Der Weg zur authentischen Kommunikation

Jeder Mensch spielt verschiedene Rollen – fast wie in einem Theaterstück. Doch wie ist authentische Kommunikation im Social Web dann überhaupt noch möglich?

Es gibt verlässliche Rollen, wie die Rolle der Mutter oder die Rolle des Freundes und bei jeder dieser Rollen gibt es eine gewisse Art und Weise, wie man ihr gegenübertritt. Stellt euch vor, ihr würdet mit eurer Mutter bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und euch so verhalten, wie ihr es gegenüber euren Freunden bei einem abendlichen Bier tun würdet. Eine wie ich finde, eher unangenehme Vorstellung.

Doch wie ist das dann im Social Web, wenn wir im realen Leben schon mehrere Rollen einnehmen? Was empfinden wir dort als glaubwürdig und authentisch? Vor allem bei Personen, die uns eigentlich fremd sind?  Genau das hängt von der Kommunikation ab, die bereits stattgefunden hat. Beim Vortrag auf der re:publica von Konrad Langer und Oliver Brügmann von visumate GmbH erzählte Langer von seinem privaten Instagram-Account “konaction”. Sein Stil zeichnet sich aus durch  geometrische Formen, Stadtbilder und dem Spiel mit Farben und Kontrasten. Bevor er seinen Account zeigte, wurde ein Bild von ihm und dem Hund seiner Freundin in der Küche gezeigt (siehe Abbildung). Seine Frage dazu war, ob es authentisch wäre, dieses Bild auf seinem Account zu posten. Der erste Gedanke dabei war natürlich, dass nichts mehr Authentizität ausstrahlt als so ein Schnappschuss. Doch das ist nicht richtig. Dieses Bild würde nicht zu seiner Bildsprache und der sonstigen Kommunikation passen. Es würde die Erwartung seiner Follower nicht erfüllen. Dementsprechend wäre es nicht authentisch und nicht glaubwürdig. Es ist also wichtig, einem Stil treu zu bleiben und diesen wie einen roten Faden durchzuziehen.

Konrad Langer zusammen mit dem Hund seiner Freundin

Achtung: Stories können auch nach hinten los gehen

Mittlerweile gibt es nicht nur Snapchat- (siehe Mit den Followern im Bett – Storytelling auf Snapchat) und Instagram-Stories, sondern auch Facebook- und sogar Whatsapp-Stories. Wenn man diese richtig nutzt, kann es die authentische Kommunikation steigern und Neuigkeiten können damit schnell und effizient verbreitet werden. Durch diesen Firsthand Content kann zwar ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden, jedoch sollte man gut aufpassen, denn manchmal ist weniger mehr. Wer hat schon Lust, ewig lange Stories von einer unbekannten Person oder einem Unternehmen durch zu klicken? Vor allem im Hinblick darauf, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Social Web sehr gering ist. Wenn man zu viele Stories postet, kann das ins Belanglose abrutschen und vielleicht sogar zum Abspringen der Follower führen. Die Story sollte nicht einfach genutzt werden, nur weil es diese Funktion gibt. Vielmehr sollte sie einen Nutzwert haben und dem oben genannten roten Faden folgen. Konrad Langer dazu:

“Oft gibt es da eine klare Diskrepanz zwischen den auf Instagram gezeigten, durchgestylten, durchgeplanten Content und dem was dann in den Instagram-Storys gezeigt wird, wo dann auch so ein bisschen Luftleerer Raum gelassen wird, was mir das jetzt als Nutzwert bringt”

Die Zielgruppe hat die Hosen an

Es ist nichts Neues, wenn ich schreibe, dass die Zielgruppe das höchste Gut für ein Unternehmen ist. Sie ist letztendlich ja auch diejenige, die eine Leistung oder ein Produkt in Anspruch nimmt und dafür bezahlt. Deswegen sollte man sich immer vor Augen führen, was die Zielgruppe will und was sie anspricht. Damit das Unternehmen die Wünsche kennt und seiner Zielgruppe auch einen Mehrwert bieten kann, können Zielgruppen-Studien für Unternehmen sehr hilfreich sein. Zudem kann man durchaus auch über das Social Web die Follower fragen, was für sie relevant ist und was sie sich wünschen.

Doch auch Algorithmen können dabei helfen, zu zeigen, was relevant ist. In dem Artikel “Kommunikation im Netz – Recap von der republica 2017” von Cathrin Tusche, schreibt die Autorin, dass bei Facebook- und Instagram-Algorithmen bestimmen, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Des Weiteren schreibt sie, dass nur der Content als relevant gilt, welcher in kürzester Zeit oft geliked, geteilt, kommentiert oder gespeichert wurde. Auch wichtig ist die Verweildauer auf Social Media-Posts. Wenn man sich also mit einem Post längere Zeit beschäftigt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es sich um relevanten Content handelt und es werden zukünftig ähnliche Inhalte gezeigt.

Wiedererkennbarkeit durch Alleinstellungsmerkmale

Wer sich von der Masse abheben möchte, sollte einen Unique Selling Point (USP) haben. Zuallererst sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür man stehen will und für was nicht. Eine eigene Tonalität und eine einheitliche Visualisierung können eine Wiedererkennbarkeit schaffen. Wenn der Content dazu noch nachhaltig ist, ist man auf der sicheren Seite.

Edeka wurde in dem Vortag als ein best-practice Beispiel genannt: Das Unternehmen nutzt Instagram, um dort Essen, Getränke sowie Rezepte zu posten.

