re:publica TEN Tag 2

republica-prf-logo

#onkomm goes #rpTEN!

Mittlerweile befinden wir uns im dritten Tag der diesjährigen re:publica und blicken noch einmal zurück auf gestern mit unserer Zusammenfassung von Tag 2. Diese ist natürlich vollkommen subjektiv und an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas überspitzt dargestellt.

 

Alles in allem kann man sagen, dass sich für viele von uns der Eindruck des ersten Tages bestätigt hat: Es werden zwar sehr viele Themen abgedeckt, jedoch geschieht dies bei einer Großzahl der Sessions eher oberflächlich – oder wir haben die falschen Sessions erwischt ;).

 

So wurde bei einem, Vortrag über Contentmarketing tatsächlich erstmal eine halbe Stunde lang erklärt, was genau dies eigentlich ist, statt etwas tiefer in das Thema einzusteigen. Ich hätte mir gewünscht, dass das Thema “Pseudo-Journalismus” intensiver aufgegriffen wird, wie es die Headline eigentlich versprochen hatte. Statt einfach nur Contentmarketing zu verteufeln ohne wirkliche Lösungsansätze zu liefern, hätte man hier eine sinnvolle Debatte über Medienkompetenz in unserer Gesellschaft einbinden können. Natürlich sollten Advertorials gekennzeichnet sein bzw. Brandings für den User schnell sichtbar platziert werden. Auf der anderen Seite wäre uns vielleicht auch schon geholfen, wenn mehr Leute erkennen könnten, wann es sich um gebrandete Inhalte handelt, bzw. anfangen, würden Inhalte auch kritisch zu hinterfragen.

 

Absolut empfehlenswert hingegen war Bernhard Pörksens Session, bei der er eindrucksvoll gezeigt hat, wie gutes Storytelling funktioniert und was es in uns auslöst. Dafür war kein trockener Vortrag vonnöten. Die Ausführungen wurden einfach in diverse unterschiedliche Geschichten eingebaut.  Alles in allem wurde uns gezeigt, wie man mit einer winzigen Geschichte, in die ein Cliffhanger eingebaut ist, die Aufmerksamkeit des Publikums konsequent für sich gewinnen kann. Ich habe kaum Sessions gesehen, bei denen so wenige Zuschauer in ihr Telefon vertieft waren und so aufmerksam zugehört haben.

Danach gab es zur Auflockerung noch eine Art Troll-Session zum Thema Videotext, bzw. was wir vom mittlerweile 35 Jahre alten Videotext als Medium noch lernen können. Im Endeffekt haben wir hier eine halbe Stunde lang gehört, was der Videotext alles kann. Frauke Langguth hat das Ganze aber so amüsant vorgetragen, dass es nie langweilig wurde und man immer hin und her gerissen war zwischen: “Ist das ihr Ernst?” und “Oder macht sie sich gerade über uns lustig?”.

An dieser Stelle einmal ein großes Dankeschön dafür.

 

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass die Session “I’m better than ads – helping journalists make money online“ leider zu einer relativ billigen Verkaufsveranstaltung von Flattr+ geworden ist. Statt tatsächlich auf das Thema einzugehen und in diesem Zuge Flattr+ zu erklären, was mit Sicherheit eine Lösung sein kann, wurde hier nur das eigene Produkt angepriesen. Schade eigentlich, da ich vorher eigentlich ein Fan von Flattr war, jetzt aber ziemlich genervt davon bin.
Nichts desto trotz empfand Ich Tag 2 als sehr spannend und bin neugierig, was wir am Mittwoch noch so erleben.twitter

zu den Kommentaren

re:publica TEN Tag 1

republica-prf-logo

#onkomm goes #rpTEN!

Letzte Woche haben wir angekündigt, dass wir uns aufmachen die re:publica zu besuchen und natürlich auch davon zu berichten. Jetzt ist der erste Tag vorbei, die erste Euphorie hat sich gelegt und wir wollen ein kurzes Zwischenfazit ziehen.

Snapchat, Snapchat, Snapchat aber natürlich auch Netzpolitik und das Ganze abgerundet mit Sascha Lobo. So würde ich den ersten Tag zusammenfassen. Ein wenig erschreckend finde ich dabei, dass obwohl man in jeder zweiten Unterhaltung und in sehr vielen Vorträgen den Namen der Selfie-Chat-App hört, scheinbar immer noch fast keiner so richtig verstanden hat wie die ganze Nummer funktioniert. Dass man als Kommunikationsbranche voller Mitt­vier­zi­ger aber ungefähr so Nah am eigenen Produkt ist, wie die deutsche Automobilbranche an der erfolgreichen Entwicklung eines Elektroautos muss aber auch jedem klar sein.

