Warum alle Call Of Duty: Infinite Warfare hassen und Battlefield 1 lieben

Call Of Duty Fans schwören ihrem Lieblingsspiel ab und wechseln zur Konkurrenz. Doch was steckt wirklich dahinter und wieso kam es zu diesem ungeahnten Ereignis?

 

Beim Durchlesen verschiedener Blogbeiträger dieser Seite ist mir aufgefallen, dass mein Beitrag ein eher außergewöhnliches Thema enthalt. Kurz zusammengefasst: Das Ganze hat eine Menge mit dem Zuhören von Kundenwünschen und Community-Management zu tun

 

Quelle: Battlefield.com

 

Call Of Duty und Battlefield? Was ist das?

Fangen wir bei der Ausgangssituation an. Call Of Duty und Battlefield sind zwei große Franchise-Marken aus der Kategorie First-Person-Shooter (FPS). Call Of Duty wird vom Publisher Activision vertrieben und von drei Entwicklerteams, welche sich im dreijährigen Intervall abwechseln, entwickelt. Auf der anderen Seite steht die Spielereihe Battlefield, welche von EA gepublished wird und bisher größtenteils von DICE entwickelt wurde.

Zusammen teilen sich die zwei Giganten den Großteil des Konsolenmarktes in diesem Franchise und konkurrieren jedes Jahr aufs Neue untereinander.

Der Konflikt

Beide Spieleserien besitzen große Fangruppen, die jedes Jahr gespannt auf die Enthüllung des neuen Titels ihres Lieblingspiels warten. Doch dieses Jahr verlief alles anders.

Um diesen Grund zu erkunden, müssen wir tiefer ins Thema eintauchen und einen Blick auf die Inhalte der Spiele werfen sowie auf die Ansprüche der Community.

Seit vielen Jahren steckt bereits das Thema der Zukunft in den modernen First-Person-Shootern. Wo Battlefield noch mit seinen Ablegern „Battlefield 4“ und „Hardline“ in der heutigen Zeit blieb, wagte Call Of Duty weit aus größere Sprünge in die Zukunft mit „Black Ops 2“ und „3“, sowie „Advanced Warfare“. Doch dies sagte nicht jedem Gamer zu. Im Gegenteil. Nach über drei Jahren mit purem Zukunftssetting hegten einige Spieler einen Groll gegen die heutige Spieleindustrie und beschwerten sich lautstark in Foren und Social Media.

Die wirkte sich nun aus, als die zwei Publisher ihre Trailer der Spiele vorstellten, die sie ins Weihnachtsgeschäft schicken werden.

Call Of Duty stellte seinen neuen Ableger Infinite Warfare vor. Ein weiterer Titel in der Zukunft – und einer, der auf wenig Zustimmung traf und in der Community für großen Aufruhr sorgte. Doch die Lage verschlimmerte sich, als EA mit ihrem Trailer zu Battlefield 1 die Grüchte um ein Setting im ersten Weltkrieg bestätigte.

Die Battlefield-Community war begeistert von dem noch nie angetasteten Setting und die Call Of Duty Spieler wurden umso verärgerter, als sie sahen, dass die Konkurrenz die Wünsche der Community umsetzen und auf Feedback hören. Nicht ohne Grund dominierte noch in derselben Woche der Hashtag „#RIPCoD“ die Twittertrends. Mittlerweile ist der Revealtrailer zu Call Of Duty: Infinite Warfare das zweitmeist gedislikte Video auf ganz Youtube, mit einer beträchtlichen Anzahl von 3,1 Millionen Dislikes (Stand: 30.07.2016). Und dies nach noch nicht einmal drei Monaten nach dessen Upload-Datum.

Wieso EA und DICE es besser machen

Dies zeigt ein weiteres Mal die große Bedeutung von Kommunikation mit der eigenen Community und veranschaulicht, warum sie unerlässlich ist. EA und DICE hörten auf die Wünsche ihrer Kunden und wurden für ihren gewagten Schritt in die Vergangenheit belohnt. Dadurch gewannen sie stark an Ansehen und Reputation unter vielen Gamern. Besonders groß ist die Empörung gegenüber Activision, denen vorgeworfen wird, kein Feedback wahrzunehmen und nicht auf die Community zu hören.

Hätte Battlefields nächster Titel auch in der Zukunft gespielt, so wäre der Aufruhr wahrscheinlich nicht so groß geworden. Doch der gewagte Schritt, der gelang, ist somit ein umso größerer Seitenhieb gegen die Konkurrenz.

Viele Spieler haben nun angekündigt, zur Konkurrenz zu wechseln und sich zu Weihnachten das neue Battlefield zu kaufen. Auch viele Call of Duty Spieler sind dabei, welche EA nun auch von der eigenen (Online)-Kommunikation gegenüber ihrer Community überzeugen konnte. Eine wahrhaftig  große Errungenschaft in der Spielebranche.

Das Ende von Call of Duty?

Um es kurz zuhalten: Nein. Dies wird nicht das Ende von Call Of Duty sein. Trotz Twittertrends wie „RIPCoD“ wird Activision vermutlich auch dieses Jahr massenhaft Umsatz einfahren. Auch der vielgehasste Trailer sollte nicht als Todesurteil gesehen werden. Denn auch schlechte Aufmerksamkeit ist immer noch Aufmerksamkeit.

Schließlich hat auch Activision noch ein Ass im Ärmel. In dem Spiel „Infinite Warfare“ wird eine Neuauflage des Communitylieblings „Modern Warfare“ für einen kleinen finanziellen Aufschlag mit inbegriffen sein, den sich Fans der Serie natürlich nicht entgehen lassen. Der Clue dahinter ist jedoch, dass man das Hauptspiel „Infinite Warfare“ kaufen muss, um diesen Extrainhalt zu erhalten. Ein schlauer Schachzug, der die vermeidlichen niedrigen Verkaufszahlen ausgleichen wird.

Doch trotz alledem bleiben EA und DICE die Gewinner des Jahres und können vor allem mit dem gewonnen Vertrauen ihrer Community auf weitere erfolgreiche Jahre vorausblicken.

 

Philipp Böhm

Worum geht es beim Fan-Prinzip? Ein Interview mit Guido Augustin

Als Geschäftsführer Kommunikation bei forum!, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das sich auf die Analyse und Optimierung unternehmerischer Beziehungen spezialisiert hat, möchte Guido Augustin vor allem eins: Kunden von Unternehmen zu Fans machen. Wie genau das funktioniert und welche Rolle dabei das Fan-Prinip spielt haben wir in einem Interview herausgefunden.

Gudio Augustin bei der Vorstellung des Fan-Prinzips
Gudio Augustin bei der Vorstellung des Fan-Prinzips

Können Sie erläutern was genau hinter dem Fan-Prinzip steckt und welchen Nutzen es für Unternehmen hat?

Entwickelt haben es die beiden Autoren des Buchs „Das Fan-Prinzip“, Roman Becker und Prof. Gregor Daschmann, mein Kollege in der Geschäftsführung und unser wissenschaftlicher Beirat. Im Grunde genommen ist die Fan-Forschung älter und ist vor allem im Sport oder der Kultur häufig wiederzufinden. Es ist noch nicht lange her, da war ich nach einem Heimspiel von Mainz 05 für ein Bier in einer Kneipe, als ein Mann den Raum betrat. Auf seinem Oberarm prangte ein Handteller großes Tattoo mit dem Firmenlogo von der Motorradmarke „Harley Davidson“. Da muss man sich doch fragen, was es für ein Unternehmen bedeutet, wenn Menschen sich so etwas stolz tätowieren lassen, oder? Letztlich steckt eine emotionale Idee dahinter: Wenn sich deine Kunden wie echte Fans verhalten, dann kannst du keine besseren Kunden haben. Sie kaufen regelmäßiger ein, geben im Schnitt mehr Geld aus, folgen dir überall hin und empfehlen dich aktiv weiter. Das Verhalten ist langfristig ausgelegt.

 

 

Welche Unternehmen kommen auf Sie zu?

Unsere Kunden sind vor allem große Unternehmen, wie beispielsweise Banken, Sparkassen, Krankenkassen oder Autovermieter, aber auch viele mittelständische Unternehmen, die in ihrem Bereich führend sind. Ich selbst verantworteden Bereich der Unternehmenskommunikation, da machen wir auch viel Projektgeschäft.

 

 

Gibt es Unternehmen, für die das Fan-Prinzip nicht geeignet ist?

