Wie arbeiten die PR-Fundsachen?

Bild mit Schriftentwürfen
Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: Janpha Thadphoothon

Unsere PR-Fundsachen gibt es schon seit einigen Semestern. Dieser Blog hat sich als Übungswiese für die PR-Studenten der Hochschule Darmstadt etabliert, in dem sie eigene Ideen und Beobachtungen für andere PR-Profis und Studenten veröffentlichen. An dieser Stelle erklären wir mal wie der Blog eigentlich gefüttert wird.

Der Blog begleitet uns Studenten während dem 4. Semester. In dieser Zeit schreiben wir Artikel über relevante Veranstaltungen die wir besucht haben, Themen die uns selbst interessieren und machen unsere 5-Minuten Kurzvorträge für die Öffentlichkeit greif- und nachvollziehbar.

Jeder Student muss im Lauf des Semesters „Redaktionsdienst“ absolvieren und in dieser Zeit ein bis zwei Artikel veröffentlichen bzw. redigieren. Zusätzlich schreibt jeder Student nach seinem Kurzvortrag, den er vorher im Seminar präsentiert hat, einen Artikel zum Thema des Vortrags.

Damit der Blog aber auch öffentlich wahrgenommen wird, haben wir eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account, welche von jeweils zwei freiwilligen gepflegt werden.

Für den Fall, dass in einer bestimmten Woche kein gutes Thema auftaucht haben wir Studenten auch eine Liste mit „zeitlosen“ Themen eingeführt.

Es bleibt also spannend bei den PR-Fundsachen und wir wünschen viel Spaß mit den neuen Artikeln!

Autorin: Julia Anna Moor

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Wenn das Wirtstier ausblutet – Abhängigkeit: PR und Journalismus

Seit Jahren sinken die Verkaufszahlen journalistischer Printprodukte, Verlage werden zusammengelegt und immer weniger Redakteure erledigen immer mehr Arbeit. Wieso diese Entwicklung auch auf das Tagesgeschäft der Public Relations Einfluss hat, erklärt Lars Rademacher, Professor für Public Relations an der Hochschule Darmstadt, im Interview.

© Macromedia Fachochschule
PR-Professor Lars Rademacher © Macromedia Fachochschule

Inwiefern betrifft es die Public Relations, wenn es dem Journalismus schlecht geht?

Grundsätzlich steht die PR seit ihrer Entstehung in starker Wechselwirkung zum Journalismus. Sie hat eigentlich immer davon profitiert, dass der Print-Journalismus stark war. Wenn es dann nämlich gelungen ist, etwas zu platzieren, dann hatte das eine hohe Autorität. Durch das Sterben der Redaktionen geht die Vielfalt verloren – die PR hat somit eine geringere Auswahl an Medien, auf die sie zugehen kann. Außerdem hatte ein Printmedium früher die Aufgabe, für die öffentliche Agenda zu sorgen. Das wird jetzt in reduzierter Form gemacht. Die Vielzahl der Onlinekanäle führt zu einer Zersplitterung der Aufmerksamkeit des Publikums. Außerdem steht der Print-Journalismus durch die Konkurrenz im Netz unter einem gewissen Handlungsdruck. Sachen, die irgendwo gepostet wurden, werden sehr schnell übernommen. So schleichen sich Fehler in den Printjournalismus ein – und das wirkt sich negativ auf dessen Glaubwürdigkeit aus.

Also kann man sagen, dass die PR davon profitiert, wenn der Journalismus einen guten Ruf hat?

Auf jeden Fall. Man könnte sogar so weit gehen, wie Klaus Kocks zu sagen: „Die PR ist ein Parasit den Journalismus“. Und als Parasit hat er ein riesiges Interesse daran, dass es dem Wirt gut geht – so lebt er länger. Unser momentanes Problem ist, dass das Wirtstier ein Stückchen ausgeblutet ist.

Wie kann die PR auf diesen Negativ-Trend reagieren?

Es gibt zwar immer noch die Möglichkeit, sich über den Journalismus zusätzliche Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Allerdings hat die PR durch technische Entwicklungen eine ganze Reihe an zusätzlichen Kanälen dazu gewonnen: von den großen sozialen Netzwerken über Podcasts bis hin zu Business-TV. Es bleibt eigentlich nur, diese Kanäle konsequent zu bespielen und sich so ein Stück unabhängiger vom Journalismus zu machen. Das setzt voraus, dass man die eigene Organisation stärker definiert. Die PR muss sich ein Stück unabhängiger von dem siamesischen Zwilling Journalismus erleben, der lange Jahre der Hauptbezugspunkt für Kommunikationsexperten war.

Wie könnte das Tagesgeschäft der PR in 10 Jahren aussehen?

