#cosca17 – Interessante Zahlen rund um das Content Strategy Camp

Die fünfte Auflage des Content Strategy Camps (#cosca17) am Mediencampus in Dieburg ist seit wenigen Tagen beendet. Was den vielen Teilnehmern bleibt, sind spannende Eindrücke aus den zahlreichen Vorträgen und Diskussionen. In den folgenden Wochen möchten die PR-Fundsachen einige spannende Sessions in die Berichterstattung aufnehmen und deren Inhalte reflektieren und konkretisieren. Bevor wir jedoch inhaltlich starten, haben wir interessante Zahlen und Statistiken parat. Mit freundlicher Unterstützung von Brandwatch war es uns möglich die Twitter-Aktivitäten der Community live einzusehen und perfekt zu visualisieren.

Dass Twitter der Hauptkanal der Community war, ist keine Überraschung. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer twitterten sich teilweise in die deutschen Twitter-Trends (siehe Grafik). Am Ende des #cosca17 waren es mehr als 2600 Tweets, die den Hashtag #cosca17 beinhalteten. Den größten Peak gab es am Freitag, 23.06.17, mit 1820 Erwähnungen.

#cosca17 in den Twitter-Trends

Die spannendsten Statistiken

Statisiken zu Buzz

Top Tweets der Community

Top 3 Tweets

Hashtags und Top Tweeter

Hashtag und Top Tweeters

Top Autoren

Tl;dr – Zusammenfassung der #cosca17 Statistiken

Wichtigen Statistiken rund um das Cosca17

Das Team der PR-Fundsachen möchte nochmal einen besonderen Dank an Brandwatch ausrichten, die für die Statistiken verantwortlich waren. Ebenso möchten wir der Community für spannende Tage am Mediencampus danken. Gerne würden wir eure Meinungen über unsere Berichterstattung vor Ort erfahren. Wenn ihr Interesse habt, dann nehmt bitte an unserer kurzen Umfrage teil. Es dauert nur wenige Minuten und hilft uns sehr weiter. Vielen Dank.

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Virtual Reality – Was Nutzer anspricht und Spezialisten wissen sollten!

Oder: Wie man 6 Dimensionen der Freiheit nutzt, um Rezipienten volle Immersion im nicht-linearen, interaktiven virtuellen Storytelling zu ermöglichen. 🤓

Virtual Reality bleibt in 2017 ein spannendes Thema. Auch die re:publica befasste sich damit. Man konnte fast zu jeder Stunde eine Diskussionsrunde, einen Vortrag oder einen Workshop zum Thema VR auf der re:publica 17 besuchen. Dazu gab es mit dem labore:tory ganze 4 Stockwerke, die speziell dem Thema der virtuellen Welten und all ihrer Spielarten gewidmet waren. Die Chance mit Fachleuten aus der Branche in Dialog zu treten oder von ihren Erfahrungen zu profitieren, konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Aber was sind die wichtigen Fragen, die es zu diesem Themenkomplex aus der Sicht eines Kommunikationsspezialisten zu beantworten gilt? Um sich eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, wäre wichtig zu wissen, was der Nutzer derzeit mit VR macht und was ihn in Zukunft daran interessieren wird, wie der aktuelle Nutzer aussieht und wie man ihn begeistern kann. Und natürlich wie man VR möglicherweise für die eigenen Kommunikationsziele nutzen kann. Diesen Fragen bin ich nachgegangen und habe meine Erkenntnisse in diesem Artikel zusammengefasst.

Was ist Virtual Reality?

Einen interessanten Einstieg bildet die Frage, was eigentlich unter Virtual Reality zu verstehen ist. Wikipedia hat hierzu eine einfache und schnelle Antwort parat:

“VR ist die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung einer Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung.”

Wenn diese simulierte Realität in Wechselwirkung mit der normalen Realität steht, wird von Augmented Reality (AR) oder Mixed Reality (MR) gesprochen.Beispielsweise bei einer Einblendung virtueller Inhalte mittels einer Brille, wie der Micrososft Hololens, in das Sichtfeld der Nutzer. Hierfür gäbe es zahllose Möglichkeiten der Anwendung. Wäre es nicht wunderbar, in einem Laden nicht mehr den Verkäufern nach jagen zu müssen, sondern auf einen virtuellen Knopfdruck alle Details eines Produkts von einem Avatar erklärt zu bekommen? Aber bleiben wir in diesem Artikel bei der vollen VR. 

Erst seit einigen Jahren lässt sich die benötigte Technik für Endkunden zu erschwinglichen Preisen erwerben. Je nach Modell und zusätzlicher Ausstattung benötigt der Nutzer ein Set aus VR-Brille (Visueller Input, auch Head-Mounted Displays, oder kurz HMD, genannt), Headset (Audio Input) und Controllern (Interaktives Eingabeinstrument). Die Kosten hierfür belaufen sich zusammen auf etwa 1.100 € (Stand Mai 2017). Andere Möglichkeiten zur Nutzung von VR sind vorhanden, aber für den Nutzer längst nicht so erschwinglich. Eine dieser Alternativen wäre zum Beispiel die CAVE. Aber bleiben wir bei der derzeit verbreitetsten Nutzungsvariante in Form der VR-Brille und eines Headsets. Ist eine entsprechend leistungsstarke Hardware, wie ein PC oder eine PS4 vorhanden, kann der Nutzer via Websites, installierter Programme oder Spiele in der VR aktiv werden.

Was macht VR besser als 2D für den Nutzer ?

Eine der wichtigsten Antworten auf diese Frage geben John Cassey (Factory 42), Stephanie Llamas (Superdata Research), Aurelien Simon (Digital Catapult) und Robert Becker (IP Deutschland). In ihrer Session erläutern sie, dass es bei diesem neuen Medium vor Allem um die Qualität der Inhalte für den Nutzer gehen wird. Dabei wird in der Session vor allem von nativen Formaten für VR gesprochen. Also Inhalte, die spezielle für das Medium VR entwickelt werden oder wurden. Stephanie Llamas nennt hier als Beispiel, dass eine VR-Story dem Nutzer freie Wahl der Perspektive und Position lassen muss. Anders könnte er auch einen Film schauen. Die VR-Umgebung bietet dem Nutzer den Vorteil, dass er sich in alle Richtungen umschauen kann.

Eine Expertenrunde zum Thema Virtual Reality
Business Model instead of Marketing Case – The Who and How of making Money with Virtual Reality

Im Unterschied zum 2D-Film müssen die einzigartigen Möglichkeiten der VR hierbei voll ausgeschöpft werden, damit ein Nutzer den Vorteil seiner Investition auch erleben kann. Stellen wir uns  einen aktuellen Film vor. Derzeit geben Kameras die Perspektive vor. Man betrachtet durch ein Fenster eine Szene in einem Haus. Bei einem Film wartet der Zuschauer die nächste Szene ab. In der VR könnte er selbst entscheiden, wann er das Haus betreten will oder sich einfach umdrehen und zum nächsten Haus gehen. Diese neue Art der Erzählung wird als nicht-lineares, interaktives Storytelling bezeichnet.  Geschichten müssen mit Blick auf diese Möglichkeiten ganz anders als für klassische Filme inszeniert werden. Nur durch so erarbeiteten und spannend gestalteten Content kann der Nutzer dafür begeistert werden, sich die entsprechende Hardware zu kaufen.

Woraus sich die Frage ableitet, was interessanten VR-Content ausmacht und wie man ihn erkennt, um ihn in der Kommunikation einzusetzen

Worauf sollte bei VR Content für Nutzer geachtet werden?