Nein, gibt es nicht. Das ist jetzt keine typische Marketingaussage, denn das Fan-Prinzip läuft auf anthropologischer Ebene ab. Ein Freund fragte mich letztens, ob das Prinzip auch in China funktionieren würde. Klar funktioniert es dort auch! Wenn erst einmal der Grundgedanke angenommen wurde, kann man danach viele verschiedene Applikationen aufbauen, die man stetig weiterentwickeln kann. Wir fangen viele Kundengespräche an und sagen, dass wir das Verhalten der Kunden messen und dieses ändern können. Aber man kann auch an der Mitarbeiterloyalität arbeiten, an der Kundengewinnung, dem Stakeholder-Management oder der klassischen Pressearbeit. Es gibt da viele verschiedene Bereiche.

 

 

 Wie werden Kundentypen im Fan-Prinzip gruppiert?

Kundenzufriedenheit muss auf der Leistungsebene stimmen. Dies reicht allerdings nicht aus, denn eine stabile Beziehung entsteht erst, wenn eine emotionale Bindung entsteht. Wenn beide Aspekte stark ausgeprägt sind, dann können wir von Fans sprechen. Ähnlich stark, aber doch ein bisschen niedriger können wir die Sympathisanten ansiedeln. Das Aktivitätslevel unterscheidet sich von den Fans, da Sympathisanten prozentual weniger weiterempfehlen oder gar verteidigen. Was danach kommt, nennen wir Söldner. Diese Gruppierung strebt mehr nach der Zufriedenheit, vor allem mit Blick auf den finanziellen Aspekt. Emotional stark gebundene, von der Leistung allerdings nicht zufriedene Kunden werden als Gefangene bezeichnet. Und zum Schluss gibt es noch die typischen Gegner, die zwar in einem Verhältnis mit dem Unternehmen stehen (beispielsweise einem Vertrag), trotz allem aber überhaupt nicht zufrieden sind. Diese Gruppierung ist gefährlich, da diese Negativpropaganda macht. Im Rahmen der Krisenkommunikation ist dies besonders wichtig. Abschließend sei aber gesagt: Schau, dass du deine Fan-Quote steigern kannst und du deine besten Kunden weiterentwickelst. Diese Gruppe muss wachsen. Daneben können wir Sympathisanten und Söldner weiter nach oben ziehen und sie so zu Fans machen. Dort ist das wichtige Potential zu finden, um sein Fundament schließlich weiterzuentwickeln.

 

Grafik Fan-Prinzip

Wie genau schafft das Fan-Prinzip eine Umgruppierung von Gegnern zu Fans? Ist das überhaupt möglich?

Innerhalb der Kundengruppen kommt es zu dauerhaften Bewegungen. Potential gibt es immer, denn niemand steigt zu Beginn als Gegner ein. Wer kauft sich denn einen teuren Mercedes, obwohl er das Auto überhaupt nicht mag? Man steigt im Fan-Prinzip mindestens als Söldner in die festgelegten Gruppierungen ein. Einer unserer Kunden ist die ING-DiBa, eine Direktbank wie ihr bestimmt wisst. Wir haben deren Fan-Quote gemessen und herausgefiltert, was diesen besonders wichtig ist: Es ist die Qualität und Geschwindigkeit im Service. Daher weiß der Kunde, auf was er fokussieren soll, um die Beziehung zu seinen Kunden zu verbessern. Wir können messen, was die Botschaft an die Kunden sein kann oder soll und wie man die Kunden direkt und maßgeschneidert anspricht. Dadurch kommt am Ende auch der Erfolg, denn zufriedene und emotional gebundene Kunden haben einen sehr viel höheren Kundenwert.

 

Hier geht es zu forum! Für beste Beziehungen: www.forum-mainz.de

 

 

 

 

 

 

Existenzgründung mit Thunderclap-Aktionen, ein Interview mit Jörn Hendrik Ast

Ein neues Unternehmen zu Gründen ist ohne großes Budget gar nicht so einfach, doch die Onlinekommunikation bietet völlig neue Wege und Möglichkeiten durch Marketing und PR auf sich aufmerksam zu machen.

Wir haben uns gefragt, wie Gründer kommunizieren, die das Cluetrain-Mainifest im Kopf haben und die im Social Web zu Hause sind. Inwieweit Facebook, Instagram und Twitter eine Rolle beim Aufbau eines Online-Business spielt und welche weiteren PR-Ansätze, wie z.B. Thunderclap-Aktionen wichtig sind, um mit neuen Menschen und Geschäftspartnern in Kontakt zu treten.

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Hierzu haben wir den Autor, Blogger und Gründer Jörn Hendrik Ast befragt. Er hat sich auf die Themen New Work und Social Recruiting spezialisiert. Zusammen mit Inken Arntzen gründete er Ende 2013 superheldentraining.de. Sie sehen es als Institut für den Arbeitsplatz der Zukunft und möchten damit Menschen unterstützen, heraus zu finden, was sie im Arbeitsleben wirklich tun wollen. Sie haben darin einen „Superhelden“-Test entwickelt, bei dem man erfahren kann, welcher Karrieretyp man ist. Er dient als erstes zur Orientierung, denn nur wer weiß, was seine Bedürfnisse erfüllt – wird auf Dauer glücklich und zufrieden sein. Dann geht es weiter, mit speziell auf die „Superhelden“ zurecht geschnittenen Workshops und Workouts.

Im Interview erzählt Jörn Hendrik über die Anfänge des Projekts, bis hin zu PR-Aktionen, die ihnen halfen ihr Startup voran zu treiben. Er gibt auch einen kurzen Einblick wie sich Online-PR/ -Marketing generell weiterentwickelt haben.

Superheldentraining.de, dahinter stecken Inken Arntzen und Jörn Hendrik Ast, seit wann kennt ihr euch und seit wann gibt es euer Coaching-Business?

Inken und ich kennen uns schon seit 2010, noch bevor wir beide in das betahaus Hamburg zum Coworken gezogen sind. Dort haben wir lange als Coworker zusammen an Projekten gearbeitet.

Als dann Ende 2013 klar war, dass ich nach Berlin ziehe, haben wir diese gute Zusammenarbeit mit einem Projekt gekrönt, einem gemeinsamen Blog. Der erste Blogpost ging nach Weihnachten am 28.03.2013 online. Danach entwickelten wir lange an unserem Herzstück, der Superhelden-Typologie und launchten im August 2014 unseren Test in der ersten Version. Ein halbes Jahr später kam dann unser erstes dreitägiges Superhelden-Training.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine andere Art von Karrieretraining zu entwickeln und das dann (u.a. auch) als Online Business umzusetzen?

Wir sind beide durch und durch Onliner. Inken twittert und bloggt seit eh und je, hat als Mitgründerin der Digital Media Women und der Organisation der Social Media Week Hamburg auch wichtige Verbindungen zwischen Offline- und Online-Welt geschaffen.

Ich selbst bin leidenschaftlicher Blogger, habe neben beginners-mind.de, einem Videoblog, das Digital Natives portraitierte, und dem ffluidcast, einem Podcast zu den Themen New Work und Social Recruiting, schon viel ins Internet geschrieben. Da war klar, dass wir viel online machen würden.

Aber als Gründungspunkt und Annäherung an das Superhelden-Thema gilt definitiv Inkens erstes Youtube Video, in dem sie davon sprach, Menschen zu helfen, nie mehr eine Bewerbung schreiben zu müssen. Hier hakte ich sofort ein, da ich in meinem Brotjob als Berater für Social Recruiting sowohl die Unternehmens- als auch die Bewerberseite sehr gut kenne und einen riesigen Graben zwischen Stellenbeschreibung und Stand der Karriereorientierung gesehen habe. Uns ging es darum, ein Angebot für den Menschen zu schaffen, das hilft, einen neuen Blick auf das Thema Karriere zu bekommen.

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Wie sind bei euch die Aufgabenschwerpunkte verteilt (Coaching / PR / Marketing / Social Media), habt ihr Support oder stemmt ihr alles alleine?

Zur Zeit sind wir sehr glücklich, unsere erste Mitarbeiterin an Bord zu haben: Maxi verstärkt uns als Marketing Hero und erarbeitet gemeinsam mit uns unseren PR-Plan. Dazu sei gesagt, dass wir regelmäßig gute Beratung bekommen und weitere Unterstützung von wunderbaren Volunteers, wie zum Beispiel von Ralf Junge, der mit uns die PR-Strategie erarbeitet hat.

Sonst stemmen Inken und ich nämlich alles alleine, ganz schön anstrengend. Wir haben zwar ein sehr klares Bild von dem, was wir tun und was unsere Ziele sind, aber gerade in Bezug auf PR und unserem Feld New Work/ Karriereorientierung, haben wir das Problem, dass so viele Themen relevant sind. Da müssen wir uns ganz schön fokussieren.

