Community Manager online – die Menschen am Hebel

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Besonders für junge Menschen ist der Beruf des Community Managers ein echter Traum. Den ganzen Tag im Web unterwegs sein, Beiträge posten, Follower glücklich machen und lästige Trolle ausschalten… Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Negativkommentare und Hetze können den Alltag ganz schnell zum Albtraum werden lassen. Was steckt hinter dem Beruf und wer entscheidet: Community on oder off? Auf der re:publica (#rpTEN) in Berlin habe ich den erfahrenen Community Manager Daniel Wüllner von der Süddeutschen Zeitung getroffen und mit ihm darüber gesprochen.   

Nachdem die Digitalisierung dafür gesorgt hat, dass jeder seine Meinung im Internet verbreiten kann, ist es für Bürger sehr einfach, das allgemeine Stimmungsbild nicht nur aktiv mitzugestalten, sondern auch zu lenken. Durch den hohen Einfluss der Onlinegemeinschaft spricht man immer häufiger auch von der „fünften Gewalt“. Besonders für Medienunternehmen ist es deshalb unerlässlich, mit den Usern im ständigen Dialog zu sein.

Community Manager veröffentlichen Beiträge in sozialen Netzwerken, filtern die dazugehörigen Reaktionen und sorgen für eine geregelte Kommunikation. Daniel Wüllner ist Leiter des Social-Media- und Community Managements bei der Süddeutschen Zeitung und kümmert sich mit seinem zehnköpfigen Team um den digitalen Leserdialog. Seiner Meinung nach ist es wichtig, dass man in diesem Job immer neutral bleibt und Beiträge moderiert anstatt Meinungen zu beurteilen.

Im Interview: Daniel Wüllner
Im Interview: Daniel Wüllner

#Arbeitsalltag

In Daniel Wüllners Abteilung sind täglich drei Mitarbeiter gleichzeitig mit der Moderation von Beiträgen beschäftigt. Von morgens um acht bis Mitternacht werden Artikel oder Bilder gepostet, Kommentare gelesen und Fragen beantwortet.

#Profil

Ohne Social Media Skills wird es schwierig, mit der Onlinegemeinschaft zu kommunizieren. Eine gute Allgemeinbildung sowie hohe Belastbarkeit gehören ebenfalls zum Handwerkszeug. “Man darf sich nicht leicht reizen lassen.” rät Daniel Wüllner. Für ihn ist es außerdem wichtig, dass Community Manager gepflegt auftreten – besonders im Netz. Wer sich für eine entsprechende Stelle bewerben will, sollte deshalb sicherstellen, dass die persönlichen Profile in den sozialen Netzwerken aktuell sind.

#Karriere

Der Beruf des Community Managers ist noch so neu, dass es keine Standards oder Zertifizierung dafür gibt. Viele steigen über ein Praktikum oder Volontariat in die Tätigkeit ein. Bei Daniel Wüllner hat alles mit einer Halbtagsstelle angefangen: “Damals habe ich für die Süddeutsche Zeitung Beiträge gelesen, freigeschaltet und kommentiert um mir mein Studium zu finanzieren. Irgendwann ist die Nebentätigkeit immer mehr zum Hauptberuf geworden.” Durch Workshops und Schulungen bildet er sein Team heute selbst aus.

Im schnelllebigen Social-Media-Business ist der ständige Austausch über geeignete Tools und Trends sehr wichtig. Seit 2008 bietet der Bundesverband für Community Manager (BVCM) deshalb eine Informations- und Netzwerkplattform für Fachkräfte aus der Branche und trägt zur Prägung des Berufsbilds in Deutschland bei.

#Strategie

“Man sollte sich zunächst überlegen, was man auf welchem Kanal kommunizieren will und wie man mit den Reaktionen der Leser umgeht.”, sagt Daniel Wüllner. Ziel der Social-Media-Beiträge ist es, Emotionen zu wecken und so eine Interaktion auf der eigenen Plattform zu generieren. Da es in einer Community nicht immer friedlich vor sich geht, sollte unbedingt eine Netiquette veröffentlicht werden. Die darin enthalten Richtlinien sorgen hoffentlich dafür, dass Diskussionen auf einem gewissen Niveau stattfinden.

Community on oder off?

Hunderte Likes, Shares und unzählige positive oder negative Kommentare… Ein einziger Social-Media-Beitrag kann die unterschiedlichsten Reaktionen mit sich bringen. Von Love bis Shitstorm – die Macht der Netzgemeinschaft ist grenzenlos.

Hetzkommentare und Beleidigung durch bestimmte Personen bleiben leider nicht aus und lassen sich selbst mit Kommunikationsregeln nicht immer vermeiden. Im schlimmsten Fall sollten Kommentare dann gelöscht und Nutzer blockiert werden. Strukturierte Diskussionen hingegen sind erlaubt und auch erwünscht. Die Leser sollen eine Plattform haben, um Meinungen auszutauschen und aufeinander eingehen zu können.

