesem Semester zum ersten Mal vier kleinere, voneinander unabhängige Projekte vereinbart, so dass wir nun in Vierer-Teams arbeiten, was der Realität z.B. in Agenturen sicher näher kommt.

Worum geht es konkret?

Projekt 1: Planung und Umsetzung von Online- und Offline-PR für das Museum Bergér, ein kleines privates Museum in Eichstätt, das eine bekannte Fossiliensammlung beheimatet. Das private Museum wird gerade nach einer neuen didaktischen Konzeption umgebaut.

Projekt 2: Wissenschaftskommunikation: Für eine Wissenschaftsorganisation entstehen gerade Videos zu verschiedenen Forschungsprojekten. Aufgabe ist, eine Konzeption zu erstellen, um das Ganze im Web zu präsentieren sowie PR-Maßnahmen zu planen, um die neue Plattform bekannt zu machen.

Projekt 3: Heute ist das Mitarbeiterblog von Daimler online gegangen. In unserem Projekt geht es darum, dieses Blog zu begleiten. Dazu gehört Monitoring zum Blog (Reaktionen im Web zum Projekt) und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Blogs zu entwickeln.

Projekt 4: PR-Frühstücksfernsehen (Arbeitstitel): Eine PR-Agentur plant einen Videocast zu aktuellen PR-Themen. Aufgabe ist die Entwicklung eines redaktionellen Konzeptes und das Erstellen erster Beiträge. Dabei werden wir auch klären, ob es Bezüge zu ähnlichen derzeit geplanten Projekten gibt.

Und sonst? Inhaltliche Schwerpunkte des Semesters sind Online-Kommunikation (jeglicher Couleur), Kultur (Kultur-PR genauso wie Unternehmenskultur/CSR), Nonprofit-Kommunikation und PR-Ethik. Hinzu kommen u.a. Marketing, eine Textwerkstatt oder ein Workshop zu Sprecherziehung und Stimmbildung.

An mein vierstündiges PR-Seminar ist das Bloggen in den PR-Fundsachen angedockt, ebenfalls wird es wieder die Fünf-Minuten-Themen geben. Dies sind Referate mit freier Themenwahl (einzige Einschränkung: PR-Bezug muss vorhanden sein), die maximal fünf Minuten dauern dürfen. Die Idee ist, ein Thema kurz und knapp als relevant vorzustellen (ähnlich dem Elevator Pitch). Zu jedem Referat entsteht ein kleiner Artikel im PR-Wiki. Wir werden die Texte dann von hier aus verlinken.

Und schließlich biete ich gemeinsam mit meinem Eichstätter Kollegen Prof. Dr. André Habisch ein Seminar zu CSR und PR an, zu dem wir seine BWL-Studenten und unsere PR-Studenten zusammenspannen. Sie sollen in interdisziplinären, virtuellen Teams CSR-Konzepte und die Kommunikation dazu entwickeln. Allerdings erst nach einem gemeinsamen Workshop Anfang November.

So, und nun haben hier wieder die Studenten das Sagen, ich verziehe mich wieder ins Depot 😉

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Corporate Social Responsibility in Technologieunternehmen

Die Fink & Fuch Public Relations AG hatte am Mittwoch, den 14. Februar, in Eurotheum nach Frankfurt geladen, um die CSR-Arbeit in der Technologie-Branche zu erörtern. Und es kamen ca. 30 Gäste vorwiegend aus der Technologiebranche von Accenture über T-Online bis Vodafone. Als Gesprächspartner standen Stephan Fink von Fink & Fuchs, Dr. Astrid Kasper, Pressesprecherin Public Affairs Microsoft Deutschland GmbH, und Dr. André Habisch, Universität Eichstätt dem Publikum Rede und Antwort.
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CSR-Begriff „dahin zurückschicken, wo er hingehört“

„Den Begriffsimport „Corporate Social Responsibility“ sollte man schnellstens wieder dahin zurückschicken, wo er herkommt, denn er beschreibt Selbstverständliches oder Althergebrachtes.“

In der Freitagsausgabe der FAZ vom 24. November schrieb Ralf Nöcker einen recht kritischen Kommentar mit dem Titel Tue Gutes, und schweige darüber über das amerikanische Importgut Corporate Social Responsibility. (mehr …)

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