Doch genug gemeckert, sehr gut gefallen haben mir die verschiedenen Sessions zum Thema Netzpolitik. Ob es dabei nun um TTIP-leaks ging, die wir in einem extra Blogbeitrag noch bearbeiten möchten, oder die Infrastruktur in Deutschland. Ich finde es gut und wichtig, dass diese Themen auf einer großen Bühne wie der re:publica angesprochen und von einer Community die sich damit tagtäglich auseinander setzt, diskutiert werden.

Eines meiner persönlichen Highlights am Tag eins war die Session über das Leben in der Infosphäre mit Luciano Floridi, bei dem Edward Snowden live als Guestspeaker via Hangout zugeschaltet wurde. Selbst wenn die Inhalte für jeden, der sich ein wenig mit der Geschichte von Herrn Snowden befasst hat, nichts Neues waren, war es trotzdem ein besonderes Erlebnis ihn live sprechen zu hören.

Zum Abschluss des Tages gab es dann noch die obligatorische Sascha-Lobo-Session, bei der dieser in seiner unverwechselbaren Art die aktuelle Onlinebranche skizziert hat und unter dem Motto „trotzdem“ alles in allem dazu geraten hat am Ende des Tages optimistisch zu bleiben und die digitale Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

zu den Kommentaren

Onkomm-Studierende berichten von der re:publica TEN aus Berlin


republica-prf-logo

#onkomm goes #rpTEN! Studierende des Studiengangs Onlinekommunikation fahren zur re:publica nach Berlin, um von der größten Digitalmesse der Welt zu berichten.

Besonderes Interesse gebührt hierbei Vorträgen unter dem Gesichtspunkt der Content-Strategie: Wie können multimediale Inhalte in strukturierte Bahnen gelenkt werden? Wie kann man technische Algorithmen für die Contentproduktion nutzen? Und was passiert eigentlich auf Snapchat, wenn der Medien-Hype vorüber ist?

Content-Strategie auf der #rpTEN

Der Studiengang Onlinekommunikation setzt sich mit Themen aus den Schwerpunkten Online-PR, Online-Marketing und Corporate Learning auseinander. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Pleil findet dieses Sommersemester das Seminar Content Strategy statt. Die Exkursion zur re:publica verspricht Einblicke in aktuell diskutierte Themen der digitalen Gesellschaft. Im vergangenen Jahr waren über 850 SpeakerInnen aus 80 verschiedenen Ländern auf der Bühne. Mit zuletzt über 7.000 BesucherInnen ist die Messe ein wichtiger Faktor für den Internetstandort Deutschland.

Auf PR-Fundsachen versuchen wir die vielfältig angebotenen Talks, Workshops und Seminare zum Thema Content-Strategie abzubilden. Natürlich können wir nicht allumfassend von der Messe berichten – vielmehr möchten wir auf die inhaltlichen Überschneidungspunkte der re:publica und unserem Studiengang eingehen. Vom 2. – 4. Mai bloggen wir auf PR-Fundsachen über die von uns besuchten Vorträge. Ausgewählte Texte werden zudem auf unserer Publikation “Wandel durch Content-Strategie” auf Medium veröffentlicht. Beiträge zur re:publica erkennt ihr an unserem neuen #rpTEN-Banner.

Livekommunikation über Snapchat

Aber wir wären nicht Studierende der Onlinekommunikation, wenn die sozialen Medien leer ausgehen würden: Deswegen begleiten wir unsere Exkursion zur re:publica sowohl auf Facebook, Twitter sowie – ganz taufrisch – ab sofort auf Snapchat.

pr-fundsachen-snapchat

Wer dieses Jahr nicht auf der Messe ist, aber Lust hat, immer auf dem Laufenden zu bleiben, behält am besten die Hashtags #onkomm und #rpTEN im Auge. Über die Hashtags werden wir auch eventuelle Treffpunkte kommunizieren.

