Storytelling in Lost II: Die Zuschauer fesseln

Wie crossmediales Storytelling funktioniert, demonstriert die Fernsehserie Lost. Sie zeigt, wie sich Zuschauer durch das Nutzen von Synergien verschiedener Medien-Kanäle, vom passiven lean-back TV-Konsumenten zum aktiven lean-forward Nutzer wandeln. Was Praktiker über Kampagnen oder Geschichten bei Stakeholdern oft erreichen wollen, demonstriert die Serie Lost: Sie baut eine Community um eine Geschichte. Im Beitrag Storytelling in Lost I: Von einer TV-Serie lernen wurde der richtige Kanal für Geschichten gesucht. Aber wie etabliert man auf einer kommunikativen Einbahnstraße einen Rückkanal? Lost findet eine Antwort.

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„Elektrischer Reporter“

…ist ein Video-Podcast welches seit September 2006 von  Mario Sixtus, im Auftrag der Verlagsgruppe Handelsblatt produziert wird. Sixtus erklärt im Retrostil digitale Technologien des Internets.

2007 wurde der „Elektrische Reporter“ mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Seit dem 28. November 2008 wird der „Elektrische Reporter“ auf dem ZDFinfokanal ausgestrahlt.

Für uns als PR-Studenten ist das Podcast „Elektrischer Reporter: Microblogging“ sehr interessant. Sixtus erklärt hier die Nutzung, Vorteile und Gefahren des „Twitterns“ oder auch „Zwitscherns“ und lässt Experten, wie z. B. Biz Stone, Twitter-Mitgründer, Igor Schwarzmann von Trend-Scout oder auch Jan Schmidt, Soziologe zu Wort kommen.  Schmidt ist einer unserer Referenten beim Fachtag „Zukunft Online-PR 2009“, allerdings nicht zum Thema „Microblogging“.

Wer sich also mit Twitter noch nicht allzusehr beschäftigt hat, bekommt hier eine gute Einführung und wir eine gute Einstimmung auf das Thema „Microblogging“.

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PR für das deutsche Recht

Die deutsche Rechtsordnung soll international mehr Ansehen und Aufmerksamkeit gewinnen. Dafür setzt sich die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries mit den Bundesnotar- und Rechtsanwaltskammern, dem Richterbund und dem Deutschen Notarverein in dem neuen „Bündnis für das deutsche Recht“ ein.

Jetzt will das Bündnis verstärkt mit interessanten Angeboten auf Partnerländer zugehen und dabei Marketing für die eigene Rechtsordnung betreiben. So ist beispielsweise eine Datenbank geplant, die alle Projekte der internationalen rechtlichen Zusammenarbeit miteinander vernetzen soll. Die finanziellen Mittel der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit werden mit dem nächsten Bundeshaushalt um 52 Prozent erhöht. Deutsche Gesetze, Urteile und Lehrbücher sollen außerdem verstärkt in fremde Sprachen übersetzt werden.

„Es geht nicht darum, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Unser internationales Engagement setzt auf Partnerschaft und den Respekt vor Traditionen. Aber „Made in Germany“ gilt auch als Qualitätsmerkmal für das deutsche Recht.“, so die Bundesjustizministerin.

Wenn da nicht jemand von dem deutschen Recht überzeugt ist.

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STREIK.TV

Der öffentliche Nahverkehr ruht, Mülltonnen werden nicht geleert: Mit seinem neuen Internet-Format STREIK.TV begleitet ver.di die aktuellen Tarifkämpfe. Sendestart war im Dezember des vergangenen Jahres. Als Pilotprojekt will STREIK.TV tagesaktuell über die neuesten Entwicklungen berichten. Doch es soll kein reines News-Format sein: Historische Ereignisse, Hintergrundgeschichten und Portraits zum Thema Gewerkschaft und Arbeitskampf sollen einen Einblick in ver.di geben. Macher des Magazins sind professionelle Fernsehjournalisten, die unter anderem für das Lifestylemagazin „Polylux“ gearbeitet haben.