Die Macht der Influencer

In einem Zitat, welches Konrad Langer und Oliver Brügmann von Scott Cook mitgebracht hatten, heißt es:

“A brand is no longer what we tell the consumer it is – it is what consumers tell each other it is”

Man glaubt also nicht mehr der Werbung, sondern geht lieber online und liest sich Produktbewertungen durch oder sieht sich Videos an, in denen die besagten Produkte getestet werden. Man vertraut am meisten den Menschen, die so sind wie man selbst. Die meisten Social Media Influencer haben zu ihrer Community schon eine enge Beziehung. Sie können Botschaften meist glaubwürdiger vermitteln als die Unternehmen selbst. Auf Social Media ist es generell sinnvoll, immer erst eine Beziehung zu seinen Followern aufzubauen und danach Emotionen zu wecken. Denn man reagiert ganz anders auf Botschaften, wenn bereits eine Beziehung aufgebaut wurde, als wenn man sie von einer fremden Person mitgeteilt bekommt. Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, dass ein Influencer die eigene Marke repräsentieren soll , muss auch ein Influencer ausgewählt werden, der schon mit der Marke in Berührung kam und diese verkörpert. Er sollte an die Marke und deren Zielgruppe angepasst sein, ansonsten wäre es nicht authentisch.

Doch nicht nur Influencer bringen Glaubwürdigkeit rüber, sondern auch User Generated Content ist hierfür sehr gut geeignet. Wenn ein Kunde zufrieden mit einem Produkt ist und das mit der Welt teilt, ist das schon mal sehr positiv. Wenn man diesen Post dann als Unternehmen auf den eigenen Seiten publizieren kann, steigert das die Authentizität. Manchmal bekommt man dadurch auch eine tolle Geschichte zu dem Post mitgegeben und kann Erlebnisse miteinander teilen.

Das Wichtigste zum Schluss

Es gibt vieles, was man machen kann, um authentischer zu kommunizieren. Zum Abschluss hat Oliver Brügmann es nochmal auf den Punkt gebracht. Er sagte, dass an erster Stelle zwar immer eine Strategie stehen muss, jedoch im Mittelpunkt die Geschichte steht, welche von innen nach außen getragen wird. Man kann daraus Themen ableiten, wie auch die Protagonisten bestimmen und die Formate entwickeln. An letzter Stelle stehen die Kanäle und in dem Zusammenhang die Content-Formate, die dort adaptiert werden und letztendlich zielgruppenspezifisch verbreitet werden.

Die wichtigsten Punkte haben die Vortragenden nochmal in eine Visualisierung gepackt.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für authentische Kommunikation

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Virtual Reality – Was Nutzer anspricht und Spezialisten wissen sollten!

Oder: Wie man 6 Dimensionen der Freiheit nutzt, um Rezipienten volle Immersion im nicht-linearen, interaktiven virtuellen Storytelling zu ermöglichen. 🤓

Virtual Reality bleibt in 2017 ein spannendes Thema. Auch die re:publica befasste sich damit. Man konnte fast zu jeder Stunde eine Diskussionsrunde, einen Vortrag oder einen Workshop zum Thema VR auf der re:publica 17 besuchen. Dazu gab es mit dem labore:tory ganze 4 Stockwerke, die speziell dem Thema der virtuellen Welten und all ihrer Spielarten gewidmet waren. Die Chance mit Fachleuten aus der Branche in Dialog zu treten oder von ihren Erfahrungen zu profitieren, konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Aber was sind die wichtigen Fragen, die es zu diesem Themenkomplex aus der Sicht eines Kommunikationsspezialisten zu beantworten gilt? Um sich eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, wäre wichtig zu wissen, was der Nutzer derzeit mit VR macht und was ihn in Zukunft daran interessieren wird, wie der aktuelle Nutzer aussieht und wie man ihn begeistern kann. Und natürlich wie man VR möglicherweise für die eigenen Kommunikationsziele nutzen kann. Diesen Fragen bin ich nachgegangen und habe meine Erkenntnisse in diesem Artikel zusammengefasst.

Was ist Virtual Reality?

Einen interessanten Einstieg bildet die Frage, was eigentlich unter Virtual Reality zu verstehen ist. Wikipedia hat hierzu eine einfache und schnelle Antwort parat:

“VR ist die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung einer Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung.”

Wenn diese simulierte Realität in Wechselwirkung mit der normalen Realität steht, wird von Augmented Reality (AR) oder Mixed Reality (MR) gesprochen.Beispielsweise bei einer Einblendung virtueller Inhalte mittels einer Brille, wie der Micrososft Hololens, in das Sichtfeld der Nutzer. Hierfür gäbe es zahllose Möglichkeiten der Anwendung. Wäre es nicht wunderbar, in einem Laden nicht mehr den Verkäufern nach jagen zu müssen, sondern auf einen virtuellen Knopfdruck alle Details eines Produkts von einem Avatar erklärt zu bekommen? Aber bleiben wir in diesem Artikel bei der vollen VR. 

Erst seit einigen Jahren lässt sich die benötigte Technik für Endkunden zu erschwinglichen Preisen erwerben. Je nach Modell und zusätzlicher Ausstattung benötigt der Nutzer ein Set aus VR-Brille (Visueller Input, auch Head-Mounted Displays, oder kurz HMD, genannt), Headset (Audio Input) und Controllern (Interaktives Eingabeinstrument). Die Kosten hierfür belaufen sich zusammen auf etwa 1.100 € (Stand Mai 2017). Andere Möglichkeiten zur Nutzung von VR sind vorhanden, aber für den Nutzer längst nicht so erschwinglich. Eine dieser Alternativen wäre zum Beispiel die CAVE. Aber bleiben wir bei der derzeit verbreitetsten Nutzungsvariante in Form der VR-Brille und eines Headsets. Ist eine entsprechend leistungsstarke Hardware, wie ein PC oder eine PS4 vorhanden, kann der Nutzer via Websites, installierter Programme oder Spiele in der VR aktiv werden.

Was macht VR besser als 2D für den Nutzer ?