Welche Online PR-Ansätze habt ihr für Superheldentraining.de?

Momentan erarbeiten wir Themenschwerpunkte, die wir zu Factsheets verdichten. Wir haben durch unseren Online-Test und mit der Superhelden-Typologie bereits über 1.000 Menschen erreicht. Mit unserem ersten Buch Die fluide Karriere haben wir drei Hypothesen aus den Daten herausgearbeitet.

Unsere Hauptthese ist die, dass der Beruf an sich verschwinden wird und wir zukünftig unsere Karriere anhand eigener Fähigkeiten und der Arbeit in unseren Projekte bestimmen werden – das nennen wir fluide Karriere. Eine These besagt, dass die klassischen Rollenbilder aufbrechen. Die meisten unserer Befragten wollen Jobs in Teilzeit und in Selbstständigkeit haben, sowohl Männer als auch Frauen. Im Fall der Teilzeit sogar mehr Männer. Das ist gerade auch unser heißestes Thema. Das Factsheet zum Thema “Teilzeit” wächst noch. Was wir bereits sagen können: Die Mehrheit in Deutschland ist weit entfernt von unseren Ergebnissen. Mit über 70 Prozent sind zum Beispiel Mütter die meisten Teilzeitbeschäftigten hierzulande.

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Es gibt großen Handlungsbedarf und das wird mit passenden Blogartikeln, weiteren Untersuchungen und natürlich der Entwicklung von Trainingsformaten von uns beantwortet. In diese Richtung geht auch unsere PR. Natürlich sind wir viel auf Social Media unterwegs, von Facebook, über Instagram und Twitter. Bei dem blauen Riesen funktionieren unsere Video-Testimonial Kampagnen am besten. Twitter nutzen wir stark bei unseren Eventauftritten. Aber sonst sind Inken und ich auch stark mit unserem eigenen Accounts am Posten und Twittern. Es macht doch am meisten Sinn, über persönliche Reichweite zu gehen, damit man nicht zu sehr am Ad-Nabel von Facebook hängt.

Welche PR-Aktionen habt ihr als Startup ganz am Anfang gemacht, um euer Projekt bekannter zu machen?

Zum Launch unseres Tests und der ersten illustrierten Superhelden haben wir eine Thunderclap Kampagne gestartet. Hier haben wir mit einer Art Flashmob für Tweets und Facebookposts innerhalb eines Moments 83.000 Menschen erreicht.

Thunderclap

Das war schon ziemlich cool. Aber tatsächlich enorm viel Arbeit, auf die 100 Teilnehmer zu kommen. PR ist ja eh enorm viel Arbeit. Aber es lohnt sich, wir kriegen oft gesagt, wie gut wir online wahrgenommen werden.

Meine Devise: viel ausprobieren und Spaß an den Sachen haben.

Inwieweit denkt ihr, hat sich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing durch das Internet verändert?

Im Grunde sind wir ja mit unseren Zielen komplett ohne klassische Medien und ohne klassisches Marketing ausgekommen. Wir haben das als Movement über uns als Personen gestartet und können jetzt ein Unternehmen daraus gründen. Diese Verzahnung ist in der Professionalisierung zwar auch schwierig, aber seinen eigenen Kanal und Sender zu haben, hilft einfach enorm, um schnell Feedback auf Ideen zu bekommen. Es bestärkt einen, dran zu bleiben und immer besser zu werden.

Und ansonsten, weiterhin vollste Zustimmung meinerseits, was den Einleitungssatz des Cluetrain Manifestos angeht: “Märkte sind Gespräche!”.

Was war bis jetzt die spannendste Erfahrung, die ihr mit und durch superheldentraining.de machen konntet?

Für mich persönlich war die Teilnahme an der re:publica und des OUIShare Fest in Paris dieses Jahr ganz großartig. Bisher habe ich immer nur als Teilnehmer mitgemacht und jetzt durfte ich mit Inken zusammen als Speaker aktiv das Event Experience Design mit gestalten. Das ist wirklich ein schönes Gefühl gewesen. Weiterhin war die Suche nach Sinn und Struktur in den Daten der Befragung wirklich spannend. Da fühlte ich mich wie ein Forscher, der auf neue Entdeckungen stößt. Das will ich unbedingt weiterverfolgen.

Wo soll’s denn hingehen mit eurem Projekt?

Das größte Thema ist gerade die Gründung der gGmbH. So ein gemeinnütziges Unternehmen ist eine komplexe Angelegenheit, mit allem was dazu gehört: Gesellschafterverträge, Markenrecht, Satzung und die komplette Positionierung dessen, was wir gründen wollen.

Vielen Dank Jörn Hendrik, für deine Zeit und den spannenden Einblick in euer Superhelden-Training. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg, vor allem bei der Gründung der gGmbh und – das wichtigste – viel Spaß bei der Arbeit!

 

Wie macht man Kommunikation für Innovationen?

Gerade innovative Neuheiten benötigen die richtige Art und Weise, um kommuniziert zu werden. Doch wie wird Kommunikation für Innovationen überhaupt gemacht? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Studiengangs Online-Journalismus während eines Workshops mit Tapio Liller, Geschäftsführer der PR-Agentur Oseon, auf der PR-Tagung „Trends in der PR“.

Tapio Liller bei seinem Workshop über Kommunikation für Innovationen

Um der Frage genauer nachzugehen, ist wichtig zu wissen, was Innovationen überhaupt sind. Diese lassen sich in drei unterschiedliche Typen unterteilen. Wer hätte gedacht, dass es einen Unterschied zwischen dem heutzutage selbstverständlichen Smartphone, der MP3-Datei und der Nanotechnologie in Sachen Innovationsverständnis gibt? Richtig, wir auch nicht. Um eine Innovation zu vermarkten, muss erst einmal entschieden werden, ob es sich um eine Neuerung handelt, die etwas bereits Bestehendes ein Stück besser macht (inkrementelle Innovation), etwas Bestehendes ersetzt (disruptive Innovation) oder eine völlig neue Erfindung ist.

Ist eine Innovation dann einmal typisiert, stellt sich die Frage, wie sich diese in unserer Gesellschaft durchsetzen kann. Neben einer präsenten Darstellung in den Medien und der Erläuterung des Nutzens, muss die Bevölkerung die Innovation vor allem akzeptieren. Wie hätte es das Tablet von heute sonst geschafft, solch ein Verkaufsschlager zu werden, wenn die Nutzer lieber bei ihrem kleinen, handlichen Smartphone geblieben wären? Es heißt also, geduldig zu bleiben und die Nutzer langsam, aber sicher während der Einführung einer Innovation zu begleiten und immer wieder darauf aufmerksam zu machen.

Um jetzt klassische PR für eine Innovation durchzuführen, entwickelte Liller mit seiner Agentur „Oseon“ das Unicore Wheel, eine Anleitung, um durch die genaue Betrachtung von Businesszielen, Analysen, Formaten und Zielgruppen die perfekte Kommunikationsstrategie für neue Innovationen zu entwickeln.

Wer neugierig geworden ist und mehr über das Thema Innovationen und Kommunikation erfahren möchte, darf bei @oseon und @tapioliller vorbei schauen.

tl;dr

In seinem Vortrag berichtete Tapio Liller über die Art und Weise wie Kommunikation für Innovationen heutzutage betrieben wird.

 

Mobile First – Wie Echo-Online WhatsApp als neues Redaktionstool nutzt

Immer mehr Redaktionen nutzen zur Steigerung ihrer Reichweite nicht mehr bloß Facebook Instant Articles oder Push-Benachrichtigungen. In letzter Zeit setzen Medienhäuser vermehrt auf die populärste MessengerApp „WhatsApp“. Julia Lumma, Online Redakteurin  des Darmstädter Echos, hat den Onlinejournalisten der Hochschule Darmstadt während des abschließenden Innovationsseminars „Trends in der PR“ dieses neue Phänomen erklärt.

Julia Lumma

Das Darmstädter Echo erreicht seine Leser nicht mehr nur über Facebook, Instagram & Co., sondern bedient seit einiger Zeit auch den Messenger WhatsApp. Der Grund: die Online- Redakteure sind stetig auf der Suche nach  neuen Tools, um die redaktionelle Arbeit zu vereinfachen und ihre Reichweite im Netz zu vergrößern. Dafür werden  technische Hilfsmittel von den Redakteuren selbst getestet, ganz getreu dem Motto: Learning by doing.