Trotz permanentem Stress und vielen negativen Kommentaren ist der Beruf des Community Managers für Daniel Wüllner daher sehr positiv: “Natürlich habe ich mir von den Lesern schon einiges gefallen lassen müssen. Wir können bei der SZ aber auch viele Erfolgsgeschichten vorweisen, die mit Rückfragen aus der Community begonnen haben.” Für ihn ist es besonders schön zu sehen, wie sich neue Themen entwickeln, wenn man seinen Followern nur richtig zuhört. Community on!

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Link

Community on oder off – Session auf der media convention 2016

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Wider die Herrschaft der Algorithmen

 

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Wider die Herrschaft der Algorithmen! Oder, wie bekommen wir die Kontrolle zurück? – Eine Diskussionsrunde auf der Re:publica in Berlin

 

„Unser Denken ist gehackt. Suchmaschinen, Social Media und Big Data-Nudging: Algorithmen haben die Kontrolle über unseren Alltag übernommen“, lautet der provokative Teaser. Sind wir tatsächlich zunehmend fremdgesteuert? Und was können wir dagegen tun?

 

Durch selbstverstärkende Mechanismen versinken wir in der Einseitigkeit unserer Interessen und setzen uns freiwillig der Diktatur der Daten aus. Angeblich wissen zwei drittel der Facebook Nutzer nicht, dass der Facebook-Feed algorithmusgesteuert ist. Andererseits können Algorithmen auch hilfreich sein. Netflix beipielsweise empfiehlt Nutzern neue Serien auf Basis der bereits geschauten.  

 

Aber zuerst: Was ist eigentlich ein Algorithmus und was macht dieser mit dem Facebook Feed?

 

Ein Algorithmus ist eine mathematische Formel, die mit Variablen etwas schätzt. Wie er genau funktioniert, weiß man in der Regel nicht, da die Unternehmen, die einen Algorithmus nutzen, diesen nicht preisgeben. Mit einem Algorithmus ist die Analyse der Vergangenheit möglich. Das führt dazu, dass Inhalte auf die Posts zugeschnitten werden, die Facebook-Nutzer in der Vergangenheit angeschaut oder geliked haben. Eine Analyse, beziehungsweise Berechnung der Zukunft, ist mit Algorithmen nicht mehr möglich, sobald sich neue Variablen ergeben.

 

Was ist Big Data Nudging?

 

Big Data Nudging ist die Beeinflussung von Personen ohne Verbote oder Gebote. Infolgedessen wäre es technisch möglich, dass der Staat steuernd eingreift und zwar ohne gesetzgeberische Hebel in Bewegung zu setzen. Wer mehr wissen möchte, darf sich gerne das Video zur Diskussion hier anschauen.

 

Risiko der Algorithmen

 

Durch die Nutzeranalyse werden nur noch personalisierte Suchergebnisse ausgegeben, sei es bei Google oder Facebook. Des Weiteren rückt durch die Personalisierung der Suchanfragen die Wahrnehmung von Realitäten in den Hintergrund. Wir gewinnen zwar den Eindruck, alle Ergebnisse würden das gesamte Spektrum von Meinungen und Informationen objektiv abbilden, tatsächlich verengt sich aber unser Horizont.  

 

Trotz all der negativen Eigenschaften von Algorithmen gibt es auch Vorteile. Nehmen wir beispielsweise Netflix; das kennt jeder. Hier werden Serien- oder Filmempfehlungen anhand schon geschauter Inhalte geliefert. Auch dies, man mag es kaum glauben, macht ein Algorithmus.

 

Besteht die Möglichkeit die Filterfunktion, zumindest bei Facebook, auszuschalten?

 

Das ist die eigentliche Frage um die es hier geht: Wie schaffen wir es, uns aus den Fängen der Algorithmen zu befreien? Neben unseren Online- können wir auch Offline Medien konsumieren – möglichst nicht nur eine einzige, sondern gleich mehrere, (internationale) Zeitungen. Unsere Agenda sollten wir nicht auf die eigenen Interessen beschränken, sondern “open minded” arbeiten und uns zusätzliche Themen zu Gemüte führen.  

 

Aus Sicht der Entwickler wäre es sinnvoll, die Benutzer gleich in die Entwicklung der Algorithmen einzubeziehen, damit eine gewisse Offenheit entsteht. Facebook bietet mittlerweile mehrere Möglichkeiten den Nachrichtenfeed besser zu sortieren. Zum einen kann man den “Unfollow”-Button nutzen, der dafür sorgt, dass Beiträge von einer Person mit der man befreundet ist nicht mehr in den Feed gespült werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, sich über Posts benachrichtigen zu lassen. Die Dritte Möglichkeit ist, dass man sich Individuelle Nachrichtenfeeds erstellt und diese mit den Personen und Seiten befüllt die einen wirklich interessieren.

