Was haben Storytelling, Influencer und das Einkaufsverhalten miteinander zu tun?

„Der Einfluss von YouTubern und Bloggern auf Kaufentscheidungen wird in Zukunft noch stark anwachsen“, prognostiziert Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter und Social-Media-Experte des Faktenkontors. Junge Erwachsene greifen vermehrt auf “kurze” Inhalte  zurück. YouTuber und Blogger spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sind in der Lage ihre Follower für etwas Bestimmtes zu begeistern, sie genießen eine hohe Präsenz auf ihren Social-Media-Plattformen und beeinflussen das Kaufverhalten ihrer Follower. Um nachvollziehen zu können, was genau Influencer mit dem Kaufverhalten der Follower zu tun haben, werde ich folgende drei Punkte genau unter die Lupe nehmen: Storytelling, Influencer und Einkaufsverhalten.

Bild 1 Storytelling
Quelle: pixabay.com

Weißt du noch, wie dir jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen wurde?

1. Storytelling

Jedes Kind wächst mit der gleichen Sache auf: Geschichten! Geschichten haben jedes Kind träumen, hoffen und lachen lassen. Mit der Entwicklung von Social Media hat sich das Geschichtenerzählen erweitert. Von den Printmedien hin zum Internet. Verschiedenste Plattformen ermöglichen es, einfacher und schneller Geschichten zu verbreiten, z. B. durch Online-Tagebücher, Blogs, Videos und vieles mehr. Aber Social Media wird nicht nur genutzt, um Märchen oder private Geschichten mit der Welt zu teilen. Sondern auch Unternehmen haben die neuen Möglichkeiten durch Internetplattformen und deren Macht für sich entdeckt.

Weshalb aber sind Geschichten so ausschlaggebend?

Geschichten haben die Wirkung, dass sie den Zuhörer mit einbeziehen und so eine emotionale Bindung entstehen lassen. Der Zuhörer beginnt, die Geschichte einfacher aufzunehmen und denkt eigenständig mit.

Unser Gehirn ist am aufnahmefähigsten, wenn es neue Informationen mit bereits vorhandenen verknüpfen kann. Am besten funktioniert dieser Prozess in Form von Bildern. Diese werden auch in unseren Köpfen produziert, wenn wir besondere Geschichten rezipieren. Storytelling spricht also emotional an, weshalb wir automatisch beginnen, eine persönliche Verbindung herzustellen. Wir schreiben dem Inhalt eine besondere Bedeutung zu und lassen uns davon langfristig beeinflussen. Zum Beispiel, indem wir uns zu etwas motivieren lassen oder die Geschichte mit unserem Umfeld teilen.

Jede gute Geschichte braucht einen Protagonisten!

2. Influencer

Ein weiterer entscheidender Faktor im Storytelling ist der Protagonist jeder Geschichte. Er ermöglicht es dem Empfänger, sich mit dieser zu identifizieren. Und das gilt auch, wenn dieser Protagonist der Erzähler ist. Durch die Identifikation wird er emotional in die Geschichte miteinbezogen. Der Empfänger erlebt also den Verlauf der Geschichte mit allen Veränderungen, Konflikten und Freunden des Protagonisten, als wäre er selbst ein Teil der Geschichte. Es entsteht der Schein, als wäre das Erlebte des Protagonisten für den Zuschauer echt. Und umso länger der Empfänger den Protagonisten auf dem Weg seiner Geschichte begleitet, umso stärker wird auch das Gefühl der Verbundenheit.

Ein Beispiel dafür ist die mehrteilige Telekom Werbung.

Blogger, YouTuber und Co. nehmen in Social Media ebenfalls die Rolle des Protagonisten ein. Sie sind die Hauptfigur ihrer eigens erschaffenen Geschichte, die sie auf verschiedenen Internetplattformen erzählen. Durch die starke Transparenz und die Bereitschaft, viel aus dem privaten Leben in die Öffentlichkeit zu verlagern, schaffen Blogger und Co. eine starke Nähe zu ihren Followern.

Der Effekt ist derselbe wie in jeder guten Geschichte: Identifikation!

Die Follower begleiten über Monate – wenn nicht sogar Jahre hinweg – ihre Lieblings-Blogger oder -Youtuber und beginnen, sich mit diesen zu identifizieren. Durch die Existenz des Influencers in der realen Welt macht es das Ganze für die Follower greifbarer. Da Influencer oftmals auch normale Personen sind, wie beispielsweise die 20-jährige Studentin, die nebenan in der WG wohnt, erzeugen sie eine ganz neue Nähe. Es entsteht das Gefühl, dass Blogger und Follower sich praktisch auf derselben Ebene befinden. Influencer sind also greifbarer als herkömmliche Stars, welche man vielleicht verehrt, aber trotzdem unerreichbar bleiben.

Dies sind nur einige Gründe, weshalb Blogger, YouTuber und Co. in Unternehmerkreisen so beliebt sind. Durch die enge Beziehung zu ihren Followern halten diese viel von deren Urteil, was den Einfluss verstärkt. Blogger und YouTuber beeinflussen Kaufentscheidungen stark. Besonders die 14- bis 19-Jährigen lassen sich beeinflussen. 50 Prozent dieser Altersgruppe haben sich auf diesem Weg zum Kauf eines Produktes animieren lassen.

Bild 2 Einfluss auf die Kaufentscheidung

„Glaubwürdigkeit ist ein sehr hohes Gut und schnell verspielt“

3. Einkaufsverhalten

Man könnte meinen, dass das ganze Jahr über die Glaubwürdigkeit von Influencern ein wichtiges Thema gewesen ist, welches auch aktuell noch diskutiert wird. Dieses andauernde Diskussionsthema ist nicht verwunderlich, wenn man sich die Werbeversuche einiger Influencer anschaut.  

Ein paar Beispiele dazu:

Lifestyle-, Travel- und Food-Blogger Tim Lau (@iamtiml_) hat aktuell 71 tausend Follower auf Instagram. Für seine Zusammenarbeit mit Casefriends erstellte er folgenden Post.

Screenshot vom 22.11.17, 14:57 Uhr, Quelle: instagram.com/iamtiml_
Screenshot vom 22.11.17, 14:57 Uhr, Quelle: instagram.com/iamtiml_

Auf den ersten Blick, ist nicht ganz klar, weshalb neben seinem leckeren Ceaser Salat die Rückseite seines Handys zu sehen ist, bis man seinen kompletten Post gelesen hat. Mir stellt sich die Frage: wird nun der Salat empfohlen oder doch das Handycase? Solche Posts sind keine Seltenheit.

Fitness-Bloggerin Sunny (@sunny_knows) liefert ein ähnliches Beispiel mit folgendem Post.

Screenshot vom 22.11.17, 14:58 Uhr, Quelle: instagram.com/sunny_knows
Screenshot vom 22.11.17, 14:58 Uhr, Quelle: instagram.com/sunny_knows

Im Morgenmantel wirbt sie auf dem Asphalt sitzend für ein Proteinprodukt. Und ich frage mich nun: Wie möchte sie ohne Küche und Steckdose, mit dem “klassische Rührgerät von Oma”, ihre Protein-Pudding zubereiten?

Diese Beispiele verdeutlichen die Kehrseite der Beziehung zwischen Blogger und Influencer. Dabei stellen sich mir zwei Fragen. Zum einen:

Wie stark ist der Einfluss von Influencern tatsächlich?

Als Antwort auf diese Frage beziehe ich mich auf eine aktuelle Studie der Influencer Marketing-Plattform InfluryFür die Studie wurden Internetnutzer zu ihrem Informations- und Kaufverhalten über Social-Media-Kanäle befragt. Insgesamt nahmen 1.604 Internetnutzer über 14 Jahren in Deutschland teil.

Das Ergebnis: Bereits jeder siebte Internetnutzer wird auf seiner Suche nach Produktinformationen bei Influencern fündig. Ganz besonders junge Nutzer zwischen 14 und 17 Jahren legen großen Wert auf die Empfehlungen der Influencer. Das sind mit 14,5 Prozent der Befragten eine große Anzahl. Dies führt mich deshalb auch zu meiner zweiten Frage:

Wie stark ist das Vertrauen in Influencer eigentlich?

Laut der Influry Studie ist ein Drittel der Befragten davon überzeugt, dass die Produktempfehlungen von Influencern glaubwürdig sind. Ganz schön viel, denn mit diesem Ergebnis liegen Influencer mit ihren Produktempfehlungen vor denen aus Artikeln, Zeitschriften und Zeitungen, Print-Anzeigen und TV-Spots. Lediglich die Empfehlung von Freunden und Kundenbewertungen sind wichtiger – auf welcher Basis die auch wiederum zustande kommen.

Storytelling mit Hilfe von Influencern ist momentan der Weg, um auf ein Produkt oder einen Service aufmerksam zu machen. Die Magie einer guten Geschichte, die jeden bereits als Kind beeinflusst hat, findet sich auch im Storytelling wieder. Natürlich müssen einige Dinge beachtet werden, um diese Magie voll ausschöpfen zu können. Es bedarf einer guten Geschichte und eines authentischen Influencers!

TL;DR

Influencer stehen im engen Kontakt mit ihren Followern und üben einen starken Einfluss auf die Kaufentscheidung von Konsumenten aus. Attraktiver Werbepartner zu sein, reicht für eine erfolgreiche Produkt- oder Service-Vermarktung aber nicht mehr aus. Bevor es um einen interessanten Protagonisten geht, bedarf es einer guten Geschichte. Der sympathische Influencer ist nämlich der Protagonist jeder guten Geschichte. Influencer helfen uns bei Kaufentscheidungen und üben somit einen Einfluss auf die Konsumenten aus. Aber ist es immer klug ihnen zu vertrauen?