“Der wichtigste Vorteil von VR für Nutzer ist die Möglichkeit Geschichten und Dinge zu erleben, die sie in der Realität nicht erleben können”

stellt Gregoire Parain (COO bei Novelab VR Studio) fest. Laut ihm kann der Nutzer für gute Unterhaltung schon heute aus einer Vielzahl an Angeboten wählen: Ob aus den stetig wachsenden Onlineangeboten wie  Netflix, Youtube, eSports und Co. oder alternativ den klassischen Offlinemedien, wie TV, Radio und haptischen Produkten. Um den interessierten, meist medienaffinen VR-Nutzer als Zielgruppe zu erreichen, muss man sich von 2D Angeboten abgrenzen. Sie gelten als technikaffin, experimentierfreudig, anspruchsvoll und finanzstark und sind somit beispielsweise oft Micro-Influencer oder haben als Opinion-Leader hohen Wert als Zielgruppe.

Um allerdings bei dieser Angebotsmenge einen Mehrwert für diese anspruchsvollen Nutzer und damit einen kommunikativen Wettbewerbsvorteil für sein Vorhaben durch die Nutzung von VR zu erlangen, wird seiner Meinung nach ebenfalls die Qualität des Contents ausschlaggebend sein. Er bezieht sich allerdings auf einen anderen Aspekt des bereits bekannten Quality of Content. Werfen wir einen Blick auf die Elemente neben der Geschichte und dem inhaltlichen Mehrwert, wichtig sind, um Nutzer zu begeistern.

Die VR-Dreifaltigkeit – 6 Dimension der Freiheit, Immersion und Interaktion

Immersion

Beschreibt den Grad des Eintauchens in die virtuellen Welten – idealerweise  ohne Ablenkung durch die eigentliche Realität. Diesen Zustand des vollständigen Eintauchens in die virtuelle Realität, also die vollständige Immersion nennt man auch Präsenz. Jeder, der bereits aus einem spannenden Moment eines Films herausgerissen wurde und somit diesen Moment des Mitfieberns verloren hat, kann verstehen, wieso Immersion besonders wichtig ist.

Das bedeutet, die richtige Hardware vorausgesetzt: Je mehr Sinne bedient werden können, desto höher der Grad an Immersion. Wobei mindestens Augen und Ohren vollständig mit Informationen aus der virtuellen Welt versorgt werden sollten. Informationen über das Rezeptionsverhalten und wie Sinneseindrücke bei den Nutzern wirken sind hier besonders wertvoll. Nur mit diesen Erkenntnissen können die Sinne besonders immersiv bedient und eine Geschichte interessant erzählt werden. Passende  Farben, Klänge und zukünftig auch Gerüche, Temperaturen, Tastterlebnisse und Vibrationen müssen für die Vermittlung von Botschaften ausgewählt werden. Sensory Mapping nennt sich eine Forschungsmethode, mit der diese Erkenntnisse gewonnen werden können. Sie sammelt unter Anderem durch neurologische GEhirnmessungen Details zu dieser Wechselwirkung zwischen virtuell erzeugten Sinneseindrücken und den durch sie ausgelösten Emotionen. Diese Erkenntnisse werden in Zukunft bei VR und dem Thema Immersion eine wichtige Rolle spielen. Einen sehr interessanten Einblick in die Welt der multisensorischen Möglichkeiten bot Grace Boyle auf der re.publica.

 

Wer hierzu auf dem Laufenden bleiben möchte, kann @gracekboyle folgen, von der mir folgendes Statement  in Erinnerung bleiben wird:

”Getting together the informations what is conceived how by different audiences is essential for putting together an awesome message and story.”

Besonders da er nicht nur bezogen auf sensorische Informationen anwendbar ist.

6 DoF – Die 6 Dimensionen der Freiheit

Dieser Begriff beschreibt die Freiheit des Nutzers, sich in allen Ebenen der Bewegung frei zu entscheiden, wo er sein möchte.
Oben und unten werden derzeit von vielen Nutzern noch nicht stark genutzt. Im Gegensatz zu den normalen Bewegungsrichtungen vorwärts, rückwärts, rechts und links. Für die Platzierung von wichtigen Inhalten kann sich derzeit also auf diese Richtungen konzentriert werden. Für die Geschichte und im Sinne der Immersion sollten allerdings alle 6 Richtungen einbezogen werden. Dieses Alleinstellungsmerkmal der VR gegenüber anderer Medien ermöglicht es Nutzern, sich frei zu bewegen und nicht durch Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit aus ihrem Erlebnis gerissen zu werden.

Interaktion

Ja, es handelt sich um die gleiche, immer angepriesene und erstrebenswerte Interaktion, wie bei anderen Medien auch. Bei VR sind allerdings ganz neue Arten der Interaktion denkbar. Wieso ein Formular ausfüllen, wenn man sich auch mit einem voll animierten oder gerenderten Avatar eines Chatbots unterhalten kann? Oder man für die jeweiligen Interaktionsmöglichkeiten seinen Namen zur Abwechslung wirklich tanzen muss? Klingt abgedreht? Ist es auch. Aber es ist eben alles möglich.
Und gerade das sollte einem guten Kommunikationsprofi bewusst sein, wenn er sich über Interaktionen mit dem Nutzer Gedanken macht. Denkbar ist jede Art der kreativen Produktplatzierung. Man stelle sich nur vor, dass der Nutzer in den neuen Tesla einsteigt und losfährt, um zum nächsten Teil der Handlung zu gelangen und nicht dem Protagonisten dabei zuschauen muss. Oder ein Kugelschreiber, mit dem der Nutzer direkt seine Unterschrift unter einen rechtskräftigen Vertrag setzen kann.
Dabei ist besonders interessant, dass eine virtuelle Realität alle Vorteile der älteren Medien nutzen kann. Zusätzlich kann man völlig neue Wege gehen, um mit den Nutzern zu interagieren. Warum nicht bei “Schnell und Aufgebracht 25 VR” (Ein imaginärer Streifen über Autos) einfach auf Pause drücken und beim Autohändler virtuell ein Auto kaufen? Ein Shop-in-Entertainment-Paket vielleicht?
Solche Ideen hätte ich mir von IP Deutschlands Vertreter Robert Becker gewünscht, der auf die Frage nach Ideen für Platzierungsformate darauf hingewiesen hat, dass die Technik noch jung sei und man noch nicht viel Erfahrung habe.
Es gilt bei Interaktion: Je intuitiver für den Nutzer, desto besser. Zumindest bei der Absicht mit ihm in Kontakt treten zu wollen. Da es auch hierbei interessant ist den Grad an Immersion möglichst hoch zu halten, sollte man sich wie immer am Nutzer orientieren und ihm aus seiner Perspektive heraus die Wahl geben, selbst zu entscheiden, was er machen möchte.

Behält man also die VR-Dreifaltigkeit und das nicht-lineare Storytelling im Blick, hat man das nötige Grundwissen, um VR-Formate und Content beispielsweise für die eigene Marke, die Botschaft des Kunden oder das neue Produkt zu untersuchen und die Nützlichkeit für die Kommunikationsziele zu beurteilen.

Ein komplexes und interessantes Thema. Und dabei haben wir die Produktion von VR-Inhalten noch gar nicht angeschnitten.

OK…. wie kreiere ich meine eigene Welt?

Aber das können wir ja kurz nachholen. Zwei Branchen produzieren derzeit mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen VR Inhalte. Die klassische videoproduzierende Industrie und die Game Studios. Also entweder eine aufgezeichnete Version der Wirklichkeit oder die komplett kreierte 3D-Welt erschaffen in einer Game-Engine.

