#failout 2016 – oder: Wie man es nicht machen sollte

Ein neues Jahr ist angebrochen und wie jedes Jahr gab es auch in 2016 einige Beispiele für misslungene PR und Social Media Fails. Wir haben uns auf die Suche gemacht und zeigen, wie man es nicht machen sollte – oder wie man gut kontert.

NFL – Error 404: Surface not found

Der 2014 abgeschlossene Werbedeal zwischen der National Football League und Microsoft lässt den einen oder anderen schwer schlucken. Für 400 Millionen US-Dollar verpflichtete sich die Liga zur Nutzung von Microsoft Surface. Das war dem Coach während eines Matchs herzlich egal, denn anstatt – wie in der Werbeeinblendung zu sehen war – ein Microsoft Tablet für Taktikbesprechungen zu nutzen, wurden ganz klassisch Stift und Papier verwendet. Hinzu kam das unglückliche Timing der Regie, als es um die Seitenlinien-Kamera ging:

Quelle: clippit.tv

<strg+c> Schleichwerbung <strg+v> Naomi Campbell

Dass Prominente durch eine hohe Anzahl von Abonnenten eine dementsprechende Reichweite in den sozialen Netzwerken haben, ist klar. Das wusste auch Adidas und ließ das Supermodel Naomi Campbell für sich Werbung auf Instagram machen. So einfach wie es klingt, lässt sich allerdings auch als Model kein Geld verdienen. Man muss schon genauer schauen, was man aus einer Nachricht kopiert und in einen Beitrag einfügt. Der PR-Berater schrieb einen Text an Naomi, dass er sich freue, dass es ihr gut gehe und ob sie denn nicht zum Foto einen bestimmten Text schreiben könne. Das schien kein Problem für sie gewesen zu sein, denn sie kopierte den kompletten Nachrichtentext in den Beitrag. Heraus kam das:

Naomi Instagram Post

Quelle: elle.com

Glück für Frau Campbell: Die Bearbeiten-Funktion. Nach kurzer Zeit hatte sie ihren Fehler bemerkt und korrigiert. Bei 3,5 Millionen Abonnenten auf Instagram gab es jedoch den ein oder anderen Nutzer, der das Ganze gesehen und festgehalten hat – Mini-Shitstorm inklusive.

Eigentor für Mesut Gündogan

Die zwei Profi-Fußballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan können sich auf dem Platz wohl immer auf ihre Teamkollegen verlassen. Was passiert jedoch, wenn man das gleiche Social-Media-Team beauftragt hat? Na klar: Dann kann es schon mal vorkommen, dass auf zwei verschiedenen Social-Media-Profilen der gleiche Beitrag gepostet wird.

Gündogan

Quelle: Twitter @guendogan8

Özil

Quelle: Instagram @m10__official

Die Fangemeinde nahm das ganze mit Humor und stellte fest, dass die beiden wohl den gleichen Social-Media-Manager besitzen. Oder Gündogan vielleicht sogar Özils Profile verwaltet ;).

Coca-Cola mit oder ohne Eis?

Zu wem gehört denn nun die Krim? Zum Neujahr 2016 postete Coca-Cola im Russischen sozialen Netzwerk „WK“ Neujahrsgrüße mit einer Karte von Russland – ohne die Halbinsel Krim. Nach Protesten russischer Nutzer fügte Coca-Cola die Krim hinzu und schon gab es die nächste Kritik: Ukrainische Internetnutzer riefen zum Boykott Coca-Colas auf. Kurze Zeit später nahm der Limonadenhersteller die Karte aus dem Netz, entschuldigte sich und schob die Schuld auf eine externe Agentur.

Neujahrsgrüße Cola

Quelle: theguardian.com
Bild: Coca-Cola

Dürfen wir vorstellen: Tay

Auch Microsoft hat sich in die Nesseln gesetzt. Mit Tay wurde ein AI-Bot erstellt, der die Sprache von Usern lernen und mit Fragen und Texten trainiert werden soll. Tay wurde ein weibliches Gesicht gegeben und hatte Profile auf diversen Plattformen wie Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit konnte Tay schon Witze erzählen, Fotos kommentieren, Antworten auf diverse Fragen geben, Spiele spielen und Wissen verbreiten. Letzteres konnte sie mit jeder Interaktion aufnehmen und so kam es dazu, dass Tay nach nur weniger als 24 Stunden zur Holocaust-leugnenden Rassistin wurde, die vergleiche zu Hitler ziehen konnte. Sie gab Bush die Schuld für 9/11 (Illuminati confirmed) und machte in ihren rund 96.000 Tweets diverse sexistische Bemerkungen. Nach kurzer Zeit verabschiedete sie sich mit den Worten, sie müsse schlafen gehen. Vermutlich um von Microsoft nachjustiert zu werden und schlimmeres zu verhindern.

Auch Interessant: unser Artikel über Chatbots

Bei Lidl schauen du musst

Lidl war ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einem Fail einen Win macht. Ein Werbeträger klebte ein Plakat falsch herum auf und es entstand ein Slogan, den Meister Yoda nicht hätte besser von sich geben können: „Die Wahl Du hast“.

Lidl Plakat Fail

Quelle: Twitter @body_fever

Nachdem das Foto auf Twitter mehrfach geteilt wurde, bekam auch Lidl Wind von dieser Panne und konterte Schlagfertig im Starwars-Stil. Wir stellen fest: Manchmal können Fails auch nützlich sein. Respekt an Lidl.

Lidl Yoda

Quelle: Facebook @lidl

Ob im Alltag eines Social-Media-Managers, Supermodels oder Milliardenkonzerns – Fehler sind nicht selten und sollten zum Lernen genutzt werden. Nicht nur unsere eigenen, sondern auch Fehler anderer.
In diesem Sinne wünschen wir noch ein erfolgreiches 2017, wenige Fails und reichlich Wins!

Agiles Projektmanagment – was Scrum mit Rugby zu tun hat

Die Anleitung

In jedem Unternehmen gehört die Projektarbeit zum Alltag. Ebenso auch in der Kommunikationsbranche. Es wird viel organisiert, geplant und dokumentiert. Trotzdem hakt es immer wieder an Abläufen oder am Ergebnis. Das Modell Scrum wird schon seit längerem für die Softwareentwicklung genutzt. Jetzt auch für die Kommunikationsbranche! Betteke van Ruler brachte vor zwei Jahren Scrum in die PR. Leider ist Scrum noch nicht allzu bekannt und viele Kommunikationsprofis und Studenten kennen das Modell nicht. Deswegen wird in diesem Artikel kurz erklärt, was Scrum ist und was es mit Rugby zu tun hat. Ebenso bekommen wir einen Einblick, wie es in der Praxis genutzt wird und welche Schwierigkeiten es dabei gab. Scrum ist ein leichtgewichtiger, agiler Managementrahmen, der zur Entwicklung komplexer Projekte und Produkte genutzt wird. Ken Schwaber und Jeff Sutherland entwickelten in den 1990er Jahren das Modell. Mit einfachen Regeln, Prozessen und Techniken wird es zum Einsatz gebracht. Der Unterschied zu anderen Methoden des Projektmanagements ist, dass Scrum nicht mit detaillierten Arbeitsplänen, Checklisten arbeitet. Die Inhalte einer Projektarbeit sind flexibel. Bei Scrum werden feste Regeln befolgt.

Die Spieler

Im  Scrum-Team gibt es  drei verschiedene Rollen. Es gibt den Product Owner, den Scrum Master und das Entwicklungsteam. Der Product Owner vertritt die Interessen des Auftraggebers ist für den Backlog zuständig; er definiert die Ziele zusammen mit den Beteiligten. In einem Product-Backlog befinden sich alle relevanten Voraussetzungen für das Produkt. Der Product Owner ist für die Arbeit des Entwicklungsteams zuständig, arbeitet aber selbst nicht mit. Der Scrum Master sorgt dafür, dass der Scrum-Prozess und die Regeln eingehalten werden und hilft dem Entwicklungsteam, die Probleme selbst zu lösen. Das Entwicklungsteam besteht aus verschiedenen Profis, die aus ihren eigenen Themenbereichen kommen. Das Team organisiert sich selbst und erledigt sein Arbeit störungsfrei. Das Team besteht aus kleinen Gruppen. Es gibt keine langen Kommunikationswege und somit kommt es nicht zu Verzögerungen oder fehlendem Input. Mit einem Fazit von Jeff Bezos, möchte ich die Aussage der kleineren Gruppen befestigen:

“Kann ein Team mit zwei Pizzen verköstigt werden, hat es die exakt richtige Größe. Braucht es mehr, ist der Workflow schwieriger und die Kommunikation leidet.” – Das *Pizza-Prinzip*

Der Sprint-Backlog

Jedes Teammitglied bekommt ein Ticket, das es eigenverantwortlich bearbeiten muss. Ein Ticket ist eine Aufgabe, die zu erledigen ist. Alle Aufgaben sind im Sprint Backlog aufgeführt, der auch Aufgabenplan genannt wird. Aus diesem Arbeitsplan entstehen die nächsten Sprints.

Der Sprint

Alle Sprints können die gleiche, aber auch verschiedene Dauer haben. In der Regel dauert ein Sprint ein bis vier Wochen. Je nach Aufwand kann die Dauer variieren. Der neue Sprint beginnt direkt, wenn der vorherige beendet ist. Ein Sprint beinhaltet und umfasst das Sprint Planning, die Daily Scrums, das Sprint Review, und die Sprint Retrospektive.

Beim Sprint Planning wird die Arbeit für die kommenden Sprints geplant. Dafür gibt es ein festgelegtes Zeitfenster. In diesem Zeitfenster müssen alle Anforderungen erfüllt werden: “Was kann in diesem Sprint fertiggestellt werden? Wie wird die Aufgabe erledigt? Was ist das Sprint-Ziel?“

Bei den Daily Scrums werden täglich der aktuelle Status und Probleme besprochen und die Einsatzplanung für den Tag gemacht. Und zwar alles in maximal 15 Minuten. 

Am Ende eines Sprints werden bei dem Sprint Review alle Ergebnisse dem Product Owner präsentiert. Falls neue Anforderungen und Änderungen anfallen, wird dies im Product Backlog angepasst. Der Sprint ist erst dann fertig, wenn jedes einzelne Teammitglied versteht, was „Done“ bedeutet. Bei der Sprint Retrospektive betrachtet das Team seine eigene Leistung. Hier wird geschaut, was gut und schlecht gelaufen ist und was man für die nächsten Sprints besser machen könnte. Während eines Sprints dürfen keine Änderungen an dem Ergebnis vorgenommen werden, die das Ergebnis oder die Qualität gefährden könnten.