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Was die PR-Branche vom digitalen Wandel hat

Wir wissen: Die digitale Kommunikation hat der PR neue Möglichkeiten eröffnet. Wir wissen auch: Durch Facebook & Co. hat sich (digitale) Öffentlichkeit anders entwickelt, als vor 15 Jahren gedacht. Was folgt also aus der Entwicklung von Öffentlichkeit heute für die PR? Sicher gibt es dazu viele Antworten – auf der Basis der wissenschaftlichen Überlegungen von Prof. Mag. Dr. Peter Winkler (FH Wien), stellen wir ein paar Aspekte vor.

Peter Winkler beim ScienceWednesday
Peter Winkler zu Gast beim ScienceWednesday am Mediencampus Dieburg der Hochschule Darmstadt, Foto: Steven Wolf (h_da)

Winkler ist überzeugt: Digitalität und omnipräsente Vernetzung definieren längst die Gesellschaft. Die Kommunikation innerhalb einer Öffentlichkeit wird bestimmt durch moderne Informationstechnologien und Netzwerke. Das eröffnet viele Möglichkeiten, birgt jedoch auch Gefahren.

Winkler hat unlängst beim ScienceWednesday am Mediencampus Dieburg der Hochschule Darmstadt erläutert, was Digitalität und Vernetzung für Öffentlichkeit und PR bedeuten. Er ist seit einiger Zeit Professor in Wien und hat für seine Arbeit “Eine PR der nächsten Gesellschaft” 2015 den Dissertationspreis der Fachgruppe PR der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft verliehen bekommen.

Doch fangen wir im Bezug auf den Begriff „Öffentlichkeit“ von vorne an und zeichnen Winklers Argumentationslinie nach. Er teilt Öffentlichkeit in drei zeitliche Entwicklungsstufen ein:

1. Die Stammesgesellschaft der Vorzeit

Eingeborenenvölker und Stämme rund um den Globus konstituierten Öffentlichkeit allein durch das Medium der Sprache. Im Rahmen von Ritualen entwickelten sich sowohl Themen dieser Öffentlichkeit, als auch Tabus, welche die thematischen Grenzen umreißen.

2. Entwicklung einer medialen Gesellschaft

Mit der Erfindung des Buchdrucks entwickelten sich nach und nach verschiedene Printmedien, welche eine weitreichende Öffentlichkeit herstellen. Erstmals war es möglich, Inhalte oder Botschaften auch schriftlich festzuhalten und diese dann in großer Stückzahl zu verbreiten. Durch die größere Reichweite vergrößerte sich auch die Öffentlichkeit, wodurch neuerdings gesamte Regionen in einen öffentlichen Diskurs treten konnten.

3. Die Moderne

Die heutige moderne Gesellschaft wird von den Massenmedien bestimmt. Die rasante Entwicklung des Internets bietet unendliche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, es findet ein ständiger Austausch zwischen den Individuen innerhalb einer Öffentlichkeit statt. Alle mit Internetzugang können partizipieren.

Für Forscher und Experten war diese Entwicklung schon seit Jahrzehnten absehbar. Gleichzeitig waren die Anfänge der Digitalität geprägt durch einen starken Optimismus: Die „Cyberculture“ würde für mehr Deliberation sorgen, den freien Austausch von Meinungen in der Öffentlichkeit begünstigen und Gleichberechtigung fördern. Die „Kalifornische Ideologie“ der 90er Jahre definierte sich durch den Glauben, das Internet fördere Transparenz sowie freiere und einfachere Meinungsäußerung und somit den öffentlichen Diskurs.

Auch Anfang der 2000er, als das moderne Netz mehr und mehr Form annahm, dominierten eher utopische Idealvorstellungen der digitalen Kommunikation. Doch kam wirklich alles so, wie es sich die Optimisten einer „Cyberculture“ schon in den 70er Jahren vorstellten? Hat sich der öffentliche Diskurs wirklich verbessert? Sind die einzelnen Individuen freier und hat das Internet wirklich einen so positiven Einfluss auf die Gesellschaft wie ursprünglich angenommen?

Von der Utopie in die Dystopie

Um somit die Reise durch die digitalisierte Zeit der PR und Öffentlichkeit in die Moderne zu führen: Wir bewegen uns aktuell längst nicht mehr im Feld des utopischen Bildes.

Winklers pessimistische Sicht: Maskiert werden sämtliche Ideale seit den 2010er Jahren durch zunehmend dystopische Darstellungen. Mit der neueren Entwicklung des Netzes erhalte eine neue Dualität Einzug, bestehend aus Maschine und Medium. Auf Seiten der Maschine stehen demnach technische Voraussetzungen und Gegebenheiten. Diese definieren wiederum die Seite des Mediums, also den inhaltlichen Teil. So bestimmen bei einigen Plattformen wie Facebook beispielsweise ausschließlich Algorithmen, welche Neuigkeiten ein Nutzer in seinem Newsfeed gezeigt bekommt. Winkler resümiert:

„Medien zeichnen ein normativ überhöhtes Bild von digitaler Öffentlichkeit.“

Diese These begründet Winkler folgendermaßen: Schlüsselmedien wie Social Media erzeugen einen Überschuss. Das bedeutet, dass die digitale Öffentlichkeit eine nahezu unkontrollierte und unüberblickbare Masse geworden ist.

Laut Peter Winkler sind bei kritischer Betrachtung digitaler Öffentlichkeit heute drei propagierte Ideale auszumachen.

1. Kapitalistisches Ideal

Digitale Angebote sind auf ihre Nutzer zugeschnitten. Perfektioniert haben Unternehmen wie Facebook und Google die Fähigkeit, vermeintliche Bedürfnisse nach dem Vorbild des kapitalistischen Prinzips zu kreieren. Dabei befinden sich die Nutzer in einem Zwiespalt, den sie allerdings selten erkennen: Im Datenkapitalismus zahlen sie für die Nutzung solcher Plattformen. Ein “Big Other” macht diese Daten im Hintergrund zu Geld. Wer persönliche Daten an wen weiterverkauft, bleibt unbekannt. Datenbroker, digitale Verhaltensexperimente sowie Digital Extraction und Social Sorting bleiben dabei im Dunkeln. Um sich heutzutage bestmöglich, idealtypisch digital, präsentieren zu können, ist auch das Herausgeben eigener Daten unabdingbar. Die Frage ist nur, auf welche Art und Weise dies geschieht.

2. Akademisches Ideal

Aus akademischer Sicht bietet das Internet trotzdem auch heute den Raum, um Inspiration und Antworten zu finden. Auch die Forschung werde durch Vernetzung und offene Kollaborationen unterstützt. Dabei bestehe jedoch die Gefahr, dass Nutzer in der unendlichen Flut an Wissen und Informationen im Chaos versinken. Diese Orientierungslosigkeit wirkt sich kontraproduktiv auf Forschung, Lehre und Bildung aus, ist Winkler überzeugt. Zudem zeige sich der digitale Narzissmus auch unter dem Vorzeichen des akademischen Ideals darin, dass Nutzer ihr eigenes Wissen in den Vordergrund stellen. Die Selbstbezüglichkeit stehe häufig an erster Stelle.

3. Designideal

Durch das Optimum digitalen Designs werden Maschinen für jeden verständlich und ansprechend gestaltet. Weg von kryptischen Codes zu bestmöglich intuitiven Oberflächen. So wurde das Internet einfacher nutzbar und massentauglich gemacht. Hier werde versucht, mit Emotionen und der Intuitionen der Menschen bei der Nutzung, Vernetzung interessant zu machen, so Winkler. Damit  wird es jedem ermöglicht, sich selbst im Netz darzustellen. “Wir projizieren das Abbild des Menschen und wie wir sind – nun können wir uns gegenseitig dabei zuschauen”, stellt der Wissenschaftler fest.

Diese drei Ideale verbindet, dass Nutzer in jedem Bereich stetig das Optimum zu erreichen versuchen. Die Vorteile, welche Nutzer durch digitale Medien erlangen, fordern in vielerlei Hinsicht ihren Tribut. Peter Winkler:

“Das Netz ist mit der eigenen digitalen Öffentlichkeit überfordert.”

Abermals zeige sich hier ein digitaler Narzissmus durch eine zunehmende Selbstoptimierung.

Peter Winkler brachte diesbezüglich den oben genannten Begriff der Dualität der digitalen Medien ein. Einerseits: Medien genügen der Optimierung. Hier sei die Selbstoptimierung, genährt von Selbstbestimmung, Austausch und Transparenz bereits in vollem Gange. Andererseits: Die Medien beruhen auf ihrem technischen Ursprung und müssen sich dank algorithmengesteuerter Funktion der öffentlichen Entmündigung, Manipulation und Kontrolle verantworten.

Welche Methoden versprechen für die PR heute den Erfolg?

Winklers zentrale These: So schaffe es diese Entwicklung, dass sich ein gesteigertes Konkurrenzdenken in einen Wahn um unsere Identität verwandelt. Gleichzeitig stellt diese überzeichnete Selbstdarstellung einen Wegbereiter für neuartige Erscheinungen wie beispielsweise Influencer oder Online-Testimonials dar.

