Edeka is(s)t bei Instagram – Wie wichtig ist visuelle Kommunikation?

Deutschlands zweitbeliebtester Supermarkt hat seit Anfang Oktober einen Account bei Instagram – und das finde ich sehr, sehr geil!

Denke ich an EDEKA, fällt mir sofort das millionenfach angeklickte YouTube Video „Supergeil“ mit Friedrich Liechtenstein ein, welches 2014 auch im deutschen Fernsehen zu sehen war. Zuständig für die unterhaltsamen Online-Filme der EDEKA Marke ist die Hamburger Kreativ-Agentur „Jung von Matt“.

Sucht man nach einer zeitgemäßen Imagekommunikation, kommt man nicht am Social-Media-Marketing vorbei. Auf Facebook, Youtube und nun auch Instagram hofft die Supermarktkette auf diejenigen zu treffen, die nicht mehr nur mit dem aktuellen TV-Spot zu erreichen sind. Das neue Social Media-Profil richtet sich an alle, die vor allem eines mit EDEKA teilen: die Liebe zu Lebensmitteln.

Ein altes Profil ist beispielsweise der Twitter-Account, den EDEKA jedoch das letzte Mal 2013 aktiv verwendete. Lebensmittel mit Worten zu beschreiben scheint lang nicht so erfolgreich zu sein, als einfach ein Bild davon zu zeigen.

#instafood, #foodpic, #yummy

Instagram hat weltweit mehr als 300 Millionen Nutzer, wovon in etwa 3 Millionen aus Deutschland kommen – Tendenz steigend. Darüber hinaus wächst kaum ein Social Network so rasant wie Instagram. Vor allem bei den jungen Internetnutzern (16 – 24 Jahre) gewinnt der Fotodienst deutlich an Bedeutung. Eine Studie aus den USA zeigt, dass insbesondere Teenager auf Instagram immer aktiver werden, wogegen das Interesse an Twitter, Google+ und auch Facebook langsam verloren geht.

Warum Instagram Einsatz in Unternehmen findet

Durch visuelle Kommunikation können Produkte lebhafter dargestellt werden. Es ist wichtig, dass die Bilder beim Betrachten eine positive Wirkung hervorrufen. Fotograf Boris Baldinger, welcher rund 7.000 Abonennten auf Instagram hat, sagte in einem in einem Gastbeitrag auf allfacebook.de: „Authentizität ist eines der wichtigsten Elemente, um auf Instagram erfolgreich zu sein. Zeigt, wie euer Brand oder euer Unternehmen tickt. Gebt einen Einblick in den Alltag.“

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – Wenn eine Firma ein gewisses Image von sich transportieren will, dann gilt es das auch mit Fotos zu zeigen.

In der heutigen Welt nehmen sich die Leute selten Zeit, etwas gründlich zu lesen. Das Internet ist vollgestopft mit Content. Es gilt also, die Aufmerksamkeit mit Bildern zu erhaschen. User neigen eher dazu, auf einen Beitrag mit Bild zu klicken. 2014 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 11,03 Millionen Personen, die Texte ohne Bilder langweilig fanden.

Schöne und authentische Fotos zu zeigen, reicht aber nicht. Durch Aktionen und Interaktionen wird man in Social Web überhaupt erst sichtbar und fördert seine Unternehmensvermarktung. Und was macht Edeka genau? Durch Rezeptvorschläge, witzige Sprüche und angepasste Hashtags versucht sich die Supermarktkette Gehör auf neuem Terrain zu verschaffen.

Rezepte á la EDEKA
Quelle: Screenshot edeka/Instagram
Quelle: Screenshot edeka/Instagram

 

Die Bilder für den Instagram-Account werden von Foodfotografen geschossen, die unter anderem für das Kundenmagazin „Mit Liebe“ arbeiten. EDEKA kündigte an, mehrmals pro Woche Obst und Gemüse, sowie bereits zubereitete Speisen und Rezepte zu präsentieren, um Lust auf gutes Essen zu machen – welches selbstverständlich im EDEKA-Markt erworben werden kann. Die Bildsprache hat meiner Meinung nach einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Aber überzeugt euch selbst!