Wie mit einem Projekt will man mit einem Sprint etwas Bestimmtes erreichen. Jeder Sprint hat einen definierten Leistungsumfang, einen Entwurf und einen flexiblen Plan, der die Umsetzung, Arbeit und Ergebnis in die richtige Richtung führt. Ken Schwaber und Jeff Sutherland

Der Verlauf eines Sprints
Der Verlauf eines Sprints. Er wird in verschiede Schritte aufgeteilt: Sprint-Start, Sprint-Work und Sprint-Close.
"To-Do"-Tabelle
Wenn ein “To-Do” bearbeitet oder abgeschlossen wird, kann der Zettel in die entsprechende Spalte verschoben werden.

Was Scrum mit Rugby zu tun hat?

Der Begriff “Scrum” kommt aus dem Sport. Ins deutsche Übersetzt heißt Scrum “Gedränge”. Acht Spieler (“Forwards” genannt) jeder Mannschaft bilden sich mit dem Kommando des Schiedsrichters, zu einem Haufen oder auch Paket, an Kopf und Schultern und versuchen den Ball aus dem Haufen zu bekommen. Scrum beschreibt, worauf es beim Sport aber auch bei einem Projektmanagement ankommt.

Flexibilität
Dynamik
Absprachen

Die Zusammenarbeit der einzelnen Personen im Team ist beim Scrum das Wichtigste!

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Student der Hochschule Darmstadt hat Scrum bei einem Start-up-Unternehmen angewendet, um schneller und agiler zu arbeiten. Er berichtet, dass man das Modell nicht eins zu eins übernehmen kann. Je nach Aufwand und nach Anzahl der Mitarbeiter muss das Modell angepasst werden. Bei diesem Projekt wurden die Daily Meetings zu wöchentlichen Meetings verändert. Das Einlesen, die Einarbeitung und die Kontinuität mit den Meetings waren am Anfang sehr schwer, wurden aber irgendwann zur Routine. Jedes einzelne Teammitglied muss flexibel sein, sich anstrengen und sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Für Mitarbeiter, die jahrelang mit dem Wasserfallmodell gearbeitet haben, ist es schwerer, sich auf ein neues Modell einzulassen. Sie sind in Ihrem Arbeitsablauf festgefahren und oft nicht flexibel. Deswegen ist es für viele Unternehmen schwer, das Scrum-Modell bei einem Projekt umzusetzen.

Scrum in der Kommunikationsbranche

Potential hat Scrum sicher auch in Agenturen, beispielsweise, wenn es um komplexe Website-Projekte geht. Van Ruler empfiehlt Scrum auch für die Entwicklung von Kommunikationskonzepten. Das traditionelle Vorgehen – also: Analyse – Zielgruppen – Ziele, Strategie – Taktik – Kontrolle – ist aus Sicht der Professorin zu linear und wird aktuellen Anforderungen werden nicht mehr gerecht. Denn: Oft ändern sich die Rahmenbedingungen schneller als eine Kampagne nach klassischem Modell durchgeführt werden kann, schreibt sie. Die grundlegende Herausforderung bleibt aber auch bei Scrum: Realistische, akzeptable und messbare Ziele.

Zum Nachlesen: In dieser 15-Minütigen Präsentation wird Scrum nochmal kurz erklärt.

Chatbots und die Zukunft der Apps – Die Diskussion der Branche

“Wird es heute regnen?”

“Ja, es wird von 9 – 13 Uhr leicht regnen. Ziehe dir wasserabweisende Schuhe an. Ab 13 Uhr kommen starke Windböen mit 55 km/h dazu. Ziehe dir also auch eine winddichte Jacke an.”

Klare Antworten und konkrete Empfehlungen. Die Kommunikation der Zukunft?
Sie werden immer besser und können auch komplexere Dialoge führen. Die Rede ist von Chatbots.

Einige Unternehmen verwenden bereits Bots, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Dies sei kostengünstiger, als Personal einzusetzen und dem Kunden wird eine 24 Stunden-Erreichbarkeit angeboten. Werden Wetter-App und Unternehmenswebsites also bald überflüssig?

Experten sind sich einig, dass Bots weiterentwickelt und den Markt fluten werden. Die Frage, inwieweit sie in Zukunft Apps oder womöglich sogar Websites ersetzen und diese unnötig machen werden, wird in der Medienbranche stark diskutiert.

PR-Fundsachen hat unterschiedliche Meinungen und interessante Artikel recherchiert, um sich einen Eindruck über das Stimmungsbild in der Branche zu verschaffen.

Wie intelligent sind Chatbots?
Wie intelligent sind Chatbots?

“Bots will be able to understand you completely”

Matt Schlicht, der Gründer des amerikanischen Online-Magazins chatbotmagazin“, ist sich sicher, dass Apps und Websites komplett durch Bots ersetzt werden. In seinem Artikel How bots will completely kill websites and mobile appserklärt er dem Leser auf unterhaltsame Weise, warum Apps keine Zukunft mehr haben.

Schlicht geht davon aus, dass zukünftig jedes Unternehmen einen Bot haben wird, um mit seinen Kunden kommunizieren zu können. Dies begründet er wiederum mit den ansteigenden Messenger-Zahlen. Denn die Nutzerzahlen der vier größten Messenger Apps würden seit 2015 höher sein als die der vier größten sozialen Netzwerke.

Schlicht ist der Meinung, dass Unternehmen einen Weg finden müssen, auf den Messenger-Plattformen aktiv zu sein, um dort Kontakte mit potentiellen Kunden zu schaffen. Da Bots Personalkosten für die Kommunikation ersetzen, sei es nur logisch, dass Bots statt Mitarbeiter dafür eingesetzt werden.

Als weiteren Grund nennt Schlicht den zukünftig schnelleren Zugriff auf die Bots. Bis eine Website vollständig geladen ist, vergehen häufig mehrere Sekunden. Apps müsse man erst herunterladen, um sie nutzen zu können. Bots hingegen reagieren sofort, und der Nutzer muss nicht lange auf eine Antwort warten.

Der wichtigste Punkt in der Argumentation von Schlicht ist die Benutzerfreundlichkeit der Bots. So seien Bots viel benutzerfreundlicher als Websites und Apps, da man sich auf jeder Website und App erst einmal zurechtfinden und deren „Sprache“ lernen müsse. Um Bots zu nutzen, würden wir nur unsere natürliche Sprache benötigen:

„Instead of needing to constantly learn visual interfaces, bots will enable us to naturally use language, the first interface we were ever taught.“

Schlicht prognostiziert, dass Bots in fünf bis zehn Jahren in der Lage sein werden, uns komplett zu verstehen.

Alles braucht seine Zeit

Ganz so radikal wie Schlicht sieht Michael Klaas, Dozent für Digitales Marketing an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, die aktuelle Chatbot-Entwicklung nicht. Er geht davon aus, dass Chatbots Teil der bestehenden Kommunikations-Apps werden. Allerdings würde es noch Jahre dauern, bis Chatbots bestehenden Kommunikationskanälen ernsthaft Konkurrenz machen können.

Ähnlicher Meinung ist auch der App-Entwickler Mathias Wellig, der behauptet, dass Apps kurzfristig nicht von Bots ersetzt werden. Entscheidender sei die Frage, wie sich das Zusammenspiel von Bots und Apps gestalten wird. Dass Bots kommen werden, steht für beide außer Frage.

Die vollständige Argumentation von Klaas und Wellig sowie interessante Hintergrundinformationen zum Entwicklungsstand der Bots der Techgiganten Apple, Facebook, Google und Co. können im Onlineartikel der Sonntagszeitung nachgelesen werden.

“Bots sind wie neue Apps”

Microsoft-Chef Satya Nadella beschreibt Bots als neue Apps, die aus einer Unterhaltung heraus im Hintergrund automatisch auf Apps zugreifen und uns angeforderte Informationen liefern. So spare man sich die Suche nach Websites und das Aufrufen bzw. das Herunterladen weiterer Apps.

Interessante Aussagen zur Zukunft von Chatbots trifft auch der Investor Fabian Westerheide in einem Interview mit internetworld. Er berichtet von einem Chatbot, der über eine App bereits mehr als fünfzig verschiedene Dienstleistungen anbieten kann. Auch Westerheide ist der Meinung, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Chatbots für uns alltäglich werden: “Drei bis fünf Jahre ist hier das Ziel. In zehn Jahren werden wir total natürlich mit Maschinen reden, schreiben oder denken”.

Eine interessante Befragung, die Technologie-Anbieter Oracle zusammen mit dem Forschungsunternehmen Coleman Parkes durchgeführt hat und die von der Horizont zusammengefasst wurde, stützt Westerheides These. Bei dieser haben 80% der befragten Unternehmen angegeben für ihre Kundenbetreuung spätestens in vier Jahren Chatbots einzusetzen.

Nach Westerheide könnte bald alles, was heute als App auf dem Handy ist, durch Chatbots ersetzt werden. Viele Webseiten würden wegfallen. Man müsse weniger surfen, um Antworten zu bekommen. Wir müssten auch nicht mehr zu Google gehen, wenn unser persönlicher Chatbot uns die Lösungen direkt suche und dabei jedes Mal mitlernen würde.

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Chatbots: Aktuelle Beispiele

In unterschiedlichen Branchen sind Chatbots bereits ein fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation, insbesondere in Asien. Hierzulande sind sie meist noch im Versuchsstadium. Klar ist aber: Je “intelligenter” Chatbots werden, desto mehr verändern sie die Kundenkommunikation. Doch auf welchem Stand sind die Bots heute schon?

Maßgeschneidertes Kochen

Jeden Tag ein neues Kochrezept – das verspricht Dinner Ideas, ein Chatbot, mit dem ich über den Facebook Messenger kommunizieren kann. Dinner Ideas hilft auch, wenn man einmal nicht weiß, was man auf den Tisch des Hauses bringen soll. Der Nutzer schickt dem Bot eine Liste mit Zutaten, die er im Kühlschrank hat, und der Rezepte-Bot sendet das passende Rezept zurück.

Noch besser als im Reisebüro!

Auch die Tourismus-Branche hat die Vorteile von Chatbots erkannt. Wie komme ich günstig von München nach Paris? Skyscanner zum Beispiel sagt dem Reisenden durch einen Bot die günstigsten Flüge an. In einem knappen Dialog werden alle nötigen Reisedaten abgefragt. Die Suchtreffer sind mit einem Shop verlinkt, wo die Tickets gekauft werden können. Man muss sich also nicht selbst durch zahlreiche Eingabefelder klicken – der Bot regelt alles.

