Konkurrenzkampf der Bilder

Wenn zwei politische Parteien im Wahlkampf ein und dasselbe Bild verwenden, dann ist das ziemlich peinlich. „Vorsicht, Verwechslungsgefahr!“, titelte pressesprecher.com kürzlich. In dem Artikel geht es darum, dass FDP und NPD vor der Bundestagswahl 2013 mit demselben Videomaterial einer glücklichen Familie Wahlkampf betrieben. Das ist passiert, weil beide Parteien anstatt eigene Produktionen zu finanzieren auf das umfangreiche und günstige Material sogenannter Microstock-Agenturen zugegriffen haben. Das PR-Desaster machte die Wahlkampfspots regelrecht austauschbar und schadete dem Image beider politischen Lager.

Doch nicht nur Parteien konkurrieren im Kampf um Aufmerksamkeit um authentische Bilder; auch NGOs tun das. Beim G7-Gipfel in Elmau am vergangenen Wochenende hat sich gezeigt, dass globalisierungskritische Nichtregierungsorganisationen bisweilen genauso professionell PR machen, wie die Politik selbst. Nicht nur die Veranstalter des Gipfels versuchen sich durch Bilder zu inszenieren, sondern auch seine Gegner.

Professionelle Inszenierung: aufgeblähte Köpfe. Foto: ONE Deutschland, flickr
Professionelle Inszenierung: aufgeblähte Köpfe. Foto: ONE Deutschland, flickr

Die Bühne des Gipfels für ihre Anliegen zu nutzen und damit eine Öffentlichkeit zu erreichen kostet eine Menge Geld. 20.000 Euro hat die Entwicklungshilfe-Lobby „One“ laut Süddeutscher Zeitung für eine Kampagne ausgegeben, um ihre Bilder rundlich-aufgeblasen in der Luft hängender Regierungschefs in den Medien zu verbreiten. Kommen die Fotos in der Öffentlichkeit an, erhöht sich Druck auf die Staatsoberhäupter.

Doch der Platz in Zeitungen und Nachrichtensendungen ist begrenzt. Um ihn konkurrieren die Nichtregierungsorganisationen. Dabei kommen sie teils in verzwickte Situationen: Wollen sie Aufmerksamkeit erzielen, müssen sie mit kreativen Ideen professionelles Bildmaterial produzieren. Doch professionell bedeutet auch: teuer. Schnell ist da von „gekauftem Protest“ die Rede. Das Bildmotiv der Welthungerhilfe, ein Sensenmann, war ein engagierter Schauspieler. SpenderInnen stören sich daran, dass mit ihrem Geld ein Profi-Darsteller bezahlt und nicht unmittelbar der Hunger bekämpft wird.

Von Spenden bezahlter Profi-Sensenmann. Foto: obs/Deutsche Welthungerhilfe e.V./Silvia Beres / Welthungerhilfe
Von Spenden bezahlter Profi-Sensenmann. Foto: obs/Deutsche Welthungerhilfe e.V./Silvia Beres / Welthungerhilfe

Die NGO steht in der Kritik, weil sie eigenen professionellen Foto-Content produziert hat, während FDP und NPD den Fehler gemacht haben, genau das nicht zu tun. Ein Spagat, der gelingen muss, wenn solche Aktionen nicht nach hinten losgehen sollen.

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Communication Camp geht in die vierte Runde

Nach drei erfolgreichen Communication Camps, haben wir, die PR Studenten der Hochschule Darmstadt zusammen mit der Agentur für Online-Kommunikation quäntchen + glück uns erneut zum Ziel gesetzt einer Organisation zu helfen ihre Kommunikation nach Außen zu verbessern. 15 soziale und kulturelle Einrichtungen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg haben sich beworben. Nach einem langen Entscheidungsprozess, konnte sich die Flüchtlingsinitiative „Netzwerk Asyl Mühltal“ durchsetzen und ist Projektpartner des diesjährigen Communication Camps.

