Influencer Marketing und seine Probleme – eine #cosca16-Session, die nie stattgefunden hat.

YouTuberin BibisBeautyPalace ist voll drin im Influencer Marketing

“Ich habe mir einen SO TOLLEN Lippenstift gekauft, seht ihr diese wunderschöne Farbe?!”

YouTuberin BibisBeautyPalace zeigt in einem ihrer Videos einen neuen Lippenstift und tausende ihrer Fans kaufen ihr ihn nach. Influencer Marketing ist heute populärer denn je – aber läuft das auch immer so rund, wie es scheint? Influencer Marketing, also die Vermarktung von Inhalten und Produkten über Blogger, YouTuber oder allgemein Personen mit großem Einfluss im Netz, birgt einige Schwierigkeiten und Probleme, über die wir in diesem Beitrag berichten möchten. Wir – die Autoren dieses Artikels – sind als Bloggerin bzw. Mitarbeiterin einer PR-Agentur und YouTuber unterwegs und sind entsprechend oft Adressaten für Influencer Relations durch Agenturen und Marken. Kankheitsbedingt konnten wir zum Thema die bereits vorbereitete Session auf dem #cosca16 nicht halten; die uns wichtigen Punkte gibt es deshalb in diesem Artikel.

Ein Influencer ist eine Person, die eine hohe Reichweite im Netz bzw. insbesondere in den sozialen Netzwerken hat. Dadurch können sehr viele Nutzer erreicht und in ihrer Meinung beeinflusst werden – vor allem bei einem jüngeren Publikum funktioniert das sehr gut. Aber inzwischen hat der Begriff mehrere Definitionen. Und nicht immer ist dabei die absolute Reichweite entscheidend. Viel wichtiger ist die relative Reichweite – also die innerhalb einer bestimmten Community. Außerdem die Bindung zu seinen Followern, die Inhalte, die ein Influencer ausspielt, das Image und wie man dieses mit dem der Marke vereinen kann.

Und damit kann man Geld verdienen?

Eine oft gestellte Frage, die aber ganz einfach zu beantworten ist. Ein Influencer kann für das Bewerben eines Produktes bezahlt werden – also ja. Man bucht nicht mehr eine Heidi Klum für eine Shampoo-Werbung, sondern lässt YouTuber, Blogger oder Instagram-Stars darüber sprechen – am besten natürlich positiv. Das ist etwas authentischer, näher am Nutzer und der Gedanke, dass es sich um “echte Werbung” handelt, herrscht nicht so sehr vor, wie bei einer klassischen TV-Werbung. Und das lassen sich Unternehmen auch etwas kosten. Inzwischen verdienen viele Blogger und YouTuber Geld mit Influencer Marketing, die „ganz Großen“ bestreiten sogar ihren Lebensunterhalt damit.

Aber was ist mit der Authentizität?

Schnell stellt sich die Frage, ob die Inhalte überhaupt noch authentisch sind, wenn man für das bezahlt wird, was man im Video sagt oder im Blog schreibt. Natürlich ist es berechtigt, diese Frage zu stellen, aber pauschal kann das nicht beantwortet werden. Im Endeffekt liegt die Antwort beim Influencer, denn er entscheidet, ob ihm das Geld oder die Authentizität vor seinem Publikum wichtiger ist. Werbedeals einzugehen heißt aber definitiv nicht, dass man seine Follower gezwungenermaßen belügen muss. Denn es kommt immer darauf an, mit welchen Ideen ein YouTuber oder Blogger Kooperationen umsetzt und auch, mit welchen Marken er diese eingeht. Ist man selbst von einem Produkt überzeugt, ist es unserer Meinung nach nicht verwerflich, über dieses Produkt für eine Gegenleistung positiv zu berichten.

Doch ist einmal das Potential von schnellem Geld durch Youtube und Blogs erkannt, springen viele auf den Zug auf. Langfristig gesehen macht das aber wenig Sinn, denn Follower zeigen zwar bis zu einem bestimmten Punkt Verständnis für Werbung innerhalb eines Videos oder Beitrags. Wird das aber zu oft ausgenutzt, verliert der Influencer unter seinen Fans schnell an Vertrauen und wird irrelevant.

Und was sagt das Gesetzbuch dazu? Was ist außerdem ethisch vertretbar?

Rechtlich gesehen gibt es einige Faktoren, die für das Influencer Marketing wichtig sind. Ein großes Thema ist die Schleichwerbung. In Deutschland müssen Produktplatzierungen, Advertorials oder Werbevideos nach dem Gesetz eindeutig gekennzeichnet werden. Speziell für Youtube-Videos, Blogbeiträge oder Instagram-Posts existieren jedoch nach wie vor keine genauen Regelungen. Die Rahmen, in denen die Kennzeichnung stattfinden sollte, sind sehr locker und das wird auch oft ausgenutzt. Gänzlich ungekennzeichnete Beiträge sind mittlerweile zwar eher selten, doch auch im schlimmsten Fall drohen hier nur Abmahnungen. Allerdings ist es ratsam seinen Followern zuliebe, mit offenen Karten zu spielen, denn fliegt eine ungekennzeichnete Kooperation auf, fühlen sich die Follower in die Irre geführt.