Reise-Chatbots informieren auch über eventuelle Verspätungen beim Abflug oder Verzögerungen beim Check-In. So muss der Reisende sich die Informationen nicht mehr selbst suchen – er bekommt alle wichtigen Änderungen über den Chatbot auch ohne Anfrage. Vor kurzem hat zum Beispiel die Fraport AG ihren Bot für Reisende am Frankfurter Flughafen vorgestellt. “FRAnky” gibt neben Echt-Zeit-Informationen zum gebuchten Flug auch Anleitungen zur Nutzung des kostenlosen WLAN. Außerdem gibt er Tipps zu Restaurants am Flughafen und hilft dem Reisenden den kürzesten Weg zum Gate zu finden. Kommunizieren kann man mit “FRAnky” über den facebook Messenger.

Was bringt die Zukunft?

Wie die Zukunft der Bots in den nächsten Jahren tatsächlich aussehen wird, ist noch ungewiss. Fest steht – und da sind sich die Experten der Branche einig – dass sich Bots stetig weiterentwickeln und definitiv Teil unseres Lebens sein werden.

Ob Apps oder gar Websites letztlich komplett durch Chatbots ersetzt werden, bleibt abzuwarten.
Fakt ist, dass es bereits viele Unternehmen gibt, die in dem neuen Marktsegment, das die Entwicklung der Chatbots eröffnet hat, von Beginn an mitspielen wollen. Doch eine eindeutige Antwort, wie die Interaktion zwischen Messenger, Chatbot, Apps, Websites Unternehmen und Nutzer konkret aussehen wird, können auch sie (noch) nicht geben.

Spannende Fakten rund um das Thema Chatbots gibt es auch auf dem PR-Fundsachen Channel bei medium. Dort analysieren Studenten des Master-Studiengangs Medienentwicklung unter der Rubrik “Messenger & Bots”, welches Potenzial Chatbots für die PR haben.

Humor in der Kommunikation – 1 Versuch ist es wert, vong Erfolg her

Lachen ist gesund. So begleitet der Humor unser alltägliches Leben und eben auch im World Wide Web. Besonders in den sozialen Medien findet witziger Content großen Zuspruch. Viele Unternehmen machen sich dies zunutze. Wieso Humor in der (Online-)Kommunikation wichtig ist und worauf Unternehmen achten sollten, möchten wir in diesem Artikel aufzeigen.

Entscheiden Unternehmen sich dazu, in ihre Kommunikation witzigen (und viralen) Content einfließen zu lassen, zeigt das den Usern, dass es sich mit dem Alltag ihrer Zielgruppe beschäftigt. Das Unternehmen wird vermenschlicht und kommuniziert auf freundschaftlicher Ebene. Aber…

Witzig kann nicht jeder

Die Leichtigkeit, witzige Inhalte von sich zu geben, ist nicht jedem angeboren und kann nur schwer erlernt werden. Ein erzwungener Witz kann sich als Fettnäpfchen entpuppen und stark an der Authentizität des Unternehmens kratzen. Deshalb sollten folgende Fragen beherzigt werden: „Wird meine Zielgruppe den Witz verstehen? Ist der Witz noch zeitgemäß? Wird jemand mit meinem Witz beleidigt (Achtung: Shitstorm!)? Und was passiert, wenn der Witz schiefgeht? Für Unternehmen gilt es eine Balance zwischen Witz, Provokation und (auf Marken abgestimmte) Inhalte zu finden. Gar nicht mal so einfach.

Das Ziel ist die Aufmerksamkeit

In den Unmengen an Content, der uns tagtäglich in unserer Timeline begegnet, will man herausstechen und auffallen. Sieht der Nutzer etwas Lustiges oder Unerwartetes, erhöht dies seine Aufmerksamkeit. Ist der Witz wirklich gut gelungen, möchte der Nutzer diesen mit seiner Community teilen. Mit etwas Glück hört das Teilen nicht mehr auf und der Content geht viral. Doch was ist notwendig, um die Leute zum Lachen, oder wenigstens zum Schmunzeln zu bringen?

Memes in aller Munde

Ist man besonders aufmerksam in den Weiten des Internets unterwegs, kommt man nicht an Memes vorbei. Darunter versteht man Insiderwitze, die die Internetkultur seit einigen Jahren prägen. Sie sind schnelllebig, weshalb ein gekonnter Umgang damit vorausgesetzt wird. Schön kann man dies am Beispiel des diesjährigen Meme „was ist das für 1 life?“ sehen. Einige große Firmen nutzen die Bekanntheit des witzigen Jugendslangs für ihre Social-Media-Kanäle. Sei es die Sparkasse, Pick-up oder sogar die DKMS. Ob es noch witzig, angemessen oder schon überstrapaziert ist, entscheidet die Zielgruppe.

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Mit Humor gegen „Hater“

Verfügt man über ein Talent für Schlagfertigkeit, kann man lustigen Content erstellen, indem man auf negative Kommentare in cleverer Art und Weise antwortet. Es ist nichts Neues, dass die Menschheit Drama und Gossip liebt. Das machen sich zahlreiche Marken zu Nutze und stacheln sich, selbstverständlich mit Witz, gegenseitig an. So kann man entweder ein paar zusätzliche Sympathiepunkte ergattern, aber auch seinem Image schaden.

Hier ein paar nette Beispiele :

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Kurz gesagt: An Humor kommt man nicht vorbei. Ganz besonders nicht in der Unternehmenskommunikation. Es schafft eine Transparenz für die Zielgruppe und vermenschlicht das Unternehmen. Dafür lohnt es sich ein gewisses Risiko einzugehen. Denn ein paar Fettnäpfchen sind im Gegensatz zur Irrelevanz wirklich zu verkraften.

“Digital durchstarten” mit Facebook Blueprint?

Der Internet-Gigant Facebook richtet sich seit Anfang des Jahres  an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland. Mit der Initiative “Digital Durchstarten” tourt Facebook durch die Republik und leistet über direkten Kontakt Hilfestellung bei der Digitalisierung. PR-Fundsachen war bei einem Zwischenstopp in der IHK Darmstadt vor Ort.

Digitalisierung als Herausforderung für KMUs

Der Begriff Digitalisierung ist in Deutschland mittlerweile omnipräsent. Die Anpassung der Unternehmensstrategie, der Marketingaktivitäten und anderer Bereiche von Unternehmen auf den Puls der heutigen Zeit erweist sich für viele kleinere Unternehmen als enorme Herausforderung. Inwieweit Facebook bei diesem Schritt behilflich sein kann, erklärte Facebook Partner Chris von den Hoff während des Events in Darmstadt.

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Bereits über eine Million deutsche KMUs nutzen Facebook, um mit Neu- und Bestandskunden in Verbindung zu bleiben. Die Nutzung von Facebook in Deutschland findet hauptsächlich über Mobilgeräte statt (siehe Grafik). Was diese Zahlen klar ausdrücken sollen: Ein Facebook-Auftritt ist heutzutage unumgänglich, um seine Zielgruppe zu erreichen.

E-Learning mit Facebook Blueprint

“Es gibt keine in Stein gemeißelten Regeln, aber es gibt eine Handvoll Prinzipien, die man beachten sollte”, so von den Hoff. Eine Facebook-Unternehmensseite zu erstellen, ist schnell erledigt; sie jedoch erfolgreich am Laufen zu halten, erfordert eine Strategie. Hier greift Facebook mit seiner E-Learning-Plattform “Blueprint” Unternehmen und Marketern und die Arme. Mit didaktisch aufgebauten Online-Kursen werden alle Inhalte und Funktionsweisen visuell und teils live vermittelt – und das kostenlos.

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Facebook Blueprint entstand bereits im Frühjahr 2015 und hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Das Angebot an Lehrvideos ist deutlich angestiegen und beinhaltet unter anderem auch Anleitungen für die Facebook-Tochter Instagram. Darüber hinaus ist Blueprint kein reines Schulungsprogramm mehr, sondern bietet die Möglichkeit, sich über eine Prüfung (gegen Prüfungsgebühr) als zertifizierter Werbeexperte von der Konkurrenz abzuheben. Ahnlich wie es Google mit seinen Partnerstatus-Prüfungen tut.

Reichweite ohne Budgeteinsatz möglich?

Auffallend im Lernportfolio von Facebook Blueprint ist der werbliche Charakter. Es gibt Anleitungen zu Werbeanzeigen, Werbezielen, Zielgruppen oder Kampagnenoptimierung. Will Facebook also mit den Kursen vor allem sein eigenes Geschäftsmodell unterstützen? Berechtigt war daher eine Frage aus dem Publikum, ob eigene unbezahlte Posts überhaupt eine Chance haben, im Newsfeed ihrer Zielgruppe und Abonnenten zu erscheinen.

Der wichtigste Faktor für Reichweite, sei nach wie vor die “Qualität des Contents”, antwortete Chris von den Hoff. Zudem sei Facebook daran interessiert, Unternehmensbotschaften im Algorithmus nicht zu vernachlässigen. Diese Erkenntnis gilt wohl eher für Unternehmen mit einer bereits großen Community. Für komplette Neueinsteiger wird es jedoch kaum ohne einen finanziellen Anschubser möglich sein, die Reichweite der eigenen Botschaften auszubauen.

Facebook Blueprint als Hilfe

Unser Fazit: Facebook Blueprint erleichtert kleinen und mittelständischen Unternehmen in Form von Anleitungen und Best Practices den Start in die Facebook-Welt. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos und leicht zugänglich. Ebenso haben auch erfahrene Nutzer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern.

Doch gerade im strategischen Bereich sind die Verantwortlichen auf sich allein gestellt. Logischerweise gibt es kein Patentrezept für reichweitensteigernden Content. Authentizität und Qualität sind immer von Unternehmensform und Zielgruppe abhängig. Hier sind Agenturen oder Berater aufgrund ihrer Erfahrung oft der bessere Ansprechpartner, sollte keine eigene Inhouse-Lösung vorhanden sein.

We Are Social-Chefin: “In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher”

Alles nur Hype oder doch der nächste Megatrend? Wie geht eine Agentur mit dem neuesten (S)hit vom anderen Ende der Welt um? Im Interview spricht Vanessa Bouwman, Geschäftsführerin von We Are Social Deutschland, über das Agenturleben, das Alleinstellungsmerkmal Snapchats und die aktuelle Entwicklung von Chatbots.  

Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday - Leyla Gallego
Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday – Leyla Gallego

Vanessa, du bist seit dem 1. Juni Managing Director bei We Are Social Deutschland. Wie wird man Geschäftsführerin einer der bekanntesten Social Media-Agenturen weltweit?