Zunächst werden Leute, die im Unternehmen arbeiten und interne Kommunikation machen, verstärkt mit Coperate Social Networks arbeiten. Extern werden sie mit Sicherheit in einer ganzen Reihe von Kanälen unterwegs sein. In Zukunft wird es hoffentlich auch Tools geben, die dazu beitragen die Kanalvielfalt zu handhaben und erlauben, Content zunächst einmal kanalneutral herstellen und dann je nach Kanal zu variieren. PR Manager müssen schauen: Wo biete ich viel Dialog an? Wo muss ich weniger anbieten? Eine weitere Folge wird sein, dass sich Journalisten und Unternehmensvertreter stärker in Social Media vernetzten – vor allem weil die Beziehungspflege zu den Gatekeepern verstärkt über Facebook, Twitter und Co laufen wird. Ich bin überzeugt, dass Unternehmen in den nächsten Jahren an der Bloggersphäre schlicht nicht mehr vorbei kommen. Die Blogger werden als zusätzliche Meinungsführer eine andere Professionalität entwickeln. Dadurch werden sie zu relevanten Playern auf dem Meinungsmarkt. Das führt dazu, dass sich die PR weitaus weniger stark auf Medien konzentrieren wird.

Viele Journalisten wechseln jetzt in die PR. Wie sieht Ihre Zukunftsprognose für den Kommunikationsmarkt aus?

Meine Prognose: Der Zuwachs der PR-Seite wird weitergehen. Wir haben jetzt schon ein Verhältnis von zwei bis drei PR-Leuten auf einen Journalisten. In ein paar Jahren werden bestimmt an die fünf bis sechs Kommunikationsexperten einem Journalisten ihre Geschichten verkaufen wollen. Einfach wird das für den Journalisten da allerdings nicht, im Dschungel der Angebote auf lohnenswerte Storys zu stoßen – oder überhaupt eine Auswahl zu treffen. Ich glaube, dass gerade die Zahl der Kanäle dazu führen wird, dass von Kommunikationsexperten eine immer stärkere Spezialisierung erwartet wird. Es wird im stärkeren Maße crossmediale Anwendungsfelder geben. Wer in diese Richtung tendiert, wird voraussichtlich ganz gute Berufschancen haben. Denn der Bedarf an professioneller Kommunikation wird weiterhin stark zunehmen.

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Deutschlands erster Professor für Web Literacies: “Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden.”

Dr.-Ing. Martin Wessner ist seit dem 1. September als Deutschlands erster Professor für Web Literacies tätig. Am Mediencampus in Dieburg unterrichtet er im neuen Bachelor Studiengang Onlinekommunikation. Im Interview berichtet er von seinen ersten Erfahrungen, den besonderen Herausforderungen und neuen Lehrformen.

Dr.-Ing. Martin Wessner
Dr.-Ing. Martin Wessner

Herr Wessner, Sie lehren seit knapp vier Monaten als Deutschlands erster Professor für Web Literacies. Was bedeutet Web Literacies eigentlich?
Martin Wessner: Das hat mich auch der Präsident der Hochschule bei der Berufung befragt: „Für was soll ich Sie denn da eigentlich berufen?“. Der Begriff Web Literacies ist in Deutschland, außer in einer kleinen Fachöffentlichkeit, quasi unbekannt. Er leitet sich ab von dem Begriff Literacy, was für die Fähigkeit mit Texten zu arbeiten steht. Also zu lesen, zu schreiben und Texte zu verstehen. Web Literacies bedeutet also im Internet Informationen zu finden, im Internet Informationen zu veröffentlichen und mit dem Internet zu arbeiten, zum Beispiel gemeinsam an Projekten zu arbeiten, sich auszutauschen oder sich zu vernetzen. Ich nenne es eigentlich immer Medienkompetenz fürs Internet statt Web Literacies, damit es verständlicher ist. Diese Literacy ist nichts Statisches, sondern sehr dynamisch. Das was die Studierenden heute hier lernen, ist in vier Jahren, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben, zum Teil schon wieder veraltet.

Mit welchen Methoden unterrichten Sie Web Literacies – gerade um zu verhindern, dass das Wissen bald wieder veraltet ist?
Um zu einem bestimmten Zeitpunkt zu entscheiden was zu Web Literacies gehört, gibt es Methoden aus der Pädagogik, mit denen ich ableiten kann, welche Kompetenzen für einen bestimmten Kontext benötigt werden. Aber auf Grund dieser Veränderungen muss ich im Wesentlichen darauf abzielen, dass die Studierenden in der Lage sind, ihre Kompetenzen selbst zu erweitern. Ganz klar im Mittelpunkt muss die Fähigkeit stehen lebenslang zu lernen, um sich selbst neue Kompetenzen anzueignen – alleine oder auch in der Zusammenarbeit mit anderen. Und die Methoden, wie man das macht, aber auch die nötige Einstellung, die Offenheit für zukünftige Entwicklungen – dass sind Ziele, auf die wir hier an der Hochschule hinarbeiten.