 

Inzwischen lassen sich Neuigkeiten so einstellen, dass man sich aussuchen kann, was zuerst auf der Timeline angezeigt werden soll. Für eine detailliertere Erklärung, kann man gerne hier weiterlesen.  Dem Ärgernis, uns selbst aktiv bemühen zu müssen, wieder Herr der Daten zu werden, können wir nicht entgehen. Bei vielen bleibt ein ungutes Gefühl zurück – eine Unsicherheit, ob die neuen Facebook-Funktionen wirklich ausreichen, um der Filterblase zu entkommen. Die drastischste und für den ein oder anderen vielleicht einzige Lösung ist einfach auch mal abzuschalten. Abschalten, und darüber reflektieren, was einen interessiert, was man wahrnimmt und wo man sich seine Informationen beschafft.

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Serie Authentizität (IV): Snapchat zwingt authentisch zu sein

Foto von MCB/Uwe Völkner ©
Foto von MCB/Uwe Völkner ©

 

Wenn man sich in der Bahn, in der Stadt oder irgendwo anders umsieht, sieht man viele Menschen Grimassen ziehen. Sie nutzen Snapchat und wollen den Freunden ein lustiges Selfie schicken. Aber wie steht es um  die Authentizität der App? Duygu Gezen erklärte dies auf der re:publica.

 

Duygu Gezen (@duygugzn) ist Social Media Volontärin bei ARD: “Ich kümmer’ mich nur um Internet-Gedöns.” Bereits 2013, als Snapchat aufkam, hat sie sich die App heruntergeladen, aber auch kurze Zeit später wieder vergessen und gelöscht. Zu Beginn war die Plattform als Sexting-App  aus den USA “verschrien”, da viele Jugendliche darüber Dickpics und ähnliches verschickten. Vor anderthalb Jahren kam Snapchat erst richtig nach Deutschland und immer mehr Jugendliche fingen an, zu snappen. So lud sich auch Duygu die App ein zweites Mal auf das Smartphone. Da noch nicht viele Menschen einen Snapchat-Account hatten, snappte sie wenig mit Freunden und Familie und später auch in ihrer Story.

 

Was ist dieses Snapchat?

 

Über die App lassen sich einfach Bilder und Videos aufnehmen. Duygu hinterlegt gerne ihre Snaps mit ein bisschen Musik, um sie noch ein wenig aufzuwerten. Vorteil  dabei, der kurze Video-Clip ist gedreht und geschnitten in einem. Nachträglich lassen sich einfach Text und Emoticons hinzufügen. Je nach Nachbearbeitung kann dies auch relativ lange dauern. Ist der Snap fertig, hat man die Möglichkeit, ihn direkt an eine Person zu schicken oder in die eigene Story, die von allen Freunden gesehen werden kann, zu posten.

Duyguy, Krachten und das Publikum drehen ein kurzes Snapvideo zu Helene Fischer’s “Atemlos” und dem Titel “Total natürliche Stituation…”. Frage an Duygu: Ist das noch authentisch? “Für mich ist das total authetisch.”

 

Wie authentisch ist denn Snapchat?

 

Folgt man auf Snapchat Leuten, kann man deren Storys anschauen (soweit sie diese öffentlich haben). Aber warum schaut man sich das an? “Es fühlt sich an, als würde man abends zusammen auf dem Sofa sitzen und fragen: Hey, wie war dein Tag?” Schaut man sich die Story an, weiß man, was die Person gemacht hat und hat eine Verbindung zu ihr. Dabei spielt die Echtheit eine große Rolle. “Snapchat zwingt einen quasi dazu, authentisch zu sein. Bilder und Videos kann ich nur verschicken, wenn ich sie in der App aufgenommen habe. Auch die Zeit lässt sich nicht manipulieren. “ Wurde etwas vor beispielsweise drei Stunden gepostet, steht dies dort auch deutlich und lässt sich im Nachhinein nicht ändern. Jedoch ist es möglich, gewisse Dinge den Abonnenten vorzuspielen. Ein “Snapper” kann den Anschein erwecken, bei seiner Aufnahme handelt es sich um einen Schnappschuss, dabei hat man 30 Anläufe benötigt, bis das Bild perfekt war. “Insgesamt  ist es im Vergleich zu YouTube und Instagram deutlich authentischer.”, so Duygu. Für die Zukunft sieht sie Snapchat auch mit wachsender Reichweite. Dennoch sollte das Problem der Auffindbarkeit behoben werden. Besonders als privater Account ist es schwer, neue Abonnenten zu generieren.