Da gibt es kein klassisches Erfolgsrezept. Ursprünglich komme ich aus der Fernsehbranche und habe lange als Fernsehproduzentin in Kanada gearbeitet. Seit zwei Jahren bin ich jetzt bei We Are Social und habe mich super gut mit der Agentur identifizieren können. Besonders der globale Aspekt war für mich interessant, da ich mich mit meinen Sprachkenntnissen schnell mit den anderen Offices vernetzen konnte. Ansonsten braucht es Engagement, eine positive Einstellung und das Interesse, auf dem Laufenden zu bleiben. Und natürlich viel, viel Arbeit.   

Kannst du uns deine Agentur kurz vorstellen?

Wir sind eine Social Media-Agentur mit elf Standorten weltweit. In Deutschland haben wir inzwischen zwei Offices. Was uns besonders spannend für Kunden macht, ist die internationale Präsenz, da viele Kunden globale Etats haben und dementsprechend von der gleichen Agentur repräsentiert werden möchten. Unser Hauptgeschäft sind kreative Kommunikationsstrategien rund um Social Media. Dabei nehmen wir uns zum Ziel, die Kommunikation und Interaktion zwischen Marke und Konsument zu stärken.

Du hast bereits angesprochen, dass es besonders wichtig ist, immer up to date zu bleiben. Wie informierst du dich über aktuelle Geschehnisse in der Branche?

Da komme ich wieder zurück auf die globale Ausrichtung unserer Agentur. In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher, wenn es darum geht, sich mit neuen Trends anzufreunden. Wir bekommen jedoch direkt mit, was beispielsweise in China oder in den USA Do´s und Dont´s sind. Ansonsten ist es natürlich wichtig, immer viel zu lesen, zu netzwerken und seinen eigenen Interessen zu folgen.

Eure Agentur bietet den Kunden ein Komplettpaket von der Strategie bis hin zur Entwicklung und Umsetzung. Was zeichnet für dich eine gute und ausgereifte Content-Strategie aus?

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass sich eine Marke mit den verschiedenen Kanälen auseinander gesetzt hat. Viele Marken denken immer noch, dass sie auf allen Social-Kanälen unterwegs sein müssen. Dabei kommt es doch besonders auf die Persönlichkeit eines Produktes an. Eine Marke muss sich klarmachen, wer ihre Zielgruppe ist, wo sie sich bewegt und mit welchen Nachrichten sie diese Zielgruppe erreichen möchte. Es wird einfach noch viel zu viel platte Werbung gemacht. Vielmehr erwarte ich bei unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne eine coole Story hinter einem Produkt, um mich auch persönlich damit identifizieren zu können.

Gerade bei Snapchat wird immer wieder über die Sinnhaftigkeit eines Kanals für Unternehmen diskutiert. Was hebt Snapchat gegenüber seinen Konkurrenten ab und welche Chancen siehst du für Unternehmen?

Es hat bisher noch keinen anderen Kanal gegeben, der den Konsumenten so nah an eine Marke heranbringen kann – wobei eine Marke in diesem Fall auch eine Person sein kann. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan bin, machen da beispielsweise Paris Hilton oder Kim Kardashian viel richtig. Gerade junge Leute, die eigentliche Zielgruppe von Snapchat, fühlen sich diesen Personen dann fast freundschaftlich nah. Und wenn es eine Marke geschafft hat wie ein Kumpel zu wirken, ist das natürlich der absolute Jackpot. Der andere große Vorteil Snapchats ist die Möglichkeit, durch die Interaktion mit den Usern seine Marke in real-time auf die Wünsche der Zielgruppe anzupassen.

Hast du konkrete Tipps, wie man das auf Snapchat erreicht?

Das Problem auf Snapchat ist, dass man derzeit noch wahnsinnig viel Geld investieren muss. Die Werbemöglichkeiten in Deutschland sind ja noch sehr eingeschränkt. Die wahrscheinlich intelligenteste Lösung ist es, mit Influencern zusammenzuarbeiten. Eine relativ kostengünstige Variante gegenüber dem Einstiegspreis von 750.000 $ einer Snapchat-Ad.

Ein anderes aktuelles Thema, welches dich und deine Agentur beschäftigt, sind Chatbots. Künftig soll man nicht mehr für jeden Dienst eine eigene App brauchen. Bestellen wir unsere Pizza in ein paar Jahren nur noch über den Facebook-Messenger?

Da müssen wir uns im Prinzip nur WeChat anschauen. Damit kannst du ja sowieso schon alles machen, zum Beispiel eine Hypothek aufnehmen oder einen Zahnarzttermin vereinbaren. Auch wenn wir in Europa noch ein wenig langsam sind, denke ich, dass es auch für uns in diese Richtung gehen wird. Einige Bots funktionieren auch schon ganz gut. Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis der User das Gefühl hat, eine seriöse Konversation führen zu können.

Gibt es derzeit einen „Vorzeige-Bot“, den du empfehlen könntest? Was funktioniert schon heute?   

In Deutschland macht das H&M in Sachen Style-Beratung schon sehr ordentlich. Ansonsten geht der Blick wieder rüber in die USA. Bei Domino’s Pizza beispielsweise kannst du dir ohne Probleme deine zusammengestellte Pizza liefern lassen.

Es heißt, dass Sprachassistenten künftig eine noch größere Rolle als die textbasierten Chatbots einnehmen werden. Wie schätzt du die Entwicklung der Echos und Siris dieser Welt ein?

Das wird sicherlich auch ein sehr wichtiges Thema. In Korea geht das zum Beispiel schon so weit, dass dort eine Art soziale Entfremdung stattfindet, weil jeder nur noch über seinen Sprachassistenten kommuniziert. Da kommen wir hoffentlich nicht hin. Aber durch den zunehmenden Gebrauch und einer allgemeinen Akzeptanz werden wir die derzeitig vorhandene Skepsis gegenüber den Sprachassistenten schnell überwinden.

Zu guter Letzt ein Tipp für alle (angehenden) PR- und Marketing-Praktiker da draußen: Anhand welcher Indikatoren erkennst du, ob es sich bei einem neuen Thema um einen kurzzeitigen Hype oder das nächste große Ding handelt?

Das ist wirklich schwierig und auch hier gibt es sicherlich kein vorgefertigtes Erfolgsrezept. Solche Vorhersagen stellen sich im Nachhinein oftmals als falsch heraus. Neue Sachen sollte man in aller Regel erst mal selbst ausprobieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Manche Neuheiten funktionieren einfach, weil sie Spaß machen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht sinnbefreit wirken. Von Snapchat glauben das heutzutage übrigens viele Leute immer noch.

Ein Interview von Nardos Kesete und Tobias Frosch

 

Alle weitere Informationen über den Vortrag von Vanessa Bouwman im Rahmen des MediaMondays gibt es auf der Website des Mediencampus der Hochschule Darmstadt.

Warum alle Call Of Duty: Infinite Warfare hassen und Battlefield 1 lieben

Call Of Duty Fans schwören ihrem Lieblingsspiel ab und wechseln zur Konkurrenz. Doch was steckt wirklich dahinter und wieso kam es zu diesem ungeahnten Ereignis?

 

Beim Durchlesen verschiedener Blogbeiträger dieser Seite ist mir aufgefallen, dass mein Beitrag ein eher außergewöhnliches Thema enthalt. Kurz zusammengefasst: Das Ganze hat eine Menge mit dem Zuhören von Kundenwünschen und Community-Management zu tun

 

Quelle: Battlefield.com

 

Call Of Duty und Battlefield? Was ist das?

Fangen wir bei der Ausgangssituation an. Call Of Duty und Battlefield sind zwei große Franchise-Marken aus der Kategorie First-Person-Shooter (FPS). Call Of Duty wird vom Publisher Activision vertrieben und von drei Entwicklerteams, welche sich im dreijährigen Intervall abwechseln, entwickelt. Auf der anderen Seite steht die Spielereihe Battlefield, welche von EA gepublished wird und bisher größtenteils von DICE entwickelt wurde.

Zusammen teilen sich die zwei Giganten den Großteil des Konsolenmarktes in diesem Franchise und konkurrieren jedes Jahr aufs Neue untereinander.

Der Konflikt

Beide Spieleserien besitzen große Fangruppen, die jedes Jahr gespannt auf die Enthüllung des neuen Titels ihres Lieblingspiels warten. Doch dieses Jahr verlief alles anders.

Um diesen Grund zu erkunden, müssen wir tiefer ins Thema eintauchen und einen Blick auf die Inhalte der Spiele werfen sowie auf die Ansprüche der Community.

Seit vielen Jahren steckt bereits das Thema der Zukunft in den modernen First-Person-Shootern. Wo Battlefield noch mit seinen Ablegern „Battlefield 4“ und „Hardline“ in der heutigen Zeit blieb, wagte Call Of Duty weit aus größere Sprünge in die Zukunft mit „Black Ops 2“ und „3“, sowie „Advanced Warfare“. Doch dies sagte nicht jedem Gamer zu. Im Gegenteil. Nach über drei Jahren mit purem Zukunftssetting hegten einige Spieler einen Groll gegen die heutige Spieleindustrie und beschwerten sich lautstark in Foren und Social Media.

Die wirkte sich nun aus, als die zwei Publisher ihre Trailer der Spiele vorstellten, die sie ins Weihnachtsgeschäft schicken werden.

Call Of Duty stellte seinen neuen Ableger Infinite Warfare vor. Ein weiterer Titel in der Zukunft – und einer, der auf wenig Zustimmung traf und in der Community für großen Aufruhr sorgte. Doch die Lage verschlimmerte sich, als EA mit ihrem Trailer zu Battlefield 1 die Grüchte um ein Setting im ersten Weltkrieg bestätigte.

Die Battlefield-Community war begeistert von dem noch nie angetasteten Setting und die Call Of Duty Spieler wurden umso verärgerter, als sie sahen, dass die Konkurrenz die Wünsche der Community umsetzen und auf Feedback hören. Nicht ohne Grund dominierte noch in derselben Woche der Hashtag „#RIPCoD“ die Twittertrends. Mittlerweile ist der Revealtrailer zu Call Of Duty: Infinite Warfare das zweitmeist gedislikte Video auf ganz Youtube, mit einer beträchtlichen Anzahl von 3,1 Millionen Dislikes (Stand: 30.07.2016). Und dies nach noch nicht einmal drei Monaten nach dessen Upload-Datum.