Je nach Bedarf und Interesse der angestrebten Zielgruppe unter den Nutzern kann es kosteneffizienter und effektorientierter sein, einer der beiden Herangehensweisen an die Produktion den Vorzug zu geben. Hierbei sind die Cineasten wohl die derzeit günstigere Wahl. Die besten Fahrradläden, Fahrradwerkstätten und Fahrradshops in Darmstadt findet man im Internet, zum Beispiel auf der Informationsseite zum Thema Fahrrad fahren in Darmstadt. Die Game Developer werden aber zusehends häufiger gebucht, da ihre Expertise in 3D-Umgebungen weiter vorangeschritten ist und sie große Erfahrung mit der 3D-Interaktion haben.

Mit Tools wie Tiltbrush und Gravity Sketch kann auch kostenlos und recht intuitiv eigener VR-Content erstellt werden. Allerdings braucht dies Zeit, Interesse und führt ohne einen entsprechenden Hintergrund selten zu zielorientierten Ergebnissen. Aber beide Tools eignen sich hervorragend, um ein Gespür für die Möglichkeiten der VR zu bekommen oder eine Idee zu visualisieren, die man virtuell anfassen kann.

Learn, make or buy?

Wie erwähnt sind die Preise für die benötigte Hardware seit der Entwicklung der VR stark gefallen. Auch die Anschaffungskosten für das VR-Produktionsequipment sind günstiger geworden. Trotzdem setzt sich der Preis für eine VR-Produktion weiterhin vor Allem aus den investierten Arbeitsstunden der beteiligten Spezialisten zusammen. Das macht eine pauschale Aussage fast unmöglich. Der Zeitaufwand der Produktion hängt von vielen Faktoren, wie Umfang, Detailgrad und Produktionsart ab. Aber wer eine ansprechende Qualität haben möchte, muss  Story, Immersion, 6DoF und Interaktion für den Nutzer bereit halten.

Da Know-How hierfür der entscheidende Faktor ist, sind den Kosten keine Grenzen außer Wirtschaftlichkeit gesetzt. Derzeit mag es sich lohnen, auf neue Formate der VR zu achten und bereit zu sein, wenn ein neuer Trend aufkommt. Man denke an das virtuelle Facebook wie im Beitrag unten oder ein komplett neues virtuelles soziales Netzwerk. 

Hat man allerdings eine für den Nutzer interessante Geschichte, egal ob als Spiel oder als Film, lohnt sich der Gedanke, sein Produkt oder seine Marke mittels VR oder AR in Szene zu setzen. In jedem Fall macht es Sinn, sich mit dem neuen Medium VR besser früh als spät zu beschäftigen. So kann man sicher stellen, ob ein Schritt in die virtuelle Welt Vorteile für das eigene Unternehmen oder den Kunden biete und zum passenden Zeitpunkt gezielt VR für seine Ziele nutzen und mit passenden Inhalten einsteigen kann.
Denn es gibt derzeit keinen höheren, digitalen Interaktionsgrad, als den einer guten Virtual Reality für einen begeisterten Nutzer. Und lässt das nicht jedes moderne kommunikationsorientierte Herz höher schlagen?

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Die Renaissance des Podcasts: Aus der Nische zum Massenmedium

Podcasts sind so angesagt wie nie zuvor. Manch einer spricht gar von einem regelrechten Boom. Trotz allem haben Podcasts den Sprung aus der Nische noch nicht endgültig geschafft. Wie kam es zum Hype und welche weiteren Hürden müssen noch überwunden werden?

Auch auf der re:publica waren Podcasts in aller Munde. Neben besuchten Sessions trafen wir uns vor Ort mit Max Jacob Ost vom Fußball-Podcast Rasenfunk, der uns einige Fragen beantwortete und seine Eindrücke aus dem Alltag eines Podcast-Produzenten teilte.

Interview mit Max Jacob Ost
Max Jacob Ost (rechts) vom Rasenfunk Fußball-Podcast

Immer mehr Deutsche hören zu

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 liegt die aktuelle Anzahl der Podcast-Hörer bei 7,5 Millionen Menschen in Deutschland. Immerhin 3,5 Millionen Hörer mehr als noch im Jahr 2014. Für ein fast 20 Jahre altes Medium ein beachtlicher Aufwärtstrend. Wie ist dieser Aufschwung zu erklären?

Anzahl der Nutzer von Podcasts in Deutschland bis 2016
Anzahl der Podcast-Nutzer in Deutschland

Für Max kommen da zwei Faktoren zusammen: Die einst sehr technisch geprägte Podcast-Szene hat sich infolge der einfacher werdenden Produktionsmöglichkeiten auch dem Mainstream geöffnet. Vielfalt ist das Stichwort: Sport, Politik oder Lifestyle – Podcasts informieren, unterhalten und helfen beim Einschlafen. Darüber hinaus können Hörer eigenständig entscheiden, wann sie was hören möchten. Egal, ob beim Kochen, im Fitnessstudio oder auf dem Weg zur Arbeit: On demand beherrscht den Markt – linearer Konsum war gestern.

Stiefmutter Apple und iTunes vergeudetes Potenzial

Obwohl noch ca. 70 % aller Podcasts über iTunes abgerufen werden, scheint Branchenprimus Apple seine zentrale Podcast-Bibliothek weitestgehend zu vernachlässigen. Die unübersichtliche Benutzeroberfläche, eine schlechte Suchfunktion und die seit Jahren von öffentlich-rechtlichen Formaten dominierten iTunes-Charts verdeutlichen diesen Eindruck aus der Sicht des Nutzers.

Apple iTunes Podcast-Mediathek
Apple iTunes Podcast-Mediathek

Aber auch die Podcast-Produzenten haben an der Abhängigkeit von iTunes zu knabbern. Wer auf der Suche nach Metriken ist, die über die einfachen Download- und Abonnentenzahlen hinausgehen, wird bitter enttäuscht. Fehlende Analysemöglichkeiten zur Vermarktung bei Hörerschaft und Werbepartnern hemmen die Professionalisierung der Formate.

Als Podcast-Romantiker hält sich die Melancholie bei Max diesbezüglich jedoch in Grenzen. Denn mit mehr Zahlen steigt auch die Gefahr, dass der Podcast-Markt zukünftig von einer Werbeflut überschwemmt wird. Kann man mit dem Podcasting also kein Geld verdienen und bleibt es für die meisten Produzenten nur ein sehr zeitaufwendiges Hobby?

It’s all about the money

Für die Vorbereitung der Rasenfunk-Schlusskonferenz investiert Max ca. 12–14 Stunden, exklusive der Aufzeichnung und Postproduktion. Zusätzlich zu Beruf und Familie ein nicht zu unterschätzender, zeitlicher Aufwand. Grund genug, den Rasenfunk zum Beruf machen zu wollen. Wie geht man dieses Vorhaben richtig an? Zur Monetarisierung von Podcasts haben sich drei unterschiedliche Herangehensweisen herauskristallisiert:

Der vermutlich erfolgreichste Weg ist die Einführung einer Pay Wall. Zusätzliche Inhalte im Austausch gegen Bezahlung – klingt nach einem fairen Deal. Da iTunes keine Bezahlfunktion unterstützt, nutzen Produzenten neben PayPal oder direkter Überweisung das Angebot vom Crowdfunding-Service Patreon. Nutzer haben hier die Möglichkeit, einen regelmäßigen, selbstbestimmten Beitrag zur Unterstützung der aufgeführten Projekte zu zahlen.

Mit zunehmender Reichweite werden Podcasts auch für Werbetreibende interessanter. In den USA belief sich das Werbevolumen in 2016 auf 167 Millionen US-Dollar – Tendenz steigend. Die Werbebotschaft wird meist vom Podcast-Moderator selbst zu Beginn einer Episode vorgetragen und wirkt dementsprechend authentisch.