Gefunden in „Menschen machen Medien“. Medienpolitische ver.di-Zeitschrift, Nr. 1-2/08, Jahrgang 57

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G8: NGO-Campaigning im Social Web

Der G8-Gipfel zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie gut YouTube und Co. zur Mobiliserung eingesetzt werden können. Allein das Stichwort G8 liefert in YouTube mehr als 2.800 Treffer, fast genau so viele bietet MySpace. Die zehn am häufigsten gesehenen YouTube-Videos kommen auf gut 1,1 Millionen Views. In fast allen Fällen handelt es sich (nach ein paar Stichproben) um Kritik bzw. Aufrufe zum Protest. Neben Privatpersonen nutzen auch NGOs Social Software bzw. das Web im Rahmen ihres Campaignings.

Zum Beispiel gibt es G8-Blogs von attac und Oxfam, die auch auf YouTube mitG8-TV aktiv sind. Ebenfalls unter dem Namen G8-TV gibt es hier ein Portal, das eine größere Zahl von Aktivisten vereint, indimedia bietet zudem ein Live-Netzradio. In allen Fällen bieten die Formate mit wenig Aufwand sehr aktuell über neue Entwicklungen zu berichten, Tipps zu geben und zu koordinieren. Und nicht selten fehlt der Hinweis, dass die Angebote auch über Dinge berichten sollen, die nicht in den etablierten Medien vorkommen.

Hier ein Beispiel-Video von Oxfam. Wer noch auf andere NGOs gestoßen ist, die im G8-Umfeld das Social Web einsetzen: Hinweise sind herzlich willkommen…

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Kundeninteraktion auf dem Vormarsch

Die in Frankfurt angesiedelte international agierende PR-Agentur Hotwire hat eine Studie zum Thema Unternehmenskommunikation vorgestellt. Befragt wurden Marketing-, PR- und Kommunikationsverantwortliche in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien. 83 Prozent der Befragten erwarten in Zukunft eine viel direktere Interaktion mit ihren Kunden. Beachtliche 25 Prozent prophezeihen, dass die Kunden die Kommunikation mit Hilfe von Weblogs und Wikis künftig selbst steuern werden.

Natürlich erfordert solch ein Einfluss eine Reaktion der Unternehmen. 47 Prozent der Befragten ziehen ein eigenes Team für Weblogs und Kundeninteraktion in Erwägung.

Weiter verdeutlicht die Studie wieder einmal die Kluft zwischen Marketing und Kommunikation. So denken 42 Prozent der Befragten, dass der Marketingdirector die Verantwortung für die Marken- und Unternehmenskommunikation und 30 Prozent den Kommunikationsdirektor. Allerdings glaubt mehr als ein Drittel, dass die Aufgabenverteilung durch die neuen Medien verändert wird. 28 Prozent sehen sogar eine ganz neue Position daraus hervorgehen.

Auch die Agenturen werden ihre Strukturen anpassen müssen. 78 Prozent der Befragten glauben, die Agenturen müssten umdenken und neue Services und Kommunikationsinstrumente anbieten, um den direkteren Kontakt mit den Kunden gestalten zu können.

Die Studie zeigt außerdem, dass die PRler im Gegensatz zur Marketingabteilung weitaus interessierter an der Arbeit mit den neuen Kommunikationsinstrumenten sind. 63 Prozent der PR-Verantwortlichen planen in Zukunft den Einsatz von Kommunikationsplattformen wie Podcasting – auf Marketingseite haben dies nur 32 Prozent der Befragten vor. 79 Prozent der PR-Verantwortlichen glauben zudem, dass neue Technologien wie Podcasting und Videocasting eine zunehmend wichtige Rolle in der Kommunikation mit Kunden und anderen, dass Geschäft beeinflussenden Personengruppen spielen werden, im Marketing glauben dies nur 50 Prozent.