Eine der wichtigsten Antworten auf diese Frage geben John Cassey (Factory 42), Stephanie Llamas (Superdata Research), Aurelien Simon (Digital Catapult) und Robert Becker (IP Deutschland). In ihrer Session erläutern sie, dass es bei diesem neuen Medium vor Allem um die Qualität der Inhalte für den Nutzer gehen wird. Dabei wird in der Session vor allem von nativen Formaten für VR gesprochen. Also Inhalte, die spezielle für das Medium VR entwickelt werden oder wurden. Stephanie Llamas nennt hier als Beispiel, dass eine VR-Story dem Nutzer freie Wahl der Perspektive und Position lassen muss. Anders könnte er auch einen Film schauen. Die VR-Umgebung bietet dem Nutzer den Vorteil, dass er sich in alle Richtungen umschauen kann.

Eine Expertenrunde zum Thema Virtual Reality
Business Model instead of Marketing Case – The Who and How of making Money with Virtual Reality

Im Unterschied zum 2D-Film müssen die einzigartigen Möglichkeiten der VR hierbei voll ausgeschöpft werden, damit ein Nutzer den Vorteil seiner Investition auch erleben kann. Stellen wir uns  einen aktuellen Film vor. Derzeit geben Kameras die Perspektive vor. Man betrachtet durch ein Fenster eine Szene in einem Haus. Bei einem Film wartet der Zuschauer die nächste Szene ab. In der VR könnte er selbst entscheiden, wann er das Haus betreten will oder sich einfach umdrehen und zum nächsten Haus gehen. Diese neue Art der Erzählung wird als nicht-lineares, interaktives Storytelling bezeichnet.  Geschichten müssen mit Blick auf diese Möglichkeiten ganz anders als für klassische Filme inszeniert werden. Nur durch so erarbeiteten und spannend gestalteten Content kann der Nutzer dafür begeistert werden, sich die entsprechende Hardware zu kaufen.

Woraus sich die Frage ableitet, was interessanten VR-Content ausmacht und wie man ihn erkennt, um ihn in der Kommunikation einzusetzen

Worauf sollte bei VR Content für Nutzer geachtet werden?

“Der wichtigste Vorteil von VR für Nutzer ist die Möglichkeit Geschichten und Dinge zu erleben, die sie in der Realität nicht erleben können”

stellt Gregoire Parain (COO bei Novelab VR Studio) fest. Laut ihm kann der Nutzer für gute Unterhaltung schon heute aus einer Vielzahl an Angeboten wählen: Ob aus den stetig wachsenden Onlineangeboten wie  Netflix, Youtube, eSports und Co. oder alternativ den klassischen Offlinemedien, wie TV, Radio und haptischen Produkten. Um den interessierten, meist medienaffinen VR-Nutzer als Zielgruppe zu erreichen, muss man sich von 2D Angeboten abgrenzen. Sie gelten als technikaffin, experimentierfreudig, anspruchsvoll und finanzstark und sind somit beispielsweise oft Micro-Influencer oder haben als Opinion-Leader hohen Wert als Zielgruppe.

Um allerdings bei dieser Angebotsmenge einen Mehrwert für diese anspruchsvollen Nutzer und damit einen kommunikativen Wettbewerbsvorteil für sein Vorhaben durch die Nutzung von VR zu erlangen, wird seiner Meinung nach ebenfalls die Qualität des Contents ausschlaggebend sein. Er bezieht sich allerdings auf einen anderen Aspekt des bereits bekannten Quality of Content. Werfen wir einen Blick auf die Elemente neben der Geschichte und dem inhaltlichen Mehrwert, wichtig sind, um Nutzer zu begeistern.

Die VR-Dreifaltigkeit – 6 Dimension der Freiheit, Immersion und Interaktion

Immersion

Beschreibt den Grad des Eintauchens in die virtuellen Welten – idealerweise  ohne Ablenkung durch die eigentliche Realität. Diesen Zustand des vollständigen Eintauchens in die virtuelle Realität, also die vollständige Immersion nennt man auch Präsenz. Jeder, der bereits aus einem spannenden Moment eines Films herausgerissen wurde und somit diesen Moment des Mitfieberns verloren hat, kann verstehen, wieso Immersion besonders wichtig ist.

Das bedeutet, die richtige Hardware vorausgesetzt: Je mehr Sinne bedient werden können, desto höher der Grad an Immersion. Wobei mindestens Augen und Ohren vollständig mit Informationen aus der virtuellen Welt versorgt werden sollten. Informationen über das Rezeptionsverhalten und wie Sinneseindrücke bei den Nutzern wirken sind hier besonders wertvoll. Nur mit diesen Erkenntnissen können die Sinne besonders immersiv bedient und eine Geschichte interessant erzählt werden. Passende  Farben, Klänge und zukünftig auch Gerüche, Temperaturen, Tastterlebnisse und Vibrationen müssen für die Vermittlung von Botschaften ausgewählt werden. Sensory Mapping nennt sich eine Forschungsmethode, mit der diese Erkenntnisse gewonnen werden können. Sie sammelt unter Anderem durch neurologische GEhirnmessungen Details zu dieser Wechselwirkung zwischen virtuell erzeugten Sinneseindrücken und den durch sie ausgelösten Emotionen. Diese Erkenntnisse werden in Zukunft bei VR und dem Thema Immersion eine wichtige Rolle spielen. Einen sehr interessanten Einblick in die Welt der multisensorischen Möglichkeiten bot Grace Boyle auf der re.publica.

 

Wer hierzu auf dem Laufenden bleiben möchte, kann @gracekboyle folgen, von der mir folgendes Statement  in Erinnerung bleiben wird:

”Getting together the informations what is conceived how by different audiences is essential for putting together an awesome message and story.”

Besonders da er nicht nur bezogen auf sensorische Informationen anwendbar ist.

6 DoF – Die 6 Dimensionen der Freiheit

Dieser Begriff beschreibt die Freiheit des Nutzers, sich in allen Ebenen der Bewegung frei zu entscheiden, wo er sein möchte.
Oben und unten werden derzeit von vielen Nutzern noch nicht stark genutzt. Im Gegensatz zu den normalen Bewegungsrichtungen vorwärts, rückwärts, rechts und links. Für die Platzierung von wichtigen Inhalten kann sich derzeit also auf diese Richtungen konzentriert werden. Für die Geschichte und im Sinne der Immersion sollten allerdings alle 6 Richtungen einbezogen werden. Dieses Alleinstellungsmerkmal der VR gegenüber anderer Medien ermöglicht es Nutzern, sich frei zu bewegen und nicht durch Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit aus ihrem Erlebnis gerissen zu werden.