Das große Problem ist dabei jedoch, dass nicht nur die Unwissenheit der Influencer von Firmen ausgenutzt wird, sondern auch die Ahnungslosigkeit der Follower ist vordergründig aus Sicht mancher Marketing-Manager ein großer Vorteil beim Verschleiern von Werbung.

daaruum und ihr Umgang mit Influencer Markerting

In diesem Instagram-Post der YouTuberin und Schauspielerin daaruum wird die Werbung zwar durch den Hashtag #ad gekennzeichnet, allerdings geht dieser zwischen den anderen unter und durch die englische Bezeichnung „ad“ eher verschleiert, als ausreichend markiert. Gerade für ihre deutschen Follower wird nicht eindeutig klar, dass „#ad“ für einen bezahlten Post steht.

DoktorFroid und ihr Umgang mit Infliuencer_Marketing

Das andere Extrem wird hier beim Kanal DoktorFroid deutlich, der einen Kurzfilm zum Release eines neuen Videospiels veröffentlichte. Hier wird sowohl oben links im Video, als auch im Videotitel darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Video bezahlt wurde. Rein rechtlich wäre die Kennzeichnung im Videotitel nicht nötig. Man geht zwar damit auf Nummer sicher, andererseits könnten Zuschauer hier bereits vor dem Klick auf das eigentliche Video das Interesse verlieren, weil die Kennzeichnung sie abschreckt.

Nicht gekennzeichnete Produktplatzierungen sind aber nicht die einzigen Dinge, die rechtlich oder ethisch gesehen an der Authentizität und Glaubwürdigkeit eines Influencers zweifeln lassen können. Vor allem bei YouTube wird oft Clickbaiting betrieben, das auf Dauer bei Fans Misstrauen gegenüber dem Influencer auslösen kann. Hier werden extreme Titel für Beiträge gewählt, obwohl ihr eigentlicher Inhalt diesen in der vermuteten Form nicht entspricht. Das funktioniert im Einzelfall gut, um Menschen auf einen Beitrag zu locken, der durch seinen eigentlichen Inhalt nicht überzeugen würde. Wird das Clickbaiting regelmäßig betrieben, sinkt das Vertrauen der Follower auch weiter, da sie nicht das bekommen haben, was sie erwartet haben.

Wie finden die Unternehmen den Weg zum Influencer und was kann dabei schief gehen?

Im Normalfall wird ein Influencer vom Unternehmen via E-Mail angeschrieben und nach Interesse an einer Kooperation gefragt und dann wird verhandelt. Außerdem können sich Unternehmen auch an Agenturen wenden, die Auftraggeber an YouTuber und Blogger weiterleitet und sie miteinander vernetzt. Bei YouTubern läuft dieser Prozess etwas anders ab, denn dabei ist es in den letzten Jahren populär geworden, gemeinsam mit anderen YouTubern in ein Netzwerk einzutreten, das sich um eben solche Angelegenheiten wie Content Marketing speziell für den YouTube-Markt kümmert. Diese Vermarkter dienen also als Management von YouTubern und stellen damit eine Schnittstelle zwischen Künstler und Marke dar.

Aber weil Content Marketing erst in den letzten Jahren so präsent geworden ist, gibt es noch keine genauen Richtlinien, wie solche Kooperationen abzulaufen haben und auch an Erfahrungsberichten kann man sich noch nicht satt hören. Man könnte meinen, dass die Managements, die sich in der YouTube-Szene etabliert haben, als verantwortungsbewusste Schnittstelle dienen könnten, doch ist unser Eindruck: Sie lassen entweder dem YouTuber viele Entscheidungen offen oder denken nur an den eigenen Profit.

Blogger sind oft sehr uninformiert und verwalten die Kooperationen mit Unternehmen oder PR-Agenturen weitesgehend selbst. Also gibt es niemanden, der Blogger an die Hand nimmt. Und das gilt nicht nur für die Rahmenbedingungen einer Kooperation, sondern auch für dessen Vergütung oder was genau es steuerlich zu beachten gilt, wenn man aus dieser Form von selbstständiger Arbeit Einnahmen erzielt. Jedoch ist es von großem Vorteil, dass sich die Arbeit von Bloggern sehr stark an der von Journalisten anlehnt und somit der Blogger-Ethos ziemlich konsequent transparent ist.

Aber sind Zahlen wirklich alles?

Den passenden Influencer zu finden, ist gar nicht leicht. Dabei handelt es sich um eine rechercheintensive Arbeit, die sich aber lohnt, wenn sie gewissenhaft ausgeführt wird. Denn nach wie vor verlassen sich im Influencer Marketing viel Manager zu sehr auf Followerzahlen . Viel wichtiger ist zum Beispiel das Verhältnis zwischen eben diesen Followern und den Klickzahlen auf Videos bzw. Likes auf Beiträge oder Bilder zu betrachten. Und vor allem: Ob der Influencer zum Unternehmen passt.

Aber es ist ohnehin falsch, sich auf Zahlen zu fixieren – sei es auf die Anzahl der Follower oder auf die Summe der Interaktionen. Denn es ist nicht immer sinnvoll, sich für jedes Produkt die Influencer mit der größtmöglichen Folower-Anzahl auszusuchen. Das ist ohnehin oft nicht mit dem Budget einer Kampagne vereinbar und – was noch viel wichtiger ist – der passende Nischen-Blogger oder -YouTuber kann für das vermarktete Produkt die viel bessere Zielgruppe und Audience haben.

Und es sind vor allem die Influencer mit kleiner Reichweite, die sich oftmals nicht über ihren Marktwert bewusst sind und verkaufen sich dann leider unter diesem. Dies führt nicht nur dazu, dass die Hemmschwelle von Unternehmen und Marken sinkt, weniger für Platzierungen und Werbung zu bezahlen, sondern macht auch den Markt für andere Influencer kaputt.