 

Snapchat in der Unternehmenskommunikation

 

Dies ist auch immer noch ein Punkt, weshalb Unternehmen auch teilweise noch mit der Plattform hadern. Aber dennoch ist Snapchat ein Netzwerk, welches in eine Content-Strategie-Planung miteinbezogen werden sollte. Die Zahlen sprechen hierbei für sich: Pro Tag gibt es 2.500.000 aktive “Snapper” in Deutschland, schreibt Philipp Steuer in seinem Buch. Besonders die Altergruppe 18 bis 24 ist dort vertreten. REWE hat sich dies zu nutzen gemacht und spricht über die Plattform potentielle neue Auszubildende an. Die Verantwortliche für die Arbeitnehmerkommunikation, Melanie Berthold, sagte in einem Interview mit Sachar Klein, dass ihnen wichtig sei, dass sie bei Snapchat noch authentischer kommunizieren können. Sie zeigen dort Mitarbeitermeinungen und snappen live von Events. Eben dies ermöglicht tiefere Einblicke in ein Unternehmen. Um sich auf der Plattform etablieren zu können, muss eine Geschichte erzählt werden. “Je stärker die „Personality Brand“ des Accounts, umso höher die Anteilnahme und das Interesse an ihren „Stories“.”, so Daniel Rehn auf seinem Blog.

Wie sich Snapchat in der Unternehmenskommunikation weiterhin entwickelt, bleibt spannend zu beobachten. Da es zur Zeit ein sehr aktives und sich stetig änderndes Netzwerk ist, wird dort in nächster Zeit auch sehr viel passieren.

 

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Im letzten Jahr hat sich in Deutschland Snapchat als soziales Netzwerk immer mehr verbreitet – ein Netzwerk in welchem Bilder und Videos maximal 24 Stunden überleben. Dadurch, dass Aufnahmen nur direkt in der App aufgenommen werden, ist Snapchat wesentlich authentischer gegenüber anderen Apps. Durch das Schauen der Storys von anderen “Snapchattern” hat man einen Einblick in deren Leben.

 

Hier findet Ihr die weiteren Artikel der Serie:

YouTube, Instagram, Snapchat: Wie authentisch sind Soziale Netzwerke?

Serie Authentizität (II): YouTube funktioniert nicht ohne Authentizität

Serie Authentizität (III): Weniger Selfies, mehr Qualität – Authentizität bei Instagram

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Content Marketing – Gefahr oder Chance?

Foto: © Johannes Untch
Foto: © Johannes Untch

Dass Content Marketing bereits seit ein paar  Jahren fester Bestandteil der Kommunikation von Unternehmen geworden ist, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. So etablierten gerade große Unternehmen in den vergangenen Jahren magazinartige Plattformen und damit verbundene Inhalte, die manchmal mehr, meist jedoch  weniger mit den eigentlichen Produkten oder Dienstleistungen der Marke zu tun haben.

Ganz getreu dem Motto „Don’t talk about products, talk around“ präsentiert sich Content Marketing als redaktionelles Mittel und stellt somit eine teilweise brauchbarere Alternative zu der klassischen Werbung dar. Nicht selten wird das unter dem Deckmantel des Journalismus gehandhabt, denn es geht hauptsächlich um inhaltsgetriebene wie aber auch Nutzen schaffende Kommunikation. Darüber hinaus ist Content Marketing mit seinen Hintergrund-Reportagen wie auch Ratgeberbeiträgen in den meisten Fällen rein informierend und wahrt natürlich den Schein der gründlichen Recherchearbeit.

Marketing ist niemals selbstlos

Doch trügt der Schein? Es wäre ja nicht Marketing, wenn nicht damit auch übergeordnete Ziele des jeweiligen Unternehmen eine Rolle spielen würden. Der Frage, welche Auswirkungen das wiederum für den klassischen Journalismus hat, hat sich der Medienkritiker und Publizist Prof. Dr. Lutz Frühbrodt auf der re:publica TEN gestellt: „Content Marketing – der Vormarsch der Pseudo-Journalisten.“

Transparenz fordern – Bewusstsein stärken?

Daimler, Lufthansa, Coca Cola und Co. – sie alle haben das Potenzial von redaktionellen Inhalten erkannt und damit Leser und Kunden in vielen Fällen begeistert. Frühbrodt geht aber davon aus, dass das häufig am mangelnden Einblick der Adressaten liegt und Nutzer im schlimmsten Fall nicht erkennen, dass hinter einem vermeintlich journalistischen Format eine Marke mit Interessen steht. Er beruft sich dabei auf Curved, die davon ausgeht das lediglich ein Drittel der Leser einen Blick ins Impressum werfen. Besonders undurchsichtig kann das bei denjenigen Unternehmen werden, die die Marke bewusst versteckt halten.

 

Was Frühbrodt besonders aufstößt: Für Content Marketing würden oft Journalisten eingekauft, die sich auch im Unternehmensauftrag noch als solche verstehen. Auch im Interview mit der t3n beschreibt er diese Sorge anhand einiger Fallbespiele, in denen die Einflussnahme von Content Marketing, nicht nur auf den Berufsstand der Journalisten, sondern auch in die öffentlichen Debatten, nicht wegzudiskutieren ist.