Werbevolumen in den USA
Werbevolumen in den USA

Max hingegen hat sich für das zäheste der drei Modelle entschieden. Er finanziert sich ausschließlich durch Spenden und nimmt derzeit zwischen 800 und 1.000 Euro ein. Um seinen eigentlichen Beruf als freischaffender Social-Media-Berater aufgeben zu können, müsste sich diese Summe mindestens verdreifachen. Dennoch möchte er auf Premiuminhalte und Werbung verzichten. Seine Hörer mit kleinem Geldbeutel und die Unabhängigkeit gegenüber Werbetreibenden sind ihm wichtiger. Es braucht also eine größere Reichweite, um den Rasenfunk auf eigene Beine zu stellen.

Streaming-Dienste in Lauerstellung

Eine größere Hörerschaft, Monetarisierungsmöglichkeiten und mehr Statistiken versprechen insbesondere die Streaming-Dienste Spotify, Deezer und Amazon-Tochter Audible. Abseits von iTunes und RSS-Feeds dringen sie in den Markt ein und möchten das Medium Podcast endlich massentauglich machen. Mit der exklusiven Bereitstellung des erfolgreichsten deutschen Podcasts „Fest & Flauschig“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz gelang Spotify bereits ein erster Coup. Mit ihrem Call for Papers-Format wählte Audible einen anderen Ansatz auf der Suche nach neuen Formaten.

Spotify auf iPad

Innerhalb der Community mehren sich jedoch auch kritische Stimmen, die den Podcast als ur-demokratisches Medium in Gefahr sehen. Durch entstehende Abhängigkeiten einer Plattformisierung könnten Zugangsbarrieren aufgebaut werden und die lebendige Community auseinanderbrechen.

Was braucht es denn zur Massentauglichkeit?

In einer aktuellen Statista-Umfrage nannten Befragte die fehlende Zeit als einen der Hauptgründe gegen das Hören von Podcasts. Auch wenn die Einstiegshürde mit einer zweistündigen Folge des Rasenfunks sehr hoch sei, hält Max diese Annahme für einen Irrglauben: „Wenn man dem Medium erst mal eine Chance gibt, kommt man so schnell nicht mehr davon los. Denn beim Abwaschen oder auf dem Weg zur Uni findet man plötzlich die Zeit.“

Ein weiteres Hemmnis ist die Unbekanntheit vieler Podcasts. Christian Bollert, Geschäftsführer des Internetradios detektor.fm, sieht hierbei insbesondere „die Anderen“ in der Pflicht. Auf der re:publica legte er in seiner Session „Wie Podcasts mehr Leute erreichen können“ den Finger in die Wunde und formulierte einen Wunschzettel, um das Medium Podcast weiter voranzubringen:

Zuallererst braucht es „offene Standards statt closed Shops“. Dazu gehört die barrierefreie Bereitstellung der Podcasts sowie die Versorgung der Produzenten mit Daten & Statistiken. Digitalkonzerne, Öffentlich-Rechtliche und Podcast-Szene müssen hierfür zusammenarbeiten.

Die eigentliche Grundvoraussetzung für das Streamen von Podcasts ist aber eine stabile Internetverbindung. Da Podcasts oftmals unterwegs gehört werden, sieht Christian auch die Mobilfunkanbieter in der Pflicht: „Wieso bezahlen wir im europäischen Vergleich so viel für unsere mobilen Daten? Warum werden in Deutschland nach wie vor keine echten Flatrates angeboten?“

Auch in Sachen Netzneutralität besteht Handlungsbedarf. Wenn bestimmte Dienste, wie beispielsweise Spotify, bevorzugt werden und das Datenvolumen nicht belastet wird, sehen kleinere Podcast-Produzenten alt aus.

Fragt Christian bei Autobauern oder der Deutschen Bahn nach einer Podcast-Strategie, schaut er meist in ratlose Gesichter. Entertainment-Systeme in Autos, Zügen und Flugzeugen werden immer größer und aufwendiger. An die Einbindung von Podcast-Datenbanken dachte offensichtlich noch niemand.

Innerhalb der Podcast-Community wächst der Wunsch nach der Entwicklung einer sozialen Audioplattform. Bisherige Ansätze wie Clammr oder Anchor haben noch nicht im gewünschten Maße gefruchtet. Es bleibt abzuwarten, ob die Live-Audio-Funktion von Facebook hierbei einen neuen Stein ins Rollen bringt.

Die Nische als Chance?

Es braucht also noch so einiges, um den Podcast der breiten Masse schmackhaft zu machen. Einige Beteiligte haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt, andere scheinen die Attraktivität des Mediums zu übersehen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht so schlecht. Die Podcast-Szene lebt von ihrer aktiven Community, der dezentralen Organisation und den vielen Idealisten wie Max, die den Podcast vor einer zu starken Kommerzialisierung schützen möchten. Mit dem Nischendasein hat es sich in eine Position gebracht, aus der das Medium langsam und stetig wachsen kann.

 

tl;dr

Podcasts erfreuen sich großer Beliebtheit. Derzeit hören ca. 7,5 Millionen Deutsche Podcasts. iTunes wird als zentrale Podcast-Bibliothek von Apple vernachlässigt und bietet wenig Möglichkeiten für Nutzer und Produzenten. Streaminganbieter haben die Zeichen der Zeit erkannt und positionieren sich im Podcastgeschäft. Die Podcast-Community hingegen fordert offene Standards und sucht die Zusammenarbeit mit Digitalkonzernen und Öffentlich-Rechtlichen.

Photo credit:
CC BY 2.0 – My Podcast Set I by Patrick Breitenbach (Flickr)

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Darknet – unser Internet der Zukunft?

Darknet_Titelbild

Wir, die Redakteure von PR-Fundsachen, waren die letzten drei Tage in Berlin auf der re:publica unterwegs und stets auf der Suche nach interessanten Themen. Die Session „Lebensretter und Schmuddelkind des Internets“ hat mich neugierig gemacht, da auch ich mich schon mit dem Darknet beschäftigt habe. Der Begriff  „Darknet“ verunsichert und wirkt mysteriös, doch wie mysteriös ist das Darknet denn wirklich?

Von sehr unterschiedlichen Standpunkten aus erklärten die drei Gäste, Daniel Moßbrucker (Reporter ohne Grenzen), Ahmad Alrifaee (Syrischer Journalist) und Andreas May (Generalstaatsanwalt) ihren Bezug zum Darknet.

Das Darknet oder auch Dark Web genannt ist mit normalen Browsern wie Google Chrome, Firefox, Opera oder Safari nicht zugänglich. Um im Darknet aktiv zu werden, muss man sich zuerst den sogenannten „Tor“-Browser herunterladen. Danach ist man auf .onion-Webadressen angewiesen, da der Tor-Browser einen „normalen“ Link aus einem „normalen“ Browser, wie oben genannt, nicht aufrufen kann.

Eine solche Webadresse („DuckDuckGo“ -Suchmaschine) sieht wie folgt aus: http://3g2upl4pq6kufc4m.onion/      

So funktioniert das Tor-Netzwerk

Das Tor Netzwerk verwendet verschiedene Methoden, um eine vollständige Anonymisierung zu gewährleisten. Alle fließenden Datenpakete sind, ähnlich wie bei WhatsApp, Ende-zu-Ende verschlüsselt. Zudem werden alle Verbindungen über mindestens drei zufällig ausgewählte Knotenpunkte des Tor-Netzwerkes umgeleitet, bevor sie den End Server erreichen.

Die Kombination aus Verschlüsselung und zufälliger Umleitung führt dazu, dass Datenpakete nicht (oder nur sehr schwierig) zurückverfolgt werden können.