Während der Testphase des WhatsApp-Messengers beispielsweise wurde geprüft, wie man einen neuen Kanal ausbauen und in das bestehende Angebot integrieren kann, sofern das Tool bei den Lesern Anklang findet. „Wir haben WhatsApp getestet und gemerkt, dass dieser Kanal bei unseren Lesern gut angenommen wird“, sagte Julia Lumma. Es gibt also seit kurzem vom Darmstädter Echo eine WhatsappGruppe, in die sich die Leser durch die Registrierung ihrer Handynummer eintragen können. Hier werden nur die lokalen und natürlich wichtigsten Nachrichten geteilt, da man die Leser auch nicht mit Content überfluten will. „Die Gruppe kam besser an, als wir erwartet hatten“,  berichtete die Online Redakteurin. Durch die Integration des Kurznachrichtendienstes in den redaktionellen Alltag  fand das Darmstädter Echo einen ganz neuen Kommunikations- und Verbreitungskanal.

Neben der WhatsApp-Nutzung setzt das Echo aber weiterhin – wie auch der Großteil der Medienhäuser – auf das Social Web mit Instagram, Facebook oder Twitter zur Unterstützung des eigenen Online-Auftritts. Allerdings spielt auch die besonders bei der jungen Zielgruppe beliebte Instant-Messaging-App Snapchat eine immer größere Rolle in der Darmstädter Redaktion. Die Devise beim Echo ist also klar definiert: Social Media ist wichtig, aber gerade durch Messenger-Apps wie WhatsApp oder Snapchat können wir den Leser auf einem noch viel direkteren Weg erreichen.

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Immer mehr Redaktionen setzen auf den Einsatz von WhatsApp, um ihre Leser noch schneller und gezielter zu erreichen.

 

Trends in der PR – Innovationenseminar am Mediencampus

Innovatives Arbeiten in Redaktionen, Transparenz und Fan-Prinzip ‒ Stichworte, mit denen sich jeder Medienmacher von morgen auseinandersetzen sollte. Es sind Dinge, die die zukünftige Arbeit in der PR verändern werden.  Zum Abschluss unseres Studiums veranstalten wir Onlinejournalisten aus dem Schwerpunkt PR am 05. und 06. Juli das Innovationenseminar „Trends in der PR“.

Innovationenseminar

An beiden Tagen gewähren uns Medienexperten einen Einblick in die aktuellsten Veränderungen der Öffentlichkeitsarbeit. So wird unter anderem Julia Lumma vom Darmstädter Echo über die Relevanz innovativer Redaktionsarbeit referieren und beantwortet zum Beispiel die Frage, wie WhatsApp als Redaktionstool genutzt werden kann. Guido Augustin, Geschäftsführer bei forum!, bietet mitunter einen Einblick in das sogenannte „Fan-Prinzip“. Von der Transparenz in der Unternehmenskommunikation bis zur Zielgruppenansprache durch Online-Event-Marketing ‒ die Seminarrunde ist gespickt mit interessanten Themen rund um die Zukunft der PR. Schon mal was von „kommunikativer Einhornjagd“ gehört? Nein? Für alle, die nicht dabei sein können, sich die Vorträge aber dennoch nicht entgehen lassen wollen, werden wir die Veranstaltung auf dem Snapchat-Account der PR-Fundsachen und bei Twitter live mitverfolgen.

Wir freuen uns auf interessante und aufschlussreiche Tage rund um die innovative Arbeit von morgen!

„Dem Thema Social Media das Mystische nehmen“

Studierende organisieren Social-Media-Workshop für Unternehmen

„Native Digital User“ sind oftmals einen Schritt voraus, da sie Onlinekommunikation intuitiver verstehen als die alten Hasen der Branche. Ängste und Blockaden sind vielleicht nicht in dem Maße vorhanden und Ideen freier von „Abers“. Dafür fehlt es Frischlingen oft an Struktur und Erfahrung. Davon haben Unternehmen wiederum en masse.

Bild Workshop Lernagentur

Der Studiengang Onlinekommunikation an der h_da nutzt diese Situation, um Studierende und Unternehmen in sogenannten Lernagenturen zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig bereichern können. Die Unternehmen oder Organisationen erteilen einen Auftrag und die Studis setzen diesen bestmöglich um. Manchmal stehen die Studierenden dabei sogar gegenseitig in Konkurrenz und es wird tatsächlich richtig gepitcht.

Die Lernagenturen funktionieren ähnlich wie echte Agenturen: Verschiedene Gruppen kümmern sich um unterschiedliche Projekte. Unter den einzelnen Gruppen können dann Kompetenzen ausgetauscht werden. Ist beispielsweise jemand im Programmieren besonders gut, wird sein Können von allen Gruppen in Anspruch genommen, die Websites gestalten müssen.

Eine dieser Lernagenturen legt ihren Fokus auf Low-Budget-Projekte. Auftraggeber sind in diesem Semester ein Institut, welches ein Festival plant, eine gemeinnützige Stiftung und ein Unternehmen, das seit kurzem ein neues Produkt vertreibt. Die Projektziele sind völlig unterschiedlich und doch finden die Teams auf zahlreichen Ebenen zueinander.
So kam es, dass die ganze Lernagentur einen ganztägigen Social-Media-Workshop für die Auftraggeber veranstaltete. Dabei war nicht nur die Aufbereitung der Vortragsinhalte eine große Herausforderung, sondern auch der unterschiedliche Wissensstand unter den Teilnehmern.

Zunächst wurden im Plenum die Erwartungen aller Teilnehmer gesammelt. Im ersten Block des Seminars gab es daraufhin eine allgemeine Einführung in Social Media mit Fokus auf Facebook als die immer noch wichtigste Plattform im Netz. Im Anschluss teilten sich die Gruppen auf, um die Auftraggeber individuell zu schulen. Social-Media-Accounts wurden während des zweiten Blocks eingerichtet, Guidelines erstellt und Themenpläne ausgearbeitet. So konnte jeder Teilnehmer etwas Greifbares mit nach Hause nehmen.

Nach insgesamt sieben Stunden, abzüglich des Mittagessens in der Mensa, konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Dem O-Ton der Teilnehmer zufolge schafften es die Studierenden, dem Thema Social Media das Mystische zu nehmen und einige Accounts zum Leben zu erwecken. Um die Ausarbeitung nachhaltig zu gestalten, wurde ausgemacht, dass die Auftraggeber im darauffolgenden Monat jeweils eine angepasste, schriftlichte Form des Workshops erhalten.

Da sich die Projektarbeit in der Regel auf die Vorlesungszeit begrenzt, bleibt es spannend, wie die Unternehmen die Ideen und Konzeptionen der Studierenden im Anschluss umsetzen. Sicher ist nur, dass sowohl Auftraggeber als auch die Studierenden mit frischen Inspirationen, Erfahrungen und neugewonnenem Wissen aus dem Semester gehen.

tl;dr
Die Lernagenturen im Studiengang Onlinekommunikation bringen Studierende und Unternehmen zusammen. Die Unternehmen geben den Studierenden Aufträge, welche sie innerhalb des Semesters kreativ umsetzen. In der Lernagentur Low-Budget Content Strategie entstand so etwa ein ganztägiger Social-Media-Workshop.

Trends in der PR – Innovationenseminar am Mediencampus

Innovatives Arbeiten in Redaktionen, Transparenz und Fan-Prinzip ‒ Stichworte, mit denen sich jeder Medienmacher von morgen auseinandersetzen sollte. Es sind Dinge, die die zukünftige Arbeit in der PR verändern werden.  Zum Abschluss unseres Studiums veranstalten wir Onlinejournalisten aus dem Schwerpunkt PR am 05. und 06. Juli das Innovationenseminar „Trends in der PR“.

Innovationenseminar

An beiden Tagen gewähren uns Medienexperten einen Einblick in die aktuellsten Veränderungen der Öffentlichkeitsarbeit. So wird unter anderem Julia Lumma vom Darmstädter Echo über die Relevanz innovativer Redaktionsarbeit referieren und beantwortet zum Beispiel die Frage, wie WhatsApp als Redaktionstool genutzt werden kann. Guido Augustin, Geschäftsführer bei forum!, bietet mitunter einen Einblick in das sogenannte „Fan-Prinzip“. Von der Transparenz in der Unternehmenskommunikation bis zur Zielgruppenansprache durch Online-Event-Marketing ‒ die Seminarrunde ist gespickt mit interessanten Themen rund um die Zukunft der PR. Schon mal was von „kommunikativer Einhornjagd“ gehört? Nein? Für alle, die nicht dabei sein können, sich die Vorträge aber dennoch nicht entgehen lassen wollen, werden wir die Veranstaltung auf dem Snapchat-Account der PR-Fundsachen und bei Twitter live mitverfolgen.