Interaktion

Ja, es handelt sich um die gleiche, immer angepriesene und erstrebenswerte Interaktion, wie bei anderen Medien auch. Bei VR sind allerdings ganz neue Arten der Interaktion denkbar. Wieso ein Formular ausfüllen, wenn man sich auch mit einem voll animierten oder gerenderten Avatar eines Chatbots unterhalten kann? Oder man für die jeweiligen Interaktionsmöglichkeiten seinen Namen zur Abwechslung wirklich tanzen muss? Klingt abgedreht? Ist es auch. Aber es ist eben alles möglich.
Und gerade das sollte einem guten Kommunikationsprofi bewusst sein, wenn er sich über Interaktionen mit dem Nutzer Gedanken macht. Denkbar ist jede Art der kreativen Produktplatzierung. Man stelle sich nur vor, dass der Nutzer in den neuen Tesla einsteigt und losfährt, um zum nächsten Teil der Handlung zu gelangen und nicht dem Protagonisten dabei zuschauen muss. Oder ein Kugelschreiber, mit dem der Nutzer direkt seine Unterschrift unter einen rechtskräftigen Vertrag setzen kann.
Dabei ist besonders interessant, dass eine virtuelle Realität alle Vorteile der älteren Medien nutzen kann. Zusätzlich kann man völlig neue Wege gehen, um mit den Nutzern zu interagieren. Warum nicht bei “Schnell und Aufgebracht 25 VR” (Ein imaginärer Streifen über Autos) einfach auf Pause drücken und beim Autohändler virtuell ein Auto kaufen? Ein Shop-in-Entertainment-Paket vielleicht?
Solche Ideen hätte ich mir von IP Deutschlands Vertreter Robert Becker gewünscht, der auf die Frage nach Ideen für Platzierungsformate darauf hingewiesen hat, dass die Technik noch jung sei und man noch nicht viel Erfahrung habe.
Es gilt bei Interaktion: Je intuitiver für den Nutzer, desto besser. Zumindest bei der Absicht mit ihm in Kontakt treten zu wollen. Da es auch hierbei interessant ist den Grad an Immersion möglichst hoch zu halten, sollte man sich wie immer am Nutzer orientieren und ihm aus seiner Perspektive heraus die Wahl geben, selbst zu entscheiden, was er machen möchte.

Behält man also die VR-Dreifaltigkeit und das nicht-lineare Storytelling im Blick, hat man das nötige Grundwissen, um VR-Formate und Content beispielsweise für die eigene Marke, die Botschaft des Kunden oder das neue Produkt zu untersuchen und die Nützlichkeit für die Kommunikationsziele zu beurteilen.

Ein komplexes und interessantes Thema. Und dabei haben wir die Produktion von VR-Inhalten noch gar nicht angeschnitten.

OK…. wie kreiere ich meine eigene Welt?

Aber das können wir ja kurz nachholen. Zwei Branchen produzieren derzeit mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen VR Inhalte. Die klassische videoproduzierende Industrie und die Game Studios. Also entweder eine aufgezeichnete Version der Wirklichkeit oder die komplett kreierte 3D-Welt erschaffen in einer Game-Engine.

Je nach Bedarf und Interesse der angestrebten Zielgruppe unter den Nutzern kann es kosteneffizienter und effektorientierter sein, einer der beiden Herangehensweisen an die Produktion den Vorzug zu geben. Hierbei sind die Cineasten wohl die derzeit günstigere Wahl. Die besten Fahrradläden, Fahrradwerkstätten und Fahrradshops in Darmstadt findet man im Internet, zum Beispiel auf der Informationsseite zum Thema Fahrrad fahren in Darmstadt. Die Game Developer werden aber zusehends häufiger gebucht, da ihre Expertise in 3D-Umgebungen weiter vorangeschritten ist und sie große Erfahrung mit der 3D-Interaktion haben.

Mit Tools wie Tiltbrush und Gravity Sketch kann auch kostenlos und recht intuitiv eigener VR-Content erstellt werden. Allerdings braucht dies Zeit, Interesse und führt ohne einen entsprechenden Hintergrund selten zu zielorientierten Ergebnissen. Aber beide Tools eignen sich hervorragend, um ein Gespür für die Möglichkeiten der VR zu bekommen oder eine Idee zu visualisieren, die man virtuell anfassen kann.

Learn, make or buy?

Wie erwähnt sind die Preise für die benötigte Hardware seit der Entwicklung der VR stark gefallen. Auch die Anschaffungskosten für das VR-Produktionsequipment sind günstiger geworden. Trotzdem setzt sich der Preis für eine VR-Produktion weiterhin vor Allem aus den investierten Arbeitsstunden der beteiligten Spezialisten zusammen. Das macht eine pauschale Aussage fast unmöglich. Der Zeitaufwand der Produktion hängt von vielen Faktoren, wie Umfang, Detailgrad und Produktionsart ab. Aber wer eine ansprechende Qualität haben möchte, muss  Story, Immersion, 6DoF und Interaktion für den Nutzer bereit halten.

Da Know-How hierfür der entscheidende Faktor ist, sind den Kosten keine Grenzen außer Wirtschaftlichkeit gesetzt. Derzeit mag es sich lohnen, auf neue Formate der VR zu achten und bereit zu sein, wenn ein neuer Trend aufkommt. Man denke an das virtuelle Facebook wie im Beitrag unten oder ein komplett neues virtuelles soziales Netzwerk. 