Das durch Spenden finanzierte „Netzwerk Asyl“ steht noch ganz am Anfang. Dies bietet eine Chance, Grundlagen zu schaffen – auch für andere Gruppen, die sich ebenfalls für Asylsuchende einsetzen. etwa in Form eines organisierten Austauschs von Wissen und Info-Materialien zwischen den Initiativen. Dadurch können letztendlich alle so effizient wie möglich vor Ort helfen.

In 2 Workshop-Tagen in Darmstadt (am 3. und 4. Juli) heisst es wieder: Analysieren, Lösungen finden und direkt umsetzen. Und natürlich sind auch in diesem Jahr wieder Medienmenschen und Kommunikationsprofis gesucht, die Gutes tun wollen. Ob TexterInnen, Graphiker, FotografInnen, Coder, PR-Frauen und -Männer sowie Fremdsprachler, die Arabisch, afrikanische Sprachen, Französisch oder Englisch sprechen, welche sich als Vermittler einbringen und Verstädnis für die Situation der Flüchtlinge schaffen können – seid Teil des Communication Camps 2015 und bewerbt euch auf unserer Website! Da die Anzahl der Teilnehmerplätze auf 20 begrenzt ist, freuen wir uns daher von euch zu hören, warum ihr auf jeden Fall dabei sein solltet.

 

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Gamification als Kommunikationstool

Bildquelle: timothyhughesuk.files.wordpress.com
Bildquelle: timothyhughesuk.files.wordpress.com

Ob Spannung, Freude oder die Illusion, sich für eine kurze Zeit in eine andere Welt zu begeben: Spiele haben eine vielfältige und einzigartige Wirkung auf den Menschen. Schon Kinder benutzen Spiele, um die Welt um sie herum zu erforschen und neues zu lernen.

In der PR geht es in erster Linie darum Beziehungen zwischen Unternehmen und der Öffentlichkeit herzustellen. Dabei geht es oft auch darum Sachverhalte zu erklären und den Menschen beizubringen, wieso eine bestimmte Handlung oder Maßnahme durchgeführt wird. Dies kann man natürlich durch die Verbreitung von Pressemitteilungen oder die Nutzung verschiedener Kommunikationskanäle erreichen. Die Effektivität solcher Maßnahmen ist manchmal aber nur schwer abzuschätzen. Spannende Geschichten und eigene Erlebnisse werden von unserem Publikum am besten wahrgenommen und am ehesten weiter verbreitet. Diesen Umstand kann man sich durch Gamification zu Nutze machen.

Beispiele aus der Health-PR und Consumer-PR

Bildquelle: pharmaceuticalintelligence.com
Bildquelle: pharmaceuticalintelligence.com

Als erstes Beispiel dient hier das Facebook Spiel „Syrum“, welches vom Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim im Jahr 2012 erstellt wurde. In Syrum ging es darum, dass der Spieler in die Rolle von Forschern schlüpft, welche in einem Labor an der Erforschung neuer Wirkstoffe und Medikamente arbeiten. Wie es für soziale Facebook-Spiele üblich ist, konnte man auch hier Freunde einladen, die einem „bei der Arbeit“ helfen und bestimmte Aufgaben schneller ablaufen lassen. Anders als vergleichbare Social-Games, wie zum Beispiel Farmville oder Candy Crush, nutzte Syrum nicht die üblichen “pay-to-win” Modelle für Spieleverbesserungen. Stattdessen bot Syrum dem Spieler die Möglichkeit, sich ein Video anzusehen oder einen kurzen Text zum Thema pharmazeutische Forschung zu lesen um Verbesserungen freizuschalten. Boehringer Ingelheim wollte mit diesem Spiel erreichen, dass die Rolle der pharmazeutischen Forschung in der Öffentlichkeit besser verstanden wird. Pharmaunternehmen stehen vor allem in den USA häufig in der Kritik, weil die Preise für ihre Medikamente als zu hoch empfunden werden. Gleichzeitig wissen viele nicht, dass der Preis eines Medikaments die Forschung von circa zehn Vorgängern und zehn nachfolgenden neuen Produkten mitfinanziert.