Wie sieht das dann ganz konkret aus?
Wir haben beispielsweise jetzt im ersten Semester des Studiengangs Onlinekommunikation das Web Literacy Lab, bei der wir als Lehrform unter anderem Barcamps einsetzen. Wir betreuen die Studierenden dabei im Team: Sabine Hueber, die im Fachbereich Media als didaktische Mitarbeitern tätig ist, und auch der Lehrbeauftragte Fritz Ehlers bringen umfangreiche Barcamp-Erfahrung mit, ich bringe meine informatische und pädagogische Kompetenz ein. In diesen Barcamps stellen die Studierenden selbstgewählte Themen vor und geben ihre Kompetenz an andere weiter. So lernen sie schon sehr früh im Studium eigene Kompetenzen zu identifizieren, geeignet aufzubereiten und weiter zu geben.  Ziel der Veranstaltung ist nicht, jeden einzelnen Aspekt der Web Literacy zu 100 Prozent abzudecken, sondern wir wollen die Studierenden exemplarisch in die Lage versetzen sich selbst Wissen zu erarbeiten. Und dazu gehört auch, dass sie nach persönlichen Präferenzen entscheiden können, in welche thematische Session sie innerhalb eines Barcamps gehen. Es gibt in der Regel drei parallele Sessions.

Konnten sich die Studierenden zu Beginn etwas unter Barcamp vorstellen?
Nein, vor mir sah ich viele Fragezeichen in den Gesichtern. Der Begriff Barcamp als eine Art „Unkonferenz“ ist bisher nicht weit verbreitet in Deutschland. Mit einer Bar hat es nichts zu tun, es gibt auch nichts zu Trinken. Es war zuerst viel Unsicherheit da. Die Studierenden, meist frisch von der Schule, waren diese Freiheit nicht gewohnt. Dort gab es einen festdefinierten Lehrplan und einen Katalog von Lernzielen, die erreicht werden sollen. Unsere Ziele liegen auch auf einer Meta-Ebene. Es geht nicht nur um konkrete Inhalte, sondern um die Fähigkeit Wissen weiter zu geben, Wissen aufzubereiten, zu strukturieren und sich selbst neue Kompetenzen zu erarbeiten.

Wird diese Art des Lernens von den Studierenden angenommen?
Eindeutig ja. Aber ich möchte erst mal vorweg schicken, dass dies nicht die einzige Lehrform ist, die wir praktizieren. Ich unterrichte beispielweise Multimedia-Technologie als klassische Vorlesung. Damit legen wir grundlegende Strukturen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um später neues Wissen an vorhandene Strukturen anzulagern. Die Mischung macht’s.
Im Laufe des Semesters haben sich die Studierenden dann immer weiter gesteigert und einen richtigen Ehrgeiz entwickelt ihre Session gut zu bewerben, um möglichst viele Kommilitoninnen und Kommilitonen für ihre Session zu begeistern. Da war dann unheimlich viel Kreativität zu sehen.

Was bedeutet es für Sie, die erste Professur in diesem Feld zu haben? Hat man dann auch besondere Freiheiten oder spüren Sie großen Druck?
Beides. Es ist eine unheimlich große Freiheit zu gestalten. Ich überlege mir, welche Kompetenzen sind jetzt konkret wichtig oder werden in gut drei Jahren, wenn die Studierenden hier abschließen, wichtig sein. Zum anderen ist diese Gestaltungsfreiheit immer mit einer großen Verantwortung verbunden. Alle Lehrenden, die das Modulhandbuch mit Leben füllen, tragen eine Mitverantwortung dafür, dass die Studierenden mit den gelernten Inhalten später ihr täglich‘ Brot verdienen können. Und das in einem stark dynamischen Feld, wo wir, logischerweise, heute nicht wissen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten unsere Absolventen dann ausüben werden.

Wie waren für Sie die ersten Wochen am Mediencampus?
Ich bin nicht ganz neu hier, ich hatte drei Jahre lang einen Lehrauftrag an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Interactive Media Design. Natürlich ist es etwas anderes Lehrbeauftragter zu sein und die Studierenden ein Semester lang zu sehen als jetzt langfristige Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt bin ich – und das war für mich auch einer der Gründe hierher zu kommen – begeistert von dem hier versammelten großen kreativen Potential bei den Studierenden und den Lehrenden. Ich bin fasziniert von der tollen Ausstattung. Und was mich wirklich freut ist die Interdisziplinarität, die hier am Mediencampus gelebt wird. Ich bin ja von Hause aus weder PR- noch Marketing-Mensch, sondern Informatiker und Pädagoge und arbeite hier eng mit Kollegen aus Journalismus, Marketing oder PR zusammen. Kurz: Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden und das ist natürlich eine tolle Sache.

Auf der Seite des Mediencampus Dieburg finden Sie eine Kurzbiographie von Dr.-Ing. Martin Wessner inklusive Forschungsinteressen.

Barcamp: Ein Barcamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, so genannten Sessions, deren Inhalte von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen. (Quelle: Wikipedia)
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Jetzt aber schnell!

#30u30-Crew

Du kennst jemanden, der noch keine 30 Jahre alt ist, aber schon erfolgreich in der PR- oder Kommunikationsbranche arbeitet? Dann nominiere die Person noch jetzt bis zum 28.11.2014! Im Rahmen des PR Report Awards werden wieder junge PR-Nachwuchstalente gesucht und gefördert.

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Es werden begeisterte PR-Strategen aus allen Bereichen gesucht, egal ob aus einer Agentur, einem Unternehmen oder von Hochschulen. Hauptsache ihr seid kreativ und wisst, was ihr mit guter PR erreichen könnt und wollt.