Hat man allerdings eine für den Nutzer interessante Geschichte, egal ob als Spiel oder als Film, lohnt sich der Gedanke, sein Produkt oder seine Marke mittels VR oder AR in Szene zu setzen. In jedem Fall macht es Sinn, sich mit dem neuen Medium VR besser früh als spät zu beschäftigen. So kann man sicher stellen, ob ein Schritt in die virtuelle Welt Vorteile für das eigene Unternehmen oder den Kunden biete und zum passenden Zeitpunkt gezielt VR für seine Ziele nutzen und mit passenden Inhalten einsteigen kann.
Denn es gibt derzeit keinen höheren, digitalen Interaktionsgrad, als den einer guten Virtual Reality für einen begeisterten Nutzer. Und lässt das nicht jedes moderne kommunikationsorientierte Herz höher schlagen?

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Humor in der Kommunikation – 1 Versuch ist es wert, vong Erfolg her

Lachen ist gesund. So begleitet der Humor unser alltägliches Leben und eben auch im World Wide Web. Besonders in den sozialen Medien findet witziger Content großen Zuspruch. Viele Unternehmen machen sich dies zunutze. Wieso Humor in der (Online-)Kommunikation wichtig ist und worauf Unternehmen achten sollten, möchten wir in diesem Artikel aufzeigen.

Entscheiden Unternehmen sich dazu, in ihre Kommunikation witzigen (und viralen) Content einfließen zu lassen, zeigt das den Usern, dass es sich mit dem Alltag ihrer Zielgruppe beschäftigt. Das Unternehmen wird vermenschlicht und kommuniziert auf freundschaftlicher Ebene. Aber…

Witzig kann nicht jeder

Die Leichtigkeit, witzige Inhalte von sich zu geben, ist nicht jedem angeboren und kann nur schwer erlernt werden. Ein erzwungener Witz kann sich als Fettnäpfchen entpuppen und stark an der Authentizität des Unternehmens kratzen. Deshalb sollten folgende Fragen beherzigt werden: „Wird meine Zielgruppe den Witz verstehen? Ist der Witz noch zeitgemäß? Wird jemand mit meinem Witz beleidigt (Achtung: Shitstorm!)? Und was passiert, wenn der Witz schiefgeht? Für Unternehmen gilt es eine Balance zwischen Witz, Provokation und (auf Marken abgestimmte) Inhalte zu finden. Gar nicht mal so einfach.

Das Ziel ist die Aufmerksamkeit

In den Unmengen an Content, der uns tagtäglich in unserer Timeline begegnet, will man herausstechen und auffallen. Sieht der Nutzer etwas Lustiges oder Unerwartetes, erhöht dies seine Aufmerksamkeit. Ist der Witz wirklich gut gelungen, möchte der Nutzer diesen mit seiner Community teilen. Mit etwas Glück hört das Teilen nicht mehr auf und der Content geht viral. Doch was ist notwendig, um die Leute zum Lachen, oder wenigstens zum Schmunzeln zu bringen?

Memes in aller Munde

Ist man besonders aufmerksam in den Weiten des Internets unterwegs, kommt man nicht an Memes vorbei. Darunter versteht man Insiderwitze, die die Internetkultur seit einigen Jahren prägen. Sie sind schnelllebig, weshalb ein gekonnter Umgang damit vorausgesetzt wird. Schön kann man dies am Beispiel des diesjährigen Meme „was ist das für 1 life?“ sehen. Einige große Firmen nutzen die Bekanntheit des witzigen Jugendslangs für ihre Social-Media-Kanäle. Sei es die Sparkasse, Pick-up oder sogar die DKMS. Ob es noch witzig, angemessen oder schon überstrapaziert ist, entscheidet die Zielgruppe.

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Mit Humor gegen „Hater“

Verfügt man über ein Talent für Schlagfertigkeit, kann man lustigen Content erstellen, indem man auf negative Kommentare in cleverer Art und Weise antwortet. Es ist nichts Neues, dass die Menschheit Drama und Gossip liebt. Das machen sich zahlreiche Marken zu Nutze und stacheln sich, selbstverständlich mit Witz, gegenseitig an. So kann man entweder ein paar zusätzliche Sympathiepunkte ergattern, aber auch seinem Image schaden.

Hier ein paar nette Beispiele :

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Kurz gesagt: An Humor kommt man nicht vorbei. Ganz besonders nicht in der Unternehmenskommunikation. Es schafft eine Transparenz für die Zielgruppe und vermenschlicht das Unternehmen. Dafür lohnt es sich ein gewisses Risiko einzugehen. Denn ein paar Fettnäpfchen sind im Gegensatz zur Irrelevanz wirklich zu verkraften.

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(Likies für alle) Von Robotern, Klonen…und Keksen

So mancher Teilnehmer des Content Strategy Camps hätte sich am liebsten geklont, um zeitgleich mehreren Sessions beiwohnen zu können. Wiederum andere sprachen über Roboterjournalismus, diesem futuristisch klingendem Begriff, von dem wir derzeit wahrlich nicht so weit entfernt sind, wie vom Klonen. Doch auch ohne medizinische Meilensteine gab das #cosca15 ein tolles Bild ab:

 Von Nadine Deiß und Martin Imruck

Interessante Vorträge mit kompliziert-klingenden Überschriften und im Anschluss angeregtes Diskutieren – das Content Strategy Camp hat den Mediencampus in Dieburg für zwei Tage in ein Schlaraffenland für PR-Praktiker verwandelt. Voller Vorfreude und mit großen Erwartungen wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen Postgeländes gestürmt und der Großteil der Gäste schmolz nur so dahin angesichts des Überangebots an fachlicher Kompetenz und gemeinschaftlichem Ideenaustausch. Das gleiche Schicksal wiederfuhr übrigens auch den beliebten Likies-Keksen, die sich in der prallen Sonne am Samstagmittag so langsam in ihre Bestandteile auflösten.
Cosca15

Cosca15 twittert sich in die Charts

Auch das Hashtag des Barcamps war in aller Munde und schob sich bereits am Freitagmorgen in die Twitter-Trends. Dort hielt es sich bis Sonntag hartnäckig in der Spitzengruppe. Content Strategy und Content Marketing in Theorie und Praxis beherrschten diese beiden Tage des Barcamps. Im bunten Angebot aus Beiträgen zu Corporate Blogging, Storytelling, Krisenkommunikation und Praxisbeispielen kam der Spaß auch beim Bullshit-Bingo niemals zu kurz.