Stay tuned und wir sehen uns im nächsten Blogbeitrag!

zu den Kommentaren

Deutsche Bahn: Von der kanalzentrierten zur themenzentrierten Content-Strategie

Nico Kirch im Interview
Nico Kirch im Interview

Die Deutsche Bahn AG (DB) erlebt seit 2013 einen Wandel in ihren Kommunikationsabteilungen. Wir, die PR-Fundsachen, haben Nico Kirch von der DB zum Wandel ihrer Kommunikationsstrategie interviewen können. Wir sprachen über den Umgang mit Content und die dahinter stehende Content-Strategie, über die damit verbundenen technischen Aspekte und die fachlichen Kompetenzen der einzelnen Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung.

Nico Kirch (@nico_kirch) hat an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Dienstleistungsmarketing studiert. Seit Mitte 2013 ist er Social Media Manager für den Personenverkehr der Deutschen Bahn. Privat organisiert er den Twittwoch Rhein-Main.

Können Sie uns kurz Ihre Aufgaben und Arbeitsweise bei der Bahn beschreiben?

Vorab: Ich arbeite nicht in einer klassischen Kommunikationsabteilung. Ich bin im Online-Vertrieb bei der Bahn tätig: Wir arbeiten als Dienstleister für den Personenverkehr, sprich für den Fern- und Nahverkehr. Wir sind für alles verantwortlich, was im Digitalbereich für den Personenverkehr passiert. Dazu gehören bahn.de, inside.bahn.de, die App DB Navigator, die Social-Media-Strategie sowie die Social-Media-Auftritte des Personenverkehrs und alles, was mit Onlinebuchung und -auskunft zu tun hat. In unserem Haus sind außerdem die Influencer Relations für den Personenverkehr angesiedelt. Zu den Aufgaben gehören auch die Weiterentwicklung des Content-Management-Systems und der Customer-Engagement-Plattformen: Das ist erstmal eine Service Community. Bei inside.bahn.de stellen wir Hintergrundinformationen zur Verfügung. Ich bin für die Strategie und technische Weiterentwicklung dieser Customer-Engagement-Plattformen zuständig. Dadurch habe ich viele Schnittstellen zu den Redaktionen, die die Inhalte für die Plattformen erstellen. Bei der Bahn gibt es noch eine Abteilung für die Marketingkommunikation des gesamten Konzerns. Hinzu kommt das Kampagnenmanagement, das für alle großen Marketing-Kampagnen zuständig ist, sei es TV, Plakat, Radio und Online. Eine weitere Abteilung verantwortet die klassische Pressearbeit.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Zuerst schaue ich in meine diversen Tickettools. Wir arbeiten mit externen als auch mit internen Anbietern und Dienstleistern zusammen. Also geht der erste Blick in diese Tickettools, um zu schauen, welches Ticket der jeweilige Anbieter und Dienstleister bearbeitet, was die technische Weiterentwicklung betrifft und wo es noch Rückfragen gibt. Gegen 9 Uhr setzen wir uns zusammen mit der Redaktion: Dort wird besprochen, was wir gestern gemacht haben und was heute zu tun ist. Anschließend geht es ans klassische Abarbeiten aktueller Aufgaben sowie langfristiger Aufgaben strategischer Natur. Gestern beispielsweise haben wir viel über Twitter diskutiert und wie wir diesen Kommunikationskanal weiterentwickeln können.

Durch den Wandel in der Kommunikationswelt wird immer mehr Content geniert und Expertise gefordert. Wie beurteilen Sie den Umgang mit Content bezogen auf Ihr Unternehmen?

Bezogen auf die Customer-Engagement-Plattformen, sprich Facebook, Twitter, Google+, YouTube und inside.bahn.de, hat sich in den letzten zwei Jahren viel gewandelt. Wir kommen aus einer starken kanalzentrierten Strategie. Facebook stand im Mittelpunkt, und Inhalte wurden zumeist mit Fokus hierauf entwickelt. Vor zwei Jahren haben wir entdeckt, dass diese Strategie nicht mehr die Richtige für uns ist.
Aus verschiedenen Gründen: Einmal wird viel Geld in die Contentproduktion gesteckt – für Content, der sehr kurzlebig ist. Der Content ist so gut wie nicht durchsuchbar, nicht bleibend – dagegen steht der Aufwand meist nicht im Verhältnis.
Also haben wir uns zusammengesetzt und uns gefragt: Wie müssen wir unsere Content-Strategie überarbeiten? Wir sind dann dazu übergegangen, eine themenzentrierte Content-Strategie zu etablieren.