Wir freuen uns auf interessante und aufschlussreiche Tage rund um die innovative Arbeit von morgen!

„Dem Thema Social Media das Mystische nehmen“

Studierende organisieren Social-Media-Workshop für Unternehmen

„Native Digital User“ sind oftmals einen Schritt voraus, da sie Onlinekommunikation intuitiver verstehen als die alten Hasen der Branche. Ängste und Blockaden sind vielleicht nicht in dem Maße vorhanden und Ideen freier von „Abers“. Dafür fehlt es Frischlingen oft an Struktur und Erfahrung. Davon haben Unternehmen wiederum en masse.

Bild Workshop Lernagentur

Der Studiengang Onlinekommunikation an der h_da nutzt diese Situation, um Studierende und Unternehmen in sogenannten Lernagenturen zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig bereichern können. Die Unternehmen oder Organisationen erteilen einen Auftrag und die Studis setzen diesen bestmöglich um. Manchmal stehen die Studierenden dabei sogar gegenseitig in Konkurrenz und es wird tatsächlich richtig gepitcht.

Die Lernagenturen funktionieren ähnlich wie echte Agenturen: Verschiedene Gruppen kümmern sich um unterschiedliche Projekte. Unter den einzelnen Gruppen können dann Kompetenzen ausgetauscht werden. Ist beispielsweise jemand im Programmieren besonders gut, wird sein Können von allen Gruppen in Anspruch genommen, die Websites gestalten müssen.

Eine dieser Lernagenturen legt ihren Fokus auf Low-Budget-Projekte. Auftraggeber sind in diesem Semester ein Institut, welches ein Festival plant, eine gemeinnützige Stiftung und ein Unternehmen, das seit kurzem ein neues Produkt vertreibt. Die Projektziele sind völlig unterschiedlich und doch finden die Teams auf zahlreichen Ebenen zueinander.
So kam es, dass die ganze Lernagentur einen ganztägigen Social-Media-Workshop für die Auftraggeber veranstaltete. Dabei war nicht nur die Aufbereitung der Vortragsinhalte eine große Herausforderung, sondern auch der unterschiedliche Wissensstand unter den Teilnehmern.

Zunächst wurden im Plenum die Erwartungen aller Teilnehmer gesammelt. Im ersten Block des Seminars gab es daraufhin eine allgemeine Einführung in Social Media mit Fokus auf Facebook als die immer noch wichtigste Plattform im Netz. Im Anschluss teilten sich die Gruppen auf, um die Auftraggeber individuell zu schulen. Social-Media-Accounts wurden während des zweiten Blocks eingerichtet, Guidelines erstellt und Themenpläne ausgearbeitet. So konnte jeder Teilnehmer etwas Greifbares mit nach Hause nehmen.

Nach insgesamt sieben Stunden, abzüglich des Mittagessens in der Mensa, konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Dem O-Ton der Teilnehmer zufolge schafften es die Studierenden, dem Thema Social Media das Mystische zu nehmen und einige Accounts zum Leben zu erwecken. Um die Ausarbeitung nachhaltig zu gestalten, wurde ausgemacht, dass die Auftraggeber im darauffolgenden Monat jeweils eine angepasste, schriftlichte Form des Workshops erhalten.

Da sich die Projektarbeit in der Regel auf die Vorlesungszeit begrenzt, bleibt es spannend, wie die Unternehmen die Ideen und Konzeptionen der Studierenden im Anschluss umsetzen. Sicher ist nur, dass sowohl Auftraggeber als auch die Studierenden mit frischen Inspirationen, Erfahrungen und neugewonnenem Wissen aus dem Semester gehen.

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Die Lernagenturen im Studiengang Onlinekommunikation bringen Studierende und Unternehmen zusammen. Die Unternehmen geben den Studierenden Aufträge, welche sie innerhalb des Semesters kreativ umsetzen. In der Lernagentur Low-Budget Content Strategie entstand so etwa ein ganztägiger Social-Media-Workshop.

Drei typische Fehler im Content Marketing

Content gibt es zuhauf, doch relevanter und qualitativ hochwertiger Content ist rar. An drei Punkten lässt sich festmachen, wodurch Content Marketing, sowohl online als auch offline, ruiniert wird.

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In erster Linie soll Content die jeweilige Zielgruppe ansprechen und jener einen Nutzen und Mehrwert bieten. Content soll unterhalten, emotional abholen, beraten und zugleich informativ sein. Paul Francis Steele (@cnoccollruis), EMEA Account Director bei der Firma Acrolinx, die eine Software zur Content-Erstellung bietet, hat uns beim diesjährigen #cosca16 bei einer Session aufgeklärt.

1. Minderwertiger Content

“Neun von zehn Unternehmen betreiben Content Marketing, doch nur drei von zehn sind zufrieden”, kann Paul Francis Steele bestätigen. Bei Content gelte die goldene Regel „Quantität ist nicht gleich Qualität“. Oftmals würden unüberlegt irrelevante Inhalte publiziert und dies kann verheerende Folgen für die Marke haben. Denn Content wirkt sich auf das Markenvertrauen der Kunden aus, soll heißen: Wird die Qualität vernachlässigt, so sinkt auch die Kaufwahrscheinlichkeit – und zwar um das Doppelte, wie Steele betont!

Doch wie misst man die Qualität? Gute Inhalte zeichnen sich durch einen guten Stil aus. Hierbei kommt es unter anderem auf gute Lesbarkeit, Verständlichkeit und „Tone of Voice“ an. Werden diese Punkte nicht erfüllt, so ist der Content – auf gut Deutsch – für die Tonne!

2. Inkonsistenter Content

„In the game of customer experience … consistency will always trump delight.“ – Jake Sorofman

Was meint inkonsistent? Inkonsistenter Content bedeutet nicht markenkonform. Betreibt eine Marke nicht markenkonformes Content Marketing, dann wirkt der Content so:

Bild 1
Quelle: Paul Steele Präsentation Slideshare

Gerade bei der Customer Journey ist es erwiesen, dass eine Kaufentscheidung nicht mehr nur offline oder online getroffen wird. Durch Werbung, Social-Media-Kanäle, Freunde und mehr wird der potenzielle Käufer stark beeinflusst. Es ist die Rede vom „Zero Moment of Truth (ZMOT)“, ein entscheidender Moment im Kaufprozess, wie ihn z.B. Google beschreibt:

Bild 2
Quelle: ZMOT Handbook Google, ebook S. 30, http://www.zeromomentoftruth.com/

Beim ZMOT entscheidet sich der Nutzer ganz bewusst für ein Produkt oder eine Marke, noch bevor er das Produkt tatsächlich kauft. Und im Moment der Entscheidung trifft der Kunde auf einen Schreibfehler – und ist weg!

3. Content-Chaos

Der eine schreibt den Facebook-Beitrag, der andere twittert. Und wenn einer der beiden in Urlaub ist…? Je mehr Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens Content erstellen, umso schwieriger wird es, langfristig qualitativ hochwertigen Content zu generieren. Chaos ist in der Regel vorprogrammiert, argumentiert Steele. Doch wie lässt sich Content-Chaos vermeiden?

Hier können Styleguides eine große Hilfe sein. Halten sich alle Mitarbeiter an die Styleguides, die beispielsweise den “Tone of Voice” festhalten, so wird die Corporate Identity einer Marke auch als solche vom Kunden wahrgenommen.

Eine weitere Orientierung, um sich nicht ins Content-Chaos zu stürzen, sind Personas. Hier werden Prototypen von Nutzern aus der Zielgruppe erstellt, die bestimmte Merkmale aufweisen und sich durch Nutzungsverhalten charakterisieren lassen. Mit welcher Tonalität habe ich meine Kunden anzusprechen? Was finden meine Kunden interessant? Was können sie überhaupt nicht ab? Hochwertig, relevant und frisch – so sollte Content Marketing aussehen. Und wenn wir genau hinschauen, wird deutlich, dass noch bevor Inhalte auf einem Kanal veröffentlicht werden, am Anfang die eigentliche Content Strategie und ihr Handwerkszeug stehen.

tl;dr

Doch gutes Content Marketing meint nicht, Content lediglich zu publizieren. Drei wesentliche Dinge können Content Marketing ruinieren: Minderwertiger Content, inkonstistenter Content und Content-Chaos. Eine Marke muss nach außen hin markenkonform auftreten. Anders ausgedrückt: Vor dem Content Marketing kommt die Content Strategie.