An dieser Stelle rät Frühbrodt zu mehr Transparenz seitens der verantwortlichen Kommunikationsverantworlichen , stellt aber außer der Idee eines „Content Marketing Kodex“ leider keine wirklichen Lösungsansätze vor. Eines ist doch hoffentlich klar: Content Marketing gestaltet die Unternehmenskommunikation maßgeblich mit und hat in vielen Fällen schon für neue, frische Marken-Inhalte gesorgt. Natürlich sollte aber trotzdem über mögliche Konsequenzen für fahrlässige Unternehmen nachgedacht werden. Doch wird sich das nicht von ganz allein regulieren? Ich bin trotz der Kritik an Curved der Meinung, dass die meisten Leser sehr wohl ein Bewusstsein für die Herkunft ihrer Inhalte haben und darüber hinaus transparenten, gut gemachten Content schließlich doch mit mehr Aufmerksamkeit belohnen werden.

tl;dr

Content Marketing ist eine der beliebtesten Kommunikationsmethoden – Marken wie Daimler oder Lufthansa machen es erfolgreich vor! Dabei geht es um redaktionelle Maßnahmen, die rund um die Marke publiziert werden. Abseits von Produkten und Dienstleistungen können Unternehmen mit ihren Inhalten somit zu Einflussnehmern werden. Was das für den klassischen Journalismus bedeutet, hat sich Medienkritiker und Publizist Prof. Dr. Lutz Frühbrodt auf der re:publica TEN zum Thema gemacht.

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Serie Authentizität (III): Weniger Selfies, mehr Qualität – Authentizität bei Instagram

media convention berlin 2016 2.-3. Mai 2016, STATION-Berlin ------------------------------------------------ [ © (c) Uwe Voelkner / FOX F o t o a g e n t u r F O X info@fotoagentur-fox.de Tel: 02266 - 9019 210 Vanitiy: 0800-FotoFoto Mobil: 0171 - 5483 127 Koelner Strasse 60 D-51789 Lindlar / Koeln B a n k v e r b i n d u n g Kto 7004 78 102 P o s t b a n k B e r l i n BLZ 100 100 10 IBAN DE86 1001 0010 0700 4781 02 BIC PBNKDEFF Steuernummer: 221/5125/0967 Finanzamt: Wipperfuerth USt-IdNr. : DE182602653 Nutzung honorarpflichtig gem. gueltiger MFM-Liste]

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Beim Scrollen durch Instagram fällt auf: Es gibt immer weniger Selfies. Vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Fast jedes Bild sah aus, als ob es im eigenen Wohnzimmer aufgenommen wurde. Aber warum ist das so? Manniac gibt auf der re:publica Antworten.

 

Seit 2006 dreht Manniac YouTube-Videos und ist auch seit einigen Jahren als manniacmind auf Instagram aktiv. Dort hat er mittlerweile über 31.000 Follower. Manniac veröffentlicht auf der Plattform viele Eindrücke von seinen Reisen in  Länder wie Südafrika oder Thailand. Er zeigt dort Orte, spricht aber auch ernste Themen wie Fukushima an. Zu Beginn hat er seinen Instagram-Account genutzt, um persönliche Bilder zu posten, hat aber nun die Strategie gewechselt. “Ich hatte einfach das Gefühl, dass die persönlichen Dinge woanders besser aufgehoben sind, zum Beispiel auf Snapchat.” Instagram sei eine Plattform die sich gut für hochwertige Fotos eignet. So verbringt Manniac auch mal zwei bis drei Stunden damit, ein Bild zu bearbeiten, bevor er es dort veröffentlicht. Seine Erfahrung: Nutzer sind eher dazu bereit, mit qualitativ hochwertigen Bildern zu interagieren. Fotos in schlechter Qualität werden in der Timeline schnell übersehen und einfach weitergescrollt.

 

Ein Leben zwischen Selfie und Webinterface

 

Auch wenn  sich die Instagram-Nutzung verändert hat und weniger Selfies dort gepostet werden, ist dort noch Personality  vorhanden. Anfangs konnte man auf der Plattform lediglich Bilder posten, die in der App aufgenommen wurden. Mit zahlreichen Updates haben sich die Funktionen des Netzwerkes verändert. Nun lassen sich auch ohne großen Aufwand Bilder, die “extern” aufgenommen und bearbeitet wurden,  hochladen. “Da war ein Lernprozess bei den Nutzern und Entwicklern zu sehen, dass hochqualitative Bilder besser funktionieren.”, so Manniac. Für eine noch einfachere Nutzung wäre seiner Meinung jedoch ein Webinterface zum Veröffentlichen von Bildern nützlich.