Ein Beispiel: Das Thema „Familienreise mit der Bahn“. Hat man ein solches Thema, wird geschaut, welche Storys hierzu erzählt werden können. Wie zum Beispiel: „Wie findet man als Familie den besten Platz im Zug“ oder „Wo unterstützt mich die Bahn bei der Reise mir meinem Kind“ oder auch sachliche Informationen wie z.B., dass Kinder bis zum 15. Lebensjahr kostenlos mit ihren Eltern oder Großeltern mit der Bahn fahren. Danach wird überlegt mit welchem Format die Geschichte umgesetzt werden kann und auf welchem Kanal diese am besten platziert wird.
In diesem Zuge haben wir einen Content-Hub gebaut, auf dem wir unsere Inhalte platzieren und von dort in die Social-Media-Kanäle verteilen können. Dieser Content-Hub ist mit inside.bahn.de entstanden; die Plattform ist seit einem Jahr online. Dort können wir unter anderem längere Inhalte in verschiedenen Formaten aufbereiten, die durchsuchbar sind.

Gibt es dann einen Chef vom Dienst, der alles auf den Tisch bekommt?

Perspektivisch ja, im Moment noch nicht. Themen, die auf mehreren Kanälen gespielt werden und eine größere Planung benötigen, haben einen Content-Planer, der die Rolle des Chefs vom Dienst einnimmt. Wir haben aber auch das tägliche Geschäft, wenn mal wieder ein Bild auf der Internetseite ausgetauscht oder drei Sätze geändert werden müssen. Wenn sich Konditionen von einem Produkt ändern, wird das niemals über den Tisch des Content-Planers laufen.

Haben sich durch die generellen Anpassungen auch die räumlichen Strukturen geändert?

Durch das starke Wachstum des Online-Vertriebs hat sich die räumliche Situation innerhalb des Hauses geändert. Das war unter anderem auch getrieben durch organisatorische Anpassungen. Heute gibt es eine zentrale Redaktion für alle Kanäle. Vorher hatten wir getrennte Redaktionen, das heißt, eine Redaktion für Social Media, eine für bahn.de und eine Redaktion für so genannte Tochterseiten, die organisatorisch getrennt waren. Räumlich sitzen jetzt auch alle Redaktionen, das Strategie-Team und die Entwickler des Content-Management-Systems direkt nebeneinander.

Müssen sich die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter ändern durch die neuen Strukturierungen?

Was die Kompetenzen betrifft, kommt es darauf an, wie man am Ende die tägliche Arbeit strukturiert. Nur weil es organisatorisch jetzt eine Redaktion gibt, die als großes Team arbeitet und alle Kommunikationskanäle bedient, bedeutet dies nicht, dass jeder Redakteur Inhalte für jeden einzelnen Kanal schreiben können muss. Es wird weiterhin spezialisierte Redakteure geben, die eben für den Newsletter oder auf die Engagement-Plattformen spezialisiert sind. Wenn einer für alle Content-Plattformen spezialisiert wäre, müsste er sich auf mindestens drei bis vier Systemen fit halten. Ich denke, wir fahren besser, wenn wir weiterhin spezialisierte Mitarbeiter haben, ein Thema über alle Kanäle hinwegdenken und so versuchen, die Silos einzureißen.

Was bietet die DB an, um ihre Mitarbeiter auf den Wandel durch die Digitalisierung vorzubereiten? Schulungsmaßnahmen, regelmäßige Workshops, gibt es etwas in dieser Richtung?

Das Thema Digitalisierung hat innerhalb des Konzerns einen hohen Stellenwert. Es wurden über 260 Projekte zum Thema Digitalisierung aufgesetzt in denen betrachtet wird, wie die Digitalisierung unser Kerngeschäft verändert, welche Chancen sie bringt und welche Risiken sich daraus ergeben. Diese Projekte werden von Mitarbeitern der verschiedensten Abteilungen getragen. Dadurch haben wir viele neue Aufgaben im Arbeitsalltag und dürfen auch vieles ausprobieren. Selbstverständlich geht damit auch das Lernen neuer Methoden und Techniken einher. Hierzu gibt es die Möglichkeit DB-interne oder auch –externe Seminare zu besuchen. Das bespricht jeder Mitarbeiter mit seinem direkten Vorgesetzten. Neben Seminaren empfinde ich Barcamps und Konferenzen immer als sehr hilfreich, da der Austausch mit anderen Experten aus dem Bereich sehr wichtig ist.

Wie sieht das Publizieren in die verschiedenen Kanäle bei der Bahn technisch aus?