Und wie geht’s mit Influencer Marketing weiter?

Wie es mit Influencer Marketing weiter geht, lässt sich gar nicht pauschal sagen. Die gerade eben veröffentlichten Thesen von Roland Schweins (styleranking) erscheinen uns jedoch weitesgehend plausibel – insbesondere die Überlegung, dass Marken und Unternehmen künftig eher einen Inner Circle mit Influencern entwickeln, mit denen sie längerfristig zusammenarbeiten. Auch Kooperationen, bei denen nicht einfach platt ein Produkt vorgestellt wird, erscheinen erfolgversprechend – Events wie Instawalks oder Rotation Curation gehen zum Beispiel in diese Richtung.

Fest steht, dass Influencer nur eine gewisse Hochphase haben und dadurch eine Verantwortung für bestimmte Generations-Gruppen tragen. Sie könnten durch den richtigen Ethos, dem richtigen Umgang mit dem Gesetz und Regeln für Kooperationen ihre Reichweite noch viel besser und vor allen Dingen gewissenhafter nutzen – sei es um über ernsthaftere Themen zu sprechen oder einfach nur gutes Marketing zu machen.

tl;dr

Influencer Marketing ist überall, birgt aber deshalb nicht weniger Probleme, über die leider nicht gesprochen wird. Es lässt sich für Rahmenbedingungen oder Vergütungsmaßstäbe niemand bestimmen, der die Verantwortung übernimmt. Nicht nur Schleichwerbung ist ein Problem, sondern auch die Entscheidung darüber, welcher Influencer zu welchem Unternehmen passt – denn oft wird dabei und bei der Erfolgsmessung auf zu oberflächliche Zahlen geschaut.

Josef und Lydia Lucia

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Über das Gewitter im Kopf: Depressionen als Mittel zum maximalen Geltungsdrang?

Depression_und_Social_Media

Depressionen und Social Media – kann das zusammenpassen?

“Ich habe Depressionen.” Schulterzucken und ein leicht abwertendes “Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen…” – das ist üblicherweise die Reaktion, die man im realen Leben erfährt, wenn man es endlich geschafft hat, über seine Krankheit zu sprechen. Und das obwohl immer mehr Menschen daran erkranken und die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass Depressionen 2020 die zweitmeist verbreitete Krankheit der Welt sein wird (Quelle).

Und jetzt stell dir vor, du hast Depressionen in einer Welt, in der alles nur noch online passiert. In einer Welt, in der du überwiegend über Whatsapp, Facebook und Snapchat mit deinen Freunden kommunizierst. Wie vereinst du diese mitteilungsbedürftige Gesellschaft, in der jeder am optimalen Selbstbild arbeitet, mit deiner Diagnose?

Online oder offline, das ist hier die Frage!

Diese Frage war Bestandteil der von den Organisatoren zusammengeworfenen Vorträge von Kati Krause (@katikrause; Autorin, Magazinmacherin und Medienberaterin) und Uwe Hauck (@bicyclist; Autor und Initiator des Twitter-Hashtags #AusDerKlapse) auf der Media Convention Berlin 2016, die unter dem Titel “Ziemlich schlechte Freunde? Social Media und Depression” liefen. Und die Ansichten der beiden Vortragenden zu dieser Fragestellung hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während sich Kati im Zuge ihrer Depression komplett von den sozialen Kanälen losgelöst hat, hat Uwe eine gewisse Form der Therapie für seine Krankheit in der Nutzung von Facebook, Twitter und Co. gefunden – und zwar, indem er auf Twitter den Hashtag #AusDerKlapse ins Leben gerufen und seine Eindrücke aus der Psychiatrie auf dem Kurzmitteilungsdienst veröffentlicht hat.

Die sozialen Netzwerke als “Kommunikations-Einbahnstraße”

Kati hat es geholfen, nicht mehr die ganzen pseudo-glücklichen und “HEY, HALLO, HIER BIN ICH!”-Beiträge ihrer “Freunde” zu sehen. Ihr Leben hatte zuvor nur noch daraus bestanden, auf der Couch zu liegen, während sie die immergleichen Apps in einem Kreislauf geöffnet, aktualisiert und wieder geschlossen hat. Es hat sie angestrengt, dass Gespräche, die man über die sozialen Netzwerke führt, keine richtigen Gespräche sind, sondern auch immer eine Form der Selbstdarstellung. Bezeichnet hat sie das Ganze als “Kommunikations-Einbahnstraße”. Sie hatte keine Energie, keinen Elan, keinen Appetit, aber vor allen Dingen entwickelte sie eine Social Media-Unverträglichkeit. Ihre Therapeutin sagte ihr, das sei bei depressiven Menschen normal, aber nur eine Nichtigkeit in Anbetracht der sonstigen Symptome. Außerdem sei Stress nicht gut bei Depressionen und Social Media IST Stress. Also Benachrichtigungen aus, Apps deinstalliert, offline gegangen. Sie konsumiert Social Media mittlerweile sehr bewusst. Auf Facebook werden ihr nur Beiträge von einer Handvoll Leuten angezeigt, die sie gerne verfolgt. Gespräche werden nicht mehr via WhatsApp geführt, sondern im realen Leben. Und ihr geht es gut damit.

Und was ist, wenn man online bleiben will?