Präsentation von Paul Francis Steele auf Slideshare:

Content Marketing1

Content Marketing2

7,5 Snapchat-Tipps für Unternehmen

„Okay. Und worüber snappt man dann?“ – In den meisten Gesprächen um das #cosca16 und vor allem während meiner kurzen technischen Einführung in „Happy Snappy mit Betty“ (lest hier den Bericht zu Snapchat auf dem #cosca16) war dies die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage.

Betty de Kartzow

Die nicht allzu konkrete Antwort ist: Snapchat ist anders und bedarf eines komplett neuen Schlachtplans, möchte man es für sein Unternehmen nutzen. Dazu muss man aber erst mal den Nutzen erkennen.

Hierfür muss man sich ins Bewusstsein rufen, dass die App nicht zu Marketingzwecken erschaffen wurde. Also ist die eigentliche Frage, wie und wofür man es sich trotzdem zunutze machen kann.

Snapchat-User verbringen im Durchschnitt eine halbe Stunde täglich in der App. Allerdings sind sie in diesen 30 Minuten sehr aufmerksam. Diese gerichtete Aufmerksamkeit ist vor allem in der Marketing-Welt ein rares und wertvolles Gut. Die Follower schauen sich die Stories an und entscheiden dann, ob sie die Geschichten cool oder uncool finden. Hart aber fair.

Wahrscheinlich waren Geschichten noch nie so wichtig wie bei Snapchat. Die User wollen etwas erleben, wenn sie einem Unternehmen folgen – seien es „Behind the Scenes“, exklusive Previews auf kommende Produkte oder einfach humorvolle Geschichten. Und dabei dürfen sich Unternehmen gerne etwas trauen.

Wie es geht? Bei Snapchat gibt es einige wichtige Punkte zu beachten!

Gesichter
Authentizität ist ein Wort, welches im Zusammenhang mit Snapchat noch öfter fallen wird. Entscheidet sich ein Unternehmen für Snapchat, muss es sich auch überlegen, wer vor der Handykamera stehen kann und will. Eine der wichtigsten Fragen ist: Wer übernimmt das Zepter und ist derjenige oder diejenige auch ein repräsentativer, charismatischer und kreativer Snapper?

Pull back the curtain
Es gibt nichts Interessanteres, als einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Selbst eine Geschichte darüber, was es zu Mittag gab, kann toll erzählt werden. Gibt es vielleicht einen vegetarischen Tag? Wer ist die nette Kantinenfrau? Oder ganz allgemein: Welche Sicherheitsbestimmungen gibt es? Wer ist der älteste Mitarbeiter? Wer der jüngste? Wie sehen die Arbeitsplätze aus? Und, und, und …
Egal, wie langweilig es von außen zu sein scheint – in jedem Unternehmen verbergen sich viele schöne Geschichten, die es sympathisch machen und die Authentizität ungemein stärken können.

„Snapchat isn’t the place where you go to be pretty. It’s the place where you go to be yourself.“
Jenna Wortham, New York Times Magazine

Takeover
Frischen Wind bekommt man in seine Geschichten, wenn man den Kanal für einen Tag einem Kollegen oder vertrauenswürdigen Mitarbeiter geben kann (Guidelines sollten vorher aufgestellt werden). Vielleicht nimmt jemand an einem Event teil, der live davon berichten kann. Löst man sich von der Vorstellung eines festen Snapchat-Verantworlichen, ergibt sich sicher die eine oder andere interessante Geschichte.

Im letzten Monat hat Adidas es vorgemacht und seinen Snapchat-Account für einen Abend an seinen Ambassador Pharrell Williams übergeben, der über die Kollaboration berichtet hat. Man konnte den Abend live aus Pharrells Sicht mitverfolgen, was absolut spannend war.

Leicht und fluffig
Snapchat ist eher „casual“ und man begegnet sich auf Augenhöhe. Snapchat-User wollen kein Produkt verkauft bekommen, sondern einen Blick in die Welt der anderen erhaschen.
Natürlich sollte man die Professionalität und Ernsthaftigkeit seines Unternehmens nicht vergessen, aber diese lassen sich auch als leichte Kost verpacken. Nicht zu vergessen ist die junge Zielgruppe des Netzwerks: Snapchat-User sind im Durchschnitt zwölf bis 34 Jahre alt.

Spannend und abwechslungsreich
Es gibt einen Grund dafür, dass Snapchat-Videos nur zehn Sekunden lang sind. Wer dennoch versucht zehn Snaps lang in die Kamera zu quatschen, geht ein hohes Risiko ein, seine Zuschauer zu langweilen. Es empfiehlt sich, die Beiträge knackig und abwechslungsreich zu halten. Die beste Schule ist, die Geschichten anderer zu analysieren und sich bewusst zu machen, was einem gut gefallen hat und wo man weggeklickt hat. Nur Fotos sind übrigens auch langweilig.

Ein schönes Beispiel für eine gelungene Snapchat-Story zeigte der norwegische Snapchat-Künstler Geeohsnap mit seinem kleinen Star-Wars-Spielzeug, dem BB-8-Droiden. Die Geschichte wurde von Influencern gepusht und der Roboter war binnen Stunden ausverkauft

Screenshots sind die neuen Likes
Anders als bei Facebook, Twitter und Instagram gibt es bei Snapchat keine Kommentarfunktion. Um mit Usern zu interagieren, muss man daher kreativ werden. Zum Beispiel lassen sich Abstimmungen leicht machen, in dem man seine Follower dazu aufruft, einen Screenshot von ihrem Lieblingsbild zu machen. Das Bild mit den meisten Screenshots gewinnt. Außerdem kann man Follower dazu animieren, Fragen per Direktnachricht zu versenden. Mögliche Fragestellungen: Was soll als nächstes gezeigt werden? Welche Fragen habt ihr an Kollegin Müller aus der Produktentwicklung?

Push the Buttons
Eine weitere beliebte Frage für Unternehmen ist: Wie bekomme ich Snapchat-Follower? Die Antwort liegt auf der Hand: über Anreize. Der Snapchat-Kanal muss über die anderen Kanäle beworben werden, da es derzeit wenige bis keine Möglichkeiten gibt, sich auf Snapchat selber bemerkbar zu machen. Es ist daher sinnvoll, die Highlights der Snapchat-Geschichte zu speichern und auf den anderen Kanälen wie beispielsweise YouTube zu posten. Immer mit dem Hinweis, dass es bei Snapchat etwas zu entdecken gibt. Wenn die Geschichte auf dem Kanal dann noch gut ist, habt ihr alles richtig gemacht. 😉

Nun ist Snapchat recht neu und sehr schlecht messbar. Sicher ist aber, dass Snapchat zu den Apps mit dem größten Wachstum gehört und man mit dieser App ein tolles Bewusstsein für das Unternehmen schaffen kann – und vielleicht auch den Unterschied zur Konkurrenz. Die allerwichtigste Regel zum Schluss: Habt Spaß dabei! Snapchat ist wie eine große Spielwiese, auf der man sich gerne ausprobieren darf. Mit ein bisschen Übung entwickelt sich schnell ein Feingefühl für die Geschichten.

Wer noch mal zurück auf Los gehen möchte, findet die Snapchat Basics hier:

Der ultimate Snapchat Guide – So funktioniert Snapchat!

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Snapchat sollte inzwischen allen ein Begriff sein. Nach der Frage, wie man es bedient, kommt nun die Frage, wie man es für sein Unternehmen nutzen kann. In 7,5 Punkten erklären wir die Zutaten für eine Snapchat-Kommunikation, die sich sehen lassen kann.

Snapchat – Wenn Profis von Studis lernen

Erst vor kurzem haben sich Menschen aus der Kommunikation, PR und dem Marketing im digitalen Umfeld aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anlässlich des Content Strategy Camp 2016 am Mediencampus in Dieburg versammelt. Wir Studenten konnten viel Input der Experten und Lehrenden mitnehmen, doch auch wir konnten den Profis etwas weitergeben unser Wissen über Snapchat.

Nicht nur auf der re:publica in Berlin, die von einigen Studenten und Studentinnen des Studiengangs Onlinekommunikation erst kürzlich besucht wurde, war das Thema Snapchat ganz groß –  auch auf dem #cosca16 hat das soziale Netzwerk die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Schon in der Vorstellungsrunde fielen Sätze wie “Seitdem es Snapchat gibt, gehöre ich zu den alten Hasen.” Zugegeben: die Benutzeroberfläche ist nicht sehr freundlich aufgebaut, doch wenn man sich ein wenig mit der App beschäftigt, findet man schnell Gefallen daran.