Für die Engagement-Plattformen benutzen wir ein einheitliches Planungs- und Workflowtool für die Redaktionsplanung und -steuerung. Dort findet die Themenplanung statt und der Prozess wird so gesteuert, wie wir ihn haben wollen – nämlich vom Thema über das Format zum Kanal. Bei anderen Kanälen läuft der Planungsprozess derzeit noch über Excel-Listen. In naher Zukunft ist geplant ein einheitliches Planungssystem für alle Kanäle einzusetzen. Bei den Content-Management-Systemen (CMS) ist es ebenfalls heterogen. Wir haben ein CMS für bahn.de, das eine auf einer Open-Source-Lösung basierende Eigenentwicklung ist und WordPress als CMS für inside.bahn.de. Für Facebook, Twitter und Co. wird das Publizieren allerdings größtenteils über deren eigenen Mechanismen gemacht.

Wie halten Sie sich up to date, um sich in der wandelnden Kommunikationswelt zurechtzufinden?

Das meiste passiert tatsächlich über selbstgesteuertes Informieren oder den Austausch mit anderen. Wie oben schon gesagt bin ich ein sehr großer Freund von Barcamps und von Konferenzen. Klassische Seminare empfinde ich persönlich nur als bedingt hilfreich für fachliche Weiterbildung. Da schätze ich eher den persönlichen Austausch mit Kollegen oder Bekannten, die in der Kommunikationswelt selbst agieren. In sozialen Netzwerken hat man die Chance, sich über diverse Themen mit Nutzern auszutauschen. Des Weiteren lese ich relativ viel in Blogs.

Können Sie uns zum Abschluss noch etwas mit auf den Weg geben, für uns als angehende Onlinekommunikatoren?

Das erste und wichtigste ist, immer möglichst offen an Themen heranzugehen, einen Blick über den Tellerrand zu wagen und zu versuchen Dinge mal anders zu denken. Das ist nicht immer einfach, da hierfür auch bekannte Strukturen aufgebrochen werden müssen. Ich muss mich selbst auch immer wieder selbst daran erinnern, nicht in einen gewissen Trott zu verfallen und alles so zu machen, wie wir es immer schon gemacht haben. Habt den Mut, einmal etwas anderes zu probieren oder auch sich mal mit Kollegen hinzusetzen und zu überlegen: Was können wir da anders machen?“. Das sollte man sich bewahren und sich immer wieder selbst bewusst machen.

Viele sind noch dabei, sich vorzutasten und Sachen auszuprobieren. Das ist das Wichtigste, alles auszuprobieren, sei es auch die verrückteste Idee. Hauptsache, es besteht die Möglichkeit, das Ganze am Ende auszuwerten, um zu erkennen, was passt und was nicht und meine jeweiligen Ziele unterstützt.

Vielen Dank Nico Kirch für die Einblicke!

tl;dr

Nico Kirch von der Deutschen Bahn erzählt im Interview über den Wandel in der Kommunikation. Wir sprachen über seinen Arbeitsalltag, den Umgang mit Content und der dahinter stehenden Content-Strategie, über die Expertise der einzelnen Mitarbeiter und deren Fortbildungsmöglichkeiten, um die Herausforderungen des Wandels bewältigen zu können.

zu den Kommentaren

Eine Videothek der Onlinekommunikation? Wir hätten da eine Idee! [Video]

Es ist vollbracht unser Video zum medienneutralen Publizieren ist im Kasten und da sitzen wir nun in der hessischen Provinz Dieburg und fragen uns, wie wir unseren Schössling in die weite Welt der PR-Community entlassen sollen. Und weil wir sicher sind, dass es da draußen Unmengen guter Erklärvideos gibt, wollen wir die Veröffentlichung gleichzeitig mit einem Aufruf verbinden: Liebe Community, teilt doch bitte Eure liebsten Videos mit uns!

With a little help from our friends

Klar, wir hätten es auch einfach publizieren können. Aber: Bei unserer Recherche haben wir festgestellt, dass Erklärvideos zu einem bestimmten Fachgebiet gar nicht so einfach zu finden sind. Das möchten wir gern ändern: Wir haben uns deshalb dazu entschieden, mit der Veröffentlichung unseres eigenen Videos, auch Euch nach Euren liebsten Videos zu fragen. Dabei soll es natürlich nicht bleiben: Wir sind der Meinung, dass es einen Ort geben muss, an dem solche visuellen Stücke gesammelt werden sollten und wir finden, dass der Name „PR-Fundsachen“ mehr als gemacht dafür ist.