Bildquelle: fitness-gadget.ru
Bildquelle: fitness-gadget.ru

Nike+ vereint eine rege Fitnesscommunity in einer App, wodurch die Nutzer den Erfolg ihres Trainings messen können. Die Motivation der Nutzer wird durch ein Feedback-Schema erhalten, welches wiedergibt, was man gemacht hat, welche Fortschritte und welche Ziele erreicht wurden. Die Nutzer können ihre Statistiken und Trainingserfolge mit anderen teilen, Teams gründen oder Wettbewerbe eröffnen. Neben der Pflege der Kundenbindung und Loyalität erreicht Nike so auch, dass potenzielle Neukunden die App auch benutzen und die Marke über einen weiteren Kanal ihre Bekanntheit steigert.

Was muss ein Spiel also erfüllen, um den Spieler zu fesseln und ihm gleichzeitig etwas mitzuteilen?

Im Prinzip hat jedes Spiel bestimmte Regeln, ein klares Ziel für den Spieler und es erweckt im Spieler den Wunsch, unnötige Hindernisse zu überwinden. Gute Spiele lassen dem Nutzer gleichzeitig aber auch genügend Freiräume, um selbst Entscheidungen zu treffen und mit den eventuellen Konsequenzen umgehen zu müssen. So haben die Spieler stets das Gefühl, die Kontrolle über das Spiel zu haben und ihren eigenen Weg zu finden.

In erster Linie geht es darum seine Zielgruppe zu erkennen und die Art des Spiels dementsprechend anzupassen. So gibt es beispielsweise kurzweilige, einfache Spiele, interaktive Spiele, herausfordernde oder strategische Spiele sowie Spiele mit einem ernsten Hintergrund.

Während man bei der Konzeption eines Spiels schnell dazu verleitet wird ein Spiel für jüngere Zielgruppen zu erstellen, stellt man in der Praxis häufig fest, dass ausgerechnet diese Zielgruppe ein Spiel sehr schnell aufgibt. Während sie dazu tendieren Spiele schnell zu entdecken und auszuprobieren, neigen sie auch dazu das Spiel schneller wieder zu verlassen, wenn es ihren Erwartungen nicht entspricht. Auch jemand der in seiner Freizeit viel mit Spielen beschäftigt ist, tendiert dazu das potenzielle Spiel schneller zu verlassen. Der Grund liegt darin, dass „zu spielerische“ Werke schnell mit den Spielen großer Hersteller mit entsprechenden Entwicklungsbudgets verglichen werden.

Fazit

Ein „PR-Spiel“ muss also professionell gestaltet werden und Spaß machen, darf aber unter keinen Umständen den Informationsaspekt aus den Augen verlieren. Sonst wird riskiert, dass die Spieler das Spiel schon nach kurzer Zeit verlassen.

Letztendlich bleibt noch folgendes zu sagen: Nicht jedes Thema eignet sich dafür als Spiel umgesetzt zu werden. Gleichzeitig muss man sich auch gut überlegen, was das Spiel kommunizieren und wer damit erreicht werden soll, denn ein 19-jähriger reagiert auf das Spiel anders als ein 50-jähriger. Zusätzlich muss man stets bedenken, dass solche Spiele je nach Umfang auch ein entsprechend hohes Budget brauchen.

 

Autorin: Julia Anna Moor

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Das Team der PR- Fundsachen ruft zur Spenden-Challenge auf

Spenden-Challenge
PR-Fundsachen Team SS14

Obwohl die Semesterferien bereits eingeläutet sind, heißt das noch lange nicht, dass das Team der PR-Fundsachen auf der faulen Haut liegt. Die im Juli gestartete Aktion „Nominieren für einen guten Zweck“  ist noch lange nicht zu Ende. Knapp einen Monat nach dem Startschuss der Aktion rufen wir abermals zur tatkräftigen Unterstützung auf – und nominieren jeden Einzelnen von euch.