Peter Winkler erklärte auf unser Nachfragen, warum Influencer als Produkt solcher Entwicklung prädestiniert sind: Sie haben die Selbstoptimierung in ihrer Vorbildfunktion perfektioniert. Die Öffentlichkeit eifere ihnen nach. Trotz des kleinen Spektrums an Top-Themen, um die sich die Influencer-Welt dreht, erscheine sie wie ein Sog.

Der digitale Narzissmus hat für PR und Marketingkommunikation große Möglichkeiten im Netz eröffnet.

Influencer sind authentisch, da sie sich im Takt der modernen Zeit bewegen

Nichts ist so alt, wie der Post von gestern, wie der Tweet von vor einer Stunde, wie die Story von vor einer Minute. Die Zeit gibt den Ton an. Und nichts ist so toll, so investigativ, so makellos, wie das Bild, das sich gerade womöglich in Richtung einer Hyperselbstoptimierung entwickelt. Wenn alles Digitale immer sofort da und funktionieren und toll sein muss, können langfristige Investitionen oder Optimierungen noch bestehen? Anders ausgedrückt: Aus PR-Sicht sind Kommunikationsstrategien gefragt, die die Selbstoptimierung der Zielgruppen unterstützen.

Blick in die Zukunft

Peter Winkler schloss seinen Vortrag mit der Einschätzung ab, die Grenze der digitalen Öffentlichkeit werde sich entlang der Linie von inhaltlicher Selbstoptimierung und algorithmischer Kontrolle im Hintergrund einpendeln.

Das führte in der Diskussion ebenso zu der Frage, wie lange die Methode des Influencer Marketings noch funktionieren wird. Wie diverse Trends, die wiederkehren oder verschwinden, fragt man sich nun, wann das Maximum erreicht ist und ob es vielleicht in der besagten Hyperselbstoptimierung gipfelt.

Ist das die Nadel, die diese Blase zum Platzen bringen wird? Wenn ja, würde der Trend eine Gegenbewegung auslösen. Vielleicht gibt die Öffentlichkeit dann wirklich auf, sollte keine Nachfrage mehr besteht, den Konkurrenten bezwingen zu wollen oder sich der Nutzer einfach „zufrieden geben“? Vielleicht werden auch die kapitalistischen Stellschrauben andere sein. Bis dahin erscheint es aber wahrscheinlicher, alle zum selbstoptimierten Influencer zu machen – die Diskussion um Mikro-Influencer deutet den weg.

TL;DR

Öffentlichkeit unterliegt einem ständigen Wandel. Neben all den Vorteilen der digitalen Kommunikation sieht Prof. Mag. Dr. Peter Winkler jedoch auch fragwürdige gesellschaftliche Entwicklungen. Der Drang zum ständigen Vergleich und zur Selbstoptimierung ist beispielsweise kritisch zu beurteilen. Der PR-Branche eröffnet dieses Phänomen allerdings neue Möglichkeiten der Kommunikation. Doch auch das Potential von Influencer Marketing und Online-Testimonials könnte sich erschöpfen.

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McDonald’s und P.V.U.I. – Was soll das bringen?

Wie viel Geld kostet Aufmerksamkeit? McDonald’s hat mit seiner aktuellen Kampagne bewiesen: offenbar nicht viel. Unser Eindruck: PR-Kampagnen bedienen sich zunehmend fragwürdiger Methoden. Seit heute Morgen kann man dies beispielsweise auf der Webpräsenz der Fastfood-Kette McDonald’s Deutschland beobachten. Diese sowie viele aufeinander abgestimmte Social-Media-Kanäle des Unternehmens wurden im Zuge dieser neuesten Kampagne radikal verändert.

Screenshot der Website um 10:22 Uhr
Screenshot der Website um 10:22 Uhr

Auf schwarzem Hintergrund drohen vermeintliche Hacker in weißer Schrift mit der Aufdeckung der “Wahrheit” über McDonald’s Deutschland. Sie nennen sich P.V.U.I., was für den “Professionellen Verband der Untergrund-Idealisten” stehen soll. Das McDonald’s Deutschland Kommunikations-Netz aus Posts, Tweets und Websites mit Influencern verdichtet sich minütlich.

Screenshot der Website um 11:24 Uhr
Screenshot der Website um 11:24 Uhr

Posts der P.V.U.I. auf Twitter wie “Die Schweine von McDonald’s packen echtes Rindfleisch in Ihre Bürger!” oder „P.V.U.I. sagt: Die Wutburger sind da!” lassen eher auf einen PR-Coup des Unternehmens als auf eine echte Untergrundorganisation schließen. Doch was soll das bringen?

Wir PR-Studenten haben den Fall gleich intensiv diskutiert. Daher folgen jetzt ein paar Impulse aus fünf verschiedenen Blickwinkeln.

 

1. Aufmerksamkeit um jeden Preis

McDonald’s suggeriert, sie würden angegriffen werden.
Doch was ist das eigentliche Ziel der Kampagne? Ein langfristiger Imagewechsel? Ein Produkt bewerben? Opel in ihrer “Opel-goes-Grumpy-Kampagne” nacheifern? Oder ist es doch nur ein kurzfristiges Buhlen um Aufmerksamkeit?
Wir finden das fragwürdig: Hier werden Fake-News als Kommunikationsmittel eingesetzt. Ganz nach dem Motto “auch schlechte PR ist gute PR” wird sich die Kampagne sicherlich weiter verbreiten. Wie die Aktion aufgefasst wird, hängt am Ende stark von der Medienkompetenz der Rezipienten ab. Die für erfahrene Internetnutzer eindeutige Marketingkampagne bleibt für andere wohl undurchsichtig.

 

2. Selbstenthüllung

McDonald’s Deutschland kennt sein eigenes Image: Ungesund, schlechte Qualität, unethische Massentierhaltung – das sind die üblichen Klischees. Und die Liste der Vorwürfe ist lang. Diese greift McDonald’s nun auf. Mit vermeintlich geistreichen Sprüchen versuchen sie, mit den Vorurteilen aufzuräumen. Dabei verstecken sie sich hinter einer selbst konstituierten Untergrundorganisation, die trotzdem nur die “ganze halbe Wahrheit über Mc Donalds” aufdeckt. “Wir enthüllen uns selbst” ist grundsätzlich gesehen ja gar kein schlechter Ansatz. Dann aber doch bitte lieber die ganze Wahrheit über die Lebensmittel, als die ständige Betonung der Halbwahrheiten, die noch unglaubwürdiger wirken. Ob dies als effektiv – und vor allem glaubwürdig – bezeichnet werden kann, sei einmal dahingestellt.

3. Spiel mit der Angst?

Hackerangriffe sind ein beliebtes Thema in der Medienlandschaft. Von diesem Thema geht eine gewisse Faszination aus. Auch Aktivismus ist heutzutage “in” und cool. McDonald’s Deutschland kann sich diesem Trend wohl nicht entziehen. Wir finden: Hacktivism und damit zivilgesellschaftliches Engagement für plattes Marketing zurecht zu biegen, ist ziemlich unpassend.

 

4. Stimmungsbild auf Twitter

Von wenigen Tweets unter dem Hashtag #pvuikenntdiewahrheit sind nur drei nicht werblich – eine schlechte Bilanz. McDonald’s Deutschland schafft es nicht, eine Welle an Tweets auszulösen, unter der die bezahlten Tweets untergehen würden. Influencer twittern unter dem Hashtag und drücken ihr Erstaunen aus. Aber ernsthaft: Hier wird mit Fake-News gespielt und dann braucht es noch den Push bezahlter Tweets? Die verlieren natürlich an Wirkung, da sie mit #werbung und #anzeige getaggt sind. Hier spielt die Gesetzgebung McDonald’s Deutschland leider nicht in die Karten und erzeugt ein nicht ernstzunehmendes Bild vom Hackerangriff.
Auch die Antwort von McDonald’s auf unseren Tweet lässt viele Fragen offen.

 

5. Gespielte Unfähigkeit zu Kommunizieren

Die Unfähigkeit zu Kommunizieren ist nötig, damit sinnvoll auf bezahlte Werbepartnerschaften – sprich Influencer – zurückgegriffen werden kann. Insofern können wir zumindest strategische PR-Planung und Instrumenten-Palette als nahrhaft und abwechslungsreich bezeichnen.

Tweet von "Meike_Fe"
P.V.U.I. zeigt sich aktiv auf Twitter
Tweet von "ChristTezz"
(10:29 Uhr und 9:48 Uhr) @ChrisTezz befragt seine Follower

 

Tweet von "DenisHartwig"
(8:46 Uhr) @DenisHartwig beteuert die Wahrhaftigkeit
Tweet von "MarcelScorpion"
(10:05 Uhr) @MarcelScorpion zeigt sein Unverständnis

Und danke für die Warnung vor einem halben Jahr, McDonald’s! Wir glauben zum Glück nicht alles, was im Internet steht.

“Pvui”, ist das verwerflich?

 

Update vom 15.11.2017:

Nachhaltigkeit ist nicht nur bei Burgern ein Problem. Wir fragen uns, was der letztendliche Sinn hinter diesem Höhepunkt der Kampagne war. Diese startete schon Anfang des Jahres und spielte mit den Mythen und Halbwahrheiten um den Konzern. Der suggerierte Hack diente als Aufmerksamkeitsmagnet, um die Zuschauer für den abends stattfindenden Livestream zu generieren, der zur Aufdeckung der “Wahrheit” dienen sollte.