Weil wir gar nicht die Möglichkeit hätten, alle guten Videos zu finden, seid Ihr gefragt. Die Idee: Wir suchen gemeinsam die besten, schönsten, längsten oder knackigsten und liebgewonnensten Erklärvideos in der Community und tragen sie zusammen. Die einzige Regel: Es soll (wie der Name bereits verrät) um PR-Fundsachen gehen, also um Themen rund um PR, Marketing, digitale Kommunikation, Social Media und dieses #neuland.

Zur Inspiration haben wir bereits drei Lieblinge in die Playlist gepackt und freuen uns ab jetzt auf Eure Unterstützung.

Heute möchten wir also gleich auf zweierlei Dinge aufmerksam machen: Zum einen auf unser in Eigenproduktion entstandenes Video „Kommunikationsabteilungen im Wandel: Medienneutrales Publizieren“ sowie auf den neuen Youtube-Channel der PR-Fundsachen.

Video medienneutrales Publizieren
Unser in Eigenproduktion entstandenes Video

Lasst uns im Gespräch bleiben

Jeder braucht Erklärungen. Egal, ob es die eingefleischten Kommunikationsexperten unter Euch sind oder aber diejenigen, die sich für einen Studiengang am Mediencampus interessieren. Eine gute Sammlung von Videos kann in vielen Fällen helfen. Sie kann dem eigenen Verständnis dienen, aber vielleicht auch als Vorbereitung für Workshops oder Vorlesungen. Bewegtbild ist ja bekanntermaßen in vielen Fällen erhellender als trockener Text.

Darüber hinaus sollen die PR-Fundsachen einen Ort eröffnen, der offen für Diskussionen und Gespräche auf Augenhöhe ist – frei nach dem Motto „Von allen für alle.“

Wir freuen uns schon jetzt auf Eure Vorschläge und Euer Feedback – Spread the word!

tl;dr

Nennt uns Eure Lieblingsvideos zu Onlinekommunikation hier in den Kommentaren oder auf Youtube, Twitter oder Facebook. Wir ergänzen dann Stück für Stück unsere Playlist bei Youtube.

zu den Kommentaren

Wandel der Content-Strategie – Statements zweier Experten [Videos]

Die Content-Strategie befindet sich im Wandel und die daraus resultierenden Veränderungen stellen Agenturen vor neue Herausforderungen. Claus Allkofer von brandsatz und Wilko Steinhagen (@wlkstnhgn) von crowdmedia nehmen in kurzen Statements hierzu Stellung.

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

Immer mehr Kanäle, immer mehr Content und immer mehr Nutzer – Agenturen stehen aktuell vor neuen Anforderungen. Sie müssen ihre Inhalte angemessen aufbereiten und verbreiten, sei es themen- oder kanalfokussiert. Worauf die Experten ihren Fokus legen, erzählen sie in folgenden Videoausschnitten.

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

Ein Überfluss von neuen Kanälen: Wieso sich Unternehmen nach ihrer Zielgruppe richten müssen und warum sich alle an die Spielregeln halten sollten, erzählen uns Allkofer und Steinhagen im folgenden Videoausschnitt.

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

Aus über 3.500 Beiträgen wählt Facebook mit Hilfe eines Algorithmus 14-16 Beiträge aus, die dem Nutzer angezeigt werden. Das zeigt die immense Flut an Content – und das auf nur einem Kanal. Aber wie schafft man es, unabhängig von Logarithmen, den Kunden auf sich aufmerksam zu machen und ihn sogar für sich begeistern zu können?

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

„Kunden wollen immer die eierlegende Wollmilchsau.“ – Doch diese existiert leider nicht. Was steckt also alles hinter gutem Content? Wie kann man sich das Internet hierbei zunutze machen? Und wie erreicht man bewusst seine Zielgruppe? Allkofer und Steinhagen haben Lösungen.

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

Zum Abschluss nennen Claus Allkofer und Wilko Steinhagen die auf ihre Agentur zutreffenden Hashtags.

 

Claus Allkofer
Wilko Steinhagen

 

Vielen Dank an Claus Allkofer und Wilko Steinhagen!

zu den Kommentaren

Ein Tag als Digital Trend Scout – Zu Besuch bei Daniel Rehn [Video]

„Wenn nicht schlafend, dann online.”

Der Wandel von Content-Strategie bringt stets neue Berufsbilder mit sich: Daniel Rehn (@danielrehn), Digital Trend Scout in der Agentur achtung! (@achtung) in Hamburg, hat uns spannende Einblicke in sein nicht ganz alltägliches Berufsleben gegeben.