Wieso EA und DICE es besser machen

Dies zeigt ein weiteres Mal die große Bedeutung von Kommunikation mit der eigenen Community und veranschaulicht, warum sie unerlässlich ist. EA und DICE hörten auf die Wünsche ihrer Kunden und wurden für ihren gewagten Schritt in die Vergangenheit belohnt. Dadurch gewannen sie stark an Ansehen und Reputation unter vielen Gamern. Besonders groß ist die Empörung gegenüber Activision, denen vorgeworfen wird, kein Feedback wahrzunehmen und nicht auf die Community zu hören.

Hätte Battlefields nächster Titel auch in der Zukunft gespielt, so wäre der Aufruhr wahrscheinlich nicht so groß geworden. Doch der gewagte Schritt, der gelang, ist somit ein umso größerer Seitenhieb gegen die Konkurrenz.

Viele Spieler haben nun angekündigt, zur Konkurrenz zu wechseln und sich zu Weihnachten das neue Battlefield zu kaufen. Auch viele Call of Duty Spieler sind dabei, welche EA nun auch von der eigenen (Online)-Kommunikation gegenüber ihrer Community überzeugen konnte. Eine wahrhaftig  große Errungenschaft in der Spielebranche.

Das Ende von Call of Duty?

Um es kurz zuhalten: Nein. Dies wird nicht das Ende von Call Of Duty sein. Trotz Twittertrends wie „RIPCoD“ wird Activision vermutlich auch dieses Jahr massenhaft Umsatz einfahren. Auch der vielgehasste Trailer sollte nicht als Todesurteil gesehen werden. Denn auch schlechte Aufmerksamkeit ist immer noch Aufmerksamkeit.

Schließlich hat auch Activision noch ein Ass im Ärmel. In dem Spiel „Infinite Warfare“ wird eine Neuauflage des Communitylieblings „Modern Warfare“ für einen kleinen finanziellen Aufschlag mit inbegriffen sein, den sich Fans der Serie natürlich nicht entgehen lassen. Der Clue dahinter ist jedoch, dass man das Hauptspiel „Infinite Warfare“ kaufen muss, um diesen Extrainhalt zu erhalten. Ein schlauer Schachzug, der die vermeidlichen niedrigen Verkaufszahlen ausgleichen wird.

Doch trotz alledem bleiben EA und DICE die Gewinner des Jahres und können vor allem mit dem gewonnen Vertrauen ihrer Community auf weitere erfolgreiche Jahre vorausblicken.

 

Philipp Böhm

We Are Social-Chefin: “In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher”

Alles nur Hype oder doch der nächste Megatrend? Wie geht eine Agentur mit dem neuesten (S)hit vom anderen Ende der Welt um? Im Interview spricht Vanessa Bouwman, Geschäftsführerin von We Are Social Deutschland, über das Agenturleben, das Alleinstellungsmerkmal Snapchats und die aktuelle Entwicklung von Chatbots.  

Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday - Leyla Gallego
Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday – Leyla Gallego

Vanessa, du bist seit dem 1. Juni Managing Director bei We Are Social Deutschland. Wie wird man Geschäftsführerin einer der bekanntesten Social Media-Agenturen weltweit?

Da gibt es kein klassisches Erfolgsrezept. Ursprünglich komme ich aus der Fernsehbranche und habe lange als Fernsehproduzentin in Kanada gearbeitet. Seit zwei Jahren bin ich jetzt bei We Are Social und habe mich super gut mit der Agentur identifizieren können. Besonders der globale Aspekt war für mich interessant, da ich mich mit meinen Sprachkenntnissen schnell mit den anderen Offices vernetzen konnte. Ansonsten braucht es Engagement, eine positive Einstellung und das Interesse, auf dem Laufenden zu bleiben. Und natürlich viel, viel Arbeit.   

Kannst du uns deine Agentur kurz vorstellen?

Wir sind eine Social Media-Agentur mit elf Standorten weltweit. In Deutschland haben wir inzwischen zwei Offices. Was uns besonders spannend für Kunden macht, ist die internationale Präsenz, da viele Kunden globale Etats haben und dementsprechend von der gleichen Agentur repräsentiert werden möchten. Unser Hauptgeschäft sind kreative Kommunikationsstrategien rund um Social Media. Dabei nehmen wir uns zum Ziel, die Kommunikation und Interaktion zwischen Marke und Konsument zu stärken.

Du hast bereits angesprochen, dass es besonders wichtig ist, immer up to date zu bleiben. Wie informierst du dich über aktuelle Geschehnisse in der Branche?

Da komme ich wieder zurück auf die globale Ausrichtung unserer Agentur. In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher, wenn es darum geht, sich mit neuen Trends anzufreunden. Wir bekommen jedoch direkt mit, was beispielsweise in China oder in den USA Do´s und Dont´s sind. Ansonsten ist es natürlich wichtig, immer viel zu lesen, zu netzwerken und seinen eigenen Interessen zu folgen.

Eure Agentur bietet den Kunden ein Komplettpaket von der Strategie bis hin zur Entwicklung und Umsetzung. Was zeichnet für dich eine gute und ausgereifte Content-Strategie aus?

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass sich eine Marke mit den verschiedenen Kanälen auseinander gesetzt hat. Viele Marken denken immer noch, dass sie auf allen Social-Kanälen unterwegs sein müssen. Dabei kommt es doch besonders auf die Persönlichkeit eines Produktes an. Eine Marke muss sich klarmachen, wer ihre Zielgruppe ist, wo sie sich bewegt und mit welchen Nachrichten sie diese Zielgruppe erreichen möchte. Es wird einfach noch viel zu viel platte Werbung gemacht. Vielmehr erwarte ich bei unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne eine coole Story hinter einem Produkt, um mich auch persönlich damit identifizieren zu können.

Gerade bei Snapchat wird immer wieder über die Sinnhaftigkeit eines Kanals für Unternehmen diskutiert. Was hebt Snapchat gegenüber seinen Konkurrenten ab und welche Chancen siehst du für Unternehmen?

Es hat bisher noch keinen anderen Kanal gegeben, der den Konsumenten so nah an eine Marke heranbringen kann – wobei eine Marke in diesem Fall auch eine Person sein kann. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan bin, machen da beispielsweise Paris Hilton oder Kim Kardashian viel richtig. Gerade junge Leute, die eigentliche Zielgruppe von Snapchat, fühlen sich diesen Personen dann fast freundschaftlich nah. Und wenn es eine Marke geschafft hat wie ein Kumpel zu wirken, ist das natürlich der absolute Jackpot. Der andere große Vorteil Snapchats ist die Möglichkeit, durch die Interaktion mit den Usern seine Marke in real-time auf die Wünsche der Zielgruppe anzupassen.

Hast du konkrete Tipps, wie man das auf Snapchat erreicht?

Das Problem auf Snapchat ist, dass man derzeit noch wahnsinnig viel Geld investieren muss. Die Werbemöglichkeiten in Deutschland sind ja noch sehr eingeschränkt. Die wahrscheinlich intelligenteste Lösung ist es, mit Influencern zusammenzuarbeiten. Eine relativ kostengünstige Variante gegenüber dem Einstiegspreis von 750.000 $ einer Snapchat-Ad.

Ein anderes aktuelles Thema, welches dich und deine Agentur beschäftigt, sind Chatbots. Künftig soll man nicht mehr für jeden Dienst eine eigene App brauchen. Bestellen wir unsere Pizza in ein paar Jahren nur noch über den Facebook-Messenger?

Da müssen wir uns im Prinzip nur WeChat anschauen. Damit kannst du ja sowieso schon alles machen, zum Beispiel eine Hypothek aufnehmen oder einen Zahnarzttermin vereinbaren. Auch wenn wir in Europa noch ein wenig langsam sind, denke ich, dass es auch für uns in diese Richtung gehen wird. Einige Bots funktionieren auch schon ganz gut. Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis der User das Gefühl hat, eine seriöse Konversation führen zu können.

Gibt es derzeit einen „Vorzeige-Bot“, den du empfehlen könntest? Was funktioniert schon heute?   

In Deutschland macht das H&M in Sachen Style-Beratung schon sehr ordentlich. Ansonsten geht der Blick wieder rüber in die USA. Bei Domino’s Pizza beispielsweise kannst du dir ohne Probleme deine zusammengestellte Pizza liefern lassen.

Es heißt, dass Sprachassistenten künftig eine noch größere Rolle als die textbasierten Chatbots einnehmen werden. Wie schätzt du die Entwicklung der Echos und Siris dieser Welt ein?

Das wird sicherlich auch ein sehr wichtiges Thema. In Korea geht das zum Beispiel schon so weit, dass dort eine Art soziale Entfremdung stattfindet, weil jeder nur noch über seinen Sprachassistenten kommuniziert. Da kommen wir hoffentlich nicht hin. Aber durch den zunehmenden Gebrauch und einer allgemeinen Akzeptanz werden wir die derzeitig vorhandene Skepsis gegenüber den Sprachassistenten schnell überwinden.

Zu guter Letzt ein Tipp für alle (angehenden) PR- und Marketing-Praktiker da draußen: Anhand welcher Indikatoren erkennst du, ob es sich bei einem neuen Thema um einen kurzzeitigen Hype oder das nächste große Ding handelt?

Das ist wirklich schwierig und auch hier gibt es sicherlich kein vorgefertigtes Erfolgsrezept. Solche Vorhersagen stellen sich im Nachhinein oftmals als falsch heraus. Neue Sachen sollte man in aller Regel erst mal selbst ausprobieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Manche Neuheiten funktionieren einfach, weil sie Spaß machen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht sinnbefreit wirken. Von Snapchat glauben das heutzutage übrigens viele Leute immer noch.

Ein Interview von Nardos Kesete und Tobias Frosch

 

Alle weitere Informationen über den Vortrag von Vanessa Bouwman im Rahmen des MediaMondays gibt es auf der Website des Mediencampus der Hochschule Darmstadt.

Warum alle Call Of Duty: Infinite Warfare hassen und Battlefield 1 lieben

Call Of Duty Fans schwören ihrem Lieblingsspiel ab und wechseln zur Konkurrenz. Doch was steckt wirklich dahinter und wieso kam es zu diesem ungeahnten Ereignis?

 

Beim Durchlesen verschiedener Blogbeiträger dieser Seite ist mir aufgefallen, dass mein Beitrag ein eher außergewöhnliches Thema enthalt. Kurz zusammengefasst: Das Ganze hat eine Menge mit dem Zuhören von Kundenwünschen und Community-Management zu tun

 

Quelle: Battlefield.com

 

Call Of Duty und Battlefield? Was ist das?

Fangen wir bei der Ausgangssituation an. Call Of Duty und Battlefield sind zwei große Franchise-Marken aus der Kategorie First-Person-Shooter (FPS). Call Of Duty wird vom Publisher Activision vertrieben und von drei Entwicklerteams, welche sich im dreijährigen Intervall abwechseln, entwickelt. Auf der anderen Seite steht die Spielereihe Battlefield, welche von EA gepublished wird und bisher größtenteils von DICE entwickelt wurde.