Uwe wiederum sah es gar nicht ein, sich von den sozialen Kanälen abzuwenden. Depressionen sind sowieso stigmatisiert genug, wieso also nicht das Netz nutzen, um darüber zu reden, Aufmerksamkeit zu schaffen? Also rief er direkt einen eigenen Hashtag ins Leben, unter dem er aus der Psychiatrie berichtet, in die er sich freiwillig hat einweisen lassen, nachdem er versucht hatte, sich umzubringen.

Die Reaktion aus den Sitzreihen bei der Media Convention war ein immer lauter werdendes “Krass, sehr mutig…”. Er konnte wertvolle Tipps geben, denn Social Media muss nicht unbedingt schlecht sein, wenn man Depressionen hat. Zum Beispiel betonte er, dass man, wenn man “online bleiben will”, unbedingt darauf achten sollte, sich und sein Leben nicht permanent mit dem der anderen zu vergleichen. Auch gab er wichtige Denkanstöße, die einen darüber grübeln ließen, ob ein Umdenken bei der psychologischen und psychiatrischen Behandlung stattfinden muss, denn Notebooks und Smartphones sind in einer solchen Einrichtung vollkommen normal – das muss aber nicht für jeden passen. Für ihn passte es und er fand eine ganz eigene Therapieform, um mit seinem Problem umzugehen – die Bestätigung tat ihm gut. Also entschied er sich dafür, online zu bleiben. Und ihm geht es gut damit.

Der schmale Grat zwischen Selbstdarstellung und Geltungsdrang

Ich kann mich leider immer noch nicht ganz festlegen, wie ich die Depression als Mittel zur Selbstdarstellung in den sozialen Kanälen bewerten will – und das, obwohl ich persönlich auch sehr offen mit meiner Krankheit umgehe. Es ist ein heikles Thema, das jedes Gespräch beendet, sobald unterschiedliche Ansichten vorherrschen. Ab einem gewissen Punkt kann diese Form der Selbstdarstellung sehr schnell in einen gewissen abhängigkeitsgetriebenen Geltungsdrang übergehen bzw. dass es von Außenstehenden so wahrgenommen wird. Uwe musste sich schon längst die Vorwürfe anhören, dass er alles nur noch auf die Depression schieben würde oder das nur tut, um Geld zu verdienen – nicht zuletzt, weil er auf Twitter gerne von seinem “Erfolg” spricht, den er durch die Depression hat. Vielleicht steckt aber auch nur der ganz naive und unschuldige Gedanke dahinter, Aufklärungsarbeit zu betreiben und vielleicht einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, das Stigma dieser Krankheit zu zerstören. Der Grat ist trotzdem schmal.

Und jetzt?

Auch wenn die beiden nur zufällig von den Veranstaltern in einen Vortrag gesteckt wurden und auch wenn das Thema dadurch nur sehr oberflächlich angerissen werden konnte, so hat genau das dabei geholfen, zu verstehen, wie die Frage danach, ob Social Media-Nutzung bei Depressionen gut oder schlecht ist, zu beantworten ist: nämlich nicht pauschal, sondern ganz individuell. Man muss selbst herausfinden (oder noch besser: es gemeinsam mit einem Therapeuten besprechen), was einem nicht gut tut. Es muss ganz bewusst darauf geachtet werden, dass man sich nicht durch die befürwortende Kommunikationsspirale, die durch das Verbreiten dieses Themas auf den sozialen Netzwerken, immer weiter reinsteigert – denn das ist dann eher ein Weg, der nach unten führt.

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Beim Storytelling auf Twitter ist jeder Teil der Geschichte

Mark Little, Vice President of Media für Europa & Afrika bei Twitter, spricht auf der #rpTEN über die Besonderheit des Storytelling auf Twitter

Twitter ist aus unserem Studiengang Onlinekommunikation an der h_da nicht mehr wegzudenken. Das Anlegen eines Accounts ist Pflicht und der Hashtag #onkomm hat sich in den letzten anderthalb Jahren auf der blauen Plattform etabliert. Deshalb war die  Session „What’s next on Twitter and News?“, gehalten von Twitter Vice President of Media für Europa und Afrika, Mark Little, fest für Tag 01 der re:publica TEN eingeplant.

Storytelling. Das Content-Buzzword 2016.

Schnell wird klar: Mark ist mit ganzem Herzen dabei. Gefühlt jeder zweite Satz von ihm lautete „I fell in love with Twitter“, again and again – und ich kann’s verstehen. Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass die Nutzerzahlen der Plattform in den letzten Jahren wieder etwas stagniert sind, aber die Plattform ist eben auch nicht was für Jedermann. Deshalb hat sich Mark Little darauf fokussiert, wofür sich Twitter besonders gut eignet: Geschichten schreiben und erzählen. Moderner ausgedrückt: Storytelling. Das Content-Buzzword 2016.

Aber wie soll das funktionieren?
Storytelling OHNE chronologische Anzeige der Tweets?

Kritisiert wurde, dass Twitter nun auch Werbe-Tweets eingeführt hat und darüber nachdenkt, sich von der chronologischen Anzeige der Tweets in der Timeline zu verabschieden. Aber wie passt das mit Storytelling zusammen? Mark ist der Meinung, dass beim Erzählen einer Geschichte auf Twitter nicht die chronologische Reihenfolge wichtig ist, sondern das große Ganze, wo sich der Nutzer darin positioniert und die persönliche Betroffenheit. Die Nähe zum Nutzer durch Tools wie Periscope sorgen außerdem nicht nur dafür, dass sie Teil der „story of now“ werden – sie haben „Beweise“. Außerdem können sie sich bei Twitter, mehr als auf anderen Netzwerken, viel selbstbestimmter bewegen und haben die Möglichkeit auf direkte Interaktion. Sie sind Teil eines Movements, das nur durch die Community existieren kann. Und das macht Twitter zu dem, was es ist.