Hier einige der ausgefallensten Session-Namen:

  • Facebook vs. YouTube: Zahlen können lügen
  • Content-Finding am Beispiel eines Spühlschwamms
  • Stell dir vor du bist eine Content-Strategie und keiner sucht nach dir
  • Sarkasmus, Satire, Trolle erlegen – Unterhaltung um jeden Preis
  • Samstags Martinee (alias Redaktionskonferenz)

Die interessantesten Tweets vom #cosca15

  • „Die Likies schmelzen !“
  • „Hol mal einer das 100 Liter Kaffee-Fass!“
  • „Die IHK macht dieses Jahr einen Betriebsausflug zum #cosca15!“

Blogecho – das sagen die Besucher

Hier geht’s zu den Bildern des cosca15!

Und wer immer noch nicht genug hat oder leider nicht dabei sein konnte, hier die Zusammenfassung einzelner Sessions!

 

 

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„Qualität zählt heute mehr denn je“

Im Vorfeld des Content Strategy Camp 2015  (#cosca15) am Mediencampus in Dieburg haben wir den Sponsoren des Barcamps Fragen zum Thema Inhalte und Platzierung gestellt. Das folgende Interview mit Christian Gericke von Acrolinx aus Berlin thematisiert ebenfalls die Punkte Content Marketing und Strategien.

Quelle: Acrolinx_Hoffotografen
Quelle: Acrolinx_Hoffotografen

Christian Gericke, SVP Sales EMEA / APAC and Global Client Services, verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich Dokumenten- und Informationsmanagement. Vor seiner Tätigkeit bei Acrolinx war Gericke 3 Jahre bei HP als Regional Business Manager für das HP Indigo- und Inkjet-Web-Press-Geschäft in Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Unter seiner Verantwortung, die Vertrieb, Marketing und Services umfasste, verzeichnete seine Organisation zweistellige jährliche Wachstumsraten. Gericke war davor Geschäftsführer bei Exstream Software und für den deutschsprachigen Raum und Osteuropa zuständig. Im Zuge der Übernahme des Unternehmens durch Hewlett-Packard kam er zu dem amerikanischen Technologiekonzern.

Acrolinx ist Sponsor des Content Strategy Camp. Welchen Aspekt von Content Marketing adressieren Sie?

Acrolinx beschäftigt sich mit dem eigentlichen Content, denn seine Qualität zählt heute mehr denn je. Es geht darum, Content wettbewerbsfähig zu machen. Er muss sich aus der Flut der verfügbaren Informationen abheben, sonst werden ihn Ihre Kunden weder finden noch lesen. Content sollte leicht zu finden, gut lesbar und ansprechend sein. Um enge Kundenbeziehungen aufzubauen, ist der beste Content gerade gut genug. Dabei muss er nicht nur inhaltlich richtig und einheitlich sein, auch der Tonfall (Tone of Voice) muss Ihrer Zielgruppe entsprechen. Ihr Content gibt Ihrem Unternehmen eine eigene Persönlichkeit, daher müssen alle im Unternehmen mit einer Corporate Language sprechen. Doch wie bringen Sie sämtliche Autoren in Ihrem Unternehmen dazu, in Ihrer Corporate Language zu schreiben und Ihre sprachlichen Vorgaben einzuhalten? Genau an diesem Punkt setzt Acrolinx an: Mit unserer Content Optimization Platform verwalten Sie Ihre Sprachstandards, setzen sie unternehmensweit durch und bewerten sie.

Acrolinx fungiert quasi als automatisierter Wächter über die Corporate Language als Teil der CI?

Genau. Content entsteht heute in unterschiedlichsten Abteilungen, wie: Marketing, PR, Technische Dokumentation, Training, Produktteams – um nur einige zu nennen. Die erstellten Inhalte werden oft in bis zu 30 Sprachen übersetzt. Um den Prozess der Content-Erstellung konsistent, effizient und kostengünstig zu halten, nutzen Autoren deshalb Acrolinx. Und zwar da, wo der Content entsteht. Acrolinx ist mit einer Vielzahl von Autorenwerkzeugen und Content-Plattformen kompatibel, damit das gesamte Unternehmen Ihre Kunden einheitlich mit einer Corporate Language anspricht, getreu unserem Motto „Speak With One Voice“.

Mal ganz konkret: Prüft Acrolinx den Content bereits während der Erstellung auf die Einhaltung von Unternehmens- und Markenstandards?

Richtig. Viele Unternehmen machen ihren Autoren Vorgaben in Form von Styleguides, Terminologielisten oder Redaktionsleitfäden. Doch Autoren nehmen diese Vorgaben oft nicht zur Kenntnis oder halten sich nicht daran. Auch werden Vorgaben aus einem Redaktionsleitfaden oft unterschiedlich interpretiert, wenn es zum Beispiel um die Kundenansprache geht. Um dem entgegenzuwirken, können Sie die Vorgaben und Regeln Ihres Unternehmens in Acrolinx abbilden. Dies umfasst Richtlinien für Stil und Tonfall, Keywords für die Suchmaschinenoptimierung sowie Terminologie, Rechtschreibung und Grammatik. Wir haben zahlreiche Projekte rund um den Globus durchgeführt und unseren Kunden geholfen, mit einer Stimme zu sprechen. Mit unseren Regelsets können Sie sofort starten. Ihre Autoren sind schnell produktiv. Mit Acrolinx als Schaltzentrale für die Verwaltung und das Nachschlagen der Terminologie profitieren zudem alle Personen im Unternehmen.