 

Während der re:publica Session zum Thema nahmen Manniac und sein Gesprächspartner Christoph Krachten ein Selfie auf und erklärten anhand dessen die Funktionsweise der App ein wenig: Man sucht sich einen Filter aus, spielt ein bisschen an der Helligkeit rum, verändert die Schatten, verwischt den Hintergrund, setzt passende Hashtags und markiert vielelicht andere Personen. Die große Frage: Ist das noch authentisch? Auch Manniac ist sich da nicht so ganz sicher: “Es kommt darauf an, was Du sonst so auf deinem Kanal postest. Wenn Du immer so viele Filter verwendest, vielleicht. Wenn es Deiner Persönlichkeit entspricht schon, aber ansonsten eher nicht.”

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Screenshot Instagram

 

Was heißt das?

Man kann auf Instagram immer noch authentisch sein, aber immer weniger sind es. “Viele glauben, dass Instagram authentisch ist, auch, wenn es gar nicht mehr so ist”, so Manniac. Die Plattform werde immer mehr als Medienplattform genutzt.  Die Nutzer planten intentsiver, was sie posten möchten und wie: Sie entwickeln eine eigene Content Strategie.

 

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In den letzten Jahren hat Instagram einen intensiven Wandel durchlaufen. Anfangs wurden in dem sozialen Netzwerk viele  Selfies hochgeladen – mit der Smartphone-App aufgenommen und direkt veröffentlicht. Durch Updates und sich ändernde Ansprüche der Nutzer lassen sich nun auch außerhalb der App aufgenommene Bilder posten. Der Fokus liegt daher mittlerweile auf qualitativ hochwertigen Fotos anstelle von persönlichen Eindrücken. Dafür gibt es ja jetzt Snapchat.

 

Hier findet Ihr die weiteren Artikel der Serie:

YouTube, Instagram, Snapchat: Wie authentisch sind Soziale Netzwerke?

Serie Authentizität (II): YouTube funktioniert nicht ohne Authentizität

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Visual Storytelling als Gedächtnisstütze

Man muss hierfür nicht zeichnen können. Man muss auch nicht schön schreiben können. Man muss nur wissen, wie man seine Notizen schöner und kreativer gestalten kann. Frei nach dem Motto: “Ideen. Nicht Kunst.” – Das sind sogenannte Sketchnotes. Sie sind eine Art von Visual Storytelling, bei der man mithilfe weniger Striche, ein paar Pfeilen oder kleinen Zeichnungen seinem Gehirn dabei hilft, sich Inhalte besser zu merken und zu erschließen.

Dies wurde uns auf der re:publica beim Workshop „Sketchnotes für Einsteiger“ näher gebracht. Ralf Appelt (Twitter: @ralfa) und Britta Ullrich (Twitter: @sabrittas) schwören auf Sketchnotes als eine Form von persönlichem Wissensmanagement. Besonders geeignet ist diese Methode für Menschen, die visuell effektiver lernen. Ullrich arbeitet als Visual Trainer und ist bei XING beschäftigt. Ralf Appelt ist ursprünglich studierter Diplompädagoge und dem Masterstudiengang „ePedagogy Design – Visual Knowledge Building“ nachgegangen.

 

„Beim Schreiben und Zeichnen geht es direkt von der Hand in den Kopf.“ Ralf Appelt

Anhand vieler kleiner Beispiele zeigen uns die beiden, wie man Texte, Bullets, Linien, Pfeile, Container, Menschen, deren Gesichter und Gefühle und schlussendlich die Struktur seiner Notizen visualisiert.

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Kleine Kniffe, große Wirkung.

Dank gesponserter Stifte und Tipps und Tricks der beiden Speaker habe ich mich prompt dazu entschlossen, meine eigenen Sketchnotes zu weiteren Vorträgen anzufertigen.

Meine Erkenntnis: Das ist genau das Richtige für mich! Man muss sich zwar bewusst sein, dass man es nicht schaffen wird, einen ganzen Vortrag “mitzuzeichnen”. Aber man ist zu hundert Prozent konzentriert dabei und filtert so das Wichtigste heraus, um es aufs Papier zu bringen. Und so bleibt meiner Meinung nach effektiv sehr viel an Content hängen.

 

Kostenloses eBook zum Downloaden: Lehren und Lernen mit Sketchnotes, Ralf Appelt: http://sketchnotes.de/wp-content/uploads/2013/04/pb21_eBook_Lehren-und-Lernen-Sketchnotes.pdf

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Grauzonen der Werbekennzeichnung: Auf Kosten der jugendlichen Naivität

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Im Vorfeld habe ich mir überlegt, über meine Eindrücke auf der re:publica zu Influencer Marketing zu schreiben. Schon alleine durch das Programm der rpTEN habe ich mich bestätigt gefühlt. Aber nachdem die re:publica vorbei ist und ich die Vorträge reflektiert habe, muss ich mein Vorhaben ändern. Ich möchte nicht darüber schreiben, wie Influencer Marketing sich auf das Unternehmen auswirkt, welche Chancen es hat und wohin es uns führen wird. Aber wieso der Sinneswandel? Schuld ist der Vortrag von Thomas Schwenke und Rama Malawi zum Thema „Schleichwerbung – Alles ist erlaubt…, oder?“

Die Zielgruppe 10-16 Jahre

Auf einmal kommt für mich ein neuer Aspekt hinzu, den ich so noch nie betrachtet habe. Die Zielgruppe, die vor allem durch die Mainstream-YouTuber angesprochen wird, sind grob gesagt zehn bis 16  Jahre alt, Tendenz sinkend. Kennt ein Jugendlicher den Unterschied zwischen Product Placement und Werbung? Nicht mal mir war die Grenze wirklich klar.