So, Twitter – genug selbstbeweihräuchert oder…?

Sein abschließendes Zitat „In the next ten years, Twitter will become more… Twitter“ bringt den Grundtenor seines Vortrags auf den Punkt: Twitter muss wieder das werden, was es mal war, aber mit den Neuerungen, die es noch besser machen sollen. Wir können auf Twitter alle Storyteller UND Teil einer Geschichte sein. Und auch wenn Mark Little etwas selbstbeweihräuchernd daher gesprochen hat, habe ich ihm seine Begeisterung komplett abgekauft – weil sie einen mitgerissen hat und weil ich sie SO gut nachvollziehen kann.

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Die Bewertungsgesellschaft

Bewertungsgesellschaft
(Erstellt mit snappa.io)

Ob Filme, Hotels, Ex-Kollegen oder Posts in Sozialen Netzwerken: Bewertungen gehören mittlerweile zum Leben dazu. Doch woran liegt das? Warum vertrauen wir so auf sie? Und wie können Unternehmen davon profitieren?

Gehirn aus, Bewertungen an

Jeder kann mit seiner Kritik Einfluss auf die Entscheidungen anderer nehmen und eine gewisse Art von Macht ausüben. Bestenfalls profitiert die Allgemeinheit von der Kritik und kann vor sogenannten Fehlkäufen bewahrt werden. Wer fühlt sich nicht gerne als Experte und gibt seine eigene Meinung einer großen Masse preis? In einer Welt des „Funktionierens” ist es doch toll, dass einem Entscheidungen abgenommen werden. Wie soll man sich denn zwischen zwei verschiedenen Jobs entscheiden, wenn man beim Italiener nicht mal zwischen Spaghetti Bolognese und Lasagne wählen kann? Das Problem sind die Wahlmöglichkeiten: Es gibt einfach zu viele. Wir sind froh, wenn wir auf Online-Bewertungsportalen nachlesen können, wie gut oder schlecht das Essen schmeckt.

Besonders beliebt dabei sind Sterne. Der Soziologe Grant Blank von der Universität Oxford sieht Sterne als sehr wertvoll an, da sie „eine Hierarchie schaffen und damit extrem komplexe Entscheidungen vereinfachen: nicht nur, in welches Restaurant man geht, sondern auch auf welches College. Ohne Sterne-Bewertungen wäre es viel schwieriger, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.” Man vertraut der Intelligenz des Schwarms. Es wird schon passen, wenn es viele gute Bewertungen gibt.

PR und Vertrauen, hmm joa schwierig

Es zeigt sich, dass Vertrauen eine der zentralen Herausforderungen im Web ist, in dem doch sonst jeder publizieren und jedes Unternehmen seine Versprechen machen kann. Doch auch der Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Michael Kunczik weiß: „Image- und Vertrauensprobleme begleiten die PR so lange, wie es sie gibt.” Ein möglicher Lösungsansatz: Word-of-Mouth Marketing. Es basiert auf der Weitergabe einer persönlichen Empfehlung. Einer zwanzigjährigen Studentin glaubt man eher, dass ein Laptop gut ist, als einem millionenschweren Unternehmen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Unternehmen darauf aus sind, ihre Produkte und Dienstleistungen von uns bewerten zu lassen. Verstärkt das indirekt gesellschaftliches Bewerten?

Den Ex-Kollegen online bewerten? Logo!

Aktuell wird in Sozialen Netzwerken viel über eine App namens Peeple diskutiert. Sie ermöglicht es, Menschen online mit Sternen zu bewerten. Sicher, Plattformen wie diese gibt es bereits an vielen Stellen, allerdings war und ist keine bisher so plakativ wie Peeple. In der App können positive und negative Bewertungen über Personen im eigenen Bekannten- und Kollegenkreis abgegeben werden – und die ganze Welt kann es sehen. Man muss nicht einmal angemeldet sein, um bewertet zu werden. Ein Punkt für „ziemlich blöd” und fünf Punkte für „super Typ” – eine gut gemeinte Methode, um die eigene Online-Reputation aufzubessern? Wohl kaum. Im Gegenteil. Wo soll denn hier die Grenze zwischen Mobbing und objektiver Bewertung gezogen werden?

Interessant ist, dass die App zwar angekündigt, aber immer noch nicht gelauncht wurde. Möglicherweise sind die zwei Gründerinnen aufgrund des ernormen Drucks im Social Web verunsichert: Jennifer Lepies, Online-Redakteurin bei „Technology Review”, bezeichnet die App sogar als „sozialen Albtraum”. Der Shitstorm führte bisher so weit, dass die Peeple-Website, sowie sämtliche Social Media Accounts vorerst auf Eis gelegt wurden. Inzwischen sollen sogar einige Änderungen innerhalb der App vorgesehen sein. Wir sind gespannt.