Auch in diesem Sommer verbreitete sich wieder ein Trend in den sozialen Netzwerken: die Nominierungs-Challenges. Die wohl Bekannteste: „Ex dein Bier“. Durchführung simpel und funktioniert fast immer. Einfach Lieblingssorte öffnen, Büchse, Glas oder Flasche in die Hand nehmen, dann ex und hopp. Hat man sein Bier in kürzester Zeit in den Hals gekippt, nominiert man drei weitere Personen aus seiner Freundesliste. Posten diese nicht binnen 24 Stunden selbiges Video von sich, muss zur Strafe dem Nominierer ein kompletter Kasten Gerstenmalz spendiert werden. Täglich kursieren nun in Facebook neue Videos die Freunde, Bekannte und deren Bekannte im Bier exen zeigen. Immer jünger werden jene, die bei der Aktion mitmachen.

„Bier exen“ ist out!

So schnell wie ein Trend kommt, langweilt er auch. Die einzige Lösung? Ein neuer muss her. Auf das Bier exen folgte die Cold-Water-Challenge, bei der Feuerwehrmänner in kaltes Wasser springen. Bei einer weiteren Aktion nominierten Mitglieder von Karnevalsvereinen befreundete Vereine, die binnen 24 Stunden einen Karnevalsumzug auf die Beine stellen mussten. Das Resultat ist ähnlich dem der Ursprungschallenge. Schafft man es nicht, muss eine Art Strafe gezahlt werden. Bei Vereinen war das oft ein Grillfest, das für die Freunde ausgerichtet und bezahlt werden musste.

Spenden-Challenge
Auch wir spenden fleißig mit. Jetzt seid Ihr dran.

Nominierungs-Challenge für einen guten Zweck

Auch wir können uns dem Trend der Challenges nicht entziehen und wollen mitmachen. Allerdings heißt es bei uns: „Mitmachen für den guten Zweck“. Im Rahmen unseres Semesters haben wir aktiv das Projekt der Deutschen Humanitären Stiftung unterstützt. Ziel der Stiftung ist es, mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement hilfsbedürftigen Kindern in Entwicklungs- und Krisenländern eine Chance auf Bildung zu ermöglichen und somit ihre Zukunft zu sichern.

Mit unserer Spendenaktion wollen wir einen Teil zum Werk der Deutschen Humanitären Stiftung beitragen. So nominieren wir Facebook-Freunde mit nur drei Euro mitzumachen. Auch hier kann man ganz simpel Gutes tun. Einfach drei Euro spenden, Spendenquittung posten und zwei weitere Freunde nominieren. Wurde aber nicht gespendet, sollte stattdessen der Gegenstadt gezeigt werden, für den man die drei Euro investiert hat. Eine sinnvolle Nominierungsaktion, wie wir fanden. Wir waren fest davon überzeugt mit dieser Challenge viele Freunde und Bekannte dazu zu bringen, zu spenden. Leider wurden wir eines Besseren belehrt. Unsere Euphorie wurde schnell gedämpft. Nur einige wenige waren bereit öffentlich etwas zu spenden. Nun möchten wir es noch einmal versuchen und die Challenge wieder in Erinnerung rufen. Wer nicht öffentlich spenden möchte, aus den verschiedensten Gründen, kann auch auf www.dhs-kinderhilfe.de Gutes tun.

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PR in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Dass Public Relations nicht nur für Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, hat auch das diesjährige Praxisprojekt mit der Deutschen Humanitären Stiftung gezeigt. Doch was zeichnet eigentlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kulturbereich aus? Vier kurze Fragen an Silke Tomé, Mitarbeiterin im Kommunikationsteam der Senckenberg Gesellschaft – die unter anderem eines der größten Naturkundemuseen Deutschlands in Frankfurt am Main unterhält.