Die Schwierigkeit: Auf uns wirkte dies als reine Selbstbeweihräucherung und nicht, um einen ernsthaften Umgang mit Problemen und Vorurteilen darzustellen. Die Szenerie wirkte zu gestellt und die Realität bis hin zur Lächerlichkeit verzerrt. Zudem stellt sich die Frage, was der letztendliche Mehrwert dieses Livestreams ist. Die gezeigten Informationen sind nicht unbekannt – nur neu verpackt – und das noch von Managern des Burgerriesen. Wir erinnern uns: Das Script begann mit einem gefakten Hackerangriff. Den Bogen zwischen diesen Akteuren verstehen wir nicht wirklich.

Ob diese Kampagne nun schlussendlich den gewünschten Erfolg für McDonald’s Deutschland bringt, wird sich noch zeigen und ist von außen kaum zu beurteilen. Was bis dato aber für uns im Vordergrund steht, ist eine fragwürdige Kommunikationsstrategie, die auf Fake News und Halbwahrheiten basiert.

Ach ja: Als zusätzlichen Tritt in das Fettnäpfchen startete McDonald’s seine Kampagne ausgerechnet am Weltdiabetestag.

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16 Tipps für die perfekte Event-Kommunikation

Wir onkomms im 4. Semester haben die letzten Wochen und Monate sehr viel über Content Strategy gelernt. Von verschiedenen Content Typen, über den Ablauf eines Content Audits und Message Architecture bis hin zur Erstellung von eigenen Konzepten und Durchführung der Kommunikation von zwei Branchenevents – wir beschäftigten uns mit einer großen Bandbreite an Themen in diesem Bereich. Der Fokus lag vor allem auf der Planung und Durchführung von Event-Kommunikation, bei der wir sehr viel ausprobieren und lernen konnten. Deswegen folgen nun meine 16 Tipps für die perfekte Event-Kommunikation. Garantiert auf Stresssituationen und spontane Änderungen geprüft. 😉

Alle Tipps beziehen sich auf die Event-Kommunikation aus Sicht des Vertreters eines Unternehmens, der die Veranstaltung als Besucher erlebt. Für Event-Kommunikation als Veranstalter einige der Tipps jedoch auch hilfreich.

 

Wann eignet sich Event-Kommunikation für wen?

Viele Vertreter eines Unternehmens besuchen regelmäßig externe Veranstaltungen wie Konferenzen, Barcamps oder Messen. Die große Anzahl an interessanten Informationen, Geschichten und Ideen, die hier ausgetauscht werden, sind für eine Zielgruppe weit über die Zahl der Teilnehmer hinaus relevant. Es sollten also nicht nur die Veranstalter sondern auch die Besucher dieser Events die Chance nutzen, von diesem zu kommunizieren.

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Besonders gut für die Berichterstattung eignen sich wichtige Branchenevents. Vor allem kleinere Firmen und Selbständige nutzen diese, um ihren Expertenstatus zu zeigen und Aufmerksamkeit von Branchenkollegen zu erlangen. Allerdings eignet sich eine Event-Kommunikation aus Sicht des Besuchers einer Veranstaltung auch für größere Unternehmen. Die Möglichkeiten, qualitativ sehr hochwertigen Content wie beispielsweise einen kleinen Clip des Events zu veröffentlichen, sind für diese eher gegeben. Vor allem wenn man nicht nur Unternehmensvertreter als Besucher zum Event schickt, sondern selbst ausstellt oder einen Vortrag hält, ist Event-Kommunikation unverzichtbar.

Bei großen Unternehmen eignet sich die Berichterstattung von einem Event auch für die interne Kommunikation. So erfahren alle Mitarbeiter, die nicht teilnehmen konnten, für die das Thema jedoch eine Relevanz hat, die wichtigsten Informationen.

 

Die erste Phase – Vorbereitung ist die halbe Miete

1. Ziel und Zielgruppe

Im wichtigsten und zugleich ersten Schritt muss die Zielgruppe, sowie das Ziel der Kommunikation bestimmt werden. Für Fachthemen interessieren sich meist Branchenkollegen, aber noch lange nicht alle Follower. Die zu bespielenden Kanäle müssen also mit großer Sorgfalt ausgewählt werden.

 

2. Identität

Abgesehen von der Corporate Identity des Unternehmen als Ganzes, sollte für diese Kommunikation nochmal genau festgehalten werden, wie man sich präsentieren möchte – sprich, mit welcher Identität man auftritt. Diese wird an die Vorlieben der Follower und den Konsens der Veranstaltung angepasst.

 

3. Aufgabenverteilung

Danach geht es an die Planung der Aufgabenverteilung. Je nach Konzept der Kommunikation können einige Mitarbeiter an dieser beteiligt sein oder eine Person managt alles alleine. In jedem Fall muss klar sein, wer zu welchem Zeitpunkt welche Rolle einnimmt und wie der Ablauf geplant ist. Auch die Gewichtung der verschiedenen Medien oder Kanäle muss feststehen. Wenn mehrere Personen beteiligt sind, sind auch Führungsrollen zum Beispiel in Form einer Chefredaktion eine riesige Hilfe bei einem möglichst reibungsfreien Ablauf.

 

4. Konzept verinnerlichen

Um eine einheitliche Kommunikation zu gewährleisten muss das Konzept der Event-Kommunikation, jedem Kommunikator bewusst sein. Ein detailliertes Briefing bei einer größeren Gruppe oder übersichtliche Notizen der eigenen Ideen bei einer „One-Man-Show“  eignen sich hier hervorragend.

 

5. Inhalte auf Nutzer anpassen

Um Abwechslung in die Kommunikation zu bringen, sollten schon vor dem Event verschiedene Formate für jeden Kanal überlegt werden. Da die Nutzer bestimmte Kanäle bevorzugen, sich die Followerschaft also in ihren Vorlieben für Content unterscheidet, kannst du auch unterschiedliche Strategien für jeden Kanal in Betracht ziehen. So gehen die Inhalte immer auf die Bedürfnisse der Follower ein und zeigen ggf. verschiedene Sichtweisen.

Material-Event-Kommunikation

6. Material vor Einsatz testen

Mein letzter Tipp für die Vorbereitung der Event-Kommunikation ist so simpel wie auch wichtig: Das gesamte Material, das bei der Kommunikation zum Einsatz kommt, sollte davor gecheckt werden. Sowohl Geräte wie Kamera, Mikrofon und Smartphone als auch Login Daten und Apps. Wenn alles einwandfrei funktioniert kann es los gehen!

 

Vor Ort – erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

7. Fokussiert bleiben

Auf der Veranstaltung selbst solltest du aufpassen, dich nicht zu sehr in dieser zu verlieren. Geplantes, strukturiertes Kommunizieren ist gefragt: das Ziel, sowie deine Zielgruppe müssen immer im Hinterkopf sein. Das bedeutet nicht, Stimmung, Inhalte und Kontakte auf der Veranstaltung nicht zu genießen und aufzunehmen. Es ist nur wichtig, keine Nichtigkeiten mit den Follower zu teilen, sondern einen Mehrwert zu bieten und dem geplanten Konzept zu folgen.

 

8. Cross-Promo

Für eine Bekanntmachung der eigenen diversen Kanäle empfiehlt es sich, auch untereinander auf diese aufmerksam zu machen. Vor allem, wenn verschiedene Mitarbeiter diese bespielen und somit eine persönlichere Noten geben können, ist der Reiz groß, die Veranstaltung aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen. Außerdem können somit neue Follower gewonnen werden, die davor nur einem der Kanäle folgten.

 

9. Interne Kommunikation

Ein organisatorischer Tipp: Es sollte einen einheitlichen, bereits zuvor implementierten Kommunikationskanal für die interne Kommunikation aller Mitarbeiter auf dem Event geben. Dieser eignet sich idealerweise für direkte und schnelle Absprachen, kann Dateien leicht versenden und vor allem von allen einheitlich genutzt werden. Für spontane Fragen muss jeder schnell erreichbar sein.

WhatsApp-Event-Kommunikation-Tool-interne-Kommunikation    Slack-Event-Kommunikation-Tool-interne-Kommunikation

10. Interaktion mit Followern

Kommunikation hat immer mehrere Seiten. Das solltest du auch bei der Event-Kommunikation nicht vergessen. Es gilt also nicht nur selbst zu veröffentlichen, sondern auch zuzuhören, was die anderen Teilnehmer, Follower oder Interessierte im Internet so schreiben, sagen oder zeigen. Interaktion ist gefragt und zu dieser kann auch gerne angeregt werden. Auf Reaktionen aus dem Netz einzugehen, sie zu teilen oder Fragen zu beantworten, verbessert die Beziehung zu den Follower und erhöht die Authentizität.

 

11. Abwechslungsreiche Formate

Wie schon im Teil über Vorbereitung erwähnt: Abwechslung in der Kommunikation macht Spaß und ist interessanter als immer gleiche Beiträge. Verschiedene Formate hast du idealerweise schon im Voraus geplant, aber natürlich kann auch spontane Inspiration genutzt werden. Diese ist oft sogar noch passender und echter.

 

12. Spontan und flexibel sein

Event-Kommunikation ist Live-Kommunikation. Es kann also immer wieder Unvorhergesehenes passieren. Um sich diese Situationen nicht anmerken zu lassen, ist ein Plan B in der Hinterhand unerlässlich. Hier ist auch die reibungslose interne Kommunikation eine große Hilfe. Wenn eine Session, von der man sich viel erhofft hat, total langweilig ist und man nichts Sinnvolles daraus an die Follower weitergeben kann, sollte jemand anderes spontan von einem anderen Ort der Veranstaltung einspringen können.