Edeka auf Instagram
Quelle: Screenshot edeka/Instagram

 

Rolf Lange, Leiter der Unternehmenskommunikation von EDEKA, erklärt auf der Webseite:

„Instagram ist für EDEKA in vielerlei Hinsicht eine relevante Plattform. Mit unserem Auftritt erreichen wir ein kreatives Umfeld mit einer sehr aktiven und vergleichsweise jungen Community, die stetig wächst und darum immer mehr Möglichkeiten bietet, diese Plattform auch als Reichweitenkanal zu nutzen. Auf Instagram lassen sich viele Entwicklungen frühzeitig beobachten und wer sich wie EDEKA leidenschaftlich mit Essen und Genussthemen beschäftigt, sollte hier vertreten sein.“

Da ich als Studentin eher selten gutes Essen zu Gesicht bekomme und es sich auf Instagram schon seit Jahren etabliert hat, sein Essen zu fotografieren, freue ich mich auf noch mehr #foodporn!

Linktipps zum Thema:

W&V: So inszeniert sich Edeka bei Instagram

BasicThinking: Wie wird man als Unternehmen auf Instagram erfolgreich?

WakeUp-Communications: So präsentieren sich Food-Marken auf Instagram

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Warum medienneutrales Publizieren immer wichtiger wird

Einige kennen es, manche verstehen es, aber kaum einer kann es erklären: Medienneutralität. Wieder eines dieser Buzzwords, dem kurzer Twitter-Hype und anschließende Vergessenheit droht? Nicht ganz. Medienneutrales Publizieren ist schon lange in der Medienwelt angekommen.

Der Umgang mit Medien ist unumgänglich geworden – laut der diesjährigen ARD/ZDF-Langzeitstudie beträgt die tägliche Mediennutzungsdauer der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland durchschnittlich neuneinhalb Stunden. Der moderne Nutzer stattet sich mit immer mehr Geräten aus, um in jeder Situation perfekt ausgerüstet zu sein und den gewünschten Content von überall aus abrufen zu können. Im Idealfall setzen Verlage, Unternehmen und Agenturen deshalb auf eine crossmediale Verteilung ihres Contents.

Ob Fernsehen, Radio, Zeitung oder Buch, vor allem das Internet nimmt hier als übergreifendes Multifunktionsmedium eine wichtige Rolle ein. Im klassischen Journalismus kommt es zur Aufhebung von Grenzen zwischen Print und Online – in Echtzeit werden News auf zahlreichen sozialen Netzwerken verbreitet, erscheinen wenig später auf der Website und landen am Tag darauf nicht selten in gedruckter Form am Zeitungsstand. Dank des steigenden Trends hin zum ePublishing wird das Stichwort Medienneutralität auch für Verlage immer interessanter – vor allem der elektronische Buchmarkt erfährt zunehmend Aufschwung. Für das Jahr 2020 wird laut Statistia 2015 im Segment eBooks eine Nutzeranzahl von knapp 9 Millionen prognostiziert.

Im Vordergrund steht nicht mehr die Anpassung von Content an bestimmte Trägermedien, sondern die Sicherstellung einer möglichst medienneutralen Aufbereitung. Um vorgefertigte Inhalte über verschiedenste Kanäle zum Kunden zu bringen, wird deshalb eine simple Mehrfachverwertung von Daten immer wichtiger. Aus einer bestehenden Datenbank heraus, sollen Inhalte unabhängig von der zuvor ausgewählten Distributionsplattform vorbereitet und verteilt werden. Immer öfter wird auf Content-Management-Systeme gesetzt, die den Inhalt auf Basis einer XML-Strukturierung verwalten und entsprechend des Zielmediums passend ausspielen können. Nicht selten spricht man aufgrund dessen von medienneutralem oder plattformunabhängigem Publizieren.

Doch medienneutrales Publizieren ist aufwendig und teuer, denn Verlage, Unternehmen und Agenturen müssen sich auf eine Neuorganisation ihrer Workflows einstellen. Um möglichst effizient zu arbeiten, werden Kommunikationsabteilungen umstrukturiert, Mitarbeiter geschult und Agenturen mit neuen Content-Management-Systemen konfrontiert. Hier gilt es abzuwägen: Inwieweit wird eine spezifische Medienform genutzt? Welche Erwartungen werden gestellt? Und wie viel ist der Kunde bereit zu zahlen? Es muss eine angemessene Kommunikation sichergestellt werden, deren Aufwand kalkulierbar ist.