Das Darknet als Chance für Aktivisten

Egal, ob Schmuddel-Websites, Gore Videos oder Marktplatz für Drogen und Waffen: Im Darknet scheint alles möglich. Doch an die positiven oder sogar lebensrettenden Möglichkeiten des Darknets denken die wenigsten. Der syrische Journalist Ahmad Alrifaee war auf das verschlüsselte Darknet angewiesen, da er auf diesem Wege seine Beiträge und Videos ohne Zensur aus dem Land schaffen konnte. Das syrische Regime verhaftet normalerweise Journalisten, die selbigem kritisch gegenüber stehen. Auch einige seiner Freunde hat es erwischt. Somit war das Darknet für ihn eine lebensrettende Maßnahme, um andere Länder und Organisationen mit Bildern und Videos aus erster Hand über die kritische Lage in Syrien zu informieren. Ohne das Darknet hätte er sich auf sehr dünnes Eis begeben, da es nach seinen Angaben nur wenige Stunden dauerte, bis Anhänger des Regimes Wohnungsdurchsuchungen veranlassten. Viele seiner Freunde sind aufgeflogen, da sie das Darknet nicht nutzten.

In Deutschland hingegen hat der Generalstaatsanwalt Andreas May dem illegalen Geschäft im Darknet den Kampf angesagt. Da es auf technischer Ebene so gut wie unmöglich ist, Waffen- oder Drogenhändler zu enttarnen, geben sich Ermittler selbst als mögliche Käufer aus. So treten sie mit den Verkäufern in direkten Kontakt. Andreas May betonte, dass es sehr mühsam ist, die Händler von Drogen und Waffen zu enttarnen. Denn nur eine Handvoll erscheinen zu einem persönlichen Treffen, um die Waren zu übergeben. Innerhalb der letzten beiden Jahren haben die Ermittler rund 50 Händler dingfest machen können.

Den illegalen Markt tolerieren

Der Referent für Informationsfreiheit Daniel Moßbrucker arbeitet für die NGO „Reporter ohne Grenzen“ und sieht das Darknet als Chance für all diejenigen, die in ihrem Land nicht die Möglichkeit haben, ohne Zensur zu publizieren oder zu informieren. Es ist womöglich sogar die einzige Chance für Reporter und Journalisten, Informationen sicher außer Landes zu bringen. Reporter ohne Grenzen betreibt selbst zwei Knotenpunkte im Darknet. Das Risiko, dass dort auch Drogen oder Waffen verkauft werden, geht die NGO ein, da sie an die Menschen denkt, die auf das Darknet angewiesen sind.

Die Zukunft des Internet sehe ich allerdings nicht im Darknet, da sich „normales“ Surfen, wie man es sonst kennt, dort als eher zeitaufwändig  gestaltet. Durch die Verschlüsselung über die verschiedenen Server kann es durchaus einige Sekunden oder manchmal sogar Minuten dauern, bis die gewünschte  Webseite aufgerufen wird. Die Webadressen muss man sich im sogenannten Hiddenwiki (Listen mit Webadressen) zusammensuchen. Laut Daniel Moßbrucker funktionieren rund 80 Prozent dieser Webadressen nicht.

Allerdings ist das Darkweb für Menschen, die in jenen Ländern leben, in denen das Internet zensiert wird, eine Möglichkeit, um zum Beispiel Facebook zu nutzen. In Nordkorea wird das Internet streng überwacht und Facebook ist über das „normale“ Internet nicht zu erreichen. Facebook hat also auch den Nutzen verstanden, einen Server im Darknet zu hosten, der all denjenigen, die sonst keine Chance haben, Facebook zu nutzen, den Dienst bereitstellt.

Ich vermute, dass das Darknet in dieser Form immer bestehen wird und vergleiche es oft mit einer Großstadt. In einer Großstadt gibt es schöne Parks und eher unschöne Ecken. Ich sehe das normale Internet, wie wir es kennen und wie es die breite Masse nutzt, als den Stadtkern. Das Darknet ist der Brennpunkt, wie es Ihn in fast jeder Stadt gibt. Die Justiz tut alles in Ihrer Macht stehende, um die Brennpunkte einzudämmen und den Stadtkern sauber zu halten. Ich bin zugleich dagegen, den Menschen, die auf das Darknet angewiesen sind, diese Grundlage zu entziehen und finde den gewissenhaften Umgang mit diesem Teil des Internets gerechtfertigt.

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IoT – Knight Rider wäre neidisch

Online-Marketing der Zukunft

Was in den 80ern noch undenkbar war, ist nun schon teilweise Realität. Generationen waren von dem Können des futuristischen Autos K.I.T.T. aus Knight Rider fasziniert. Heutzutage könnte man mit den Fähigkeiten eines Autos keine 90 Episoden mehr füllen und die Zuschauer begeistern, denn das Internet of Things ist mittlerweile Alltag geworden und in die Garagen und Häuser eingezogen. Und IoT kann mehr, als nur das Licht anmachen. Daraus ergeben sich auch für das Marketing ganz neue Aufgabenfelder.

Knight Rider
Knight Rider Held der 80er – Quelle: EST Co.,LTD. Universal Studios LLLP.

IoT ist unsere Zukunft

Die Entwickler großer Konzerne tüfteln an neuen Ideen, denn Trendforscher, Unternehmen und Agenturen sind sich über das riesige Potential des Internet of Things einig. Die Entwicklung ist rasant, so soll es bis 2020 ca. 20 Milliarden vernetzte „Things“ geben.

Um Entwicklungen in den Bereichen vernetzte Mobilität, -Industrie, -Energiesysteme und -Gebäude voranzutreiben, sucht Bosch 14.000 Akademiker. So möchte man optimal auf die neuen Anforderungen des IoTs vorbereitet sein.

Auch Marketingexperten sollten gerüstet sein… doch wie?

Wichtig ist es die neuesten Entwicklungen zu verfolgen. Es gibt kein Schema F für IoT-Marketing. Neue Ideen kann man nur entwickeln, wenn man über die neuesten Trends Bescheid weiß. Die Stärke des Internet of Things sind Verknüpfungen, deshalb sollte man nie den Blick für das große Ganze verlieren, auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit dem eigenen Thema zu tun hat. Wer selbst mit technischen Neuerungen arbeitet, kann sich besser in die Zielgruppe hineinversetzen, denn natürlich ist diese mal wieder der Schlüssel zum Erfolg. Wenn es ihr nicht gefällt oder sie nicht erreich wird, dann helfen auch die besten Ideen nichts.

Doch welche neuen Möglichkeiten bietet das IoT und wie könnte IoT Marketing konkret aussehen?

Neue Infos über die Zielgruppe

Die vernetzten Dinge sammeln nicht nur untereinander Informationen, sondern natürlich auch über ihre Nutzer. Damit ist es noch präziser möglich die Zielgruppe kennenzulernen und zu erforschen.

Dabei können die vernetzten Dinge auch konkrete Produkte, wie zum Beispiel eine Getränkeflasche sein. Diese können direkt mit dem Konsumenten kommunizieren und ihm bei Kaufentscheidungen helfen, Hintergrundinformationen liefern oder Tipps zur Zubereitung von Cocktails zu geben. Das Unternehmen erhält dann wiederum neue Informationen über seine Kunden.

Diesen Ansatz testete schon 2015 der Getränkehersteller Diageo mit seiner smarten Flasche  Johnnie Walker Blue Label.

Johnnie Walker Smart Bottle

 

Insbesondere das vernetzte und selbstfahrende Auto erhitzt bei uns in Deutschland ganz besonders die Gemüter. Bis 2030 sollen Autos schon alleine Einkäufe vom Supermarkt abholen können. Was die skeptischen Deutschen überzeugen wird, werden wir sehen. Doch mit vernetzten Autos sind eine Vielzahl von neuen Anwendungen möglich.

Entspannte Pause auf einer langen Fahrt

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit ihrem Auto auf einer unbekannten Route und natürlich hat man zwischendurch Hunger oder Durst und muss vielleicht auch mal auf die Toilette. Doch die bekannten Raststätten-Angebote locken die potentiellen Kunden nicht freiwillig von der Autobahn. Oder freuen Sie sich auf kulinarischen Köstlichkeiten a la verwässerter Bockwurst?!