Wie Thomas Schwenke, Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke, sagt, kommt es bei Entscheidungen, ob es Schleichwerbung ist oder eben nicht, immer auf die Begebenheit und die Sichtweise an.  Bei Product Placement muss nicht gekennzeichnet werden; bewirbt der Influencer aktiv das Produkt, dann natürlich schon.  Niemals „Sponsored by“ benutzen, sondern den Beitrag deutlich mit „Werbung“ versehen. Aber Achtung! Was ist denn jetzt, wenn in  einem Kochtutorial der Zucker von Südzucker ist, der Influencer aber gar nicht von Südzucker bezahlt wird? Es kommt immer drauf an. Tipp ist: Am besten alles als Werbung bezeichnen, dann sind  sowohl Influencer als auch Unternehmen auf der sicheren Seite, schon alleine, um einen Vertrauensbruch vorzubeugen.

Apropos Vertrauensbruch

Hat der Influencer dann doch nicht richtig gekennzeichnet, wie Y-Titty damals mit den Samsung-Handys oder andere Prominente (Link: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/produktplatzierungen-wie-prominente-mit-instagram-geld-verdienen-1.2582067) , hat das jedoch meist  nur eine Abmahnung zur Konsequenz. Also muss der Influencer abwägen, ob er  eine Abmahnung in Kauf nimmt und dafür  einen vielleicht finanziell lukrativeren Deal eingeht. Umgekehrt gilt: Die Angst ist wohl groß, dass werblich gekennzeichneter Content ignoriert wird und das dann Auswirkungen auf die Klickzahlen hat. Für Influencer mit großer Reichweite ist Schleichwerbung also ein interessantes Geschäftsmodell.

Wo ist der Anspruch?

Mir als Ottonormalverbraucherin ist es nicht wichtig, ob Werbung regelkonform gekennzeichnet wird, solange ich nicht selbst diejenige bin, die kennzeichnen muss. Aber ist es mir moralisch nicht wichtig? Die Kids werden hinters Licht geführt, ihnen wird eine große erfundene Geschichte erzählt, welche in einem Kauf von Bibis Schaum, einem Glätteisen oder einer App endet. Klar, gibt es einen großen Teil der Zielgruppe, die sich über die Werbung im Klaren sind und das Produkt aus Überzeugung kaufen aber sind wir nicht verpflichtet, aufzuklären? Die Nutzer des Internets werden immer jünger, aber die Medienkompetenz vielleicht noch nicht ganz ausgereift. Aber wer soll sie denn auch vermitteln? Die Eltern? Digital Immigrants? Nein, danke. Wir, die Menschen, die über eine Medienkompetenz verfügen, sollten es uns  zur Aufgabe machen , aufzuklären. Und damit meine ich nicht nur das Aufklären der Zielgruppe, sondern auch wie Vermarkter durch Schleichwerbung das große Geld machen. Und hier könnte sich der Kreis wieder schließen. Kann eine solche Aufgabe nicht am Besten von Influencern übernommen werden? Influencer können direkt in den Progress eingreifen, ob jede Form der Kooperation sinnvoll ist bzw. Kooperationen von vorneherein ausgeschlossen werden müssen.

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Serie Authentizität (II): YouTube funktioniert nicht ohne Authentizität

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Jeden Mittwoch lädt Mirko alias MrWissen2Go ein Video zu einem neuen Thema hoch – letzte Woche ging es um Depressionen, diese Woche um Geldwäsche. Warum macht der das eigentlich? Und was ist ihm dabei wichtig? Christoph Krachten fragte ihn bei der re:publica  darüber aus.

Mirko Drotschmann ist auf YouTube unter dem Namen MrWissen2Go bekannt und veröffentlicht dort seit 2012 Videos zu verschiedenen Wissensbereichen. Angefangen hat er mit einfachen Nachhilfe-Videos für Geschichte; heute liefert er seinen mittlerweile über 350.000 Abonnenten einmal wöchentlich ein Video.

Zum Einstieg in die Session, erklärt er zunächst die Plattform YouTube. Über seinen Account kann er vieles über seine Zielgruppe bzw. Viewer erfahren. Größtenteils schauen sich Personen zwischen 20 und 30 Jahren sein Videos an. Insgesamt hat sein Kanal im Monat etwa 2 bis 3 Millionen Abrufe.