Seine Aufgaben: neue Entwicklungen im Netz entdecken und ins Geschäft seiner Agentur integrieren. „Ich lebe den Wandel, in dem was ich tue“, sagt er selbst und erläutert zudem, welchen Einfluss die Entwicklung von Trends auf Agenturen und Unternehmen hat.

„Die meisten Agenturen, die frühzeitig die Bedeutung von Social erkannt haben, haben sich jetzt schon ein Stück vom Kuchen gesichert!“

Auch in Zukunft entstehen, seiner Einschätzung nach, neue Jobs, die dem Beispiel des „Erklärbärs” folgen.

 

zu den Kommentaren

„Kein Text ist zu lang” – Ein Interview mit Tim Grasmann von grasundsterne

Tim Grasmann
Tim Grasmann

Content Marketing heißt auch: Geschichten erzählen. Für unser Lehrprojekt haben wir mit Agenturen gesprochen, um herauszufinden, wie sich ihre Arbeit verändert und wie sie ihre Kunden beraten, wenn überall darüber gesprochen wird, wie wichtig Content in der Kommunikation ist. Eine Agentur, die sich in unserer Wahrnehmung recht früh als Contentspezialist positioniert hat, ist grasundsterne (@grasundsterne). Ihre Kunden sind zum Beispiel ista International und Basler Versicherungen. Das alles unter der Leitung von Tim Sternefeld und Tim Grasmann in Zusammenarbeit mit 36 Mitarbeitern. Wir hatten die Gelegenheit, mit Tim Grasmann (@TimGrasmann) zu sprechen.

Nutzer haben oft eine niedrige Konzentrationsspanne und vielleicht keine Lust, sich lange Texte durchzulesen. Wie schafft man es, den Nutzer auf den ersten Blick zu begeistern?

Da gibt es ganz unterschiedliche Ansätze und Philosophien. In erster Linie muss man das persönliche Interesse wecken. Niemand liest sich einen langen, epischen Text durch, bei dem man nicht selber entscheiden kann, welche Informationen man zu lesen bekommt. Es gibt keine ideale Länge. Es gibt nur relevanten Content. Es wäre falsch zu sagen, dass ein digitaler Text X Zeichen lang sein muss. Dieses Thema fällt unter „Scrollytelling“. Wenn gutes Storytelling mit guter Userexperience und exzellenten Interface-Design zusammen kommen, haben Sie ein gutes Scrollytelling. Dann bin ich der Meinung, dass es fast keinen Text gibt, der zu lang ist.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Storytelling gemacht?

Das schönste Beispiel für uns war 2008 ein Auftrag der SAP. Wir haben sehr komplexe IT-Sachverhalte, die schwer zu beschreiben waren, durch sehr unterhaltsame und involvierende Visualisierungen dargestellt – deswegen hat es auch einen großen Erfolg gehabt. Es ist wie an der Universität: Es gibt Professoren, die ihre Inhalte auf gähnende Art und Weise rüberbringen und keiner hat das Thema am Ende verstanden. Es gibt aber auch Professoren, die mit einer kreativen Art und Weise Inhalte lehren. Und genau darum geht es letztendlich. Man muss immer den neuen, einzigartigen Moment finden, um Dinge die man schon kannte, neu zu interpretieren.

Wie Sie schon sagten, entsteht erst die Idee und dann wählt man das Medium aus. Wie interpretieren Sie medienspezifisches Publizieren?

Medienspezifisches Publizieren heißt ja letztendlich, dass ich wissen muss, wen ich erreichen will. Nur dann weiß ich auch, über welchen Kanal ich das tun kann. Weiterhin mache ich mir Gedanken über das Format, welches am besten geeignet ist, meinen Content auszuliefern. Letztendlich muss ich dann messen, ob es erfolgreich war. Ich muss in Erfahrung bringen, wer, wie, wann und wo bestmöglich erreicht werden kann. Der Kanal am Ende ist wichtig, spielt aber zu Beginn keine Rolle. Im Vordergrund steht die Idee von dem, das kommuniziert werden soll und das Kommunikationsziel, auf das es einzahlen soll. Dann kann man sich über die Ausgabe in Print oder Digital unterhalten. Das gilt es zu eruieren.