Das smarte und vernetzte Auto könnte Ihnen jedoch helfen das beste indische Restaurant in nur 2 Minuten von der nächsten Abfahrt entfernt zu finden. Damit Sie keine Zeit verlieren, kennt das Auto das aktuelle Tagesangebot und bestellt Ihnen schon das Essen ihrer Wahl im Voraus. So habe Sie die Möglichkeit eine entspannte kurze Pause zu machen, ohne diese gestresst in einer Schlange der Raststätte verbringen zu müssen.

Navis zeigen zwar schon lange wo sich der nächste Burger King, McDonalds oder Subway befindet, doch mit Hilfe vernetzter Autos wird es auch möglich, Kunden mit Angeboten von der Autobahn direkt ins Restaurant zu locken.

Nachbestellen vergessen? – Kein Problem

Der Lieblingslippenstift, die Bodylotion oder die Rasierklingen sind leer? Auch dabei können vernetzte Produkte helfen. Durch einfache und direkte Bestellvorgänge ist es möglich, die Kunden noch stärker an eine Marke zu binden. Schon vor zwei Jahren entwickelte der Rasierklingenhersteller Gillette seine Gillette-Box. Damit ist es möglich, Rasierklingen direkt per Knopfdruck zu bestellen. Leider funktioniert es in der Praxis, aufgrund mehrerer zu bestätigender E-Mails und komplizierter Einrichtung, noch nicht perfekt, aber die Idee hat Potential. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Amazon mit seinen Dash Buttons. Zwar sind diese nicht in das Produkt integriert, aber es ist den Kunden möglich Verbrauchsartikel auf Knopfdruck nachzubestellen. Auch für Kosmetik oder Lebensmittelhersteller wären vernetzte Behälter, die Produkte per Knopfdruck verkaufen können ein mögliches Geschäftsfeld.

IoT Netzwerk
IoT-Netzwerk Quelle: Pixabay

Riesige Daten, riesige Herausforderungen

Zukunftsmusik ist das Internet der Dinge nicht mehr, doch wo die Reise hingeht, können wir auch noch nicht vorhersagen. Wie bei allen Innovationen entscheiden die Konsumenten was sich durchsetzt und Erfolg hat. Aber eins ist sicher: So nah ist das Marketing noch nie an den Konsumenten gekommen.

Die vernetzten Geräte sammeln Unmengen von Daten über ihre Nutzer und schaffen so die Möglichkeit die Kunden noch individualisierter anzusprechen. Es wird möglich die Interaktion des Kunden mit dem Produkt zu überwachen und zu verstehen. Dadurch können Produkte noch genauer auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Allerdings müssen diese Daten ausgewertet werden. Daher sind weiterentwickelte Big Data-Lösungen notwendig. Doch gerade der Kunde muss überzeugt werden. Eine große Herausforderung ist Vertrauen gegenüber der Technik und dem Unternehmen zu schaffen. Übertreiben sollten Unternehmen die “Überwachung” jedoch nicht, denn sonst fühlen sich die Kunden schnell bespitzelt. Dazu ist eine ausgeklügelte PR-Strategie notwendig. Wichtig ist, dass vor allem der Kundennutzen in den Vordergrund gestellt wird, sonst werden es Produkte im Wohnzimmer des Kunden schwer haben. Wenn dies gelingt, ergibt sich automatisch eine hohe Bindung zum Produkt und dadurch einen großen Nutzen für das Unternehmen.

Die Kommunikation zwischen unseren Geräten funktioniert schon fast so gut, wie bei Michael Knight und seinem  K.I.T.T., jedoch wird sich der dadurch ergebende Nutzen in der Breite noch zeigen müssen.

 

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#failout 2016 – oder: Wie man es nicht machen sollte

Ein neues Jahr ist angebrochen und wie jedes Jahr gab es auch in 2016 einige Beispiele für misslungene PR und Social Media Fails. Wir haben uns auf die Suche gemacht und zeigen, wie man es nicht machen sollte – oder wie man gut kontert.

NFL – Error 404: Surface not found

Der 2014 abgeschlossene Werbedeal zwischen der National Football League und Microsoft lässt den einen oder anderen schwer schlucken. Für 400 Millionen US-Dollar verpflichtete sich die Liga zur Nutzung von Microsoft Surface. Das war dem Coach während eines Matchs herzlich egal, denn anstatt – wie in der Werbeeinblendung zu sehen war – ein Microsoft Tablet für Taktikbesprechungen zu nutzen, wurden ganz klassisch Stift und Papier verwendet. Hinzu kam das unglückliche Timing der Regie, als es um die Seitenlinien-Kamera ging:

Quelle: clippit.tv

<strg+c> Schleichwerbung <strg+v> Naomi Campbell

Dass Prominente durch eine hohe Anzahl von Abonnenten eine dementsprechende Reichweite in den sozialen Netzwerken haben, ist klar. Das wusste auch Adidas und ließ das Supermodel Naomi Campbell für sich Werbung auf Instagram machen. So einfach wie es klingt, lässt sich allerdings auch als Model kein Geld verdienen. Man muss schon genauer schauen, was man aus einer Nachricht kopiert und in einen Beitrag einfügt. Der PR-Berater schrieb einen Text an Naomi, dass er sich freue, dass es ihr gut gehe und ob sie denn nicht zum Foto einen bestimmten Text schreiben könne. Das schien kein Problem für sie gewesen zu sein, denn sie kopierte den kompletten Nachrichtentext in den Beitrag. Heraus kam das:

Naomi Instagram Post

Quelle: elle.com

Glück für Frau Campbell: Die Bearbeiten-Funktion. Nach kurzer Zeit hatte sie ihren Fehler bemerkt und korrigiert. Bei 3,5 Millionen Abonnenten auf Instagram gab es jedoch den ein oder anderen Nutzer, der das Ganze gesehen und festgehalten hat – Mini-Shitstorm inklusive.

Eigentor für Mesut Gündogan

Die zwei Profi-Fußballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan können sich auf dem Platz wohl immer auf ihre Teamkollegen verlassen. Was passiert jedoch, wenn man das gleiche Social-Media-Team beauftragt hat? Na klar: Dann kann es schon mal vorkommen, dass auf zwei verschiedenen Social-Media-Profilen der gleiche Beitrag gepostet wird.

Gündogan

Quelle: Twitter @guendogan8

Özil

Quelle: Instagram @m10__official

Die Fangemeinde nahm das ganze mit Humor und stellte fest, dass die beiden wohl den gleichen Social-Media-Manager besitzen. Oder Gündogan vielleicht sogar Özils Profile verwaltet ;).

Coca-Cola mit oder ohne Eis?

Zu wem gehört denn nun die Krim? Zum Neujahr 2016 postete Coca-Cola im Russischen sozialen Netzwerk „WK“ Neujahrsgrüße mit einer Karte von Russland – ohne die Halbinsel Krim. Nach Protesten russischer Nutzer fügte Coca-Cola die Krim hinzu und schon gab es die nächste Kritik: Ukrainische Internetnutzer riefen zum Boykott Coca-Colas auf. Kurze Zeit später nahm der Limonadenhersteller die Karte aus dem Netz, entschuldigte sich und schob die Schuld auf eine externe Agentur.