Und was sagt uns diese Studie? Zum einen können wir uns als PR-Anfänger auf einen harten Kampf mit den Marketingleuten einstellen – vor allem in der Online-Kommunikation. Zum anderen sehen die Chancen auf eine PR-Stelle für uns Online-Journalisten mehr als rosig aus.

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Podcast statt Radio?!

Es gibt mittlerweile mehr Podcasts auf der Welt als Radiosender. Neue Medienformate etablieren sich schneller als jemals zuvor.

Es könnte sich nun Angst breit machen, ausgelöst durch den Gedanken, dass die Radiosender ersetzt werden und von der Bildfläche verschwinden könnten. Doch dann kehrt schnell wieder Ruhe ein und das Riedlsche Gesetz von 1913 wird angeführt. Da heißt es: „ Kein neues, höher entwickeltes Medium kann ein altes vollständig verdrängen, sondern dessen Funktion lediglich ergänzen.“ Nun ist dieses Gesetz allerdings schon etwas älter und es stellt sich im gleichen Atemzug mit dem Zitierten die Frage, ob der damalige Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, schon so früh mit einem derartigen Medium, wie dem Internet gerechnet haben konnte.
Egal ob dem so war oder nicht. Schallplatten zum Beispiel gibt es noch zu genüge, kündigte sich doch nach dem Erscheinen der CDs eine rasche Ablöse an. Sicherlich gibt es sie aber nur noch selten in der Form von damals, viel mehr sind sie Sammlerstücke geworden und meist wieder zu finden auf den Flohmärkten dieser Erde…

Welche neuen Herausforderungen das Social Web generell an das Kommunikationsmanagement stellt, mit dieser Thematik hat sich der gute und viel zitierte Ansgar Zerfass beschäftigt. Für alle, die mehr wissen wollen, also bitte hier!

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Abmahnung mal anders

Seit einiger Zeit hört man vermehrt, dass Blogger von Anwälten abgemahnt werden. Ja mittlerweile gibt es sogar schon ein Blog, dass sich nur mit diesem Thema beschäftigt.

Aktuell hört man aber auch einmal die Geschichte anders herum…

Peter Marquardt, oder auch Lemotox, podcastet nun schon seit einiger Zeit. Da ist es nicht verwundernswert, dass auch er dem Aufruf von Annik Rubens (Autorin „Podcasting“ und „Schlaflos in München“) folgte und ein Podcaster-Erkennungszeichen entwarf. Dieses wurde in einem Wettbewerb gewählt und dient nun als Hilfestellung um ganz einfach erkennen zu können: Ach, der da drüben hört auch Podcasts. (Dazu muss die betreffende Person das Zeichen, z.B. als Button oder auf dem T-Shirt, nur am Körper tragen.) Geschützt hat Marquardt seine kreative Arbeit unter einer Creative Commons-Lizenz, so wie das heute im Web2.0 eigentlich üblich ist. Deshalb kann das Zeichen durchaus auch von anderen Menschen (Bloggern, Podcastern, Journalisten etc.) verwendet, aber nicht einfach verändert, werden.

Genau dies (das Verändern) ist nun aber geschehen. Die ARD nutzte das Zeichen zur Darstellung im Morgenmagazin (Schalte zur Cebit). Jedoch wurde die Originalgrafik verändert. Marquardt erfuhr per Mail davon und meldete sich darauf hin beim WDR (dort sitzt die Fernsehgrafikabteilung). Kurz und knapp: Am 21. März schrieb Marquardt an den WDR und meldete die Urheberrechtsverletzung. Nachdem er auch einen Anwalt einschaltete reagierten die Öffentlich-Rechtlichen und wollten ein „Angebot machen.“ Das hin und her zog sich. Und heute, am 22. April, podcastete Marquardt die ganze Geschichte. Das Angebot wurde nach seinen Angaben gemacht, aber seitdem ist weder der Honorarvertrag, noch eine kurze Meldung über die Bearbeitung seiner Anfrage eingetroffen… Und der WDR schweigt weiter.

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