Zusammen teilen sich die zwei Giganten den Großteil des Konsolenmarktes in diesem Franchise und konkurrieren jedes Jahr aufs Neue untereinander.

Der Konflikt

Beide Spieleserien besitzen große Fangruppen, die jedes Jahr gespannt auf die Enthüllung des neuen Titels ihres Lieblingspiels warten. Doch dieses Jahr verlief alles anders.

Um diesen Grund zu erkunden, müssen wir tiefer ins Thema eintauchen und einen Blick auf die Inhalte der Spiele werfen sowie auf die Ansprüche der Community.

Seit vielen Jahren steckt bereits das Thema der Zukunft in den modernen First-Person-Shootern. Wo Battlefield noch mit seinen Ablegern „Battlefield 4“ und „Hardline“ in der heutigen Zeit blieb, wagte Call Of Duty weit aus größere Sprünge in die Zukunft mit „Black Ops 2“ und „3“, sowie „Advanced Warfare“. Doch dies sagte nicht jedem Gamer zu. Im Gegenteil. Nach über drei Jahren mit purem Zukunftssetting hegten einige Spieler einen Groll gegen die heutige Spieleindustrie und beschwerten sich lautstark in Foren und Social Media.

Die wirkte sich nun aus, als die zwei Publisher ihre Trailer der Spiele vorstellten, die sie ins Weihnachtsgeschäft schicken werden.

Call Of Duty stellte seinen neuen Ableger Infinite Warfare vor. Ein weiterer Titel in der Zukunft – und einer, der auf wenig Zustimmung traf und in der Community für großen Aufruhr sorgte. Doch die Lage verschlimmerte sich, als EA mit ihrem Trailer zu Battlefield 1 die Grüchte um ein Setting im ersten Weltkrieg bestätigte.

Die Battlefield-Community war begeistert von dem noch nie angetasteten Setting und die Call Of Duty Spieler wurden umso verärgerter, als sie sahen, dass die Konkurrenz die Wünsche der Community umsetzen und auf Feedback hören. Nicht ohne Grund dominierte noch in derselben Woche der Hashtag „#RIPCoD“ die Twittertrends. Mittlerweile ist der Revealtrailer zu Call Of Duty: Infinite Warfare das zweitmeist gedislikte Video auf ganz Youtube, mit einer beträchtlichen Anzahl von 3,1 Millionen Dislikes (Stand: 30.07.2016). Und dies nach noch nicht einmal drei Monaten nach dessen Upload-Datum.

Wieso EA und DICE es besser machen

Dies zeigt ein weiteres Mal die große Bedeutung von Kommunikation mit der eigenen Community und veranschaulicht, warum sie unerlässlich ist. EA und DICE hörten auf die Wünsche ihrer Kunden und wurden für ihren gewagten Schritt in die Vergangenheit belohnt. Dadurch gewannen sie stark an Ansehen und Reputation unter vielen Gamern. Besonders groß ist die Empörung gegenüber Activision, denen vorgeworfen wird, kein Feedback wahrzunehmen und nicht auf die Community zu hören.

Hätte Battlefields nächster Titel auch in der Zukunft gespielt, so wäre der Aufruhr wahrscheinlich nicht so groß geworden. Doch der gewagte Schritt, der gelang, ist somit ein umso größerer Seitenhieb gegen die Konkurrenz.

Viele Spieler haben nun angekündigt, zur Konkurrenz zu wechseln und sich zu Weihnachten das neue Battlefield zu kaufen. Auch viele Call of Duty Spieler sind dabei, welche EA nun auch von der eigenen (Online)-Kommunikation gegenüber ihrer Community überzeugen konnte. Eine wahrhaftig  große Errungenschaft in der Spielebranche.

Das Ende von Call of Duty?

Um es kurz zuhalten: Nein. Dies wird nicht das Ende von Call Of Duty sein. Trotz Twittertrends wie „RIPCoD“ wird Activision vermutlich auch dieses Jahr massenhaft Umsatz einfahren. Auch der vielgehasste Trailer sollte nicht als Todesurteil gesehen werden. Denn auch schlechte Aufmerksamkeit ist immer noch Aufmerksamkeit.

Schließlich hat auch Activision noch ein Ass im Ärmel. In dem Spiel „Infinite Warfare“ wird eine Neuauflage des Communitylieblings „Modern Warfare“ für einen kleinen finanziellen Aufschlag mit inbegriffen sein, den sich Fans der Serie natürlich nicht entgehen lassen. Der Clue dahinter ist jedoch, dass man das Hauptspiel „Infinite Warfare“ kaufen muss, um diesen Extrainhalt zu erhalten. Ein schlauer Schachzug, der die vermeidlichen niedrigen Verkaufszahlen ausgleichen wird.

Doch trotz alledem bleiben EA und DICE die Gewinner des Jahres und können vor allem mit dem gewonnen Vertrauen ihrer Community auf weitere erfolgreiche Jahre vorausblicken.

 

Philipp Böhm

Worum geht es beim Fan-Prinzip? Ein Interview mit Guido Augustin

Als Geschäftsführer Kommunikation bei forum!, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das sich auf die Analyse und Optimierung unternehmerischer Beziehungen spezialisiert hat, möchte Guido Augustin vor allem eins: Kunden von Unternehmen zu Fans machen. Wie genau das funktioniert und welche Rolle dabei das Fan-Prinip spielt haben wir in einem Interview herausgefunden.

Gudio Augustin bei der Vorstellung des Fan-Prinzips
Gudio Augustin bei der Vorstellung des Fan-Prinzips

Können Sie erläutern was genau hinter dem Fan-Prinzip steckt und welchen Nutzen es für Unternehmen hat?

Entwickelt haben es die beiden Autoren des Buchs „Das Fan-Prinzip“, Roman Becker und Prof. Gregor Daschmann, mein Kollege in der Geschäftsführung und unser wissenschaftlicher Beirat. Im Grunde genommen ist die Fan-Forschung älter und ist vor allem im Sport oder der Kultur häufig wiederzufinden. Es ist noch nicht lange her, da war ich nach einem Heimspiel von Mainz 05 für ein Bier in einer Kneipe, als ein Mann den Raum betrat. Auf seinem Oberarm prangte ein Handteller großes Tattoo mit dem Firmenlogo von der Motorradmarke „Harley Davidson“. Da muss man sich doch fragen, was es für ein Unternehmen bedeutet, wenn Menschen sich so etwas stolz tätowieren lassen, oder? Letztlich steckt eine emotionale Idee dahinter: Wenn sich deine Kunden wie echte Fans verhalten, dann kannst du keine besseren Kunden haben. Sie kaufen regelmäßiger ein, geben im Schnitt mehr Geld aus, folgen dir überall hin und empfehlen dich aktiv weiter. Das Verhalten ist langfristig ausgelegt.

 

 

Welche Unternehmen kommen auf Sie zu?

Unsere Kunden sind vor allem große Unternehmen, wie beispielsweise Banken, Sparkassen, Krankenkassen oder Autovermieter, aber auch viele mittelständische Unternehmen, die in ihrem Bereich führend sind. Ich selbst verantworteden Bereich der Unternehmenskommunikation, da machen wir auch viel Projektgeschäft.

 

 

Gibt es Unternehmen, für die das Fan-Prinzip nicht geeignet ist?

Nein, gibt es nicht. Das ist jetzt keine typische Marketingaussage, denn das Fan-Prinzip läuft auf anthropologischer Ebene ab. Ein Freund fragte mich letztens, ob das Prinzip auch in China funktionieren würde. Klar funktioniert es dort auch! Wenn erst einmal der Grundgedanke angenommen wurde, kann man danach viele verschiedene Applikationen aufbauen, die man stetig weiterentwickeln kann. Wir fangen viele Kundengespräche an und sagen, dass wir das Verhalten der Kunden messen und dieses ändern können. Aber man kann auch an der Mitarbeiterloyalität arbeiten, an der Kundengewinnung, dem Stakeholder-Management oder der klassischen Pressearbeit. Es gibt da viele verschiedene Bereiche.

 

 

 Wie werden Kundentypen im Fan-Prinzip gruppiert?

Kundenzufriedenheit muss auf der Leistungsebene stimmen. Dies reicht allerdings nicht aus, denn eine stabile Beziehung entsteht erst, wenn eine emotionale Bindung entsteht. Wenn beide Aspekte stark ausgeprägt sind, dann können wir von Fans sprechen. Ähnlich stark, aber doch ein bisschen niedriger können wir die Sympathisanten ansiedeln. Das Aktivitätslevel unterscheidet sich von den Fans, da Sympathisanten prozentual weniger weiterempfehlen oder gar verteidigen. Was danach kommt, nennen wir Söldner. Diese Gruppierung strebt mehr nach der Zufriedenheit, vor allem mit Blick auf den finanziellen Aspekt. Emotional stark gebundene, von der Leistung allerdings nicht zufriedene Kunden werden als Gefangene bezeichnet. Und zum Schluss gibt es noch die typischen Gegner, die zwar in einem Verhältnis mit dem Unternehmen stehen (beispielsweise einem Vertrag), trotz allem aber überhaupt nicht zufrieden sind. Diese Gruppierung ist gefährlich, da diese Negativpropaganda macht. Im Rahmen der Krisenkommunikation ist dies besonders wichtig. Abschließend sei aber gesagt: Schau, dass du deine Fan-Quote steigern kannst und du deine besten Kunden weiterentwickelst. Diese Gruppe muss wachsen. Daneben können wir Sympathisanten und Söldner weiter nach oben ziehen und sie so zu Fans machen. Dort ist das wichtige Potential zu finden, um sein Fundament schließlich weiterzuentwickeln.

 

Grafik Fan-Prinzip

Wie genau schafft das Fan-Prinzip eine Umgruppierung von Gegnern zu Fans? Ist das überhaupt möglich?

Innerhalb der Kundengruppen kommt es zu dauerhaften Bewegungen. Potential gibt es immer, denn niemand steigt zu Beginn als Gegner ein. Wer kauft sich denn einen teuren Mercedes, obwohl er das Auto überhaupt nicht mag? Man steigt im Fan-Prinzip mindestens als Söldner in die festgelegten Gruppierungen ein. Einer unserer Kunden ist die ING-DiBa, eine Direktbank wie ihr bestimmt wisst. Wir haben deren Fan-Quote gemessen und herausgefiltert, was diesen besonders wichtig ist: Es ist die Qualität und Geschwindigkeit im Service. Daher weiß der Kunde, auf was er fokussieren soll, um die Beziehung zu seinen Kunden zu verbessern. Wir können messen, was die Botschaft an die Kunden sein kann oder soll und wie man die Kunden direkt und maßgeschneidert anspricht. Dadurch kommt am Ende auch der Erfolg, denn zufriedene und emotional gebundene Kunden haben einen sehr viel höheren Kundenwert.