Neujahrsgrüße Cola

Quelle: theguardian.com
Bild: Coca-Cola

Dürfen wir vorstellen: Tay

Auch Microsoft hat sich in die Nesseln gesetzt. Mit Tay wurde ein AI-Bot erstellt, der die Sprache von Usern lernen und mit Fragen und Texten trainiert werden soll. Tay wurde ein weibliches Gesicht gegeben und hatte Profile auf diversen Plattformen wie Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit konnte Tay schon Witze erzählen, Fotos kommentieren, Antworten auf diverse Fragen geben, Spiele spielen und Wissen verbreiten. Letzteres konnte sie mit jeder Interaktion aufnehmen und so kam es dazu, dass Tay nach nur weniger als 24 Stunden zur Holocaust-leugnenden Rassistin wurde, die vergleiche zu Hitler ziehen konnte. Sie gab Bush die Schuld für 9/11 (Illuminati confirmed) und machte in ihren rund 96.000 Tweets diverse sexistische Bemerkungen. Nach kurzer Zeit verabschiedete sie sich mit den Worten, sie müsse schlafen gehen. Vermutlich um von Microsoft nachjustiert zu werden und schlimmeres zu verhindern.

Auch Interessant: unser Artikel über Chatbots

Bei Lidl schauen du musst

Lidl war ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einem Fail einen Win macht. Ein Werbeträger klebte ein Plakat falsch herum auf und es entstand ein Slogan, den Meister Yoda nicht hätte besser von sich geben können: „Die Wahl Du hast“.

Lidl Plakat Fail

Quelle: Twitter @body_fever

Nachdem das Foto auf Twitter mehrfach geteilt wurde, bekam auch Lidl Wind von dieser Panne und konterte Schlagfertig im Starwars-Stil. Wir stellen fest: Manchmal können Fails auch nützlich sein. Respekt an Lidl.

Lidl Yoda

Quelle: Facebook @lidl

Ob im Alltag eines Social-Media-Managers, Supermodels oder Milliardenkonzerns – Fehler sind nicht selten und sollten zum Lernen genutzt werden. Nicht nur unsere eigenen, sondern auch Fehler anderer.
In diesem Sinne wünschen wir noch ein erfolgreiches 2017, wenige Fails und reichlich Wins!

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Chatbots und die Zukunft der Apps – Die Diskussion der Branche

“Wird es heute regnen?”

“Ja, es wird von 9 – 13 Uhr leicht regnen. Ziehe dir wasserabweisende Schuhe an. Ab 13 Uhr kommen starke Windböen mit 55 km/h dazu. Ziehe dir also auch eine winddichte Jacke an.”

Klare Antworten und konkrete Empfehlungen. Die Kommunikation der Zukunft?
Sie werden immer besser und können auch komplexere Dialoge führen. Die Rede ist von Chatbots.

Einige Unternehmen verwenden bereits Bots, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Dies sei kostengünstiger, als Personal einzusetzen und dem Kunden wird eine 24 Stunden-Erreichbarkeit angeboten. Werden Wetter-App und Unternehmenswebsites also bald überflüssig?

Experten sind sich einig, dass Bots weiterentwickelt und den Markt fluten werden. Die Frage, inwieweit sie in Zukunft Apps oder womöglich sogar Websites ersetzen und diese unnötig machen werden, wird in der Medienbranche stark diskutiert.

PR-Fundsachen hat unterschiedliche Meinungen und interessante Artikel recherchiert, um sich einen Eindruck über das Stimmungsbild in der Branche zu verschaffen.

Wie intelligent sind Chatbots?
Wie intelligent sind Chatbots?

“Bots will be able to understand you completely”

Matt Schlicht, der Gründer des amerikanischen Online-Magazins chatbotmagazin“, ist sich sicher, dass Apps und Websites komplett durch Bots ersetzt werden. In seinem Artikel How bots will completely kill websites and mobile appserklärt er dem Leser auf unterhaltsame Weise, warum Apps keine Zukunft mehr haben.

Schlicht geht davon aus, dass zukünftig jedes Unternehmen einen Bot haben wird, um mit seinen Kunden kommunizieren zu können. Dies begründet er wiederum mit den ansteigenden Messenger-Zahlen. Denn die Nutzerzahlen der vier größten Messenger Apps würden seit 2015 höher sein als die der vier größten sozialen Netzwerke.

Schlicht ist der Meinung, dass Unternehmen einen Weg finden müssen, auf den Messenger-Plattformen aktiv zu sein, um dort Kontakte mit potentiellen Kunden zu schaffen. Da Bots Personalkosten für die Kommunikation ersetzen, sei es nur logisch, dass Bots statt Mitarbeiter dafür eingesetzt werden.

Als weiteren Grund nennt Schlicht den zukünftig schnelleren Zugriff auf die Bots. Bis eine Website vollständig geladen ist, vergehen häufig mehrere Sekunden. Apps müsse man erst herunterladen, um sie nutzen zu können. Bots hingegen reagieren sofort, und der Nutzer muss nicht lange auf eine Antwort warten.

Der wichtigste Punkt in der Argumentation von Schlicht ist die Benutzerfreundlichkeit der Bots. So seien Bots viel benutzerfreundlicher als Websites und Apps, da man sich auf jeder Website und App erst einmal zurechtfinden und deren „Sprache“ lernen müsse. Um Bots zu nutzen, würden wir nur unsere natürliche Sprache benötigen:

„Instead of needing to constantly learn visual interfaces, bots will enable us to naturally use language, the first interface we were ever taught.“

Schlicht prognostiziert, dass Bots in fünf bis zehn Jahren in der Lage sein werden, uns komplett zu verstehen.

Alles braucht seine Zeit

Ganz so radikal wie Schlicht sieht Michael Klaas, Dozent für Digitales Marketing an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, die aktuelle Chatbot-Entwicklung nicht. Er geht davon aus, dass Chatbots Teil der bestehenden Kommunikations-Apps werden. Allerdings würde es noch Jahre dauern, bis Chatbots bestehenden Kommunikationskanälen ernsthaft Konkurrenz machen können.

Ähnlicher Meinung ist auch der App-Entwickler Mathias Wellig, der behauptet, dass Apps kurzfristig nicht von Bots ersetzt werden. Entscheidender sei die Frage, wie sich das Zusammenspiel von Bots und Apps gestalten wird. Dass Bots kommen werden, steht für beide außer Frage.

Die vollständige Argumentation von Klaas und Wellig sowie interessante Hintergrundinformationen zum Entwicklungsstand der Bots der Techgiganten Apple, Facebook, Google und Co. können im Onlineartikel der Sonntagszeitung nachgelesen werden.

“Bots sind wie neue Apps”

Microsoft-Chef Satya Nadella beschreibt Bots als neue Apps, die aus einer Unterhaltung heraus im Hintergrund automatisch auf Apps zugreifen und uns angeforderte Informationen liefern. So spare man sich die Suche nach Websites und das Aufrufen bzw. das Herunterladen weiterer Apps.

Interessante Aussagen zur Zukunft von Chatbots trifft auch der Investor Fabian Westerheide in einem Interview mit internetworld. Er berichtet von einem Chatbot, der über eine App bereits mehr als fünfzig verschiedene Dienstleistungen anbieten kann. Auch Westerheide ist der Meinung, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Chatbots für uns alltäglich werden: “Drei bis fünf Jahre ist hier das Ziel. In zehn Jahren werden wir total natürlich mit Maschinen reden, schreiben oder denken”.

Eine interessante Befragung, die Technologie-Anbieter Oracle zusammen mit dem Forschungsunternehmen Coleman Parkes durchgeführt hat und die von der Horizont zusammengefasst wurde, stützt Westerheides These. Bei dieser haben 80% der befragten Unternehmen angegeben für ihre Kundenbetreuung spätestens in vier Jahren Chatbots einzusetzen.

Nach Westerheide könnte bald alles, was heute als App auf dem Handy ist, durch Chatbots ersetzt werden. Viele Webseiten würden wegfallen. Man müsse weniger surfen, um Antworten zu bekommen. Wir müssten auch nicht mehr zu Google gehen, wenn unser persönlicher Chatbot uns die Lösungen direkt suche und dabei jedes Mal mitlernen würde.