 

Die Nachwuchsinitiative von #30u30 zeigt wie vielfältig und breitaufgestellt die PR-Szene mittlerweile geworden ist. Mit der Teilnahme bei der #30u30-Crew bewirbst du dich zeitgleich für den Nachwuchspreis des PR Report Awards.

Und was kann es besseres geben, als mit den aufsteigenden Sternen der PR-Branche zusammen zu arbeiten?! Dir fällt nix ein? Also nominiere deine Freunde oder Bekannte!

 

PR Report Award

Leidenschaft und jeder Menge Kreativität sind deine Arbeitsmaterialien. Du arbeitest vielleicht gerade an einem genialen Projekt oder einer Kampagne, dann bewirb dich noch bis zum 28.11.2014 für den PR-Report-Award. Falls du noch nicht weißt, in welcher Kategorie du dich bewerben sollst, hier findest du alle 29 Kategorien von 2015.

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Die Gewinner des letzten Jahres waren z. B. in der Kategorie Content Marketing und Branded Content „Die Jägermeister Blaskapelle“ von der White Rabbit GmbH für Mast-Jägermeister SE. In der Kategorie Media Relations gewann die achtung! GmbH für die ADVOCARD Rechtsschutzversicherung mit „Deutschlands größter Streitatlas“.

 

In der Jury des PR Report Awards sitzen 30 Vertreter von Agenturen, Unternehmen und Dienstleistern aus dem Arbeitsfeld PR, Marketing und Kommunikation. Die Ergebnisse bleiben allerdings bis zur Preisverleihung geheim. Diese findet am 16. April 2015 in Berlin statt.

 

Also traut euch, bewirbt euch oder nominiert Nachwuchstalente und feiert euch selbst! Denn die PR-Branche kann sich auch mal selbst feiern, anstatt nur den Weg zur großen Fete für andere zu planen!

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Sport lohnt sich: Interview mit MapCase

Den Alltag spielend meistern: Der Trend der Gamification greift um sich und zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Das Start-up MapCase mit Sitz in Mainz hat diese Strömung aufgegriffen und seine eigene Vision in die Tat umgesetzt. Mit ihren Apps MAPtoSNOW, MAPtoHIKE und MAPtoBIKE wollen sie Menschen animieren, mehr Sport zu treiben – natürlich gegen Belohnungen. Gründer Dominik Kneissl und Marketingexperte Xaver Wegmann erzählen uns im Interview, was Gamification überhaupt ist, welche Hürden sie auf dem Weg zur Selbstständigkeit überwinden mussten und warum Fehler manchmal gut sind.

PR-Fundsachen: Wie funktionieren eure Apps?

Xaver: Die Apps sind ganz simpel aufgebaut. Man zeichnet seine sportliche Aktivität auf (Tracking) und gewinnt dabei Medaillen, kann an Wettbewerben von MapCase Partnern oder Schnitzeljagden teilnehmen. Hinter einigen Pins liegen Belohnungen von den MapCase Partnern, welche zusätzlich den Kunden motivieren sollen. Beispielsweise konnte man im Winter für seine Leistungen eine Reise nach Kanada über INTERSPORT gewinnen. Wir nutzen also die Dynamik, Mechanik und die Regeln von Gamification, um die User zu  mehr Sport zu motivieren. Damit das auch ohne Internet funktioniert, nutzen wir GPS.

MAPtoSNOW: die verdiente Belohnung
MAPtoSNOW: Wer fleißig ist, soll belohnt werden

PR-Fundsachen: Was ist das Geschäftsmodell dahinter?

Dominik:  Wir haben drei verschiedene Kundengruppen: Tourismusverbände und Skigebiete, große Marken wie BMW, Intersport, Atomic – alles, was prinzipiell mit dem Sportbereich zu tun hat -. und lokale Betriebe wie Hotels, Restaurants, Diskotheken, Bars, Sportgeschäfte in einer bestimmten Region. Diese kriegen die Exklusivität auf den User, der sich gerade in der entsprechenden Region bewegt. Der Kunde kann so extrem effektives Marketing machen. Wir grenzen jeglichen Streuverlust vorher aus. Wenn man das vergleicht mit einer Fernsehwerbung: da erreicht man Omis, Opis, Kleinkinder, obwohl man vielleicht nur die Frauen zwischen 25 und 30 erreichen will.

: Was ist überhaupt Gamification?

Xaver: Die allgemeine Definition ist der Einsatz spielerischer Elemente in einem Kontext, in dem normalerweise keine Spiele vorkommen. Gamification an sich ist eigentlich auch nichts Neues. Wissenschaftler erforschen schon lange den Reiz von Spielen wie Uno oder Monopoly und setzen die Erkenntnisse über die Spieledynamik und -techniken in einem neuen Kontext ein.

Dominik:  Das kann man zum Beispiel auf Personal anwenden. Die Leute, die mehr Sport machen, bekommen mehr Urlaubstage. Wer spritsparend Auto fährt, erhält einen Bonus. Wir machen das mit Sport und belohnen die Leute mit Coupons, aber ohne das Unternehmen als Plattform zu haben.

PR-Fundsachen: Wie ist MapCase entstanden?