Bis zu 30 Prozent aller Online-Rezensionen sind fake

Online-Bewertungen sind ein lukratives Geschäft – das haben Agenturen für „Textservice” und „Shop-Texte” längst verstanden. Man muss sich vorstellen: Mitarbeiter einer solchen Agentur sitzen den ganzen Tag da und schreiben im Auftrag eines Unternehmens die blumigsten Online-Rezensionen – auch wenn das jeder PR-Ethik und auch dem Wettbewerbsrecht widerspricht. Bei diesen Bewertungs-Marathons werden sich sicherlich einige Wörter und Ausdrücke wiederholen. Und genau hier kann angesetzt werden, um die Authentizität eines Kommentars zu überprüfen. Informatiker der Cornell University in New York arbeiten an einer Software, die gefälschte Bewertungen auf Basis von bestimmten wiederkehrenden Mustern entlarven soll. Auch wenn Kommentare besonders euphorisch formuliert sind, kann das ein Indiz für Betrug sein. Da wären wir übrigens wieder beim Thema PR und Vertrauen.

Am Ende bleibt deshalb nur eins (Surprise, Surprise): Restaurant aussuchen, hingehen, ausprobieren, fertig!

tl;dr

Täglich bewerten wir Dinge und Personen, online und offline. Ein Sensibilisierungsversuch.

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Edeka is(s)t bei Instagram – Wie wichtig ist visuelle Kommunikation?

Deutschlands zweitbeliebtester Supermarkt hat seit Anfang Oktober einen Account bei Instagram – und das finde ich sehr, sehr geil!

Denke ich an EDEKA, fällt mir sofort das millionenfach angeklickte YouTube Video „Supergeil“ mit Friedrich Liechtenstein ein, welches 2014 auch im deutschen Fernsehen zu sehen war. Zuständig für die unterhaltsamen Online-Filme der EDEKA Marke ist die Hamburger Kreativ-Agentur „Jung von Matt“.

Sucht man nach einer zeitgemäßen Imagekommunikation, kommt man nicht am Social-Media-Marketing vorbei. Auf Facebook, Youtube und nun auch Instagram hofft die Supermarktkette auf diejenigen zu treffen, die nicht mehr nur mit dem aktuellen TV-Spot zu erreichen sind. Das neue Social Media-Profil richtet sich an alle, die vor allem eines mit EDEKA teilen: die Liebe zu Lebensmitteln.

Ein altes Profil ist beispielsweise der Twitter-Account, den EDEKA jedoch das letzte Mal 2013 aktiv verwendete. Lebensmittel mit Worten zu beschreiben scheint lang nicht so erfolgreich zu sein, als einfach ein Bild davon zu zeigen.

#instafood, #foodpic, #yummy

Instagram hat weltweit mehr als 300 Millionen Nutzer, wovon in etwa 3 Millionen aus Deutschland kommen – Tendenz steigend. Darüber hinaus wächst kaum ein Social Network so rasant wie Instagram. Vor allem bei den jungen Internetnutzern (16 – 24 Jahre) gewinnt der Fotodienst deutlich an Bedeutung. Eine Studie aus den USA zeigt, dass insbesondere Teenager auf Instagram immer aktiver werden, wogegen das Interesse an Twitter, Google+ und auch Facebook langsam verloren geht.

Warum Instagram Einsatz in Unternehmen findet

Durch visuelle Kommunikation können Produkte lebhafter dargestellt werden. Es ist wichtig, dass die Bilder beim Betrachten eine positive Wirkung hervorrufen. Fotograf Boris Baldinger, welcher rund 7.000 Abonennten auf Instagram hat, sagte in einem in einem Gastbeitrag auf allfacebook.de: „Authentizität ist eines der wichtigsten Elemente, um auf Instagram erfolgreich zu sein. Zeigt, wie euer Brand oder euer Unternehmen tickt. Gebt einen Einblick in den Alltag.“

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – Wenn eine Firma ein gewisses Image von sich transportieren will, dann gilt es das auch mit Fotos zu zeigen.

In der heutigen Welt nehmen sich die Leute selten Zeit, etwas gründlich zu lesen. Das Internet ist vollgestopft mit Content. Es gilt also, die Aufmerksamkeit mit Bildern zu erhaschen. User neigen eher dazu, auf einen Beitrag mit Bild zu klicken. 2014 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 11,03 Millionen Personen, die Texte ohne Bilder langweilig fanden.

Schöne und authentische Fotos zu zeigen, reicht aber nicht. Durch Aktionen und Interaktionen wird man in Social Web überhaupt erst sichtbar und fördert seine Unternehmensvermarktung. Und was macht Edeka genau? Durch Rezeptvorschläge, witzige Sprüche und angepasste Hashtags versucht sich die Supermarktkette Gehör auf neuem Terrain zu verschaffen.

Rezepte á la EDEKA
Quelle: Screenshot edeka/Instagram
Quelle: Screenshot edeka/Instagram

 

Die Bilder für den Instagram-Account werden von Foodfotografen geschossen, die unter anderem für das Kundenmagazin „Mit Liebe“ arbeiten. EDEKA kündigte an, mehrmals pro Woche Obst und Gemüse, sowie bereits zubereitete Speisen und Rezepte zu präsentieren, um Lust auf gutes Essen zu machen – welches selbstverständlich im EDEKA-Markt erworben werden kann. Die Bildsprache hat meiner Meinung nach einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Aber überzeugt euch selbst!