Medienneutrale Daten, als Basis für zeitgemäße Content-Strategien, sind daher nicht mehr wegzudenken. „Kommunikation muss entlang des Themas gedacht werden und nicht entlang des Trägermediums”, so Kersten Riechers (quäntchen + glück).

In den nächsten Wochen wird es auf PR-Fundsachen fortlaufend neue Beiträge zum Thema „Plattformunabhängiges Publizieren“ und „Medienneutralität“ geben. Bleibt dran!

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Webmontag auf Platz #1 bei Twitter – Premiere in der Darmstädter Centralstation

„Ich verspreche euch, ich habe nur Twitterbares in meiner Präsentation!“ (@tp_da) – Heute vor genau einer Woche fand der erste Webmontag (#wemoda) in der Centralstation Darmstadt statt, bei dem bewiesen wurde, wie wunderbar Live-Kommunikation über Twitter eine Veranstaltung bereichern und Teilnehmer miteinander vernetzen kann.

Was sich ein bisschen so anfühlte wie ein großes Klassentreffen des Mediencampus, war in Wirklichkeit ein Abend, an dem sich Entwickler, Unternehmer, Designer, Gründer, Geeks und Studierende trafen, um die gegenwärtige digitale Transformation zu thematisieren und zu diskutieren. Anfang des Jahres haben die Darmstädter Locals von ion2s, Schumacher. Visuelle Kommunikation, der Profilwerkstatt, quäntchen + glück und Camao die Digitale Darmstadt e.V. gegründet. Mit der Unterstützung großartiger Sponsoren haben sie nun den ersten Webmontag in Darmstadt ermöglicht.

Bildschirmfoto 1 #wemoda

Im ersten Vortrag sprach Anja Fehlau (@aenscha), Design Consultant bei SAP, über die Transformation in der Designkultur. Konkret arbeitet sie seit Jahren daran, Design Thinking in das Bewusstsein von 750.000 SAP-Mitarbeitern zu holen. Design Thinking bedeutet, Probleme zu lösen und damit zur Entwicklung neuer Ideen beizutragen. Das Ziel: Nutzern eine möglichst einfache und überzeugende User Experience zu liefern. Besonders Eindruck hinterließ ihr Schlusszitat: “Design is a behaviour, not a department.” Wie recht sie hat!

Prof. Dr. Thomas Pleil (@tp_da) stellte Fragen über die Transformation in der Lehre: Kommunikation im Web – Wie lehrt man etwas, was sich täglich ändert? „Der Luxus an meinem Beruf ist, dass ich sehr viel lernen darf”, so Pleil – und diesen Luxus genießen auch die Studierenden des Studiengangs Onlinekommunikation, der vor einem Jahr an der Hochschule Darmstadt gestartet ist. #onkomm-Studierende eignen sich in ihrem Studium nicht nur kommunikationswissenschaftliche Inhalte an – die Devise lautet: Wahl statt Pflicht. Ob der gewählte Weg zum Bachelor geradlinig oder über alle drei Schwerpunkte (PR, Online-Marketing oder Corporate Learning) hinweg verteilt verläuft, ist ganz der Eigenverantwortung der Studierenden überlassen. Pleil betonte: „Eine große Chance, in der digitalen Welt sichtbar zu werden, haben die Studis unter anderem mit ihrem Hashtag #onkomm.” Diesem gesellte sich am Montag zusätzlich #wemoda hinzu – und genau das hat den Abend zu etwas Besonderem gemacht: Die Medienschaffenden aus Darmstadt sind sichtbar geworden und haben es sogar auf Platz 1 der Trending Topics auf Twitter geschafft!
#wemoda Trending Topic
„Hätte es die Live-Kommunikation über Twitter nicht gegeben, hätte ich nur halb so viel mitbekommen…und nur ein Drittel davon wirklich behalten.“ –  Tobias Lübke (Student #onkomm)

Für Abwechslung zwischen den Talks sorgten die „4 x 5 Minuten Guter Ideen”. Das Prinzip: In 20 Minuten haben Unternehmen, Institute, Hochschulen, Startups oder Agenturen die Möglichkeit, ihre Ideen einem größeren Publikum zu präsentieren. Vorgestellt wurden das „FabLab Darmstadt”, der „Digital Media Women Rhein-Main e.V.”, „Konferenz Mittelstand 4.0” und „Germany Says Welcome” von dem absoluten Publikumsliebling Patrice Becker (@GerSaysWelcome). Der 17-Jährige begeisterte uns mit einer App, die Flüchtlinge in ihren ersten Wochen in Deutschland unterstützen soll. Die App ist das Ergebnis talentierter Jugendlicher, die bei „Jugend hackt 2015” teilgenommen haben. Gemeinsam mit Flüchtlingen hat er mit seinem Team ein Konzept erarbeitet, das unter anderem einen FAQ-Bereich, eine Karte mit ersten notwendigen Anlaufstellen und das sogenannte „Phrasebook” mit wichtigen Übersetzungen beinhaltet. Der ganze Saal applaudierte und war sich einig: Patrice hätte auch den ganzen Abend lang von dem Projekt erzählen können.