Silke Tomé Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Silke Tomé
Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Frau Tomé, aus Ihrer Sicht: Was sind die besonderen Herausforderungen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einer Einrichtung wie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung?

Erst einmal gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern, die die gesamte Kommunikation koordinieren, während der Umfang an Aufgaben immer mehr zunimmt. Als naturwissenschaftliche Gesellschaft sind wir vor eine weitere Herausforderung gestellt: Mitarbeiter, deren zentrale Aufgabe eigentlich Wissenschaft und Forschung sind, müssen dafür sensibilisiert werden, dass es auch wichtig ist, ihre Ergebnisse für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit aufzubereiten.
Was viele vielleicht nicht sofort wissen: Das gleichnamige Museum ist nur ein Teil der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die unter anderem ein Forschernetzwerk mit mehreren Standorten in ganz Deutschland unterhält – und die sich zum Ziel gesetzt hat, wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Welche unterschiedlichen Stakeholder muss man als Kommunikationsstab hier eigentlich im Auge behalten?

Grundsätzlich gehören alle Einrichtungen und Museen zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Sie ist deshalb der Ausgangspunkt unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Neben den Mitarbeitern und Mitgliedern der Gesellschaft zählen unter anderem die Zuwendungsgeber, Sponsoren, Spender, außerdem die Presse und natürlich die allgemeine Öffentlichkeit zu den wichtigen Zielgruppen. Für die Museen im Speziellen sprechen wir Menschen aller Altersgruppen an – also Familien mit Kindern, Großeltern mit ihren Enkeln, Jugendliche, Erwachsene und Schulen. Darüber hinaus wird die Arbeit der Senckenberg Gesellschaft natürlich auch in der Wissenschaft wahrgenommen, wo unter anderem Kontakte zu anderen Forschern und auch Politikern entstehen.

Und wie funktioniert die Ansprache der unterschiedlichen Zielgruppen? Welche Aufgaben betreut das Kommunikationsteam konkret?

Unser Team betreut unterschiedlichste Maßnahmen vom Mitarbeiternewsletter, der ausschließlich elektronisch versendet wird, bis hin zu klassischer Pressearbeit mit Pressemitteilungen, Pressekonferenzen und so weiter. Außerdem erstellen wir den elektronischen Newsletter, bearbeiten Flyer und Poster, kümmern uns um die Media-Kontakte wie Anzeigenwerbung und Out-of-Home Media und betreuen die unterschiedlichen Social Media-Kanäle. Inzwischen ist die Senckenberg Gesellschaft auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube sowie mit eigenen Blogs im Netz vertreten. Zusätzlich organisieren wir Veranstaltungen wie Vortragsreihen, Ausstellungseröffnungen, Preisverleihungen oder Mitgliederversammlungen.

Im Team wird nicht nur die externe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit koordiniert, es gibt auch eigene Maßnahmen für die interne Kommunikation.

Zur internen Kommunikation gehören bei uns vor allem regelmäßige Newsletter für alle Mitarbeiter sowie Mailings, die je nach aktuellem Anlass erstellt werden.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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PR-Grundlagen – Vom Nichtschwimmer zum PR-Pferdchen

Um das Gefühl für das Arbeiten im “Real-Life” in einer PR-Agentur zu bekommen, bestand unser diesjähriges Semesterprojekt gleich aus drei einzelnen Aufträgen. Die Öffentlichkeitsarbeit für die Deutsche Humanitäre Stiftung war eines davon. Nach dem ersten Briefing mit dem Mitbegründer und Hauptakteur der Stiftung, Uwe Breininger, hatten wir ein erstes Fundament, auf dem wir bauen konnten. Die Hauptaufgabe bestand darin, die bestehende Homepage ins Web 2.0 zu führen und grundlegend zu modernisieren. Dazu gehörte das maßgebende Konzept, ein neues Design und strukturelle und inhaltliche Änderungen. Auf dem Server unserer Hochschule errichteten wir eine Testhomepage als Spielwiese, um uns – ganz überlegt und konzeptionell natürlich – erstmal austoben zu können.