Edeka auf Instagram
Quelle: Screenshot edeka/Instagram

 

Rolf Lange, Leiter der Unternehmenskommunikation von EDEKA, erklärt auf der Webseite:

„Instagram ist für EDEKA in vielerlei Hinsicht eine relevante Plattform. Mit unserem Auftritt erreichen wir ein kreatives Umfeld mit einer sehr aktiven und vergleichsweise jungen Community, die stetig wächst und darum immer mehr Möglichkeiten bietet, diese Plattform auch als Reichweitenkanal zu nutzen. Auf Instagram lassen sich viele Entwicklungen frühzeitig beobachten und wer sich wie EDEKA leidenschaftlich mit Essen und Genussthemen beschäftigt, sollte hier vertreten sein.“

Da ich als Studentin eher selten gutes Essen zu Gesicht bekomme und es sich auf Instagram schon seit Jahren etabliert hat, sein Essen zu fotografieren, freue ich mich auf noch mehr #foodporn!

Linktipps zum Thema:

W&V: So inszeniert sich Edeka bei Instagram

BasicThinking: Wie wird man als Unternehmen auf Instagram erfolgreich?

WakeUp-Communications: So präsentieren sich Food-Marken auf Instagram

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Gebühren statt Werbung: Der neue Abo-Dienst YouTube Red

Weltweit nutzen Menschen die kostenlose Video-Plattform YouTube. Seit jeher gingen Werbung und YouTube Hand in Hand, doch in Zukunft soll sich das ändern: Das neue Bezahl-Abo YouTube Red wird in den USA bereits angeboten und soll auch bald in Deutschland erhältlich sein.

Quelle: Screenshot YouTube „Meet YouTube Red"
Quelle: Screenshot YouTube „Meet YouTube Red“

In den Staaten kann der Nutzer das Abo für 9,99 Dollar monatlich bestellen. Erwartungsgemäß dürften die Preise in Euro 1:1 umgerechnet werden. Dafür kann man sich alle Inhalte ohne lästige Werbung ansehen. Nach einer 30-tägigen Testphase kann das Abo bei Nichtgefallen mit einer einfachen Kündigung über die offizielle Seite beendet werden.

Dienste wie Netflix, Spotify oder Apple Music verlangen für ein Monats-Abo ebenfalls 9 oder 10 Euro. Auch hier möchte YouTube Red ansetzen: Im kommenden Jahr sollen exklusive TV- Produktionen angeboten werden. Für 2016 sind rund 10 Eigenproduktionen geplant, unter anderem eine zehnteilige Serie mit den Machern der Kult-Reihe „The Walking Dead“, sowie eine Abenteuer-Serie, die in der virtuellen Realität gespielt wird. Auch Produktionen mit hauseigenen YouTube-Stars wie PewDiePie sind zu erwarten. Mit all diesen Vorhaben wird YouTube etablierten Streaming-Portalen sichtlich Konkurrenz machen.

Es gibt noch weitere Vorteile: YouTube Red ermöglicht es, Videos auch offline anzusehen und Musik anzuhören. Innerhalb der monatlichen Gebühr bietet YouTube außerdem den Zugriff auf die gesamte Google Play Musikbibliothek, die mehrere Millionen Songs im Angebot hat. Nutzer, die bereits einen Google Play Music Account besitzen, erhalten YouTube Red völlig kostenfrei.

Für alle, denen Werbung nichts ausmacht, ändert sich nichts. Alle Inhalte können weiterhin von jedem Nutzer angeschaut werden, jedoch unter den altbekannten Bedingungen: vorgeschaltete Werbeanzeigen.

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„Ich bin dann mal live.“ – Periscope als PR Tool

Das soziale Netzwerk Twitter ist in den letzten paar Jahren zu einem unverzichtbaren Instrument für PR und Marketing geworden. Gerade als Tool für B2C Kommunikation ist Twitter hervorragend geeignet. In diesem Jahr hat das Unternehmen nun die neue App PERICSOPE auf den Markt gebracht, die denselben Weg wie „der große Bruder“ einschlagen könnte.

Was ist PERISCOPE und wie funktioniert es?

Periscope ist ein neuer Live-Streaming Dienst für Smartphones, der von Twitter ins Leben gerufen wurde. Die Nutzer haben die Möglichkeit sich Live-Streams von Twitter-Nutzern anzuschauen, denen Sie folgen, oder Sie können selbst ein Live-Video starten. Während des Streams können die Zuschauer Kommentare schreiben und wenn ihnen der Stream gefällt, mit einem Tippen auf die untere rechte Ecke, ein Herzchen vergeben. Ob die Videos auch als Wiederholung angeschaut werden können, kann man nach Ende des Livestreams selbst bestimmen.

Durch die Kommentar-Funktion können die Zuschauer in direkten Kontakt mit dem Streamer treten.
Durch die Kommentar-Funktion können die Zuschauer in direkten Kontakt mit dem Streamer treten.

Wie Unternehmen PERISCOPE nutzen können

Gerade bei Events bietet es sich an Periscope als Liveübertragungs-Tool zu nutzen. So kann man seinen Followern einen Eindruck von der Veranstaltung bieten, direkt auf Fragen und Feedback eingehen und einfach in den Dialog mit Kunden und Interessierten treten. Gerne werden bekannte Gesichter engagiert, um das Unternehmen auf Periscope zu vertreten. Auf der diesjährigen Automobilmesse in Frankfurt hat zum Beispiel der beliebte ProSieben-Moderator Joko Winterscheidt für den Automobilkonzern VW auf der App gestreamt. Joko ist über den Stand von VW gelaufen, hat die neusten Autos präsentiert und Fragen der Zuschauer an die Betreuer von Volkswagen weitergeleitet und direkt live beantwortet.