Bildschirmfoto 4 #wemoda

Zum Thema Transformation der Arbeit stellte sich Johannes Kleske (@jkleske), Strategieberater und Zukunftsforscher von Third Wave, die Frage: Nehmen uns Maschinen in Zukunft die Jobs weg? Laut Kleske dürften sich Zahnärzte keine großen Sorgen machen, wohingegen Steuerberater oder Journalisten bald zittern könnten. Beim Diskurs über die Zukunft der Arbeit gehe es immer um Macht, um die Menschen hinter der Software. Die Forderung daher: Reduce the power of humans! Es müsse endlich eine neue digitale Arbeiterwelt geschaffen werden, wie beispielsweise UBER, dem Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen. Während Kleskes Vortrag war eine eindrückliche Stille zu bemerken, die bewies, wie ernst und gegenwärtig diese Angelegenheit ist.

Bildschirmfoto 2 #wemoda

Darmstadt hat an diesem Abend ganz klar gezeigt, dass wir mindestens genauso fancy wie die Berliner sein können. Wir, die an diesem Abend Team #onkomm vertreten haben, freuen uns auf weitere Webmontage in Darmstadt!

Challi, Elli & Milena

 

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Gebühren statt Werbung: Der neue Abo-Dienst YouTube Red

Weltweit nutzen Menschen die kostenlose Video-Plattform YouTube. Seit jeher gingen Werbung und YouTube Hand in Hand, doch in Zukunft soll sich das ändern: Das neue Bezahl-Abo YouTube Red wird in den USA bereits angeboten und soll auch bald in Deutschland erhältlich sein.

Quelle: Screenshot YouTube „Meet YouTube Red"
Quelle: Screenshot YouTube „Meet YouTube Red“

In den Staaten kann der Nutzer das Abo für 9,99 Dollar monatlich bestellen. Erwartungsgemäß dürften die Preise in Euro 1:1 umgerechnet werden. Dafür kann man sich alle Inhalte ohne lästige Werbung ansehen. Nach einer 30-tägigen Testphase kann das Abo bei Nichtgefallen mit einer einfachen Kündigung über die offizielle Seite beendet werden.

Dienste wie Netflix, Spotify oder Apple Music verlangen für ein Monats-Abo ebenfalls 9 oder 10 Euro. Auch hier möchte YouTube Red ansetzen: Im kommenden Jahr sollen exklusive TV- Produktionen angeboten werden. Für 2016 sind rund 10 Eigenproduktionen geplant, unter anderem eine zehnteilige Serie mit den Machern der Kult-Reihe „The Walking Dead“, sowie eine Abenteuer-Serie, die in der virtuellen Realität gespielt wird. Auch Produktionen mit hauseigenen YouTube-Stars wie PewDiePie sind zu erwarten. Mit all diesen Vorhaben wird YouTube etablierten Streaming-Portalen sichtlich Konkurrenz machen.

Es gibt noch weitere Vorteile: YouTube Red ermöglicht es, Videos auch offline anzusehen und Musik anzuhören. Innerhalb der monatlichen Gebühr bietet YouTube außerdem den Zugriff auf die gesamte Google Play Musikbibliothek, die mehrere Millionen Songs im Angebot hat. Nutzer, die bereits einen Google Play Music Account besitzen, erhalten YouTube Red völlig kostenfrei.

Für alle, denen Werbung nichts ausmacht, ändert sich nichts. Alle Inhalte können weiterhin von jedem Nutzer angeschaut werden, jedoch unter den altbekannten Bedingungen: vorgeschaltete Werbeanzeigen.

