Zwischen Glaube und Hohn

Der Countdown läuft, nur noch wenige Stunden, dann ist soweit. Bleibt die Frage kommt er, oder kommt er nicht? In den vergangenen Wochen und Monaten war er in aller Munde und niemand kam an ihm vorbei. Kaum ein Medium, das nicht ausführlich über ihn berichtet hat, kaum ein Mensch, der noch nichts von ihm gehört hat: Der Weltuntergang 2012.

Heute am 21. Dezember endet der astronomische Kalender der Maya und für viele ist dieser Tag gleichbedeutend mit dem Ende der Welt. Was das genau heißt? Einige rechnen damit, dass außerirdische Wesen die Erde bevölkern und uns Menschen vernichten werden. Andere meinen zu wissen, dass die Welt von ungeahnten Naturgewalten zerstört wird. Wieder andere glauben, dass ein Asteroid in die Erde einschlagen wird.

Um sich auf das eine oder andere Szenario vorzubereiten, haben sich die Menschen in den letzten Wochen einiges einfallen lassen. Neben Lebensmitteln mit überdurchschnittlich hoher Haltbarkeit, kauften zahlreiche Menschen Strahlenmessgeräte und magische Amulette. Überlebenstrainings für den Extremfall wurden absolviert, Plätze in Luftschutzbunkern gekauft.

Wem der Bunker nicht sicher genug erschien, der konnte zum Beispiel eine Reise nach Südfrankreich antreten. In das 200-Seelen-Dorf Bugarach, nahe den Pyrenäen, pilgern seit Wochen unzählige Menschen. Dort liegt der Pic de Bugarach, ein angeblich heiliger Berg. Was ihn heilig macht, weiß niemand so genau. Dass alte Geschichten besagen er könne die Menschen vor dem Untergang der Erde bewahren reicht vielen aus.

Auch in den sozialen Netzen stößt man überall auf das Thema. Der Mikroblogging-Dienst Twitter hat eigens für den Weltuntergang einen hashtag eingerichtet. Unter #Weltuntergang kann man seine Gedanken zum bevorstehenden Ereignis loswerden. Das Ganze liest sich aber eher wie ein Comic, es gibt Kleidungstips für den letzten Tag auf Erden, manch einer freut sich keine Weihnachtsgeschenke kaufen zu müssen und es wird spekuliert welche Katastrophe uns tatsächlich bevorsteht.

Doch nicht nur in den sozialen Netzen, auch manche Fernsehsender greifen das Thema Weltuntergang mit einem Schmunzeln auf. Das ZDF bietet heute Abend zum Beispiel eine Live-Berichterstattung von bedeutenden Plätzen der Welt. Unter anderem berichten sie von den Maja-Tempeln in Mexiko und selbstverständlich auch aus dem französischen Bugarach.

Letztlich bleibt es jedem selbst überlassen was er mit diesem Abend anfängt. Ob man in einem Luftschutzbunker oder am Fuße des Pic de Bugarach Zuflucht sucht, oder einfach entspannt zu Hause vor dem Fernseher sitzt. Entweder er kommt, oder er kommt nicht.

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One thought on “Zwischen Glaube und Hohn

  1. Vor ein paar Tagen brachte Meedia einen Artikel mit vier Hinweisen für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage heraus. Es ging um die Zukunft der Printprodukte. Meedia gab den Tipp die Leser (besonders die Abonnenten) und nicht die Anzeigenkunden in den Vordergrund zu stellen und auf deren Bedürfnisse zu reagieren. Außerdem werden Erfolge in den „kleinen Verlagen gefeiert, die mehr Gespür für die Nischen haben.“ Dazu kommt, dass die Texte von Journalisten die sich in verschiedenen Themengebieten besser auskennen, bei den Lesern besser ankommen. Denn oft sind in den Zeitungen und Zeitschriften die Texte „zusammengeschrieben und aufgewärmt“.