5 Gründe, wieso Livestreaming etwas für jeden ist

In vielen Artikeln der letzten Wochen wurde 2016 zum “Jahr des Livestreams” gekürt. Doch wieso gewinnt dieses Format so plötzlich an Beliebtheit? Wir von PR Fundsachen haben 5 Gründe und Meinungen gesammelt, wieso Livestreaming auch zukünftig von Unternehmen und Privatusern geliebt werden wird.

1.  Videos entwickeln sich

“It’s clear now more than ever that video is everything. The industry is now beginning to see live video as the most attractive offering.” – Saba Hamedy

Das Jahr des Livestreaming
2016 war das Jahr des Livestreamings

Es ist keine Neuigkeit, dass Videos online auf große Beliebtheit stoßen. Facebook hatte laut der unten abgebildeten Infografik schon Anfang 2016 durchschnittlich 8 Milliarden Video Views am Tag. Hierdurch erreichten Bewegtbilder auf Facebook wesentlich mehr Menschen, als einfache Bilder.

Doch wie alles im Netz, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das Online Video-Format weiterentwickelt. Livestreaming ist also eine neue Stufe des Videos, die Video und Social Media zeitgleich verbindet. “Im Social Web geht alles Richtung Echtzeit-Kommunikation. Oder anders ausgedrückt: Bei Beiträgen, Kommentaren oder Nachrichten in sozialen Netzwerken schrumpft das Zeitfenster für eine Reaktion”, so Michael Kroker auf seinem Blog LOOK @ IT. Durch die Features der Apps können die Zuschauer also sofort auf den Content des Videos reagieren, sie geben ihnen eine interaktive Erweiterung.

Unternehmen können mit Live Q&As eine richtige Unterhaltung mit ihren Kunden führen. Aj Agrawal, CEO von Alumnify, ist der Meinung, solche Streams seien eine große Hilfe beim Bilden einer natürlichen Community, die unmöglich künstlich herbeizuführen sei. Das Publikum könne nicht nur mit dem Unternehmen, sondern gleichzeitig mit anderen Zuschauern kommunizieren und sich austauschen. Das alles innerhalb einer Anwendung. Man muss also nicht mehr zwischen verschiedenen Apps und Plattformen hin- und herspringen. Agrawal fügt hinzu, dass diese Art von Kommunikation die User Experience verbessere und bei guter Handhabung ein positives Echo erzeuge.

2.  Immer und überall

Das von Twitter gekaufte Periscope war 2015 einer der Auslöser des Livestreaming-Hypes. In ihrem ersten Blogbeitrag berichteten Periscope von ihrer Vision: Etwas zu erschaffen, dass der Teleportation so nah wie möglich wäre – das Livestreaming. Dem Sender ist es zu belieber Zeit möglich von überall zu übertragen und die Zuschauer sind live dabei.

Auch Privatpersonen können Events für Freunde live broadcasten, Erlebnisse oder sogar geschichtliche Ereignisse unverzögert mit der ganzen Welt teilen. Livestreaming macht “citizen journalism” noch einfacher und aktueller.

Eleonora Israele schreibt bei business.com, dass durch Handys, Tablets und co. fast alle Social Media-Nutzer sofort benachrichtigt werden können und sie innerhalb Sekunden online seien. In Zeiten des FOMO (Fear of missing out) möchte man nichts verpassen, daher schaut man sich ein Live-Video auch mal im Bus an, wenn es das Datenvolumen hergibt. Außerdem will Facebook mit einer Audiofunktion das Livestreaming auch bei schlechter Internetverbindung möglich machen.

3.  Große Reichweite dank Algorithmus

Facebook, YouTube, live.ly und viele andere Plattformen setzen besonders stark auf das neue Videoformat. Damit es sich auch lohnt, hat Facebook seinen Algorithmus im März 2016 so verändert, dass Live-Videos bevorzugt angezeigt werden. Ein solches Video erreicht also ein größeres Publikum als ein herkömmliches Video oder Bild.

Außerdem gibt diese Infografik preis, dass Live-Videos auf Facebook durchschnittlich dreimal so lange angeschaut werden als im Nachhinein.

Quelle: boldcontentvideo.com

Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass man bei normalen Clips ans Ende springen kann und sich damit Zeit spart. Im Liveformat ist es dem Zuschauer nicht möglich an die spannenden Stellen zu springen oder zu versuchen den Inhalt in kleinen Häppchen zu verstehen.

Jesse Hertzberg, CEO bei Livestream, ist der Überzeugung, dass Live-Videos auch die Reichweite von Events vergrößere. Es gäbe viele Events, die unzählbar viele Menschen nicht besuchen können. Livestreaming mache es gerade für diese möglich. Das Publikum werde für so eine Chance dankbar sein.

4.  Zielgenauigkeit der Werbung

Mit der Zeit kam die Frage auf, wie bei den Livebroadcasts Werbung eingesetzt werden könnte. Mitte 2016 war Facebook sich noch nicht sicher, wie die Monetarisierung bei den Live-Videos aussehen solle. Jedoch seien Werbepausen in der Mitte von längeren Streams gut denkbar, so t3n.de.

Andreas Moring, Studiengangleiter für Communication and Media Management an der BiTS in Hamburg, schreibt in seinem Gastbeitrag für Horizont.net folgendes:

“Wer Live-Ereignisse verfolgt, der will jetzt dabei sein, nichts verpassen und konzentriert sich voll darauf. Hohe Aufmerksamkeit und Konzentration steigert die Effektivität und Wirkung von Werbung. Und für effektive Werbung, die wirkt, geben Kunden am liebsten ihr Budget aus.”

Die Zuschauer seien an der Thematik interessiert, sodass darauf abgestimmte, passende Werbung nicht zwangsläufig als ähnlich störend empfunden würde wie die bekannten Werbeformate.

5.  Der einfachste Blick hinter die Kulissen

Durch die Einfachheit der Funktion, ist Livestreaming für jeden machbar. Privatpersonen brauchen kein spezielles Equipment oder ausgereiftes technisches Know-how. Alles was nötig ist, sind ein Handy und eine Internetverbindung, so Tarun Wadhwa in seinem Artikel “2016 Is The Year Livestreaming Came Of Age

Genauso gilt das für den professionellen Bereich. Das Intime und Rohe der Videos ist ein großartiger Weg den Kunden näher an das Unternehmen zu bringen. Sie eignen sich perfekt für einen Blick hinter die Kulissen und helfen dem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Einen solchen Blick hinter den Vorhang hat McDonald’s im Oktober 2016 gewährt. In einem 12-Stunden Livestream auf Youtube, Facebook und Periscope, zeigten verschiedene Influencer insgesamt sechs Millionen Zuschauern, wie es unter anderem hinter Eis- und Getränkemaschine hergeht.

Zusätzlich können Livestreams nicht geschnitten und bearbeitet werden wie Werbefilme und sind direkt an den Nutzer gerichtet. Dadurch wirken sie um ein vielfaches glaubhafter und das Unternehmen gewinnt an Authentizität.

Das ist erst der Anfang

Wie man sieht, bietet Livestreaming für alle Beteiligten viele Vorteile. Daher ist klar, dass dieses Format nicht so bald wieder verschwinden wird (R.I.P. Vine). Facebook, YouTube und alle anderen, die auf den Zug der Echtzeitübertragung aufgesprungen sind, versuchen alles mögliche um das “live-gehen” genauso zum Alltag zu machen wie das Selfie schießen. Zum Glück, denn wer will schon ein Selfie von Ronald McDonald?

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