 

Nach dem Event – tiefergehende Inhalte, aus Fehlern lernen und am Ball bleiben

13. Aufwändigere Contentformen

Event-Kommunikation-Celebrate-Content-cosca17-Blogpost

Das Event ist vorbei, ist die Arbeit nun getan? Nein, jetzt fängt die intensivste Arbeit erst an. Aufwändigere Contentformen wie Artikel, Video oder Podcasts lassen sich während eines Events vorbereiten, aber oft aus Zeitnot nicht fertigstellen. Also sollte es jetzt ans Schneiden, Recherchieren, Schreiben und Veröffentlichen der fertigen Ergebnisse gehen. Hier erreicht man nochmal eine andere Zielgruppe, kann mit Expertise glänzen und andere Branchenvertreter intensiv einbinden (z.B. in Form eines Interviews).

 

14. Schau was die anderen veröffentlicht haben

Durch ein bisschen Recherche kannst du dir etwas Arbeit ersparen und qualitativ hochwertige und vollständige Inhalte bieten, wenn man auf Folien von Präsentationen, Bildmaterial oder Live-Mitschnitte, die hochgeladen wurden, verweist. (Hier gibt es beispielsweise eine solche Auswahl vom Cosca17.)

 

15.  Vergiss das Community Management nicht!

Auch wenn die Veranstaltung vorbei ist, gibt es vielleicht noch die ein oder andere Rückfrage oder Anmerkung von deinen Followern. Geh auf diese ein, liefere ggf. noch Content oder Informationen nach und bedanke dich für Rückmeldungen. Stell dir vor, die Veranstaltung wäre deine Geburtstagsfeier in deiner Wohnung gewesen. Dann antwortest du auch deinen  Freunden, die sich für den schönen Abend bedanken. Oder du fragst alle Gäste, wem die gelbe Jacke gehört, die du noch in der Küche gefunden hast. Genau so solltest du dich um deine Follower kümmern. Natürlich nicht nur nach der Event-Kommunikation, sondern auch sonst immer.

 

16. Aus Fehlern lernen

Mein letzter Tipp ist die sorgfältige Nachbesprechung im Team. Fehler passieren. Vor allem bei Live-Kommunikation gehört das zur Normalität. Auch wenn etwas nicht nach Plan verlief, ist das überhaupt kein Grund das Projekt als Misserfolg zu sehen. Wir machen Fehler, um aus ihnen zu lernen. Also auf in die Nachbesprechung mit dem Team, alles, was schief lief, offen und ohne Vorwürfe ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen, wie man es nächstes Mal vermeiden oder besser machen kann.

Team-cosca17-Event-Kommunikation

Wenn du diese Tipps vor, während und nach dem nächsten Event anwendest, von dem du berichtest, ist ein guter Ablauf garantiert. Das Team der PR-Fundsachen hat sie während der re:publica 17 sowie dem Content Strategy Camp 2017 getestet, angewendet und für gut befunden. Man kann jedoch immer verbessern, deswegen gilt hier bei der perfekten Event-Kommunikation wie bei jedem anderen Prozess:

 

Try, learn, adapt and repeat.

 

Quellen: xing-events.com | event-partner.deklenkhoursch.de | haufe-akademie.de

Bildquellen: iconfinder.com | pexels.com | PR-Fundsachen Flickr (©Alina Drewitz)

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Der Weg zur authentischen Kommunikation

Jeder Mensch spielt verschiedene Rollen – fast wie in einem Theaterstück. Doch wie ist authentische Kommunikation im Social Web dann überhaupt noch möglich?

Es gibt verlässliche Rollen, wie die Rolle der Mutter oder die Rolle des Freundes und bei jeder dieser Rollen gibt es eine gewisse Art und Weise, wie man ihr gegenübertritt. Stellt euch vor, ihr würdet mit eurer Mutter bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und euch so verhalten, wie ihr es gegenüber euren Freunden bei einem abendlichen Bier tun würdet. Eine wie ich finde, eher unangenehme Vorstellung.

Doch wie ist das dann im Social Web, wenn wir im realen Leben schon mehrere Rollen einnehmen? Was empfinden wir dort als glaubwürdig und authentisch? Vor allem bei Personen, die uns eigentlich fremd sind?  Genau das hängt von der Kommunikation ab, die bereits stattgefunden hat. Beim Vortrag auf der re:publica von Konrad Langer und Oliver Brügmann von visumate GmbH erzählte Langer von seinem privaten Instagram-Account “konaction”. Sein Stil zeichnet sich aus durch  geometrische Formen, Stadtbilder und dem Spiel mit Farben und Kontrasten. Bevor er seinen Account zeigte, wurde ein Bild von ihm und dem Hund seiner Freundin in der Küche gezeigt (siehe Abbildung). Seine Frage dazu war, ob es authentisch wäre, dieses Bild auf seinem Account zu posten. Der erste Gedanke dabei war natürlich, dass nichts mehr Authentizität ausstrahlt als so ein Schnappschuss. Doch das ist nicht richtig. Dieses Bild würde nicht zu seiner Bildsprache und der sonstigen Kommunikation passen. Es würde die Erwartung seiner Follower nicht erfüllen. Dementsprechend wäre es nicht authentisch und nicht glaubwürdig. Es ist also wichtig, einem Stil treu zu bleiben und diesen wie einen roten Faden durchzuziehen.

Konrad Langer zusammen mit dem Hund seiner Freundin

Achtung: Stories können auch nach hinten los gehen

Mittlerweile gibt es nicht nur Snapchat- (siehe Mit den Followern im Bett – Storytelling auf Snapchat) und Instagram-Stories, sondern auch Facebook- und sogar Whatsapp-Stories. Wenn man diese richtig nutzt, kann es die authentische Kommunikation steigern und Neuigkeiten können damit schnell und effizient verbreitet werden. Durch diesen Firsthand Content kann zwar ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden, jedoch sollte man gut aufpassen, denn manchmal ist weniger mehr. Wer hat schon Lust, ewig lange Stories von einer unbekannten Person oder einem Unternehmen durch zu klicken? Vor allem im Hinblick darauf, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Social Web sehr gering ist. Wenn man zu viele Stories postet, kann das ins Belanglose abrutschen und vielleicht sogar zum Abspringen der Follower führen. Die Story sollte nicht einfach genutzt werden, nur weil es diese Funktion gibt. Vielmehr sollte sie einen Nutzwert haben und dem oben genannten roten Faden folgen. Konrad Langer dazu:

“Oft gibt es da eine klare Diskrepanz zwischen den auf Instagram gezeigten, durchgestylten, durchgeplanten Content und dem was dann in den Instagram-Storys gezeigt wird, wo dann auch so ein bisschen Luftleerer Raum gelassen wird, was mir das jetzt als Nutzwert bringt”

Die Zielgruppe hat die Hosen an

Es ist nichts Neues, wenn ich schreibe, dass die Zielgruppe das höchste Gut für ein Unternehmen ist. Sie ist letztendlich ja auch diejenige, die eine Leistung oder ein Produkt in Anspruch nimmt und dafür bezahlt. Deswegen sollte man sich immer vor Augen führen, was die Zielgruppe will und was sie anspricht. Damit das Unternehmen die Wünsche kennt und seiner Zielgruppe auch einen Mehrwert bieten kann, können Zielgruppen-Studien für Unternehmen sehr hilfreich sein. Zudem kann man durchaus auch über das Social Web die Follower fragen, was für sie relevant ist und was sie sich wünschen.

Doch auch Algorithmen können dabei helfen, zu zeigen, was relevant ist. In dem Artikel “Kommunikation im Netz – Recap von der republica 2017” von Cathrin Tusche, schreibt die Autorin, dass bei Facebook- und Instagram-Algorithmen bestimmen, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Des Weiteren schreibt sie, dass nur der Content als relevant gilt, welcher in kürzester Zeit oft geliked, geteilt, kommentiert oder gespeichert wurde. Auch wichtig ist die Verweildauer auf Social Media-Posts. Wenn man sich also mit einem Post längere Zeit beschäftigt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es sich um relevanten Content handelt und es werden zukünftig ähnliche Inhalte gezeigt.

Wiedererkennbarkeit durch Alleinstellungsmerkmale

Wer sich von der Masse abheben möchte, sollte einen Unique Selling Point (USP) haben. Zuallererst sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür man stehen will und für was nicht. Eine eigene Tonalität und eine einheitliche Visualisierung können eine Wiedererkennbarkeit schaffen. Wenn der Content dazu noch nachhaltig ist, ist man auf der sicheren Seite.

Edeka wurde in dem Vortag als ein best-practice Beispiel genannt: Das Unternehmen nutzt Instagram, um dort Essen, Getränke sowie Rezepte zu posten.

Die Macht der Influencer

In einem Zitat, welches Konrad Langer und Oliver Brügmann von Scott Cook mitgebracht hatten, heißt es:

“A brand is no longer what we tell the consumer it is – it is what consumers tell each other it is”

Man glaubt also nicht mehr der Werbung, sondern geht lieber online und liest sich Produktbewertungen durch oder sieht sich Videos an, in denen die besagten Produkte getestet werden. Man vertraut am meisten den Menschen, die so sind wie man selbst. Die meisten Social Media Influencer haben zu ihrer Community schon eine enge Beziehung. Sie können Botschaften meist glaubwürdiger vermitteln als die Unternehmen selbst. Auf Social Media ist es generell sinnvoll, immer erst eine Beziehung zu seinen Followern aufzubauen und danach Emotionen zu wecken. Denn man reagiert ganz anders auf Botschaften, wenn bereits eine Beziehung aufgebaut wurde, als wenn man sie von einer fremden Person mitgeteilt bekommt. Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, dass ein Influencer die eigene Marke repräsentieren soll , muss auch ein Influencer ausgewählt werden, der schon mit der Marke in Berührung kam und diese verkörpert. Er sollte an die Marke und deren Zielgruppe angepasst sein, ansonsten wäre es nicht authentisch.