Snapchat Happy Snappy

Einige waren durchaus an Snapchat interessiert und daher war es kein Wunder, dass die Session “Happy Snappy mit Betty” einer Studierenden des Studiengangs Onlinekommunikation auf dem #cosca16 ziemlich gut besucht war. Durch die zeitliche Begrenzung der Session war es leider nicht möglich, über die Grundfunktionen des Netzwerks hinaus zu gehen. Einige Sessionteilnehmer hatten sich schon vor der Session mit Snapchat beschäftigt, andere mussten sich die App am Anfang der Session erst installieren. Einige Fragen während der Session konnten aus zeitlichen Gründen nicht beantwortet werden, denn die App wurde von den meisten erst einmal ausgiebig getestet.

Der Star des #cosca16, André Karsten (@AAnAndAndrAndre), Social-Media-Manager bei @Polizei_Ffmwar einer der Gäste der Session “Happy Snappy mit Betty”. Nachdem die Polizei Frankfurt sich in den letzten Jahren die verschiedensten Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Instagram angelegt hat – ist der nächste logische Schritt vielleicht ein Snapchat-Account? Privat läuft es mit dem Snappen auf jeden Fall schon mal gut. Oder auch nicht.

Das soziale Netzwerk mit den vergänglichen Bildern war nicht nur in der Session “Happy Snappy mit Betty” ein Thema, sondern auch in den beiden Sessions von Nathalia Traxel (@apanathi). Allgemein wurde auf dem #cosca16 sehr viel über Snapchat diskutiert, daher war auch zu erwarten, dass dies eines der Diskussionsthemen beim Sweet-Dating werden würde. Während man Süßigkeiten nascht über Snapchat diskutieren was gibt es Besseres?

Snapchat Profis Studis

Mehr Input zu Snapchat gibt’s im nächsten Blogbeitrag. Ist der Einsatz von Snapchat in Unternehmen sinnvoll? Für welche ist Snapchat geeignet und für welche eher nicht? Was sind gute Beispiele? All das könnt ihr in den nächsten Tagen hier auf PR-Fundsachen nachlesen.

tl;dr

Ebenso wie auf der #rpTEN war Snapchat auf dem #cosca16 ein sehr großes Thema. Nicht nur in den einzelnen Sessions, sondern auch als Unterthema anderer Sessions wurde heiß diskutiert. Wer etwas über den Einsatz von Snapchat in Unternehmen wissen will, darf sich auf unseren nächsten Artikel freuen.

10. Deutscher Marken-Summit Tag #2: Ein Logo macht noch lange keine Marke

Ein sonniger Donnerstag und statt an den Mediencampus nach Dieburg zu fahren, geht es in das Frankfurter Bankenviertel – denn der zweite Tag des Deutschen Marken-Summit findet in der Zentrale der Deutschen Bank statt.

Den Tag eröffnet Christian Rummel, seines Zeichens Deputy Global Head of Brand Communications & Corporate Citizenship bei der Deutschen Bank AG – das ist doch mal ein Titel. Ein Titel, der ganz schön einschüchtern könnte, würde Herr Rummel uns Studentinnen nicht wahnsinnig nett, offen und humorvoll begegnen. Schon bei dem Event am Vorabend war er einer der ersten, der uns freundlich begrüßte, Einblicke in die Marken-Strategie der Deutschen Bank gab und über seinen Lieblingskuchen plauderte – für alle, die es interessiert: Punkten kann man bei ihm mit einem leckeren Baumkuchen.

Nachdem am Vortag bei BMW die Devise noch „Die einzige Konstante ist die Veränderung“ lautete, heißt es bei der Deutschen Bank AG wohl „Die einzige Konstante ist das Logo“, denn dieses wurde seit über 40 Jahren nicht mehr verändert und hat seit 2011 sogar ein eigenes „BrandSpace“ in den Deutsche Bank-Türmen – eine aufwendig gestaltete Marken-Begegnungsstätte, ähnlich der BMW-Welt in München. Das BrandSpace ist öffentlich zugänglich und soll die Marke Deutsche Bank erlebbar machen – und das gelingt! Besonders eindrucksvoll ist das kinetische Logo, welches von 288 (!!) Motoren angetrieben wird.

Quelle: ART+COM
Quelle: ART+COM

Weiter geht’s mit der Keynote von den gelben Engeln, dem ADAC. Alexander Möller, Mitglied der Geschäftsführung, zeigt in weniger als 30 Minuten, wie der ADAC vom Motorradfahrer-Club zur Marke wurde. Hierbei spricht er sowohl über die Höhen als auch über die Tiefen der letzten Jahre. Mit seiner Offenheit kann er beim Publikum punkten.

Offen spricht er auch über die Schwierigkeiten, die die Share Economy für den ADAC mit sich bringt – denn wer ruft in einem Drive Now noch die Pannenhilfe, wenn er das Auto auch einfach an der nächsten Ecke stehen lassen kann? Die Zielsetzung ist klar: Wie schafft es der ADA, die Schnittstelle zwischen 19 Mio. Mitgliedern und neuen Mobilitätskonzepten zu sein?

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Laut Möller geht das nur, indem man das Mitglied in den Mittelpunkt stellt und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis!

Können Marken lernen?

Vertreter von Bahlsen, Merck und Dyson – drei Marken, die unterschiedlicher nicht sein könnten – diskutieren wie Marken lernen, wie sie vergessen und was an ihnen abprallt.

Apropos Abprallen – viel Kritik musste Axel Löber, Leiter Branding & Communications Strategy bei Merck KGaA für das Rebranding des Chemie- und Pharmarkonzerns einstecken. Er stellte die Corporate Identity vollkommen auf den Kopf und entschied sich für einen bunteren, lauteren und vor allem polarisierenden Markenauftritt.

Aber wie kriegt man die Entscheidung bei den Eigentümern eines solch traditionsreichen Unternehmens wie Merck durch? Gar nicht so schwer, wenn der Impuls von den Mehrheitseignern der Familie Merck ausgeht, denn auch sie wissen, dass sich die Marke anpassen muss, um Schritt zu halten.

Löber ist dennoch stolz auf den neuen Markenauftritt und ist sich sicher, dass mit der Zeit immer mehr Leute Gefallen an der bunten Brand von Merck finden werden, die die Vielfältigkeit des Unternehmens widerspiegelt.

Bahlsen ist von den dreien im Bunde wohl die Marke, die uns am nächsten steht. Jeder hat schon Mal ein Produkt von Bahlsen in den Händen gehalten und im besten Fall gegessen – sei es Russisch Brot, Pick Up oder Kesselchips. Doch die wenigsten kennen die Markenarchitektur hinter dem Familienunternehmen, denn Bahlsen ist nicht nur Bahlsen, sondern auch Leibniz und Lorenz. Braucht es da nicht einen einheitlichen Markenauftritt? Hähnel beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein und zaubert ein Pick up aus seiner Tasche.

Mit dem Pick up hat Bahlsen während des Dschungelcamps 2016 Werbegeschichte geschrieben. Während der Reality-TV-Sendung griff Bahlsen die Geschehnisse bereits einen Tag nach der Ausstrahlung in ihren TV-Spots auf und kommentierte die Selbstinszenierung der Prominenten im Camp live auf Twitter.

Dyson, ein ebenfalls familiengeführtes Unternehmen, profitiert von dem steten Veränderungsdrang des Gründers James Dyson – für Alexander C. Schmidt, Geschäftsführer DACH bei Dyson, ist er der größte Change Agent und treibende Kraft des Technologieunternehmens.

Um als britisches Unternehmen in einem so markenstarken Land wie Deutschland Fuß zu fassen, muss man etwas dramatisch anders machen. Und gerade deshalb ist Dyson immer genau dann am besten, wenn es das Gegenteil von dem macht, was andere von ihm erwarten. Ganz getreu dem Unternehmensmotto: „Bleib hungrig, bleib anders!“

„From comfort zone to zones of comfort”

Wer kennt es nicht: Der Urlaub ist gerade vorbei und schon denkt man wieder über den nächsten nach und möchte am liebsten gleich wieder in den Flieger steigen, den Sand unter den Füßen spüren und dem Meeresrauschen lauschen.

Laut Alexander Schlaubitz, Vice President Marketing bei Lufthansa AG, gibt es drei Grundstimmungen am Flughafen: Nervosität, Freude und Kummer über einen baldigen Abschied – und genau darauf gilt es zu reagieren. Ein Geschäftsmann hat auf seinem Business-Trip andere Bedürfnisse als eine fünfköpfige Familie oder ein Alleinreisender.

Lufthansa setzt dabei auf Individualisierung der Reise und auf digitale Lösungen, wie zum Beispiel die Bedtime Stories.