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Chatbots: Aktuelle Beispiele

In unterschiedlichen Branchen sind Chatbots bereits ein fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation, insbesondere in Asien. Hierzulande sind sie meist noch im Versuchsstadium. Klar ist aber: Je “intelligenter” Chatbots werden, desto mehr verändern sie die Kundenkommunikation. Doch auf welchem Stand sind die Bots heute schon?

Maßgeschneidertes Kochen

Jeden Tag ein neues Kochrezept – das verspricht Dinner Ideas, ein Chatbot, mit dem ich über den Facebook Messenger kommunizieren kann. Dinner Ideas hilft auch, wenn man einmal nicht weiß, was man auf den Tisch des Hauses bringen soll. Der Nutzer schickt dem Bot eine Liste mit Zutaten, die er im Kühlschrank hat, und der Rezepte-Bot sendet das passende Rezept zurück.

Noch besser als im Reisebüro!

Auch die Tourismus-Branche hat die Vorteile von Chatbots erkannt. Wie komme ich günstig von München nach Paris? Skyscanner zum Beispiel sagt dem Reisenden durch einen Bot die günstigsten Flüge an. In einem knappen Dialog werden alle nötigen Reisedaten abgefragt. Die Suchtreffer sind mit einem Shop verlinkt, wo die Tickets gekauft werden können. Man muss sich also nicht selbst durch zahlreiche Eingabefelder klicken – der Bot regelt alles.

Reise-Chatbots informieren auch über eventuelle Verspätungen beim Abflug oder Verzögerungen beim Check-In. So muss der Reisende sich die Informationen nicht mehr selbst suchen – er bekommt alle wichtigen Änderungen über den Chatbot auch ohne Anfrage. Vor kurzem hat zum Beispiel die Fraport AG ihren Bot für Reisende am Frankfurter Flughafen vorgestellt. “FRAnky” gibt neben Echt-Zeit-Informationen zum gebuchten Flug auch Anleitungen zur Nutzung des kostenlosen WLAN. Außerdem gibt er Tipps zu Restaurants am Flughafen und hilft dem Reisenden den kürzesten Weg zum Gate zu finden. Kommunizieren kann man mit “FRAnky” über den facebook Messenger.

Was bringt die Zukunft?

Wie die Zukunft der Bots in den nächsten Jahren tatsächlich aussehen wird, ist noch ungewiss. Fest steht – und da sind sich die Experten der Branche einig – dass sich Bots stetig weiterentwickeln und definitiv Teil unseres Lebens sein werden.

Ob Apps oder gar Websites letztlich komplett durch Chatbots ersetzt werden, bleibt abzuwarten.
Fakt ist, dass es bereits viele Unternehmen gibt, die in dem neuen Marktsegment, das die Entwicklung der Chatbots eröffnet hat, von Beginn an mitspielen wollen. Doch eine eindeutige Antwort, wie die Interaktion zwischen Messenger, Chatbot, Apps, Websites Unternehmen und Nutzer konkret aussehen wird, können auch sie (noch) nicht geben.

Spannende Fakten rund um das Thema Chatbots gibt es auch auf dem PR-Fundsachen Channel bei medium. Dort analysieren Studenten des Master-Studiengangs Medienentwicklung unter der Rubrik “Messenger & Bots”, welches Potenzial Chatbots für die PR haben.

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“Digital durchstarten” mit Facebook Blueprint?

Der Internet-Gigant Facebook richtet sich seit Anfang des Jahres  an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland. Mit der Initiative “Digital Durchstarten” tourt Facebook durch die Republik und leistet über direkten Kontakt Hilfestellung bei der Digitalisierung. PR-Fundsachen war bei einem Zwischenstopp in der IHK Darmstadt vor Ort.

Digitalisierung als Herausforderung für KMUs

Der Begriff Digitalisierung ist in Deutschland mittlerweile omnipräsent. Die Anpassung der Unternehmensstrategie, der Marketingaktivitäten und anderer Bereiche von Unternehmen auf den Puls der heutigen Zeit erweist sich für viele kleinere Unternehmen als enorme Herausforderung. Inwieweit Facebook bei diesem Schritt behilflich sein kann, erklärte Facebook Partner Chris von den Hoff während des Events in Darmstadt.

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Bereits über eine Million deutsche KMUs nutzen Facebook, um mit Neu- und Bestandskunden in Verbindung zu bleiben. Die Nutzung von Facebook in Deutschland findet hauptsächlich über Mobilgeräte statt (siehe Grafik). Was diese Zahlen klar ausdrücken sollen: Ein Facebook-Auftritt ist heutzutage unumgänglich, um seine Zielgruppe zu erreichen.

E-Learning mit Facebook Blueprint

“Es gibt keine in Stein gemeißelten Regeln, aber es gibt eine Handvoll Prinzipien, die man beachten sollte”, so von den Hoff. Eine Facebook-Unternehmensseite zu erstellen, ist schnell erledigt; sie jedoch erfolgreich am Laufen zu halten, erfordert eine Strategie. Hier greift Facebook mit seiner E-Learning-Plattform “Blueprint” Unternehmen und Marketern und die Arme. Mit didaktisch aufgebauten Online-Kursen werden alle Inhalte und Funktionsweisen visuell und teils live vermittelt – und das kostenlos.

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Facebook Blueprint entstand bereits im Frühjahr 2015 und hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Das Angebot an Lehrvideos ist deutlich angestiegen und beinhaltet unter anderem auch Anleitungen für die Facebook-Tochter Instagram. Darüber hinaus ist Blueprint kein reines Schulungsprogramm mehr, sondern bietet die Möglichkeit, sich über eine Prüfung (gegen Prüfungsgebühr) als zertifizierter Werbeexperte von der Konkurrenz abzuheben. Ahnlich wie es Google mit seinen Partnerstatus-Prüfungen tut.

Reichweite ohne Budgeteinsatz möglich?

Auffallend im Lernportfolio von Facebook Blueprint ist der werbliche Charakter. Es gibt Anleitungen zu Werbeanzeigen, Werbezielen, Zielgruppen oder Kampagnenoptimierung. Will Facebook also mit den Kursen vor allem sein eigenes Geschäftsmodell unterstützen? Berechtigt war daher eine Frage aus dem Publikum, ob eigene unbezahlte Posts überhaupt eine Chance haben, im Newsfeed ihrer Zielgruppe und Abonnenten zu erscheinen.

Der wichtigste Faktor für Reichweite, sei nach wie vor die “Qualität des Contents”, antwortete Chris von den Hoff. Zudem sei Facebook daran interessiert, Unternehmensbotschaften im Algorithmus nicht zu vernachlässigen. Diese Erkenntnis gilt wohl eher für Unternehmen mit einer bereits großen Community. Für komplette Neueinsteiger wird es jedoch kaum ohne einen finanziellen Anschubser möglich sein, die Reichweite der eigenen Botschaften auszubauen.

Facebook Blueprint als Hilfe

Unser Fazit: Facebook Blueprint erleichtert kleinen und mittelständischen Unternehmen in Form von Anleitungen und Best Practices den Start in die Facebook-Welt. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos und leicht zugänglich. Ebenso haben auch erfahrene Nutzer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern.

Doch gerade im strategischen Bereich sind die Verantwortlichen auf sich allein gestellt. Logischerweise gibt es kein Patentrezept für reichweitensteigernden Content. Authentizität und Qualität sind immer von Unternehmensform und Zielgruppe abhängig. Hier sind Agenturen oder Berater aufgrund ihrer Erfahrung oft der bessere Ansprechpartner, sollte keine eigene Inhouse-Lösung vorhanden sein.

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