Unsere Erfahrungen und alles, was wir daraus mitgenommen haben, wollen wir gerne teilen:

1. Das Konzept

Die ursprüngliche Startseite der DHS
Die ursprüngliche Startseite der DHS

 Auch wenn es in den Fingern brennt und tausende Ideen nach Umsetzung schreien: hinsetzen, durchatmen und erstmal ein Konzept machen. So gerne man schon die ersten Texte schreiben, Bilder knipsen oder WordPressthemes auswählen möchte, ohne ein Konzept hat man am Ende zu viele Bausteine, die vielleicht gar nicht zusammen passen. Deshalb zu allererst eine ausführliche Analyse machen und fragen: Wie ist der IST-Stand? Wie positioniert sich das Unternehmen? Welche Zielgruppen gibt es? Erst nach einer ausführlichen Analyse kann man sich dem SOLL-Stand widmen und geeignete Maßnahmen formulieren. Für die Zielgruppen zum Beispiel entwickelten wir so vier fiktionale Personengruppen: die “politisch korrekte” Familie, die die Welt verbessern will, die einsame alte Dame, die gerne “Ersatzoma” für alle Dorfkinder ist, das schwule Ehepaar ohne Kinder und mit schickem Appartement und der Rentner mit Vermögen, aber ohne Erben. Klingt klischeehaft – ist es auch! Es hilft aber, um zu entscheiden, welche Anrede man wählt, wie schwierig die Navigation sein darf oder welche Themen besonders ansprechend sind.

2. Die Organisation

Wir teilten unsere Gruppe in Projektkoordination, Konzeption, Content, Design und Technik auf mit je einem Teamsprecher, um das Arbeiten zu Erleichtern. Das hat zwar gut geklappt, am Anfang ging die Arbeit aber nur langsam voran, weil wir uns erst einmal mit allen absprechen mussten. Die Content-, Design- und Technikgruppe konnte ohne Konzept noch gar nicht anfangen, zu arbeiten. Nach den vielen Absprachen funktionierte die eigenständige Arbeit allerdings sehr gut.Google Drive, Facebookgruppen, Telefonate – wir nutzten alle Möglichkeiten der Kommunikation, um im ständigen Kontakt zu bleiben und so produktiv wie möglich arbeiten zu können. Eine logische Ordnung der Dateien, Zeitpläne, To-Do-Listen und Protokolle bedeutete zusätzlichen Aufwand, erleichterte uns die Organisation aber enorm.

Das vorherige und neue Logo der DHS
Das vorherige und neue Logo der DHS

3. Die Wahl des WordPresstheme

Die Auswahl des Themes ist wie die Katze im Sack: Man weiß nie genau, worauf man sich einlässt. Wir haben uns für ein Theme entschieden, dass speziell für wohltätige Organisationen ausgerichtet ist und Spendenbuttons, -formulare und andere hilfreiche Tools gleich beinhaltet. Grundkenntnisse in HTML und CMS haben wir zwar gelernt, aber zum Programmieren reicht das natürlich nicht. Unsere Hoffnung, uns durch ein komplexes Theme Arbeit zu ersparen, war leider sehr blauäugig und schon bei der Farbänderung war es vorbei mit der Zufriedenheit. Nach vielen Stunden intensivem Googlen, Ausprobieren und viel Hilfe von außen haben es unsere fleißigen Programmierer zwar geschafft, aber das Problem war dadurch nicht sofort gelöst. Schwierig wird es nämlich, wenn die Organisation oder das Unternehmen selbst begrenzte Kapazitäten haben und mit dem Theme alleine gar nicht so gut zurecht kommt. Wir haben deshalb darauf geachtet, den zukünftigen Arbeitsaufwand für die Stiftung gering zu halten, die Mitarbeiter geschult und ein How-to geschrieben. Manchmal lohnt es sich aber auch in den sauren Apfel zu beißen und das Theme zu wechseln – zumindestens wenn Zeit und Kapazitäten vorhanden sind.