Bietet Acrolinx auch Analysen und Berichte für die Erfolgskontrolle?

Ja, Acrolinx erfasst Leistungs- und Nutzungsdaten, die als Grundlage von Berichten für verschiedene Adressaten dienen. Zum Beispiel für Führungskräfte als Beleg für Qualitätssteigerungen und Kostensenkungen. Oder für Manager als Beleg, wie oft Autoren Acrolinx nutzen und an welchen Punkten sie Unterstützung bei der Content-Erstellung benötigen. Mit den Analysefunktionen von Acrolinx können Sie die Ergebnisse bewerten, Kosteneinsparungen berechnen und Problembereiche ermitteln.

Können Sie uns ein paar Acrolinx-Kunden nennen?

Wir unterstützen unter anderem IBM, Adobe, Philips, Siemens, MAN und Liebherr dabei, Marketing-Content und technische Texte zu vereinheitlichen und zu verbessern. Mehr Kunden und Anwenderberichte finden Sie auf unserer Website www.acrolinx.de.

Herr Gericke, vielen Dank für das Gespräch.

Im Rahmen der Interviewserie sprachen wir auch mit Susanne Ullrich und Saim Alkan.

 

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„Inhalte müssen eine Beziehung zum Leser schaffen“

Im Vorfeld des Content Strategy Camp 2015  (#cosca15) am Mediencampus in Dieburg haben wir den Sponsoren des Barcamps drei Fragen zum Thema Inhalte und Platzierung gestellt. In der zweiten Ausgabe kommt Philipp Renger zu Wort. Er uns seine Kollegen der aexea GmbH bewerten Qualität von Informationen zunächst auf die traditionelle Art und Weise.

Quelle: aexea GmbH
Saim Alkan Quelle: aexea GmbH

Saim Alkan ist Geschäftsführer der aexea GmbH – communication. content. consulting. Die Kommunikationsagentur mit Sitz in Stuttgart ist Spezialist für Beratung und Redaktion.

 

 

 

Philipp Renger Quelle: aexea GmbH
Philipp Renger Quelle: aexea GmbH

Philipp Renger ist Marketing- und PR-Manager im Team von aexea. Er beantwortet unsere drei Fragen zur Contentplatzierung:

1. Was brauchen Inhalte, um zu überzeugen?

Inhalte müssen eine Beziehung zum Leser schaffen. Die Inhalte müssen relevant sein – dem User in seiner Situation die Informationen liefern, die er braucht. Sie müssen auf die richtige Art und Weise aufgearbeitet sein, so dass der User sich angesprochen und verstanden fühlt.

2. Wie platziert man Inhalte erfolgreich?

Inhalte müssen dort sein, wo sich die Zielgruppe aufhält.

3. Welche Möglichkeiten gibt es, die Qualität von Inhalten zu bewerten?

Inhaltsqualität bewerten wir zunächst auf traditionelle Art und Weise in den journalistischen Qualitätsdimensionen Richtigkeit, Relevanz, Aktualität und Vermittlung. Sind die Informationen richtig, aktuell und für den User interessant und passend aufbereitet? Und natürlich prüfen wir, ob die Texte (das sind unsere Kern-Inhalte) online-gerecht aufbereitet sind: klare Sprache, passender Aufbau, der den Einstieg leicht macht und scanbare Textgestaltung. Und dazu achten wir in den Analysen auf das Userverhalten: Welche Seiten werden angeklickt? Und wo bleibt der Leser länger? Welche Seiten empfiehlt er weiter?

Im Rahmen der Interviewserie sprachen wir auch mit Christian Gericke und Susanne Ullrich

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Wo erreichen wir wen?

Gibt es eine Faustregel bei der Platzierung von Content im Social Web? Bei der Auseinandersetzung mit dieser Frage sieht PR-Student Martin Imruck ein Problem bei der Erreichbarkeit der Stakeholder.
Gibt es eine Faustregel bei der Platzierung von Content im Social Web? Bei der Auseinandersetzung mit dieser Frage sieht PR-Student Martin Imruck ein Problem: Die Vielzahl der Plattformen. (Bild: Imruck)

Nach dem Start unserer Blogparade zum Thema „Content Strategie“ habe ich mich gezielt mit dem Thema Content-Platzierung im Social Web beschäftigt. Welche Kanäle bieten sich an, nach welchen Gesetzmäßigkeiten können wir arbeiten und gibt es diese überhaupt? „Wo erreichen wir wen?“, ist die Frage, die ich mir im Redaktionsalltag für FuPa.net und die Verlagsgruppe Rhein Main immer wieder stelle.

Im Jahr 2015 leben über 7,4 Milliarden Menschen auf der Welt. Etwas mehr als die Hälfte der Erdbewohner besitzt einen Internetzugang. Die Anzahl der „Onliner“ steigt ebenso, wie die der sozialen Plattformen, die in einem enormen Tempo aus dem digitalen Boden sprießen. Doch je mehr Kanäle PR-Praktikern zur Verfügung stehen, desto mehr Möglichkeiten haben sie, zu kommunizieren. Und umso schwerer ist es für sie, ihre Stakeholder zu erreichen. Dieser theoretische Ansatz soll sich einen Weg durch den Dschungel der Social Networks bahnen und dorthin vordringen, wo es nur wenige Botschaften im PR-Alltag schaffen: zu den Zielgruppen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf eine Gruppe der größten und beliebtesten Social Media Plattformen weltweit. Die Zahlen wurden mittels eines Zwischenwertes ermittelt und sollen als Orientierung dienen. Da auch immer mehr Unternehmen „WhatsApp“ als Kommunikationskanal nutzen, ist auch er aufgeführt.