Doch nicht nur Influencer bringen Glaubwürdigkeit rüber, sondern auch User Generated Content ist hierfür sehr gut geeignet. Wenn ein Kunde zufrieden mit einem Produkt ist und das mit der Welt teilt, ist das schon mal sehr positiv. Wenn man diesen Post dann als Unternehmen auf den eigenen Seiten publizieren kann, steigert das die Authentizität. Manchmal bekommt man dadurch auch eine tolle Geschichte zu dem Post mitgegeben und kann Erlebnisse miteinander teilen.

Das Wichtigste zum Schluss

Es gibt vieles, was man machen kann, um authentischer zu kommunizieren. Zum Abschluss hat Oliver Brügmann es nochmal auf den Punkt gebracht. Er sagte, dass an erster Stelle zwar immer eine Strategie stehen muss, jedoch im Mittelpunkt die Geschichte steht, welche von innen nach außen getragen wird. Man kann daraus Themen ableiten, wie auch die Protagonisten bestimmen und die Formate entwickeln. An letzter Stelle stehen die Kanäle und in dem Zusammenhang die Content-Formate, die dort adaptiert werden und letztendlich zielgruppenspezifisch verbreitet werden.

Die wichtigsten Punkte haben die Vortragenden nochmal in eine Visualisierung gepackt.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für authentische Kommunikation

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Flashback re:publica 2017: “Neutralität ist eine Illusion”

Schiwa Schlei vom WDR
Schiwa Schlei vom WDR (rechts)

Wir haben für euch auf der re:publica 2017 Kübra Gümüsay Sascha Lobo, Magdalena Rogl und andere Netzpersönlichkeiten vor die Kamera bekommen. Wir haben sie gefragt, was ihre wichtigsten Tipps zum Arbeiten im Netz und für Berufseinsteiger in der Onlinekommunikation sind. Und für diejenigen, die das auf unserem Instagram-Kanal nicht gesehen haben, gibt’s hier hier die wichtigsten Statements im Überblick.

Social Listening

Fangen wir mit Magdalena Rogl an. Für die junge Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland ist bei der Onlinekommunikation das Zuhören besonders wichtig. Aber wieso Zuhören? Ich kann doch meinen Content hinter verschlossenen Türen für meine Zielgruppen recherchieren, aufbereiten und publizieren? Eben nicht! Ein Kind reift in seinem Leben auch erst durch Zuhören, Beobachten, Krabbeln und irgendwann kann es auf eigenen Beinen stehen und laufen. Wenn wir diesen Kreislauf auf einen Onlineauftritt für ein Unternehmen anwenden, erkennen wir, dass das Zuhören (im Fachjargon Monitoring und Listening genannt) die Grundlage darstellt für einen strategischen Auftritt in der Welt der Onlinekommunikation. Ich wage zu behaupten, dass wir online genauer zuhören können als offline. Wir können auf mehr Aussagen von Zielgruppen zugreifen, unsere Schlüsse daraus ziehen und sie vor allem besser kennenlernen. Gerade in der Themenfindung von bevorstehenden Content können Unternehmen durch das Online-Listening die relevanten Themen für Ihre Zielgruppen finden, abstimmen und veröffentlichen. Ansonsten läuft ein Unternehmen Gefahr, mit falschen Inhalten auf seine Stakeholder zuzugehen. Und schließlich gehört Zuhören zu jeder (Kommunikations-)Beziehung. Zusammenfassend: Zuhören und strategische Schlüsse in Bezug auf Content ziehen beugt der Fehlkommunikation vor.

 

 

Die Beherrschung der Social-Media Kanäle

Schiwa Schlei dagegen betont, wie wichtig es ist, die Kanäle, in denen man als Unternehmen vertreten ist, zu beherrschen. Sie ist Content-Chefin für WDR Cosmo und für die Online-Aktivitäten des Senders verantwortlich. Derzeit wirkt sie in dem Projekt “Türkei unzensiert” mit.

Schlei ist der Meinung, dass durch die Beherrschung der einzelnen Social-Media Kanäle erst gutes Marketing und Journalismus betrieben werden können. Ist das so? Definitiv!

Wenn ein Unternehmen sich nicht in den Social-Media-Kanälen auskennt, auf denen es unterwegs ist, besteht das Risiko, mit falschen Formaten auf seine Zielgruppe zuzusteuern. Jeder Kanal hat seine eigene Sprache und Formate. Seine Nutzer haben spezielle Erwartungen. Erst mit einem Verständnis dafür und der Beherrschung der Kanäle erkennt ein Unternehmen, wie es dort seinen Content aufbereiten muss. Dabei muss aber beachtet werden, dass nicht der Kanal bei der Erstellung von Content im Vordergrund stehen sollte. Nach dem Motto: „Ich mache mal Facebook, weil Facebook viele User hat“. Hier sollten die richtigen Nutzer und das Thema im Zentrum stehen.

 

 

 Die Chance durch kontinuierliche Weiterbildung

“Es wird sich ständig was tun” in der Onlinekommunikation. Um  am Puls der Zeit mit seinem Unternehmen zu agieren oder als Mitarbeiter die “richtigen” Impulse in einer Kommunikationsabteilung zu setzen, sieht der PR-Berater und Buchautor  Dominik Ruisinger nur eine Chance, um genau das zu bewerkstelligen: ”kontinuierliche Weiterbildung”. Wir erleben auf Blogs, Twitter und sonstigen sozialen Netzwerken laufend Veränderungen. Des Weiteren kommen immer weitere Kanäle und Technologien hinzu, die für ein Unternehmen eine Chance bieten, sich neu zu positionieren. Die Möglichkeiten dazu muss man jedoch erst erkennen und dazu verstehen, wie Neues funktioniert – lebenslanges Lernen ist der Schlüssel dazu.

 

 

Wachsam und neugierig bleiben!

Sascha Lobo der wohl bekannteste Berater und Aktivist in der deutschsprachigen  Netz-Community hat  für uns eine gleichzeitig schlimme und positive Botschaft und argumentiert ähnlich wie Ruisinger: “Man kann sich nie ausruhen”. Was steckt hinter dieser Aussage?

Lobo hat im zentralen Muster des Internets und der Digitalisierung erkannt, dass Erfolgsrezepte von gestern morgen schon nicht mehr funktionieren können. Aus diesem Grund, so betont er, kann und darf ein angehender Kommunikationsexperte sich nicht ausruhen. Um also erfolgreiche Strategien zu kreieren und etablieren, sollten wir wachsam und neugierig im Internet agieren. Dazu zählt auch, sich selbst und seine Konzepte stetig auf den Prüfstand zu stellen und kritisch zu hinterfragen.

 

 

Es gibt keine Neutralität im Journalismus

Das abschließende Wort hat die Aktivistin und Journalistin Kübra Gümüsay. Sie ist der festen Überzeugung, dass im Journalismus keine Neutralität existiere. Denn niemand sei neutral.

Damit hat sie recht – absolute Objektivität ist eine Illusion –  aber man müsste eine wichtige Aufgabe ergänzen: Auch wenn jede/r Journalist/in eine Position hat, so ist es doch ihre Aufgabe, möglichst viele verschiedene Perspektiven zu Wort kommen zu lassen.

 

 

Abschließend noch eine Feststellung: Wir sind für die Tipps der Profis sehr dankbar und waren begeistert, wie offen und spontan sie uns geholfen haben. Eine solche Offenheit für andere würden wir als einen weiteren wichtigen Punkt sehen für Kommunikationsakteure – online und offline.

tl;dr

Netzpersönlichkeiten aus Journalismus, PR und Beratung haben auf der rp17 angehenden Netzarbeitern wichtige Tipps mit auf den Weg gegeben: Zuhören, Ausprobieren, in Frage stellen und sich seiner Haltung bewusst sein. Wir geben euch einen Überblick.

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Automatisierte Kreativität – wie verändert künstliche Intelligenz die Branche?

Jedes Jahr tauchen neue Technologien oder Trends auf, die die Kommunikationsbranche revolutionieren sollen. Jetzt scheint es jedoch einen Kandidaten zu geben, der dieses Versprechen halten kann: Die künstliche Intelligenz.

Vor nicht allzu langer Zeit schien die künstliche Intelligenz für die Allgemeinheit mehr Science Fiction als Wissenschaft zu sein. Obwohl erste Visionen und Forschungen schon in den 1940ern begannen, erschien ein denkender Computer für die meisten nur wie eine Möglichkeit der Zukunft und keine Tatsache der Gegenwart.

Doch im vergangenen Jahr sorgte plötzlich ein Ereignis für besondere Aufregung: Die von Google programmierte künstliche Intelligenz AlphaGo schlug einen der besten Spieler in dem aus China stammenden, strategischen Brettspiel “Go”. Ziel des Spiels ist es, mit seinen Spielsteinen mehr Gebiet zu umschließen als der Gegner. Mit seinen 4 einfachen Grundregeln hat das Spiel eine wesentlich höhere Anzahl an möglichen Spielzügen als beim Schach. Experten bezeichneten laut Business Insider einen der Spielzüge von AlphaGo als nahezu kreativ.