Dominik: Ich habe 2011 das Unternehmen mit meinem Bruder gegründet. Die Idee ist aber schon viel früher entstanden mit einem anderen ursprünglichen Gründerteam. Wir waren damals auf der Olympiade 2010 und fragten uns, wie man Menschen belohnen und motivieren kann, mehr Sport zu machen. Nach der ersten Idee, kamen die ersten Erfolge. Wir wurden vom Förderprogramm der Europäischen Raumfahrtbehörde aufgenommen und von EXIST, das ist ein Stipendium, gefördert. Dann hat sich das Gründerteam erst einmal zerklüftet, weil nach diesem ersten Erfolg die Visionen auseinandergelaufen sind. Aber das war der Punkt, an dem es erst richtig losging.

MAPtoHIKE:
MAPtoHIKE: Wer gewinnen will, muss sich ranhalten

PR-Fundsachen: Wie habt ihr diese erste Hürde überwunden?

Dominik: Naja, wir standen da und hatten eigentlich nichts: keinen Entwickler, kein fertiges Produkt, kein Geld. Wir dachten uns, entweder wir lassen es sein oder wir gehen All-in. Ich bin dann los und habe im Prinzip ein unvollständiges Produkt an Skigebiete verkauft. Ich bin zu Kunden gefahren, habe Leute am Telefon bequatscht und im Auto geschlafen. Mein Auto ist irgendwann nicht mehr angesprungen, das konnte ich auf den Schrottplatz stellen, aber nach drei Monaten hatte ich neun zahlende Kunden. Mit dem Geld haben wir externe Entwickler finanziert, um überhaupt das Produkt zu bauen. Wir haben den ersten Investor gefunden und dann innerhalb von einem Jahr 13 Leute eingestellt. Nach eineinhalb Jahren arbeiten jetzt mit externen Mitarbeitern 22 Leute an den Produkten. Im Juni kam auch noch MAPtoHIKE  and MAPtoBIKE, mit denen wir dann vermarktungstechnisch viel breiter gehen und jetzt hier in Deutschland stark aktiv werden. Bisher waren wir nur auf die Alpen beschränkt.

PR-Fundsachen: Wie viel Aufwand habt ihr in die PR gesteckt?

Xaver: Wir hatten anfangs mit einer PR-Agentur zusammen gearbeitet. Wir mussten aber schon immer die Pressemitteilungen selbst verfassen. Die haben wir in den Skigebieten veröffentlicht. Dazu kamen immer mehr die Erfolge wie Preise oder Awards. Letztes Jahr haben wir auf zwei Messen App-Preise gewonnen. Wir haben beim German Accelerator gewonnen und können ab Oktober zwei Teammitglieder nach Silicon Valley schicken.

Unser Ziel, eine interne PR-Stelle zu schaffen, haben wir gerade erreicht. Nur wenn man das Startup-Flair und das ganze Team mitbekommt, kann man auch wirklich authentisch berichten.

PR-Fundsachen: Welche anderen Schwierigkeiten sind euch begegnet?

Dominik: Oh, so viel. Eigentlich gab es jeden Tag Dinge, die mich überrollt haben. Und man hat auch viele Fehler gemacht und unter Umständen hat man sich mal richtig verbrannt. Aber das gehört dazu. Ich glaube, das war ganz richtig so, dass ich die Fehler selbst gemacht habe, weil ich erst dadurch gelernt habe, was richtig und falsch ist. Wenn mich jemand, wie Papa oder Mama an die Hand nimmt und sagt: “Mach das nicht!”, dann wüsste ich, sobald sie mich loslassen, trotzdem noch nicht, was ich machen müsste.

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Zuwachs am Mediencampus: Start der ersten Bewerbungsphase für Onlinekommunikation

Studienangebote, die sich speziell auf Online-PR konzentrieren, gibt es in Deutschland nur sehr wenige. Nun kommt Einer dazu: Diese Woche startet die Bewerbungsphase für den Studiengang Onlinekommunikation. Der Studiengang startet zum Wintersemester 14/15 am Mediencampus der Hochschule Darmstadt. Die Brücke zwischen Marketing, PR und dem lebenslangen Lernen ist deutschlandweit einmalig.

Viele Wahlfreiheiten sollen den Studierenden ein persönliches Profil ermöglichen. Foto: h-da/Britta Hüning
Viele Wahlfreiheiten sollen den Studierenden ein persönliches Profil ermöglichen. Foto: h-da/Britta Hüning

Im ersten Semester des siebensemestrigen Bachelor-Studiengangs sollen Studierende die Grundlagen für eine professionelle Arbeit mit und im Web lernen und können anschließend Kurse aus den drei Schwerpunkten selbst wählen. Die Schwerpunkte Online-PR, Online-Marketing und Corporate Learning können dann auch einzeln im Zeugnis ausgewiesen werden. Prof. Dr. Thomas Pleil ist Studiengangskoordinator und sagt: „Wir haben uns einige Freiheiten erkämpft. Dazu gehören noch mehr Eigenverantwortung und Freiheit für die Studierenden. Sie ermöglichen jedem Studierenden ein individuelles Profil.“

Das Gelernte weiter geben

Studieninteressierte Sonja Hügemann reizt besonders die Vertiefungsmöglichkeit Corporate Learning. Was globales Lernen für sie bedeutet, erklärt sie in einem Beispiel: „Ich war auf Bali und habe dort in einem Kinderheim gearbeitet. Man konnte dank der globalisierten Welt alles kaufen, zum Beispiel gab es Stifte von Faber-Castell. Aber wenn ich mit den Menschen gesprochen habe, habe ich gemerkt, sie haben so ein komisches Bild von dem, wie ich lebe.“ Da sei ihr deutlich geworden, dass es wichtig ist, dass nicht nur Märkte, sondern auch Menschen global vernetzt sind und ein Wissensaustausch stattfindet. Beim Corporate Learning geht es darum, das, was man selbst gelernt hat, weiter zu vermitteln.