Social Media Anbieter Nutzer in Deutschland Nutzer Weltweit
Facebook 28 Millionen  1,4 Milliarden
Twitter 10 Millionen 300 Millionen
Google Plus   9 Millionen 350 Millionen
Xing   6 Millionen   20 Millionen
Instagram   5 Millionen 300 Millionen
Whatsapp 35 Millionen 750 Millionen

Die Frage ist folgende: Ist es so einfach, zu sagen, eine Person „X“ mit dem Interesse „Y“ nutzt das soziale Netzwerk „Z“? Die Antwort ist ziemlich einfach – sie lautet: „Nein, ist es nicht“. Die Nutzungsmotive der User sind die jeweiligen Social Media Kanäle sind ebenso unterschiedlich, wie die Beweggründe innerhalb einer Zielgruppe an sich. Dazu kommt, dass viele Nutzer auf mehreren Plattformen gleichzeitig unterwegs sind. Das erfolgreiche Verbreiten einer Botschaft über Social Media an eine möglichst große Gruppe seine Stakeholder gestaltet sich daher sehr schwierig.

So kann stets nur ein Bruchteil erreicht werden, da zum einen nicht alle Stakeholder auch automatisch dem Social Media Kanal des Unternehmens folgen. Einige wissen vielleicht gar nicht von dem Unternehmen und seinem Auftritt, obwohl sie die Thematik unglaublich interessiert. Dazu kommt, dass Plattformen mit dem größten Nutzeranteil – vor allem Facebook – ihre Meldungen durch ihren Algorithmus nur einem Bruchteil der User zuspielen. Die Facebook-Seite selbst wird von den Usern eher selten direkt anvisiert. Die Mitglieder einer Zielgruppe und die Nutzer eines sozialen Netzwerkes haben also nur in seltenen Ausnahmen die gleichen Interessen und Verhaltensweisen. Nach aktuellem Dafürhalten der Branche haben die Plattformen mit den meisten Nutzern Recht.

Modell der Zielgruppen innerhalb eines Zielraumes. Grafik: Martin Imruck
Modell der Zielgruppen innerhalb eines Zielraumes. Grafik: Martin Imruck

Das bloße Denken in Zielgruppen oder Stakeholdern macht bei der Platzierung einer Botschaft demnach keinen Sinn. Meiner Ansicht nach ist der Ort der Botschaftsplatzierung vielmehr einem „Zielraum“ gleichzusetzen, der möglichst viele Interessensvertretungen einschließt. Wie die Grafik zeigt, umfasst dieser Zielraum, in dessen Mitte die Botschaft steht, nicht alle Zielgruppen. Einige Interessensgruppen fallen komplett in den definierten Raum, andere weisen innerhalb ihrer Mitglieder nur eine Teilmenge auf, für welche die Botschaft des Unternehmens von Interesse ist.

Über einen spezifischen Social Media Kanal lassen sich diese vielfältigen Zielgruppen nicht ansprechen. Daher schließt sich die Suche nach einer geeigneten Plattform an, die allen Interessensgemeinschaften den Zugriff auf Informationen ermöglicht. Die weltweit über drei Milliarden Menschen mit Internetzugang haben in der Summe etwa zwischen 3,5 und 4,5 Milliarden Email-Konten. Bei allen Ausspielkanälen, ist Email die Plattform mit den meisten Nutzern. Mailing bietet den Unternehmen eine Informationsübermittlung, die vor allem folgende Eigenschaften umfasst:

  • Unabhängig
  • Systematisch
  • Chronologisch
  • Umfassend
  • Einheitlich

Über drei Milliarden Stakeholder, die sich über ihre Mailkonten bequem die wichtigsten Botschaften per Newsletter kostenlos zusenden lassen können. Damit ergibt sich für das Unternehmen die Option, News gezielt zu versenden. Damit können sie den Zielraum pflegen – und kontinuierlich erweitern.

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Content Strategy Forum 2014

Bald ist es so weit: In weniger als zwei Wochen kommen in Frankfurt über 250 internationale Redner und Experten beim Content Strategy Forum 2014 zusammen, um über die Zukunft digitaler Kommunikation zu diskutieren. Höchste Zeit für das Team von PR-Fundsachen, mit unserer Berichterstattung zu starten!

Content Strategy Forum 2014
Wir berichten live vom Content Strategy Forum 2014!

Denn in diesem Jahr werden wir, ein Team aus PR-Studenten der Hochschule Darmstadt, den Blog des CSForum14 sowie die gesamte Livekommunikation vor Ort übernehmen.

An den drei Konferenztagen werden wir Sie mit allen wichtigen Informationen versorgen, sodass Sie garantiert nichts verpassen. Egal, ob Sie es nicht nach Frankfurt geschafft haben oder ob Sie sich nicht zwischen zwei Panels entscheiden konnten und am liebsten beide besuchen würden – wir sorgen dafür, dass Sie immer up to date sind. Denn auch für uns gilt: Content ist King.

Deshalb erwarten Sie Blogposts, Video-Interviews und die wichtigsten Fakten, die wir unter dem Hashtag #csforum14 zusammenfassen werden. Unser Ziel ist es, einen neuen Blickwinkel auf die diskutieren Themen zu bieten und Ihnen eine neue Perspektive auf die Probleme zu geben,mit denen sich die digitale Kommunikation heutzutage konfrontiert sieht.

Wir freuen uns sehr, dass uns diese anspruchsvolle Aufgabe anvertraut wurde und dass wir Teil dieser internationalen Konferenz sein dürfen, auf der mehr als 250 Experten aus der ganzen Welt ihre Ideen über die Zukunft der Kommunikation teilen.

Als Studenten befinden wir uns in einem ständigen Lernprozess, weshalb wir Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge dankend entgegennehmen. Zögern Sie nicht, uns auch vor Ort anzusprechen. Während der Tagung erkennen Sie uns an den Aufklebern mit der Aufschrift „Mediencampus“.

Wir freuen uns schon darauf, Sie bald auf dem Content Strategy Forum 2014 in Frankfurt begrüßen zu dürfen!

Übrigens: Wer sich beeilt und heute noch sein Ticket kauft, kann 200 € sparen!

 

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