Go Spielbrett
Eine Partie Go auf dem Spielbrett

Nun scheinen in vielen beruflichen Bereichen alle Augen auf die neuen Entwicklungen von künstlicher Intelligenz gerichtet zu sein. Die größten Unternehmen der Welt, wie zum Beispiel Apple und Google, verkünden Projekte zur weiteren Erforschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Natürlich wurden auch auf der re:publica und der Media Convention in Berlin über jenes faszinierende Thema gesprochen. In einer Diskussion ging es vor allem um die Frage ob künstliche Intelligenz kreativ sein kann. Wenn ja, was bedeutet das für die Kommunikations- und Medienbranche?

Künstliche Intelligenz ist schon länger Alltag als man denkt

Erst bei genauerem betrachten wird klar, wie sehr intelligente Programme schon zu unserem alltäglichen Leben gehören. Durch sie weiß Netflix, welche Filme und Serien dem Nutzer vorgeschlagen werden sollen, Amazons “Alexa” kann dadurch eine bessere Personalisierung bieten, selbstfahrende Autos wie unter anderem von Tesla lernen dadurch im Straßenverkehr zurecht zu kommen. Bilderkennung wird zum Beispiel bei Facebook dazu genutzt, die Bilder auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zugänglich zu machen. Siri kann durch Natural Language Processing auf Fragen antworten und sogar Pinterest arbeitet mit einer künstlichen Intelligenz. Christian Erxleben erklärt, dass die selbstlernende künstliche Intelligenz von Pinterest Bilder und deren Inhalt erkennt und anschließend passende Suchergebnisse für den Nutzer ausspielt und ebenfalls die Anzeigen in den Suchergebnissen auf deren Pins anpassen kann.

Obwohl es vielen nicht bewusst ist, hat sich das Verhalten der Kunden schon den schlauen Programmen angepasst. In einem Artikel für contently.com beschreibt Dillion Baker es als Erwartung:

“[…]our tolerance and our attention span right now as consumers is wildly, wildly, wildly shorter than it used to be. […] You’re dealing with a world where they’re expecting that you know who they are, you can understand their needs, and you can fulfill them in real time.”

Ohne künstliche Intelligenz wären viele dieser personalisierten Optionen in der gewünschten oder erwarteten Geschwindigkeit nicht möglich.

So sehr sie im Leben zu Hause anwesend ist, wird künstliche Intelligenz im Beruf ebenfalls eine große Rolle spielen und das nicht nur in Manufakturen und Fabriken. Auch in der Werbung haben sich schon viele mit dem Thema beschäftigt und erste Versuche in der Zusammenarbeit mit ihr gestartet.

Wie sieht künstliche Intelligenz in der Werbebranche aus?

Die Berühmtheit unter den künstlichen Intelligenzen ist momentan Watson von IBM. Dieser dürfte vielen durch Werbeclips wie diesen bekannt sein, in dem er sich mit Sänger und Songwriter Bob Dylan über seine Texte unterhält. Doch er kann mehr als nur Sprüche reißen. Watson wählte für einen Film von 20th Century Fox, der “zufälligerweise” von einer künstlichen Intelligenz handelt, das richtige Material für einen ansprechenden Trailer aus. Stefan Pfeiffer, der unter anderem im Marketing der IBM Deutschland, Österreich und Schweiz tätig ist, erklärte in der Diskussion “Automating Creativity – How Artificial Intelligence changes Creative Processes” auf der Media Convention Berlin, wie dem schlauen System dies gelang .

Neben Experimenten wie dem Schneiden eines Trailers oder dem Designen eines Kleides hat IBM noch andere Pläne mit seiner künstlichen Intelligenz. Durch Watson Ads soll Werbung interaktiv werden, der Kunde kann selbst die Initiative ergreifen, wenn er sich für ein Produkt interessiert, statt sich nur überreden zu lassen, so t3n.

Es gibt außerdem erste Versuche Werbung auch außerhalb von PC, Handy und Co. zu personalisieren. Eine Allwetter-Kamera mit einem speziellen System wurde in Tokio mit einem zuversichtlichen Ergebnis getestet. Die an einer Autobahn angebrachte Kamera identifizierte eine begrenzte Zahl an Automodellen und ordnete sie dann einer Zielgruppe zu. Anschließend wurde daran abgestimmte Werbung auf eine Außenwerbefläche gespielt. Giuseppe Rondinella berichtet auf Horizont, dass in Zukunft trotz Privatsphäre-Debatte nicht nur das Auto, sondern auch der Mensch erkannt werden kann um ihn dann einer Zielgruppe zuordnen zu können.

Diese Liste könnte noch einige Seiten weitergehen. Ein Poster in London, dass sich durch Eye-Tracking an die Betrachter anpasst, ein Online-Game von Volkswagen in dem man durch Geräusche einen virtuellen Wagen steuert oder eine Kampagne von Toyota in Zusammenarbeit mit Watson, die Facebook-Usern außergewöhnliche Aktivitäten auf Basis ihrer Interessen vorschlägt. Die Ideen scheinen kein Ende zu nehmen und der Einfluss, den künstliche Intelligenz auf die Werbebranche hat und auch in Zukunft haben wird, ist jetzt schon ein heiß diskutiertes Thema.

Schluss mit den langweiligen Aufgaben

Wie in den Beispielen schon deutlich zu sehen ist, spielt künstliche Intelligenz ein großes Thema in der Personalisierung von Werbung. Auch Werbetafeln können jetzt auf einzelne Personen zugeschnitten werden. Chris Pierantozzi von Saatchi LA bezeichnet Werbung, die einzelne Bruchstücke je nach gegebenen Informationen verändert und anpasst, als “flexible storytelling

Olivier Goethals von SapientRazorfish ist jedoch der Meinung, dass man sich mehr auf die Möglichkeiten in der Customer Experience konzentrieren sollte. Durch das System könne das Unternehmen den Kunden besser verstehen und somit zielgerichteter das passende Angebot zum passenden Zeitpunkt liefern. Er behauptet aus Werbung würde dann Service werden. Außerdem solle eine künstliche Intelligenz besser mit großen Mengen an Daten arbeiten können. Auch Henry Schuck, CEO von DiscoverOrg sieht eine Verbindung zwischen den intelligenten Programmen und der Verarbeitung von Daten und behauptet jede Marketingtätigkeit, die mit Daten und datenbasierten Entscheidungen zu tun hat werde früher oder später mit künstlicher Intelligenz in Berührung kommen. Daten-basierte Probleme sind sozusagen die Spezialität von KIs.

Gartner, ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, prophezeit, dass im nächsten Jahr schon ein Fünftel des “business content” von künstlicher Intelligenz produziert werden wird. Schon jetzt werden Texte, die einem bestimmten Aufbau unterliegen von Programmen geschrieben. Auch hier basiert die Aufgabe auf konkreten Daten. Damit könnte die künstlicher Intelligenz einige Jobs ersetzen, heißt es. Doch viele Stimmen entgegnen, dass durch sie auch viele neue Jobs erzeugt werden oder bestehende Berufe einen großen Nutzen von künstlicher Intelligenz davontragen werden. Paul Roetzer argumentiert diese Meinung durch folgendes Beispiel:

“Consider how much time your team spends discovering keywords; planning blog post topics; writing, optimizing, […]. Now imagine if a machine performed the majority of those activities and a marketer’s primary role was to enhance rather than create. […] artificial intelligence is accelerating us toward a more intelligently automated future.”

Damit habe der Mensch mehr Zeit produktiv und kreativ zu arbeiten, denn trockene, aber täglich notwendige Aufgaben werden ihm abgenommen. Der Mensch hat die Ideen, die Maschine führt sie aus und lernt.

Scott Button geht in einem Artikel auf TheDrum noch einen Schritt weiter und spekuliert wie eine KI-Werbeagentur funktionieren könnte. Er beschreibt sie als Beratungsagentur, in der ein intelligentes System nach einzigartigen, preisverdächtigen Werbeideen sucht, während ein anderes diese Ideen auf Authentizität untersucht und somit Feedback an die erste zurückgibt.

Doch immer wenn es etwas Neues gibt, sehen Menschen nicht nur die möglichen Vorteile und Chancen davon, sondern es werden auch mögliche negative Aspekte untersucht.Gerade beim Thema künstliche Intelligenz, das schon so viele Menschen in diversen Filmen erfolgreich geschockt und gegruselt hat. Es gibt einige Probleme, Herausforderungen und Fragen in der Zukunft der künstlichen Intelligenz.

Das Ende der Menschheit?

Natürlich ist die erste Kritik, die meistgestellte Frage: Werden Maschinen die Menschen ersetzen? Doch wie oben schon ausführlich besprochen, fürchten sich nur wenige vor dem Verlust ihres Jobs durch eine künstliche Intelligenz. Trotzdem sind manche, darunter Dave Snyder von Firstborn, der Meinung bestimmte Berufe wie beispielsweise Marketing Manager werden von intelligenten Maschinen eingenommen. Er ist ebenfalls der Überzeugung, dass Zahlen und Daten das große Talent von künstlicher Intelligenz sind.

Künstliche Intelligenz der Roboter
Inwieweit können intelligente Maschinen unsere Arbeit ausführen?

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass diese Systeme nur so gut sind, wie die Daten die sie erhalten. Und sie benötigen viele Daten. Laut Goethals ist eine Abhängigkeit von diesen Daten kritisch, vor allem wenn sie nur wenigen großen Unternehmen gehören und somit die Möglichkeit besteht, dass nur ein KI-Anbieter über alle Daten verfügt.