Um zu sehen, wie gut ein Video bei den Zuschauern ankommt, kann er die Interaktionen zum  jeweiligen Video messen. Die Anzahl der Abonnenten spielen hierbei überhaupt keine Rolle. Allein die Zahl und die „Watchtime“ der Zuschauer ist wichtig – wie viele Personen haben sich das Video angeschaut und wie lange? Auf dessen Basis wird das Video letztendlich auch besser gerankt und wird eher in der Suche angezeigt oder auf der Startseite und als Empfehlung für Nutzern angezeigt.

Aber, wie wichtig ist Authentizität auf YouTube eigentlich?

Mirko sagt: „Authentizität ist sehr wichtig! Das ist generell einer der Gründe, warum YouTube und einzelne Personen dort so gut funktionieren. YouTube macht es aus, dass man echt ist und sich nicht verstellt. Inszeniertes merkt der Zuschauer sofort.” Er selbst möchte als MrWissen2Go wie der gute Kumpel rüberkommen, der ein Thema erklärt. Bei dem Zuschauer komme so etwas teilweise als unprofessionell, aber gut an. Er ist so direkt auf der Wellenlänge mit der Person vor der Kamera. Selbst wenn ein YouTuber in einem als Schlafzimmer eingerichtetem Studio stehe, müsse dies nicht gleich verwerflich sein, solange er dem Zuschauer nicht erzähle, er stehe in seinem alten Kinderzimmer, sagt Mirko.

Aber auch die Sprache spielt bei der Echtheit eine wichtige Rolle. Mirkos Erfahrung: Es muss eine Sprache verwendet werden, die zu einem selbst passt und die man auch im alltäglichen Leben verwendet. Dabei ist das Ablesen vom Promter ein absolutes NoGo. Klar, schreibe er sich immer sein Skript vorher, doch lese er während dem Dreh nicht ab, das störe die Atmosphäre, so Mirko. Dadurch kann einem auch mal ein Fehler passieren. Wie sollte man am besten damit umgehen? Sollten diese drin bleiben nach dem Motto: Fehler sind menschlich (Authentizität)? Oder lieber nochmal neu drehen, Stichwort Seriosität? Wenn Mirko während des Video-Drehs Fehler passieren, wiederholt er die Aufnahme so lange, bis er sie fehlerfrei aufgenommen ist. Kleine, lustige Fehler lässt er aber manchmal noch im Video. Das ist aber doch nicht mehr authentisch? Könnte man sagen, sagt Mirko. Jedoch stehen für ihn die Themen im Vordergrund: „Wenn ich während einem Video nur lache oder mich verspreche, kann man mich auch nicht ernstnehmen. Das ist besonders bei ernsten Themen wie bei dem letzten Video über Depressionen, nicht passend.“

Authentizität durch Livestream?

Ganz neu auf YouTube gibt es jetzt auch den Livestream – ähnlich wie auch bei Facebook. Ob es wohl eine gute Idee wäre, während des Vortrags einen Livestream für seinen Kanal zu drehen? Mirko sieht es jedoch eher skeptisch, ob sich seine Zuschauer dafür interessieren. Ein Livestream von der Media Convention wäre zwar spannend, aber für die eigentliche Zielgruppe eher störend. Auch bei seiner Themenauswahl auf seinem Kanal ist er mittlerweile sehr kritisch. “Je mehr Zuschauer man hat, desto schwieriger ist es mit Special Interest-Themen.” Daher sollten Themen nicht zu speziell sein. Ein großes Thema, das bei YouTube immer wieder aufkommt, ist die Bezahlung: Ist ein YouTuber immer noch authentisch, wenn er Geld für seinen Content bekommt? Mirko bekommt einen Anteil für die Werbung, die vor seinen Videos geschaltet wird. Diese habe jedoch keinen Einfluss auf die Inhalte. Werbung die ihm nicht passt, kann er manuell ausblenden lassen. Auch weiß er, dass bei manchen Themen seiner Videos keine Werbung geschaltet wird. Für ihn ist das nicht wichtig. Einzig und allein der Inhalt ist für ihn wichtig, so der Youtuber

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Authentizität spielt bei YouTube von Anfang an eine wichtige Rolle. Ein YouTuber muss sich vor der Kamera genauso geben, wie er auch mit anderen Menschen im alltäglichen Leben umgeht, sonst merkt das der Zuschauer und schließt möglicherweise das Video. Dennoch muss die Art des Videos zum Thema passen; lacht MrWissen2Go in seinem Video über Depressionen, wären die Zuschauer sicherlich genervt. Für ihn steht das Thema im Vordergrund.

 

Hier findet Ihr die weiteren Artikel der Serie:

YouTube, Instagram, Snapchat: Wie authentisch sind Soziale Netzwerke?

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