Aktive Periscope Nutzer

Zur Zeit wird Periscope vorallem in den Vereinigten Staaten genutzt, doch auch in Deutschland gibt es schon ein paar Unternehmen und Prominente, die den Dienst gekonnt einsetzen. Joko Winterscheidt, bekannt aus der ProSieben Show Circus Halligalli wurde hier schon erwähnt, aber auch sein ZDF-Kollege Jan Böhmermann, Moderator des Formats „Neo Magazin Royale“, hat eine Möglichkeit gefunden, den Streaming-Dienst einzusetzen. Jeden Mittwoch überträgt er einen Teil der Probe zu seiner Show über Periscope und  manchmal gibt es auch einen Stream während der Redaktionssitzungen.

 

Fazit

Periscope befindet sich, vorallem in Deutschland, gerade noch in den Startlöchern, doch das Potential ist immens. In den USA befassen sich schon viele große Konzerne mit dem neuen Tool und auch in Deutschland gibt es immer mehr Nutzer. Ich bin gespannt, welchen Stellenwert Periscope in Zukunft einnehmen wird und wann es, neben Facebook und Twitter, zum neuen „Must-Use“ in der PR Branche wird.

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Kann man schon so machen…

Quelle: truefruits.com
Quelle: truefruits.com

Pürierte Früchte aka Smoothies sind voll im Trend. Die Supermarktregale in den Obst- und Gemüseabteilungen sind voll mit den bunten Fläschchen. Dort fallen besonders die Smoothies der Marke True Fruits mit feschem Design und kecken Sprüchen auf den Flaschen auf. Im März diesen Jahres erschien die limitierte „Black Edition“. Mit diesem lieferte True Fruits seinen Kunden nicht nur ein außergewöhnliches Design, sondern auch wieder einmal einen amüsant provokanten Flaschentext:

„Hast du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber total lieb ist ein Date besorgt? So fühlen wir uns gerade mit dem white, unserem wohl leckersten Smoothie, der aufgrund seiner blassen und unfruchtigen Optik leider viel zu selten in den Genuss eines knisternden Rendezvous mit Dir kommt. Was blieb uns also anderes übrig, als das Licht auszuknipsen, damit Du dich einzig und alleine auf seine inneren Werte konzentrieren kann. #schluckimdunkeln„

Dieser stieß allerdings einigen KundInnen sauer auf und es entwickelte sich rasch ein kleiner Shitstorm auf der Facebook Fanseite. Sexismus und Lookismus (die Diskriminierung einer Person aufgrund ihres Aussehens) lauteten die Vorwürfe. Nun gut, Shitstorms entwickeln sich ja mittlerweile ständig und überall. Schließlich darf jeder seine Meinung sagen, andere befürworten oder eben dagegen sein, man darf sich angegriffen fühlen und seinem Ärger Luft machen. Vorallem auf Social Media Plattformen hat man die Chance, sich direkt an ein Unternehmen zu wenden, gehört und vielleicht auch verstanden zu werden. Aber eben nur vielleicht.

Orientiert man sich an den gängigen Community Management Regeln, sollte ein Unternehmen auf einen Shitstorm verständnisvoll und defensiv reagieren, egal ob man die negative Kritik nachvollziehen kann oder nicht. Man kann es aber auch wie True Fruits machen: verständnislos und offensiv. Der Smoothiehersteller schießt sogar hart zurück, negative Kommentare werden mit Beleidigungen beantwortet und ins Lächerliche gezogen – alles natürlich in gewitzter, ironischer True Fruits Manier. In einem öffentlichem Statement via Facebook machen sie nochmal ganz klar deutlich, wie egal ihnen die Kritik ist und das sie zu Ihrem Flaschentext stehen:

Quelle: wuv.de
Quelle: wuv.de

 

 

 

Quelle: focus.de
Quelle: focus.de

Jeder PR-Mensch würde bei dieser Art von Reaktion die Nase rümpfen. Auch ich war anfangs etwas irritiert von diesem Verhalten seitens True Fruits. Schließlich spricht das gegen alles, was ich bisher bezüglich Community Management gelernt habe. Warum sollte ein Unternehmen so auf Kritik reagieren, noch Öl ins Feuer gießen und damit aus einem „Mini-Shitstorm“ einen deftigen Schlagabtausch inszenieren? Ich schaute mir das Ganze also etwas genauer an und stellte schnell fest, dass es sich um eine absolut gelungene Strategie handelt. Die Smoothiemacher generierten dadurch Aufmerksamkeit und vorallem überwiegend positives Feedback der Fans.

Man muss sich also nicht immer klein machen, sondern seinem Kurs treu bleiben und dazu stehen. Ein gewisses Risiko, Fans zu verlieren, besteht dabei natürlich immer – aber eben genauso die Chance treue Fans noch mehr an sich zu binden und Neue zu generieren. Natürlich kann man das nicht auf jedes Unternehmen und jede Situation beziehen. Im Falle von True Fruits ist das allerdings vollkommen zulässig, da die Fans diesen Humor kennen und lieben. Zudem sprechen sie sich gegen ständiges Rummäkeln und übertriebene Moralvorstellungen in Social Media aus. Dadurch haben sie sich Sympathie im Netz geschaffen. Man kann den Spieß also auch umdrehen, indem man sich eben nicht für seine Marke oder PR-Strategie entschuldigt. Zudem muss man sich auch immer die Frage stellen, ob es sich bei den Kritikern um potenzielle Kunden handelt, oder einfach um Menschen, die sich dazu berufen fühlen, Ungerechtigkeiten zu korrigieren. Vorallem bleibt Humor immer noch Geschmackssache.

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