Eine ausgewogene Mischung

Besonders wichtig sind im Studiengang Onlinekommunikation die Lernagenturen. Die Studierenden arbeiten an konkreten Projekten mit verschiedenen Projektpartnern. Diese sind immer wechselnd und stellen so die Unabhängigkeit der Lehre sicher. Pleil weist zusätzlich darauf hin: „Wir werden sicher häufig mit Partnern aus dem Non-Profit-Bereich arbeiten. Hier lassen sich oft schon mit wenig Mitteln tolle Ergebnisse erzielen. Die Mischung soll aber ausgewogen sein.“

Studiengangskoordinator Prof. Dr. Thomas Pleil unterrichtet aktuell im PR-Schwerpunkt. Foto: h-da/Steven Wolf
Studiengangskoordinator Prof. Dr. Thomas Pleil unterrichtet aktuell im PR-Schwerpunkt. Foto: h-da/Steven Wolf

Noch mehr Praxis bietet die berufspraktische Phase. Für dieses Praktikum ist ein komplettes Semester vorgesehen. Durch die sieben Semester soll es auch eher möglich sein ins Ausland zu gehen und dort  Erfahrungen zu sammeln. Wer Onlinekommunikation erfolgreich studiert, schließt mit dem Bachelor auf Science ab. Absolventen und Absolventinnen erwarten gute Berufsaussichten, das bestätigt eine Studie der Hochschule der Medien (HdM) und dem Institut für Werbung und Marktkommunikation der HdM. Danach gibt es pro Studienabsolvent 1,6 offene Stellen.

Insgesamt werden 60 Studienplätze vergeben, bei mehr Bewerbern als Plätzen entscheidet die Note der Hochschulqualifizierung. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein sechswöchiges Praktikum. Studieninteressierte sollen einen ersten Einblick in die Praxis bekommen. Oft festigt oder korrigiert ein Praktikum die eigene Wahl des Studiengangs.

Onlinejournalismus mit neuen Schwerpunkten

Mit dem Start des neuen Studiengangs Onlinekommunikation wird der Studiengang Onlinejournalismus umstrukturiert. Er wird auch sieben Semester dauern und hat zwei neue Vertiefungsmöglichkeiten: „Wissenschaft und Daten“ oder „Internationaler Journalismus und Europa“. Der Studiengang Wissenschaftsjournalismus wird nicht mehr angeboten.

Die erste Bewerbungsphase für Onlinekommunikation ist sehr spannend, da noch nicht klar ist, wie viele Interessenten es gibt und wie das neue Konzept ankommt. Wir freuen uns in jedem Fall auf die neuen Kommilitonen am Mediencampus.

 

Weitere hilfreiche Informationen über den Studiengang Onlinekommunikation:

Onlinekommunikation #onkomm auf Twitter

Interview mit dem Studiengangskoordinator Onlinekommunikation Prof. Dr. Thomas Pleil auf der Seite des Mediencampus

Darmstädter Echo – Umstrukturierung am Dieburger Mediencampus

Darmstädter Tagblatt – Mehr Wahlfreiheit und hoher Praxisanteil

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Das erste Mal beim Webmontag in Frankfurt

Meine Kommilitonen und ich sind angehende PR- und Medienmenschen, zum Großteil Digital Natives. Was Networking in der Online-Community angeht, sind wir aber noch blutige Anfänger. Immerhin weiß ich: Leute lernt man trotz Twitter & Co. immer noch am Besten offline kennen, zum Beispiel auf dem Webmontag in Frankfurt. Die Veranstaltung kannte ich zwar schon länger, aber irgendwie hatte es sich nie ergeben, sie zu besuchen. Als fest stand, dass wir ein Projekt aus dem letzten Semester beim Webmontag am 14.April vorstellen würden und noch jemand für die Präsentation gesucht wurde, beschloss ich, dass es Zeit wäre, mich aus meiner Komfort-Zone heraus zu bewegen und die Menschen aus diesem Internet mal kennen zu lernen.