So soll die neue Startseite der DHS aussehen
So soll die neue Startseite der DHS aussehen

4. Content ist King

Das Herzstück der ursprünglichen Homepage waren die Inhalte: lange, ausführliche Texte sowie eine Vielzahl an Bildern und Videos. Zum Wohle des Contents wollten wir dieses Konzept natürlich beibehalten.

Die Texte mussten gelesen, kommentiert, überarbeitet oder neu geschrieben und redigiert und die Bilder und Videos gesichtet und bearbeitet werden. Das nahm ziemlich viel Zeit in Anspruch. Wir mussten die Ansprache beachten, die Zielgruppen im Hinterkopf behalten, die Leser mit Storytelling fesseln, gleichzeitig suchmaschinenoptimierte Schlagwörter einbauen und dabei auch noch informativ und transparent bleiben.

 

Am letzten Mittwoch trugen wir das vorläufige Ergebnis in einer Abschlusspräsentation Uwe Breininger und drei Projektmitarbeiterinnen aus Georgien vor. Sie waren sehr begeistert von dem modernen Design und der vielen Mühe, die wir hineingesteckt hatten. Unsere ersten Kunden haben wir also schon mal zu glücklichen Kunden gemacht! Auch wenn wir anfangs mit wenig Vorwissen und ohne Schwimmflügel zunächst ins kalte Wasser geworfen wurden, haben wir doch ziemlich schnell schwimmen gelernt und uns unser erstes “Abzeichen” verdient – Nicht zuletzt durch einen vollen Stundenplan und dem geballten Wissen unserer engagierten Dozenten.

Noch ist die ursprüngliche Homepage der Deutschen Humanitären Stiftung online. Wann die neue Version online geht, werden wir auf unserer Facebookseite oder unserem Twitterkanal bekannt geben.

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Greenpeace: Kampf ums Image

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace steht vor einem Finanzskandal und dem daraus resultierenden Image-Problem. Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung hat bei Spekulationen auf dem Devisenmarkt Millionenverluste erwirtschaftet. Bei Termingeschäften wurde auf den sinkenden Euro spekuliert – das traf aber nicht ein.

Greenpeace Tanker © Glyn Baker
Greenpeace Tanker © Glyn Baker

Die 3,8 Millionen Euro stammten aus Spenden, diese waren laut Spiegel-Informationen, aus Deutschland und weiteren finanzstarken Greenpeace-Länderorganisationen an die Zentrale in den Niederlanden überwiesen worden. Eine Untersuchung habe ergeben, dass es sich um keine selbstbereichernde Handlung des Mitarbeiters gehandelt habe und es wurden Fehler im Kontrollsystem der Organisation festgestellt. Korruptionsvorwürfe konnten nicht bestätigt werden, so Greenpeace International Sprecher Mike Townsley. Er bestätigt ebenfalls die „ernsthafte Fehleinschätzung“ des Mitarbeiters, dessen Entlassung in die Wege geleitet wurde.

Greenpeace in Erklärungsnot

Brigitte Behrens, Geschäftsführerin der Umweltschutz Organisation in Deutschland äußerte sich gegenüber Zeit Online: „Greenpeace International ist hier ein gravierender Fehler unterlaufen, für den wir uns auch bei unseren Förderern entschuldigen wollen. Es ist mir wichtig zu betonen, dass Greenpeace International nicht mit Spendengeldern an der Börse spekuliert hat, sondern die Verträge zur Währungsrisiko-Absicherung zu Verlusten geführt haben.“

Die aktuellen Kampagnen der Umwelt-Aktivisten seien nicht gefährdet. Greenpeace hatte im Jahre 2012 Einnahmen von knapp 270 Millionen Euro an Spenden. Wie die zukünftigen Spender auf diesen Skandal reagieren, wird an der Höhe der kommenden Spenden ablesbar sein. Das Image von Greenpeace hat dadurch Schaden erlitten. Wie lange der Vertrauensverlust anhält, wird die Zukunft zeigen.