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Eine Community von Zugvögeln

In den letzten Tagen sind immer wieder rote Vögel in meinem Twitter-Feed aufgetaucht. Kommunikationsmenschen halten sie in den Händen – als Stellvertreter für ihre digitalen Zugvögel. Damit sind Vorbilder im Social Web gemeint. Denn Vorbilder brauche jeder, schreibt Klaus Eck. Er hat unter dem Hashtag #Zugvogel eine Blogparade gestartet, in der es darum geht, sichtbar zu machen, wer einen auf Facebook, Twitter und Co inspiriert. Das können Menschen sein, die überaus aktiv sind im Social Web und jeden Tag interessanten Content empfehlen oder selbst beisteuern. Aber auch solche, die nicht einmal einen Twitter Account besitzen – und trotzdem Einfluss haben.

Community von Zugvögeln
Zugvögel

Je öfter mir die Zugvögel auf Twitter begegnet sind, desto mehr musste ich darüber nachdenken, wer eigentlich mein „digitaler Zugvogel“ ist. Es gibt viele Menschen, die ich in meiner digitalen Umgebung nicht missen möchte. Sei es, weil sie meinen Tag mit Lesetipps versüßen, oder, weil sie sich nicht scheuen, als Kommunikationsprofis öffentlich zu politisch heiklen Themen Stellung zu beziehen. Aber wer hat am meisten Vorbild-Charakter? Schwer zu sagen.

Was mir statt einer Person sofort einfällt, ist ein Moment, der mich für Social Media begeistert hat: ein Media Monday am Mediencampus. Dort habe ich zum ersten Mal erlebt, was sich für eine Dynamik entwickeln kann, wenn man in einem Raum sitzt, in dem ein toller Speaker einen interessanten Vortrag hält – und ein Großteil des Publikums live mittwittert. Obwohl die KommilitonInnen aus dem Studiengang Onlinekommunikation gerade erst ins Studium gestartet waren, haben sie unter dem #onkomm-Hashtag getwittert, als gäbe es kein Morgen mehr. Und mich haben sie damit zum Twitter-Fan gemacht. Klar, dass ich auch die folgenden Media Mondays besucht und den #onkomm-Hashtag verfolgt habe.

Digitale Zugvögel
#onkomms und ihre digitalen Zugvögel

Erst, als ich ein Semester später in die PR-Vertiefung meines Studiums startete, gemeinsam mit KommilitonInnen anfing, für dieses Blog über Twittwochs und Webmontage zu schreiben und wir unseren eigenen Hashtag, #ojpr, etablierten, trat die #onkomm-Community in meinem digitalen Alltag in den Hintergrund. Doch das scheint nicht so zu bleiben. Während wir OJPRler gerade aus der Praxisphase unseres Studiengangs zurückkommen, sagen die Onkommler „Guuude“ und übernehmen dieses Blog. Die #onkomm-Vögel werden also erst richtig losgelassen.

Nach langem Überlegen ist mir übrigens doch eine Person eingefallen, die ich tatsächlich als meinen digitalen Zugvogel bezeichnen würde: meinen Studiengangsleiter Lorenz Lorenz-Meyer. Er war es schließlich, der uns Onlinejournalismus-Studis im ersten Semester dazu nötigte, uns bei Twitter anzumelden, Storify auszuprobieren und grundlegende WordPress-Fähigkeiten zu erwerben. Die Basics also.

Noch viel wichtiger aber: Er legte eine hundertprozentig authentische Begeisterung für Veranstaltungen, bei denen live im Social Web kommuniziert wird, an den Tag. Etwa berichtete er uns von Lachern im Publikum, wenn auf der Twitterwall ein witziger Tweet erscheint, der oder die Vortragende aber überhaupt nicht weiß, warum. Oder dem Gefühl, wenn man sich in einem Flickr-Album zum Barcamp entdeckt. Diese Faszination war es dann auch, die mich dazu motiviert hat, mit dem Kommilitonen Andreas Schindlbeck bei der diesjährigen Erstsemesterbegrüßung der h_da erstmals eine Twitterwall auszutesten. Die Wall zum Kochen und uns in die deutschen Twittertrends gebracht hat die nächste #onkomm-Generation, die schon bei der Begrüßung eine Community gebildet hat. Die Zugvögel fliegen weiter.