 

Hier geht es zu forum! Für beste Beziehungen: www.forum-mainz.de

 

 

 

 

 

 

Existenzgründung mit Thunderclap-Aktionen, ein Interview mit Jörn Hendrik Ast

Ein neues Unternehmen zu Gründen ist ohne großes Budget gar nicht so einfach, doch die Onlinekommunikation bietet völlig neue Wege und Möglichkeiten durch Marketing und PR auf sich aufmerksam zu machen.

Wir haben uns gefragt, wie Gründer kommunizieren, die das Cluetrain-Mainifest im Kopf haben und die im Social Web zu Hause sind. Inwieweit Facebook, Instagram und Twitter eine Rolle beim Aufbau eines Online-Business spielt und welche weiteren PR-Ansätze, wie z.B. Thunderclap-Aktionen wichtig sind, um mit neuen Menschen und Geschäftspartnern in Kontakt zu treten.

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Hierzu haben wir den Autor, Blogger und Gründer Jörn Hendrik Ast befragt. Er hat sich auf die Themen New Work und Social Recruiting spezialisiert. Zusammen mit Inken Arntzen gründete er Ende 2013 superheldentraining.de. Sie sehen es als Institut für den Arbeitsplatz der Zukunft und möchten damit Menschen unterstützen, heraus zu finden, was sie im Arbeitsleben wirklich tun wollen. Sie haben darin einen „Superhelden“-Test entwickelt, bei dem man erfahren kann, welcher Karrieretyp man ist. Er dient als erstes zur Orientierung, denn nur wer weiß, was seine Bedürfnisse erfüllt – wird auf Dauer glücklich und zufrieden sein. Dann geht es weiter, mit speziell auf die „Superhelden“ zurecht geschnittenen Workshops und Workouts.

Im Interview erzählt Jörn Hendrik über die Anfänge des Projekts, bis hin zu PR-Aktionen, die ihnen halfen ihr Startup voran zu treiben. Er gibt auch einen kurzen Einblick wie sich Online-PR/ -Marketing generell weiterentwickelt haben.

Superheldentraining.de, dahinter stecken Inken Arntzen und Jörn Hendrik Ast, seit wann kennt ihr euch und seit wann gibt es euer Coaching-Business?

Inken und ich kennen uns schon seit 2010, noch bevor wir beide in das betahaus Hamburg zum Coworken gezogen sind. Dort haben wir lange als Coworker zusammen an Projekten gearbeitet.

Als dann Ende 2013 klar war, dass ich nach Berlin ziehe, haben wir diese gute Zusammenarbeit mit einem Projekt gekrönt, einem gemeinsamen Blog. Der erste Blogpost ging nach Weihnachten am 28.03.2013 online. Danach entwickelten wir lange an unserem Herzstück, der Superhelden-Typologie und launchten im August 2014 unseren Test in der ersten Version. Ein halbes Jahr später kam dann unser erstes dreitägiges Superhelden-Training.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine andere Art von Karrieretraining zu entwickeln und das dann (u.a. auch) als Online Business umzusetzen?

Wir sind beide durch und durch Onliner. Inken twittert und bloggt seit eh und je, hat als Mitgründerin der Digital Media Women und der Organisation der Social Media Week Hamburg auch wichtige Verbindungen zwischen Offline- und Online-Welt geschaffen.

Ich selbst bin leidenschaftlicher Blogger, habe neben beginners-mind.de, einem Videoblog, das Digital Natives portraitierte, und dem ffluidcast, einem Podcast zu den Themen New Work und Social Recruiting, schon viel ins Internet geschrieben. Da war klar, dass wir viel online machen würden.

Aber als Gründungspunkt und Annäherung an das Superhelden-Thema gilt definitiv Inkens erstes Youtube Video, in dem sie davon sprach, Menschen zu helfen, nie mehr eine Bewerbung schreiben zu müssen. Hier hakte ich sofort ein, da ich in meinem Brotjob als Berater für Social Recruiting sowohl die Unternehmens- als auch die Bewerberseite sehr gut kenne und einen riesigen Graben zwischen Stellenbeschreibung und Stand der Karriereorientierung gesehen habe. Uns ging es darum, ein Angebot für den Menschen zu schaffen, das hilft, einen neuen Blick auf das Thema Karriere zu bekommen.

timeline

Wie sind bei euch die Aufgabenschwerpunkte verteilt (Coaching / PR / Marketing / Social Media), habt ihr Support oder stemmt ihr alles alleine?

Zur Zeit sind wir sehr glücklich, unsere erste Mitarbeiterin an Bord zu haben: Maxi verstärkt uns als Marketing Hero und erarbeitet gemeinsam mit uns unseren PR-Plan. Dazu sei gesagt, dass wir regelmäßig gute Beratung bekommen und weitere Unterstützung von wunderbaren Volunteers, wie zum Beispiel von Ralf Junge, der mit uns die PR-Strategie erarbeitet hat.

Sonst stemmen Inken und ich nämlich alles alleine, ganz schön anstrengend. Wir haben zwar ein sehr klares Bild von dem, was wir tun und was unsere Ziele sind, aber gerade in Bezug auf PR und unserem Feld New Work/ Karriereorientierung, haben wir das Problem, dass so viele Themen relevant sind. Da müssen wir uns ganz schön fokussieren.

Welche Online PR-Ansätze habt ihr für Superheldentraining.de?

Momentan erarbeiten wir Themenschwerpunkte, die wir zu Factsheets verdichten. Wir haben durch unseren Online-Test und mit der Superhelden-Typologie bereits über 1.000 Menschen erreicht. Mit unserem ersten Buch Die fluide Karriere haben wir drei Hypothesen aus den Daten herausgearbeitet.

Unsere Hauptthese ist die, dass der Beruf an sich verschwinden wird und wir zukünftig unsere Karriere anhand eigener Fähigkeiten und der Arbeit in unseren Projekte bestimmen werden – das nennen wir fluide Karriere. Eine These besagt, dass die klassischen Rollenbilder aufbrechen. Die meisten unserer Befragten wollen Jobs in Teilzeit und in Selbstständigkeit haben, sowohl Männer als auch Frauen. Im Fall der Teilzeit sogar mehr Männer. Das ist gerade auch unser heißestes Thema. Das Factsheet zum Thema “Teilzeit” wächst noch. Was wir bereits sagen können: Die Mehrheit in Deutschland ist weit entfernt von unseren Ergebnissen. Mit über 70 Prozent sind zum Beispiel Mütter die meisten Teilzeitbeschäftigten hierzulande.

ffluide-Karriere-Hypothese-2

Es gibt großen Handlungsbedarf und das wird mit passenden Blogartikeln, weiteren Untersuchungen und natürlich der Entwicklung von Trainingsformaten von uns beantwortet. In diese Richtung geht auch unsere PR. Natürlich sind wir viel auf Social Media unterwegs, von Facebook, über Instagram und Twitter. Bei dem blauen Riesen funktionieren unsere Video-Testimonial Kampagnen am besten. Twitter nutzen wir stark bei unseren Eventauftritten. Aber sonst sind Inken und ich auch stark mit unserem eigenen Accounts am Posten und Twittern. Es macht doch am meisten Sinn, über persönliche Reichweite zu gehen, damit man nicht zu sehr am Ad-Nabel von Facebook hängt.

Welche PR-Aktionen habt ihr als Startup ganz am Anfang gemacht, um euer Projekt bekannter zu machen?

Zum Launch unseres Tests und der ersten illustrierten Superhelden haben wir eine Thunderclap Kampagne gestartet. Hier haben wir mit einer Art Flashmob für Tweets und Facebookposts innerhalb eines Moments 83.000 Menschen erreicht.

Thunderclap

Das war schon ziemlich cool. Aber tatsächlich enorm viel Arbeit, auf die 100 Teilnehmer zu kommen. PR ist ja eh enorm viel Arbeit. Aber es lohnt sich, wir kriegen oft gesagt, wie gut wir online wahrgenommen werden.

Meine Devise: viel ausprobieren und Spaß an den Sachen haben.

Inwieweit denkt ihr, hat sich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing durch das Internet verändert?

Im Grunde sind wir ja mit unseren Zielen komplett ohne klassische Medien und ohne klassisches Marketing ausgekommen. Wir haben das als Movement über uns als Personen gestartet und können jetzt ein Unternehmen daraus gründen. Diese Verzahnung ist in der Professionalisierung zwar auch schwierig, aber seinen eigenen Kanal und Sender zu haben, hilft einfach enorm, um schnell Feedback auf Ideen zu bekommen. Es bestärkt einen, dran zu bleiben und immer besser zu werden.

Und ansonsten, weiterhin vollste Zustimmung meinerseits, was den Einleitungssatz des Cluetrain Manifestos angeht: “Märkte sind Gespräche!”.

Was war bis jetzt die spannendste Erfahrung, die ihr mit und durch superheldentraining.de machen konntet?

Für mich persönlich war die Teilnahme an der re:publica und des OUIShare Fest in Paris dieses Jahr ganz großartig. Bisher habe ich immer nur als Teilnehmer mitgemacht und jetzt durfte ich mit Inken zusammen als Speaker aktiv das Event Experience Design mit gestalten. Das ist wirklich ein schönes Gefühl gewesen. Weiterhin war die Suche nach Sinn und Struktur in den Daten der Befragung wirklich spannend. Da fühlte ich mich wie ein Forscher, der auf neue Entdeckungen stößt. Das will ich unbedingt weiterverfolgen.

Wo soll’s denn hingehen mit eurem Projekt?

Das größte Thema ist gerade die Gründung der gGmbH. So ein gemeinnütziges Unternehmen ist eine komplexe Angelegenheit, mit allem was dazu gehört: Gesellschafterverträge, Markenrecht, Satzung und die komplette Positionierung dessen, was wir gründen wollen.

Vielen Dank Jörn Hendrik, für deine Zeit und den spannenden Einblick in euer Superhelden-Training. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg, vor allem bei der Gründung der gGmbh und – das wichtigste – viel Spaß bei der Arbeit!

 

Wie macht man Kommunikation für Innovationen?