Wir stellen das Communication Camp auf dem Webmontag in Frankfurt vor

Foto: Clemens Riemenschneider
Foto: Clemens Riemenschneider, CC-BY-NC-SA

Nach der Ankunft am Montagabend wird aber schnell klar, dass es heute keine Gelegenheit geben wird, sich mit neuen Leuten auszutauschen: Die Zeit vor Beginn und in der Pause brauchen wir, um mit dem Team die letzten Details der Präsentation zu diskutieren und mit den Veranstaltern technische Fragen zu besprechen. Obwohl ich nicht alleine auf der Bühne stehen werde, bin ich ein wenig aufgeregt, denn vor so vielen fremden Menschen habe ich noch nie präsentiert. Die Aufregung legt sich aber, denn die Stimmung ist unglaublich locker und nett. Außerdem lenken mich die Vorträge ab – zum einen weil die Themen wirklich spannend sind, zum anderen weil sie ein unglaubliches Tempo haben. Heute gibt es nämlich verschärfte Regeln für die Vortragenden: jeder wird sein Thema in genau 5 min und auf genau 20 Folien vorstellen. Und als ob das nicht schon genug an Herausforderung wäre, wechseln die Folien alle 15 Sekunden automatisch. Manche haben sich einiges vorgenommen, wollen sehr viel erzählen und müssen deshalb unglaublich schnell sprechen, anderen fällt es leichter. Besonders, beeindrucken mich Eldar Rakhmatullaev, der zum ersten Mal auf Deutsch vorträgt und es trotzdem schafft, Big Data gut verständlich und humorvoll zu erklären, sowie Konstantinos Holzer, der mit kreativstem Storytelling die Auswirkungen der Finanzkrise auf Griechenland skizziert, um sein Projekt Apodixi Griechenland vor zu stellen. Mein Liebling des Abends ist aber der Beitrag von Marie-Lene Armigeon, die von ihrem Startup Sofa Concerts erzählt. Insgesamt gibt es sieben dieser Blitz-Präsentationen, danach eine Pause mit Live-Musik-Begleitung, dann sind wir auch schon dran und dürfen über das Communication Camp berichten. Glücklicherweise haben wir weder Zeitbegrenzung noch selbst-wechselnde Folien. So macht mir der Vortrag trotz leichter Nervosität richtig viel Spaß. Einziges „Manko“: ich bin ein ein paar Zentimeter zu klein für das Stehpult und kann hinter dem Notebook nur wenig vom Publikum sehen.

Webmontag auch auf Video

Ich muss sagen: es lohnt sich absolut, seine Komfortzone zu verlassen und zum Webmontag Frankfurt zu gehen. Durch das breite Themenfeld und das hohe Unterhaltungspotential ist die Veranstaltung sogar für Leute interessant, die nur privat im Netz unterwegs sind. Ich komme auf jeden Fall wieder!

Wer den letzten Webmontag verpasst hat, kann sich die komplette Veranstaltung hier anschauen:

Webmontag Frankfurt Banner
via

Der Webmontag Frankfurt findet jeden 2. Montag im Monat in der Brotfabrik statt. Egal ob Entwickler, Gründer, Blogger, Forscher oder Anwender – alle deren Herz fürs Netz schlägt sind willkommen! Es gibt immer spannende Vorträge zu den verschiedensten Themen aus den Bereichen IT, Marketing/PR, Wissenschaft und Kultur. Mehr Infos gibt es auf der Website des WMFRA.

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Sind wir schlecht ausgebildet?

Sind unsere AbsolventInen nicht geeignet, nach dem Studium in einer Agentur zu arbeiten? Das zumindest scheint Uwe Kohrs, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA), zu glauben. In der Novemberausgabe des prmagazins bemängelt er im Artikel „Persönlichkeiten verzweifelt gesucht„, dass PR-Agenturen keine „geeigneten Mitarbeiter“ mehr fänden.

Müssen wir uns Sorgen um unsere berufliche Zukunft machen? Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio.de
Müssen wir uns Sorgen um unsere berufliche Zukunft machen?
Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio.de

Zum Einen sieht er auch das „miese Image des Agenturberufs“ als einen Grund. Zum Anderen sei aber die Qualität der BewerberInnen schlechter als früher, da Hochschulen und andere (privaten) Ausbildungsinstitutionen zu wenig Wert darauf legen, dass Studierende auch soziale Kompetenzen erwerben und ihre Persönlichkeiten entwickeln können. Darum will er jetzt „Universitäten und private(n) Ausbildungsinstitutionen“ in die Pflicht nehmen. Natürlich machen wir uns jetzt, ein halbes Jahr vor unserem Bachelor-Abschluss, Gedanken über unsere Zukunft in der PR-Branche.

Sind wir nach dem Studium nicht gut genug ausgebildet, um einen Job zu finden?

Nein, sagen Julia-Maria Blesin, Lan Anh Nguyen und Nina Krake, Vorstand der PR Studierenden Hannover e.V. (PRSH): Die „Professionalisierung des Berufsfeldes wäre ohne fundierte und umfassende PR-Ausbildung nicht möglich“. Diese Meinung vertreten sie in ihrem Kommentar zu den Äußerungen des GPRA-Präsidenten im PR Journal. Sie bemängeln außerdem, wie andere KommentatorInnen auch, dass Uwe Kohrs seine Anforderungen an die BewerberInnen nicht konkretisiert. Sie erkennen: Bei der fehlenden Sozialkompetenz und mangelnden Persönlichkeitsentwicklung während des Studiums „handelt es sich nicht um ein spezifisches „Problem“ der PR-Branche, sondern vielmehr des universitären Ausbildungssystems“. Auch Ernst Primosch, Deutschland-CEO von  Hill + Knowlton, äußert diese Kritik im prmagazin. Der Argumentation von Blesin, Nguyen und Krake folgen auch die meisten der KommentatorInnen: Sascha Stoltenow, Sina Petzold und Robert Hesse sind sich einig, dass das Problem weniger bei den Hochschulen und Absolventen liegt, sondern vielmehr auf Agenturseite – sei es nun eine (in vielen Fällen) schlechte Bezahlung oder die langsame Anpassung an neue Anforderungen von Seiten des Markts und der Arbeitnehmer.