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„Ich bin dann mal live.“ – Periscope als PR Tool

Das soziale Netzwerk Twitter ist in den letzten paar Jahren zu einem unverzichtbaren Instrument für PR und Marketing geworden. Gerade als Tool für B2C Kommunikation ist Twitter hervorragend geeignet. In diesem Jahr hat das Unternehmen nun die neue App PERICSOPE auf den Markt gebracht, die denselben Weg wie „der große Bruder“ einschlagen könnte.

Was ist PERISCOPE und wie funktioniert es?

Periscope ist ein neuer Live-Streaming Dienst für Smartphones, der von Twitter ins Leben gerufen wurde. Die Nutzer haben die Möglichkeit sich Live-Streams von Twitter-Nutzern anzuschauen, denen Sie folgen, oder Sie können selbst ein Live-Video starten. Während des Streams können die Zuschauer Kommentare schreiben und wenn ihnen der Stream gefällt, mit einem Tippen auf die untere rechte Ecke, ein Herzchen vergeben. Ob die Videos auch als Wiederholung angeschaut werden können, kann man nach Ende des Livestreams selbst bestimmen.

Durch die Kommentar-Funktion können die Zuschauer in direkten Kontakt mit dem Streamer treten.
Durch die Kommentar-Funktion können die Zuschauer in direkten Kontakt mit dem Streamer treten.

Wie Unternehmen PERISCOPE nutzen können

Gerade bei Events bietet es sich an Periscope als Liveübertragungs-Tool zu nutzen. So kann man seinen Followern einen Eindruck von der Veranstaltung bieten, direkt auf Fragen und Feedback eingehen und einfach in den Dialog mit Kunden und Interessierten treten. Gerne werden bekannte Gesichter engagiert, um das Unternehmen auf Periscope zu vertreten. Auf der diesjährigen Automobilmesse in Frankfurt hat zum Beispiel der beliebte ProSieben-Moderator Joko Winterscheidt für den Automobilkonzern VW auf der App gestreamt. Joko ist über den Stand von VW gelaufen, hat die neusten Autos präsentiert und Fragen der Zuschauer an die Betreuer von Volkswagen weitergeleitet und direkt live beantwortet.

Aktive Periscope Nutzer

Zur Zeit wird Periscope vorallem in den Vereinigten Staaten genutzt, doch auch in Deutschland gibt es schon ein paar Unternehmen und Prominente, die den Dienst gekonnt einsetzen. Joko Winterscheidt, bekannt aus der ProSieben Show Circus Halligalli wurde hier schon erwähnt, aber auch sein ZDF-Kollege Jan Böhmermann, Moderator des Formats „Neo Magazin Royale“, hat eine Möglichkeit gefunden, den Streaming-Dienst einzusetzen. Jeden Mittwoch überträgt er einen Teil der Probe zu seiner Show über Periscope und  manchmal gibt es auch einen Stream während der Redaktionssitzungen.

 

Fazit

Periscope befindet sich, vorallem in Deutschland, gerade noch in den Startlöchern, doch das Potential ist immens. In den USA befassen sich schon viele große Konzerne mit dem neuen Tool und auch in Deutschland gibt es immer mehr Nutzer. Ich bin gespannt, welchen Stellenwert Periscope in Zukunft einnehmen wird und wann es, neben Facebook und Twitter, zum neuen „Must-Use“ in der PR Branche wird.

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Abgas-Skandal bei VW – Wie wird kommuniziert?

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© Bernd Kasper / pixelio.de

Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen hat es zurzeit nicht einfach. Der Skandal um die Abgasmanipulation stellt das Unternehmen und natürlich auch die interne PR-Abteilung vor eine komplizierte Aufgabe. Wie kommuniziert man so einen Skandal in den  Medien? Wie mit den eigenen Mitarbeitern? Und vor allem: Welche Maßnahmen werden vorgenommen um zu verhindern, dass das Unternehmen seinen guten Ruf verliert?

Als die ersten Artikel über die Manipulation von Diesel Fahrzeugen der Marke Volkswagen veröffentlicht wurden, hat sich zuerst der amerikanische CEO von VW, Michael Horn, vor die Kamera gestellt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ein paar Tage darauf wurde auch ein Video-Statement vom damaligen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns, Martin Winterkorn, veröffentlicht. Er entschuldigt sich für die Manipulation und verspricht diesen Umstand so transparent wie möglich zu beleuchten, indem eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben wird. Außerdem richtet er auch ein paar beruhigende Worte an seine über 600.000 Mitarbeiter. Ein wichtiger Schritt seitens Winterkorn, denn vor allem die Mitarbeiter des Unternehmens sind durch den Skandal betroffen. Er nimmt also die Verantwortung auf sich und gibt damit seinen Posten als Vorstandsvorsitz auf.