Gerade innovative Neuheiten benötigen die richtige Art und Weise, um kommuniziert zu werden. Doch wie wird Kommunikation für Innovationen überhaupt gemacht? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Studiengangs Online-Journalismus während eines Workshops mit Tapio Liller, Geschäftsführer der PR-Agentur Oseon, auf der PR-Tagung „Trends in der PR“.

Tapio Liller bei seinem Workshop über Kommunikation für Innovationen

Um der Frage genauer nachzugehen, ist wichtig zu wissen, was Innovationen überhaupt sind. Diese lassen sich in drei unterschiedliche Typen unterteilen. Wer hätte gedacht, dass es einen Unterschied zwischen dem heutzutage selbstverständlichen Smartphone, der MP3-Datei und der Nanotechnologie in Sachen Innovationsverständnis gibt? Richtig, wir auch nicht. Um eine Innovation zu vermarkten, muss erst einmal entschieden werden, ob es sich um eine Neuerung handelt, die etwas bereits Bestehendes ein Stück besser macht (inkrementelle Innovation), etwas Bestehendes ersetzt (disruptive Innovation) oder eine völlig neue Erfindung ist.

Ist eine Innovation dann einmal typisiert, stellt sich die Frage, wie sich diese in unserer Gesellschaft durchsetzen kann. Neben einer präsenten Darstellung in den Medien und der Erläuterung des Nutzens, muss die Bevölkerung die Innovation vor allem akzeptieren. Wie hätte es das Tablet von heute sonst geschafft, solch ein Verkaufsschlager zu werden, wenn die Nutzer lieber bei ihrem kleinen, handlichen Smartphone geblieben wären? Es heißt also, geduldig zu bleiben und die Nutzer langsam, aber sicher während der Einführung einer Innovation zu begleiten und immer wieder darauf aufmerksam zu machen.

Um jetzt klassische PR für eine Innovation durchzuführen, entwickelte Liller mit seiner Agentur „Oseon“ das Unicore Wheel, eine Anleitung, um durch die genaue Betrachtung von Businesszielen, Analysen, Formaten und Zielgruppen die perfekte Kommunikationsstrategie für neue Innovationen zu entwickeln.

Wer neugierig geworden ist und mehr über das Thema Innovationen und Kommunikation erfahren möchte, darf bei @oseon und @tapioliller vorbei schauen.

tl;dr

In seinem Vortrag berichtete Tapio Liller über die Art und Weise wie Kommunikation für Innovationen heutzutage betrieben wird.

 

Mobile First – Wie Echo-Online WhatsApp als neues Redaktionstool nutzt

Immer mehr Redaktionen nutzen zur Steigerung ihrer Reichweite nicht mehr bloß Facebook Instant Articles oder Push-Benachrichtigungen. In letzter Zeit setzen Medienhäuser vermehrt auf die populärste MessengerApp „WhatsApp“. Julia Lumma, Online Redakteurin  des Darmstädter Echos, hat den Onlinejournalisten der Hochschule Darmstadt während des abschließenden Innovationsseminars „Trends in der PR“ dieses neue Phänomen erklärt.

Julia Lumma

Das Darmstädter Echo erreicht seine Leser nicht mehr nur über Facebook, Instagram & Co., sondern bedient seit einiger Zeit auch den Messenger WhatsApp. Der Grund: die Online- Redakteure sind stetig auf der Suche nach  neuen Tools, um die redaktionelle Arbeit zu vereinfachen und ihre Reichweite im Netz zu vergrößern. Dafür werden  technische Hilfsmittel von den Redakteuren selbst getestet, ganz getreu dem Motto: Learning by doing.

Während der Testphase des WhatsApp-Messengers beispielsweise wurde geprüft, wie man einen neuen Kanal ausbauen und in das bestehende Angebot integrieren kann, sofern das Tool bei den Lesern Anklang findet. „Wir haben WhatsApp getestet und gemerkt, dass dieser Kanal bei unseren Lesern gut angenommen wird“, sagte Julia Lumma. Es gibt also seit kurzem vom Darmstädter Echo eine WhatsappGruppe, in die sich die Leser durch die Registrierung ihrer Handynummer eintragen können. Hier werden nur die lokalen und natürlich wichtigsten Nachrichten geteilt, da man die Leser auch nicht mit Content überfluten will. „Die Gruppe kam besser an, als wir erwartet hatten“,  berichtete die Online Redakteurin. Durch die Integration des Kurznachrichtendienstes in den redaktionellen Alltag  fand das Darmstädter Echo einen ganz neuen Kommunikations- und Verbreitungskanal.

Neben der WhatsApp-Nutzung setzt das Echo aber weiterhin – wie auch der Großteil der Medienhäuser – auf das Social Web mit Instagram, Facebook oder Twitter zur Unterstützung des eigenen Online-Auftritts. Allerdings spielt auch die besonders bei der jungen Zielgruppe beliebte Instant-Messaging-App Snapchat eine immer größere Rolle in der Darmstädter Redaktion. Die Devise beim Echo ist also klar definiert: Social Media ist wichtig, aber gerade durch Messenger-Apps wie WhatsApp oder Snapchat können wir den Leser auf einem noch viel direkteren Weg erreichen.

tl;dr

Immer mehr Redaktionen setzen auf den Einsatz von WhatsApp, um ihre Leser noch schneller und gezielter zu erreichen.

 

Trends in der PR – Innovationenseminar am Mediencampus

Innovatives Arbeiten in Redaktionen, Transparenz und Fan-Prinzip ‒ Stichworte, mit denen sich jeder Medienmacher von morgen auseinandersetzen sollte. Es sind Dinge, die die zukünftige Arbeit in der PR verändern werden.  Zum Abschluss unseres Studiums veranstalten wir Onlinejournalisten aus dem Schwerpunkt PR am 05. und 06. Juli das Innovationenseminar „Trends in der PR“.

Innovationenseminar

An beiden Tagen gewähren uns Medienexperten einen Einblick in die aktuellsten Veränderungen der Öffentlichkeitsarbeit. So wird unter anderem Julia Lumma vom Darmstädter Echo über die Relevanz innovativer Redaktionsarbeit referieren und beantwortet zum Beispiel die Frage, wie WhatsApp als Redaktionstool genutzt werden kann. Guido Augustin, Geschäftsführer bei forum!, bietet mitunter einen Einblick in das sogenannte „Fan-Prinzip“. Von der Transparenz in der Unternehmenskommunikation bis zur Zielgruppenansprache durch Online-Event-Marketing ‒ die Seminarrunde ist gespickt mit interessanten Themen rund um die Zukunft der PR. Schon mal was von „kommunikativer Einhornjagd“ gehört? Nein? Für alle, die nicht dabei sein können, sich die Vorträge aber dennoch nicht entgehen lassen wollen, werden wir die Veranstaltung auf dem Snapchat-Account der PR-Fundsachen und bei Twitter live mitverfolgen.

Wir freuen uns auf interessante und aufschlussreiche Tage rund um die innovative Arbeit von morgen!

„Dem Thema Social Media das Mystische nehmen“

Studierende organisieren Social-Media-Workshop für Unternehmen

„Native Digital User“ sind oftmals einen Schritt voraus, da sie Onlinekommunikation intuitiver verstehen als die alten Hasen der Branche. Ängste und Blockaden sind vielleicht nicht in dem Maße vorhanden und Ideen freier von „Abers“. Dafür fehlt es Frischlingen oft an Struktur und Erfahrung. Davon haben Unternehmen wiederum en masse.

Bild Workshop Lernagentur

Der Studiengang Onlinekommunikation an der h_da nutzt diese Situation, um Studierende und Unternehmen in sogenannten Lernagenturen zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig bereichern können. Die Unternehmen oder Organisationen erteilen einen Auftrag und die Studis setzen diesen bestmöglich um. Manchmal stehen die Studierenden dabei sogar gegenseitig in Konkurrenz und es wird tatsächlich richtig gepitcht.

Die Lernagenturen funktionieren ähnlich wie echte Agenturen: Verschiedene Gruppen kümmern sich um unterschiedliche Projekte. Unter den einzelnen Gruppen können dann Kompetenzen ausgetauscht werden. Ist beispielsweise jemand im Programmieren besonders gut, wird sein Können von allen Gruppen in Anspruch genommen, die Websites gestalten müssen.

Eine dieser Lernagenturen legt ihren Fokus auf Low-Budget-Projekte. Auftraggeber sind in diesem Semester ein Institut, welches ein Festival plant, eine gemeinnützige Stiftung und ein Unternehmen, das seit kurzem ein neues Produkt vertreibt. Die Projektziele sind völlig unterschiedlich und doch finden die Teams auf zahlreichen Ebenen zueinander.
So kam es, dass die ganze Lernagentur einen ganztägigen Social-Media-Workshop für die Auftraggeber veranstaltete. Dabei war nicht nur die Aufbereitung der Vortragsinhalte eine große Herausforderung, sondern auch der unterschiedliche Wissensstand unter den Teilnehmern.

Zunächst wurden im Plenum die Erwartungen aller Teilnehmer gesammelt. Im ersten Block des Seminars gab es daraufhin eine allgemeine Einführung in Social Media mit Fokus auf Facebook als die immer noch wichtigste Plattform im Netz. Im Anschluss teilten sich die Gruppen auf, um die Auftraggeber individuell zu schulen. Social-Media-Accounts wurden während des zweiten Blocks eingerichtet, Guidelines erstellt und Themenpläne ausgearbeitet. So konnte jeder Teilnehmer etwas Greifbares mit nach Hause nehmen.

Nach insgesamt sieben Stunden, abzüglich des Mittagessens in der Mensa, konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Dem O-Ton der Teilnehmer zufolge schafften es die Studierenden, dem Thema Social Media das Mystische zu nehmen und einige Accounts zum Leben zu erwecken. Um die Ausarbeitung nachhaltig zu gestalten, wurde ausgemacht, dass die Auftraggeber im darauffolgenden Monat jeweils eine angepasste, schriftlichte Form des Workshops erhalten.

Da sich die Projektarbeit in der Regel auf die Vorlesungszeit begrenzt, bleibt es spannend, wie die Unternehmen die Ideen und Konzeptionen der Studierenden im Anschluss umsetzen. Sicher ist nur, dass sowohl Auftraggeber als auch die Studierenden mit frischen Inspirationen, Erfahrungen und neugewonnenem Wissen aus dem Semester gehen.

tl;dr
Die Lernagenturen im Studiengang Onlinekommunikation bringen Studierende und Unternehmen zusammen. Die Unternehmen geben den Studierenden Aufträge, welche sie innerhalb des Semesters kreativ umsetzen. In der Lernagentur Low-Budget Content Strategie entstand so etwa ein ganztägiger Social-Media-Workshop.

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