Auf den ersten Blick nimmt man an, dass grasundsterne eine reine Content Agentur ist. Was macht Ihre Agentur aus und wo liegt Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Ursprünglich sind wir eine Werbe- und Corporate-Publishing-Agentur. Eine reine Content Agentur sind wir nicht. Wir haben letztendlich die Synergie aus fundiertem Markenwissen und Markenberatung mit den Themen aus dem Corporate Publishing kombiniert. Heutzutage nennt man das Content-Marketing. Allerdings wurde früher sehr kanalfokussiert gedacht, heute sind die Kunden wichtiger geworden und stehen im Fokus. Die Idee von Content-Marketing ist es, Geschichten zu erzählen, die involvieren, begeistern und Verhaltensveränderungen herbeiführen. Uns 2005 zu etablieren, war also ein leichtes Spiel, weil in der Kombination wenige Konkurrenten am Markt waren.

Also waren Sie zu diesem Zeitpunkt Vorreiter und haben die Notwendigkeit von Content schnell für sich entdeckt?

Wir waren sehr schnell sehr erfolgreich. Es ist natürlich nichts gewesen, was andere Agenturen nicht auch erkannt haben. Zu sagen, was uns heute von anderen Agenturen unterscheidet, ist gar nicht mehr so einfach. Heute fokussieren wir uns nicht mehr nur auf das Content-Angebot, sondern eher darauf, dass wir dem Ganzen Strategien vorschalten. Dieser Aspekt sowie unser Schwerpunkt auf Beratung differenzieren uns von anderen Agenturen. Es geht nicht nur darum, eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen, sondern genau die richtige Zielgruppe zu identifizieren und zu erreichen. Es ist wichtig, Relevanz zu erzeugen und dieser auch gerecht zu werden. Heute ist ein Sechzigjähriger genau so hip wie ein Zwanzigjähriger. Das heißt, umso besser ich meine Zielgruppe kenne, um so genauer weiß ich, welche Strategien ich anwenden muss.

Mit welchen Erfahrungen und Problemen kommen die Kunden zu Ihnen?

Meistens wissen die Kunden gar nicht, was für ein Problem sie haben. In der Regel erreichen sie nicht die Menschen, die sie erreichen müssten. Früher hätte man eine schicke Kundenbroschüre und eine wahnsinnig intelligent aufgesetzte Mitarbeiterkommunikation vorgeschlagen. Das ist im Prinzip auch noch richtig, aber wir müssen hierbei den Fokus darauf legen, wer genau die Kunden und was deren Bedürfnisse sind. Ich muss alle Fakten mit einbeziehen, denn ich kann nicht ein Medium für alle verwenden.

Haben Sie eine Empfehlung, wie Menschen stets up to date bleiben?

Zum Beispiel, indem Sie Content-Circle 2.0 googlen. Wenn Sie dort eine interessante Agentur finden und dem dazugehörigen Blog folgen, dann ist schon eine ganze Menge gewonnen.

Einige Kanäle könnten es in Zukunft schwer haben. Wie sehen Sie die Medienlandschaft in fünf Jahren?

Es wird alles immer digitaler. Was sich digitalisieren lässt, wird auch digitalisiert. Das heißt nicht, dass klassische Printmedien vom Markt verschwinden werden, aber sie werden zielgerechter im Einsatz sein. Es wird zu einer Budgetverteilung ins Digitale kommen. Zum Beispiel werden nur die Häppchen serviert, die ich auch lesen möchte. Der Leser bucht also den Kanal nicht mehr über einen Verlag, sondern bekommt über eine Plattform, von allen relevanten Adressen die Informationen, die ihn interessieren. Also wird es eine stärkere Individualisierung geben. Dieser Plattformgedanke wird sich immer mehr über Branchen hinweg stellen. Ob das jetzt nur die Großen sind oder auch die Kleineren dort mal eine Chance bekommen, wird sich zeigen.

Zum Abschluss: Beschreiben Sie sich und Ihre Agentur in drei Hashtags.

#Kommunikationsstrategie #SystemizeandCreate #DistributionundAnalyse

Herr Grasmann, wir bedanken uns ganz herzlich für die Zeit, die Sie sich für uns genommen haben.

tl;dr

Tim Grasmann von @grasundsterne erzählt uns, wie erfolgreiche Kundenprojekte realisiert werden können und wieso seine Agentur ein Vorreiter im Content Marketing war. Laut Grasmann ist der Schlüssel zum Erfolg, seine Zielgruppe genau zu kennen und den Content an diese anzupassen und aufzubereiten.

zu den Kommentaren