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Save the Children greift zu „sexy“ Methode

Sex sells, dachte sich die Non-Profit Organisation „Save the Children“ und griff zu einer ungewöhnlichen Methode, um in ihrer neuesten Kampagne auf Kindersterblichkeit durch Krieg und Naturkatastrophen aufmerksam zu machen. Dafür engagierten sie das Filmer Duo „Josh + Vince“, die für Viral Videos und ihren Comedy-Erfolg bekannt sind. Josh Ruben und Vincent Peone dachten sich: sex sells, aber was machen, wenn das Thema absolut nicht sexy ist?

Der Auftrag für die Models: Seid sexy! Foto: Screenshot Youtube
Der Auftrag für die Models: Seid sexy! Foto: Screenshot Youtube

Herausgekommen ist ein Video mit Models, die vorgegebene Sätze möglichst sexy in die Kamera sagen sollen. Der Regisseur erklärt zuvor noch „This is for a very sexy brand!“. Klappt hervorragend. Die Models fassen sich in die Haare, spielen mit ihren Muskeln. Es wird auf den Lippen gekaut und mit gehauchter Stimme gesprochen, bis sie vorlesen sollen, dass 800 Mütter und 18,000 Kinder jeden Tag durch vermeidbare Ursachen sterben. Schock.

„This is not a sexy statement – I feel bad“

Elle.com gegenüber versicherten „Josh + Vince“, dass die Models tatsächlich nicht gewusst haben sollen, wofür sie vor der Kamera stehen. Auch wenn durch Videos wie „First Kiss“ eine Grundskepsis über die Echtheit der Situation bestehen bleibt, ist die Idee dahinter raffiniert. Immer wieder stocken die Models, während sie die Botschaften vorlesen und geben zum Ende des Videos frontal in die Kamera bekannt, dass sie das Thema nicht sexy machen können.

Diese Botschaft ist nicht sexy und verdient Aufmerksamkeit. Foto: Screenshot Youtube
Diese Botschaft ist nicht sexy und verdient Aufmerksamkeit. Foto: Screenshot Youtube

„It deserves your attention“ – aber ist „sexy“ die richtige Herangehensweise um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen? Also weg von traditionellen Mitteln wie Mitleid und erschreckenden Bildern, hin zu einer gewissen Art Comedy. Ist das nun eine geniale Weise, um auf Kindersterben und die Option zu spenden, hinzuweisen? Oder geht die Kampagne zu weit? „Save the Children USA“ betiteln ihr Video als „The Most Important Sexy Model Video Ever“ und begründen damit ihren Ausflug in die Online-Comedy Welt. Das Video ist sexy und „funny“, wie „Josh + Vince“ es geplant hatten. Aber es schafft auch den Sprung von der Albernheit – Models werden hinters Licht geführt – zum ernsthaften Aufruf. Nicht zum ersten Mal greifen „Save the Children“ zu außergewöhnlichen Methoden um auf Missstände hinzuweisen. Bereits Anfang 2014 veröffentlichten sie ein Video, das auf die Lage der Kinder in Syrien hinweisen sollte. Es wurde gezeigt, wie es aussehen würde, wenn ein Kind in London einen Bürgerkrieg erleben müsste. Die Botschaft: Bloß weil Krieg nicht vor deiner Haustür passiert, bedeutet das nicht, dass er gar nicht stattfindet. Dass die Kampagne unkonventionell ist, lässt sich nicht bestreiten. Ob „sexy“ aber zu weit geht im Bezug auf Kindersterblichkeit kann jeder selbst entscheiden, indem er sich das Video anschaut.

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