Ist der Stellenmarkt bereits abgegrast? Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Ist der Stellenmarkt bereits abgegrast?
Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Nein, sagt auch Tapio Liller, Inhaber der Agentur Oseon, im firmeneigenen Blog: „Die Suche nach qualifizierten Einsteigern für den PR-Beruf ist seit jeher eine Herausforderung.(…) Nur an einem liegt es nicht: Den Hochschulen.“ Vielmehr sieht er die Agenturen in der Pflicht, mehr in die Praxisausbildung zu investieren. „Wer fertige PR-Leute quasi “ab Werk” erwartet, wird der Realität nicht gerecht“, erklärt er und stößt damit in das selbe Horn wie die PRSH: „Wir sind der Meinung, dass niemand von einem jungen Menschen erwarten kann und darf, dass er als „perfekter PR-Berater“ in den Beruf einsteigt – zumal dies wohl auch kaum in den Generationen vor uns der Fall war!“ Als entscheidenden Punkt sieht Liller außerdem, dass die Arbeit auch finanziell anerkannt wird: „Wer nur billige Berufseinsteiger rekrutiert, um Margenziele zu erreichen, wird diese Einsteiger wieder verlieren, sobald sie wissen, was ihre Leistung wert ist.“

Uwe Kohrs äußerte sich gegenüber dem PR-Journal noch einmal zum Thema Bezahlung – gefragt war nach dem Einstieg mit einem Master-Abschluss, also nach mindestens fünf Studienjahren: „Aus unserer Sicht sollte das Einstiegsgehalt für Trainees nach dem Studium bei ca. 20.000 Euro brutto pro Jahr liegen.“ Als hätte sie diese Antwort schon vorausgesehen, schrieb Sina Petzold bereits drei Tage vor Veröffentlichung dieses Interviews in einem Kommentar zum Artikel im PR Journal: „Mich wundert es im Übrigen überhaupt nicht, dass die jungen, talentierten Absolventen nicht in Agenturen wie die von Herrn Kohrs wollen. Da muss man nämlich trotz guter Ausbildung sowie Erfahrungen dank Praktika und Werksstudententätigkeit für einen Hungerlohn nochmal mind. ein Jahr Ausbildung (Trainee) dran hängen.“

Wir freuen uns auf spannende Aufgaben in der Zukunft. Foto: Stephan Bachmann / pixelio.de
Wir freuen uns auf spannende Aufgaben in der Zukunft.
Foto: Stephan Bachmann / pixelio.de

Nein, sagen auch wir. Gerade haben wir unsere dreimonatige Praxisphase (und damit unser zweites Praktikum im Rahmen des Bachelor-Studiums) abgeschlossen – und zwar erfolgreich. Egal ob Agentur, Unternehmen, Zeitungs- oder Fernsehredaktion: Unsere Arbeitgeber bescheinigten uns, dass wir neben den richtigen (Fach-)Kenntnissen, auch eine sehr selbstständige Arbeitsweise mitbringen. Viele von uns beendeten das Praktikum mit einem Jobangebot – als Werkstudierende oder sogar Festangestellte. Natürlich haben wir noch nicht ausgelernt. Einerseits gibt es Themen, die auch ein sehr praxisbezogenes Studium nur bedingt bzw. theoretisch vermitteln kann (z.B. Auftragsakquise und die längerfristige Kundenbetreuung). Andererseits verändert sich besonders in der Onlinekommunikation immer noch viel – und das wird auch so bleiben. Viel wichtiger als die Kenntnisse der aktuellsten Tools oder Statistiken finden wir daher Lernbereitschaft und Neugier auf neue Kommunikationsformen. So wählt auch Tapio Liller seine künftigen MitarbeiterInnen aus: „Hauptsache er oder sie bringt Neugier, Lernwillen und eine gesunde Portion Ehrgeiz mit, den Kommunikationsberuf in all seinen Facetten zu erlernen.“

Noch ein Nachsatz: Ein Blick auf die Website von Uwe Kohrs’ Agentur Impact offenbart, dass diese bereits zum 1. Juni 2013 einen „PR Junior-Berater (m/w)“ suchte. Voraussetzungen für BewerberInnen: „(…) abgeschlossenes Hochschulstudium und mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einer PR-Agentur, Pressestelle oder in einer Redaktion“. Angaben zur Gehaltsvorstellungen für eine/n Junior-Berater/in macht die Agentur nicht. Da die Anzeige noch online ist, scheint die Stelle bisher nicht besetzt zu sein. Die Bewertung dieser Information darf jede/r selbst vornehmen…

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