Auf den großen sozialen Netzwerken finden sich hauptsächlich Links zu Pressemitteilungen auf der offiziellen Volkswagen Homepage und mehrere Video-Statements. Auf der deutschen Facebook Seite des Unternehmens wird eine weitere Stellungnahme gepostet:

 

Facebook Statement VW

 

In den USA, wo der Skandal bekannt geworden ist, wurde eine eigene Service-Homepageaufgesetzt, auf welcher besorgte Kunden auf dem neusten Stand gehalten werden.

 

 

Nach einigen Tagen wird Winterkorns Nachfolger bekannt gegeben. Thomas Müller, der zuvor bei der Partner-Marke Porsche im Vorstand saß, nimmt sich der schwierigen Aufgabe an und wird der neue Vorstandsvorsitzende von VW. In einem weiteren Video-Statement äußern sich er und weitere wichtige Vorstandsmitglieder des Unternehmens zum aktuellen Stand und zur Kündigung Winterkorns. Es wird um Vertrauen gebeten und eine Lösung für betroffene Kunden noch für den Oktober diesen Jahres angekündigt:

 

 

Die Kollegen in der PR Abteilung von VW haben es zur Zeit sicher nicht einfach, doch bisher wird schon vieles richtig gemacht. Das Schuldeingeständnis, die Videostatements, die externe Untersuchung und die beruhigenden Worte an die Mitarbeiter des Unternehmens sind Schritte in die richtige Richtung. Wenn man einen ähnlichen Kurs beibehält, sollte der Konzern die Krise überstehen können. Doch in Zukunft ist allergrößte Vorsicht, vor allem im Bereich der PR, geboten. Was Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeht, hat das Unternehmen einiges an Glaubwürdigkeit verloren und das sollte man in der künftigen Kommunikation versuchen wieder aufzuarbeiten, um das Kundenvertrauen zurück zu gewinnen.

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Ein Werbeclip für alle Fälle

Nach 17 Jahren Vereinszugehörigkeit verlässt Bastian Schweinsteiger den FC Bayern. Kurz nachdem sein Wechsel bekannt wurde, veröffentlichte sein Sponsor und Kopfhörerhersteller „Beats by Dre“ einen rührenden Abschiedsclip – und verärgerte damit die Fans.

Mit dem Video „Bastian Schweinsteiger – An deiner Seite“ ist dem Hersteller ein echter Überraschungs-Coup gelungen. Kurz nach Veröffentlichung des Videos schnellten die Klickzahlen auf Youtube nach oben, vier Tage später lagen sie bei 2,3 Millionen Views. Der Grund für Aufregung: der sichtbar aufwendig produzierte Clip wirkt, als sei der Wechsel des Fußballers bereits seit längerer Zeit beschlossene Sache gewesen. Aber mitnichten.

Die Filmarbeiten für den teuer produzierten Werbeclip wurden bereits fünf Wochen vor dem Wechsel Schweinsteigers in einem Kölner Hotel gedreht. Die Aufnahmen zeigen den 30-Jährigen in einem Hotelzimmer, beim Verfassen eines Abschiedsbriefes. Zu melancholischer Musik blickt Schweinsteiger von einem Balkon auf die Dächer Münchens, er scheint sich zurück zu erinnern an Vergangenes. Im Hintergrund läuft ein Fernseher, man hört einen Kommentar der Sky-Kommentatoren Wolff-Christoph Fuß und Sebastian Hellmann. Sie sprechen von Schweinsteigers Erfolgen und dessen Wechsel, weg von München, hin zu einem neuen Verein – alles wirkt authentisch. Dabei wurden die Tonaufnahmen der Sprecher ebenfalls bereits vor Wochen aufgenommen, mehrere Szenarien, wie auch ein mögliches Karriereende und der Verbleib bei Bayern München wurden darin durchgespielt.

Die letzte der eingespielten Varianten, der Verbleib bei Bayern München, hätte den Fans des Fußball-Rekordmeisters wohl am besten gefallen. Die große Aufmerksamkeit für den Werbeclip wäre dann aber vermutlich auf der Strecke geblieben. Deshalb 1:0 für Beats by Dre.

Von Philipp Bender

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