Diese Unmengen an Daten können auch beim Nutzer einen negativen Effekt auslösen: eine “Über-Personalisierung” durch die künstliche Intelligenz, kann dem Nutzer ein mulmiges Gefühl geben, sodass er sich durch den Dienst unwohl fühlt, so Dillion Baker. Im Gegensatz dazu befürchten Kritiker, dass eine zu einseitige Nutzung des Systems den Kontakt zum Kunden verschlechtern könnte. Goethals meint, nur weil künstliche Intelligenz momentan der Renner ist, sollte trotzdessen auf deren sinnvolle Nutzung geachtet werden: Wenn sie keinen Mehrwert bietet, dann sollte man sie auch nicht verwenden.

Roetzer sieht eine weitere Herausforderung für künstliche Intelligenz in der ungenauen Definition. Durch den Hype werden viele alte Ideen einfach mit diesem neuen Titel geschmückt. Daraus entsteht ein Risiko für den Ruf der Technik, die tatsächlich künstliche Intelligenz ist.

Bei all den Zweifeln und Befürchtungen freut sich Christoph Pleitgen von Wotchit in der oben genannten Diskussion der Media Convention. Er merkt an, dass die Veranstaltung sich vor einigen Jahren vermutlich um das mögliche Ende der Menschheit und des Journalismus angesichts der künstlichen Intelligenz gedreht hätte. Es sei ein Fortschritt mehr darüber zu reflektieren und diskutieren, wie sie die kreativen Prozesse beeinflussen kann.

To be continued…

Es lässt sich heute nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit sagen, wie die Zukunft mit den intelligenten Maschinen und Programmen aussehen wird. Aber alle sind sich sicher: Als kreativer Kopf, Redakteur, Medienunternehmen oder andere medienbezogene Entität wird man in den nächsten Jahren nicht um künstliche Intelligenz herum kommen. Alle sind sich sicher, dass sie unser Leben und unsere Arbeit in vielerlei Hinsicht verändern und vielleicht sogar verbessern werden.  Doch bis jetzt sind sie nur dazu bestimmt das menschliche Können und Wissen anzunehmen, anzupassen und zu nutzen. Auf der Media Convention wird künstliche Intelligenz mehrmals als “creative assistant” bezeichnet. Kreative sollen also mit ihr zusammen arbeiten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Dafür muss man sich jedoch mit den Möglichkeiten auseinander setzen.

Viele Experten empfehlen daher, sich durch Recherche und ständiges informieren auf dem neuesten Stand zu halten. Stefan Pfeiffer schien auf der Media Convention einen noch besseren Vorschlag zu haben: „Play around with it and let it inspire you!“

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Mit den Followern im Bett – Storytelling auf Snapchat

Eine Foto-App, bei der sich Bilder nach 10 Sekunden löschen – wer braucht das schon? Doch Snapchat kann so einiges mehr als das!

Snapchat gibt es mittlerweile seit 2011 und seitdem sind die Nutzerzahlen rasant angestiegen. Auch auf der re:publica war das Thema präsent. Es gab mehrere Sessions zu der App, welche alle sehr gut besucht waren. Doch was ist das eigentlich, dieses Snapchat? Und was macht die App so besonders?

Snapchat Benutzeroberfläche

Mal ganz von vorne…

Snapchat unterscheidet sich von vielen anderen Messaging Diensten durch seinen Aufbau. Statt Textnachrichten werden sogenannte „Snaps“ versendet. Das können Fotos, aber auch Videos sein. Diese sind nur temporär verfügbar, da sie maximal zehn Sekunden angesehen werden können. Da normale Fotos und Videos jedoch nicht besonders spannend sind, können die Snaps noch mit Filtern, Schriftzügen und Malereien „aufgepimpt“ werden. Die Filter werden täglich von Snapchat geupdatet, es kommen neue Filter dazu und ältere verschwinden wieder. So entsteht eine gewisse Dynamik und der Anreiz, die App zu verwenden.

Wem zehn Sekunden zu kurz sind, der kann seine Snaps auch der „Story“ hinzufügen. Stories sind ab der Veröffentlichung 24 Stunden sichtbar und können von allen Snapchatkontakten beliebig oft angesehen werden. Mit den Jahren hat sich Snapchat weiterentwickelt, sodass mittlerweile auch über die App gechattet werden kann. Bei Snapchat gibt es keine Notifications, wenn eine neue Story hochgeladen wurde. Wer up-to-date bleiben möchte, muss also regelmäßig die App checken. Damit passt sich die App dem  Nutzerverhalten der U20-Generation an, die keine Push-Notifications mehr als Anreiz benötigt.

Mit den Followern im Bett

Auf Snapchat ist eine vergleichsweise junge Zielgruppe zu finden. Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt zwischen 14 und 20 Jahren. Anders als bei Facebook und Instagram gibt es auf Snapchat keine Algorithmen und Filterbubbles – und genau das macht Snapchat für viele Blogger, Journalisten und PR-Schaffende so attraktiv.

Sobald man einem Account folgt, wird dessen Story auch definitiv angezeigt. Zudem wird nicht zwischen privaten und öffentlichen Accounts unterschieden. Zwischen den Snapchat-Stories von Freunden taucht somit der Content von gefolgten Marken, Zeitschriften und Stars auf. Da die häufigste Nutzung von Snapchat morgens und Abends in der Horizontalen stattfindet, geht man mit den Followern buchstäblich ins Bett – und kommt ihnen so extrem nah.

Snapchat unterwegs

Ehrlicher und authentischer Content

Da auf Snapchat weder geliked noch kommentiert werden kann, besteht weniger der Druck, etwas zu posten was anderen gefällt. Das führt dazu, dass vorrangig authentischer Content gepostet wird. Seien es Schnappschüsse aus dem Schwimmbad oder lustige Videos mit Freunden – auf Snapchat ist alles möglich, außer gephotoshoppte und inszenierte Bilder. Viele Blogger machen sich das zunutze. Während auf Instagram schicke Selfies und Outfitbilder gepostet werden, findet man auf Snapchat kurze Videos vom Einkaufen im Supermarkt oder der letzten Partynacht, sowie Snaps mit lustigen Filtern über dem Gesicht. Durch Snapchat kann man hinter die Kulissen der scheinbar perfekten Blogger-Welt blicken und seinem Idol ganz nah sein.

Was hat Snapchat mit Storytelling zu tun?

Snapchat kann hervorragend für Storytelling genutzt werden. Allen voran beim Storytelling auf Snapchat ist Eva Schulz. Sie ist Snapchat-Reporterin bei „hochkant“, dem Snapchatkanal von „funk“, einem Online-Format von ARD und ZDF für 14- bis 29-Jährige.

Auf „hochkant“ werden von insgesamt drei Reportern tagesaktuelle News geliefert, sei es von den Wahlen in den USA oder vom Kirchentag in Berlin. Dadurch, dass bei Snapchat alles live ist und die Story publiziert wird, bevor sie überhaupt fertig ist, ist man als User sehr nah dran am Geschehen. Massenfeedback kann man auf Snapchat nicht erwarten, jedoch entstehen über die Chatfunktion oftmals persönliche Dialoge mit den Usern, so Schulz. Zudem ist für den Storyinhaber sichtbar, wer sich die Story angesehen hat und auch wenn ein Screenshot von einem Snap gemacht wurde. Somit hat man einen guten Anhaltspunkt, wie viele Menschen sich die Snaps angeschaut haben. Laut Schulz gäbe es zudem auf keinem Netzwerk so konstruktive und intensive Interaktion mit den Followern wie auf Snapchat. Perfektionismus ist hier nicht notwendig um gute Geschichten zu erzählen. Das authentische und persönliche ist das, was Snapchat wirklich ausmacht.

Schnappschuss von der Media Convention

Was ist zu beachten?

Wenn man nicht gerade Prominent ist, sollte man auf zu viele Selfieaufnahmen verzichten. Maximal dreimal hintereinander sollte das Gesicht in der Story zu sehen sein, spätestens dann muss etwas anderes gefilmt oder fotografiert werden. Sonst wird es für den Follower langweilig, so Schulz. Da die Aufmerksamkeitsspanne bei jugendlichen Nutzern oftmals geringer ist als bei Erwachsenen, sollte auf zu viel Gerede verzichtet werden. Durch die Kürze der Videos sind Erzählsprünge vorprogrammiert. Das sollte man sich zu Nutze machen und die Snaps geschickt zu einer Storyline verknüpfen. Um den Zuschauer nicht zu verlieren ist ein starker Anfang extrem wichtig. Jedoch muss man letztendlich auch einhalten, was man am Anfang verspricht. Um eine gute Geschichte zu erzählen, sollte man grob wissen was man vor hat, welche Geschichte es zu erzählen gibt und auf welche Reise man die Leute mitnehmen möchte. Gleichzeitig sollte man aber auch bereit sein alles über den Haufen zu werfen und Gelegenheiten nutzen, wenn sich beispielsweise zufällig ein Interview ergibt oder Begebenheiten sich ändern. Spontanität ist hier das A und O!

Da fast ein Drittel aller Snaps ohne Ton angesehen werden, ist es sehr zu empfehlen diese zusätzlich  zu beschriften. Zudem gilt: je vielfältiger die Snaps sind, desto besser! Die Filter bieten eine hervorragende Möglichkeit herumzuspielen und zu experimentieren – und auch um mal spontan etwas neues auszuprobieren, denn: nach 24 Stunden ist eh alles wieder verschwunden.

Viel Spaß beim Snappen!

Snapchat-Filter

 

Photocredit:
CC BY 2.0 – Daria Nepriakhina (unsplash.com)

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