Mit dieser Kampagne gibt Lufthansa allen vielreisenden Mamas und Papas die Möglichkeit, beim Zubettgehen ihrer Liebsten dabei zu sein und eine virtuelle Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen.

Ein anderes Bedürfnis, das Lufthansa gerade zu befriedigen versucht, ist der kurze Schockmoment nach dem Landen, in dem man sich fragt, wo der Koffer geblieben ist. Dafür entwickelt der Konzern gerade eine App, mit der man genau tracken kann, wo sich der Koffer samt Inhalt gerade befindet.

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Was nehmen wir mit vom 10. Deutschen Marken-Summit? Ein Logo macht noch lange keine Marke! Auch wenn man Marktführer ist, sollte man nicht überheblich werden. Und dafür braucht es kein milliardenschweres Marketing-Budget.

Social Media im Namen des Gesetzes

Über das Recht zu schweigen, welches Beamte bei Festnahmen regelmäßig verlesen, verfügt bekanntlich jeder. André Karsten und sein Kollege Dennis Seeger von der Polizei Frankfurt am Main machen davon keinen Gebrauch, denn sie sind für ihren Arbeitgeber auf Twitter, Facebook und Instagram aktiv. Was das alles soll, schilderte Karsten auf dem #cosca16 in Dieburg.

André Karsten

Angesiedelt in der Pressestelle schalten und walten Polizeioberkommissar Karsten und Polizeihauptkommissar Seeger in ihrem eigenen Ressort: Social Media. Seit Januar 2014 sind die beiden unter dem Handle @Polizei_Ffm auf dem Micro-Blogging-Netzwerk Twitter aktiv. Mittlerweile erreichen die Tweets über Einsätze, Fahndungen und Geschwindigkeitskontrollen eine beachtliche Zahl von rund 65.700 Followern.

Polizei und Social Media – was soll das?

Ausgangspunkt für die Aktivität in den Sozialen Medien war Blockupy 2013: Der Polizei wurde bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstrierenden mangelnde Transparenz unterstellt. Darüber hinaus gab es keine Kanäle für die Krisenkommunikation bei Katastrophenlagen. Zu diesem Zeitpunkt keimte die Idee, die gewaltige Reichweite von Social Media zu nutzen, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und – was Karsten besonders betont – einen Dialog zu starten. Im Jahr 2015 folgte die Facebook-Seite, die mit rund zehn Beiträgen pro Woche bespielt wird und mittlerweile beinahe 33.500 „Gefällt mir“-Angaben vorweisen kann. Seit Januar 2016 abonnierten außerdem rund 5.800 Nutzer den Instagram-Feed der Polizei Frankfurt.

GG, StGB, StPO, OWiG – oh jemine!

Thematisch liegt der Fokus der über die Kanäle verbreiteten Inhalte auf Einsätzen im Frankfurter Stadtgebiet. Aber auch Nachwuchswerbung und Präventionsmaßnahmen stehen auf dem Programm. In ihrer Kreativität wird das Social-Media-Duo jedoch nicht unerheblich eingeschränkt: So müssen sich die beiden strikt an gesetzliche Vorgaben halten, die durch Grundgesetz, Strafgesetzbuch, Strafprozessordnung, Ordnungswidrigkeitengesetz und weitere Gesetzestexte geregelt werden. Besonders der Datenschutz genießt hohen Stellenwert bei den Aktivitäten in den Sozialen Medien.

Akzeptanzmanagement mal anders

Situationen, vor denen andere Social-Media-Manager erzittern, meistern Karsten und Seeger mit Bravour: Beleidigungen werden schlagfertig gekontert, bei offensichtlich als Provokation gedachten Fragen geschickt der Wind aus den Segeln genommen. Oftmals passen sie die Tonalität ihrer Beiträge dem Soziolekt des Gesprächspartners an. Mit Erfolg! Nicht selten werden Nutzer, die vorher beleidigend aufgetreten sind, zu neuen Followern der Behörde. Schlagfertigkeit überrascht – vor allem, wenn sie von einem Staatsorgan ausgeht, das sonst eher für Alkoholkontrollen, Drogentests und Hausdurchsuchungen bekannt ist.

Reichweite für den Katastrophenfall generieren

Um bei einem eventuellen Katastrophenfall – sei es ein Flugzeugabsturz oder eine Terrordrohung – über die größtmögliche Reichweite verfügen zu können, plant die Frankfurter Polizei, die Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken weiter auszubauen. Das Social-Media-Team verfolgt neue Trends stets mit dem Hintergedanken, ob diese für die Interessen der Polizei von Nutzen sind. Karsten kann sich demnach einen Account bei Snapchat genauso gut vorstellen wie einen Auftritt bei XING oder Pinterest. Es bleibt spannend, für welche Kanäle sich unser Freund und Helfer zukünftig noch entscheiden wird.

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André Karsten und Dennis Seeger von der Polizei Frankfurt am Main sind für ihren Arbeitgeber auf Twitter, Facebook und Instagram aktiv. Sie sind in der Pressestelle im eigens dafür eingerichteten Ressort Social Media angesiedelt. Das Hauptziel des Engagements ist die Reichweitengenerierung für Katastrophenfälle, nebenbei sorgen die Beiträge für Transparenz der Polizeiarbeit und verfolgen präventive Absichten.

Influencer Marketing und seine Probleme – eine #cosca16-Session, die nie stattgefunden hat.

YouTuberin BibisBeautyPalace ist voll drin im Influencer Marketing

“Ich habe mir einen SO TOLLEN Lippenstift gekauft, seht ihr diese wunderschöne Farbe?!”

YouTuberin BibisBeautyPalace zeigt in einem ihrer Videos einen neuen Lippenstift und tausende ihrer Fans kaufen ihr ihn nach. Influencer Marketing ist heute populärer denn je – aber läuft das auch immer so rund, wie es scheint? Influencer Marketing, also die Vermarktung von Inhalten und Produkten über Blogger, YouTuber oder allgemein Personen mit großem Einfluss im Netz, birgt einige Schwierigkeiten und Probleme, über die wir in diesem Beitrag berichten möchten. Wir – die Autoren dieses Artikels – sind als Bloggerin bzw. Mitarbeiterin einer PR-Agentur und YouTuber unterwegs und sind entsprechend oft Adressaten für Influencer Relations durch Agenturen und Marken. Kankheitsbedingt konnten wir zum Thema die bereits vorbereitete Session auf dem #cosca16 nicht halten; die uns wichtigen Punkte gibt es deshalb in diesem Artikel.

Ein Influencer ist eine Person, die eine hohe Reichweite im Netz bzw. insbesondere in den sozialen Netzwerken hat. Dadurch können sehr viele Nutzer erreicht und in ihrer Meinung beeinflusst werden – vor allem bei einem jüngeren Publikum funktioniert das sehr gut. Aber inzwischen hat der Begriff mehrere Definitionen. Und nicht immer ist dabei die absolute Reichweite entscheidend. Viel wichtiger ist die relative Reichweite – also die innerhalb einer bestimmten Community. Außerdem die Bindung zu seinen Followern, die Inhalte, die ein Influencer ausspielt, das Image und wie man dieses mit dem der Marke vereinen kann.

Und damit kann man Geld verdienen?

Eine oft gestellte Frage, die aber ganz einfach zu beantworten ist. Ein Influencer kann für das Bewerben eines Produktes bezahlt werden – also ja. Man bucht nicht mehr eine Heidi Klum für eine Shampoo-Werbung, sondern lässt YouTuber, Blogger oder Instagram-Stars darüber sprechen – am besten natürlich positiv. Das ist etwas authentischer, näher am Nutzer und der Gedanke, dass es sich um “echte Werbung” handelt, herrscht nicht so sehr vor, wie bei einer klassischen TV-Werbung. Und das lassen sich Unternehmen auch etwas kosten. Inzwischen verdienen viele Blogger und YouTuber Geld mit Influencer Marketing, die „ganz Großen“ bestreiten sogar ihren Lebensunterhalt damit.

Aber was ist mit der Authentizität?

Schnell stellt sich die Frage, ob die Inhalte überhaupt noch authentisch sind, wenn man für das bezahlt wird, was man im Video sagt oder im Blog schreibt. Natürlich ist es berechtigt, diese Frage zu stellen, aber pauschal kann das nicht beantwortet werden. Im Endeffekt liegt die Antwort beim Influencer, denn er entscheidet, ob ihm das Geld oder die Authentizität vor seinem Publikum wichtiger ist. Werbedeals einzugehen heißt aber definitiv nicht, dass man seine Follower gezwungenermaßen belügen muss. Denn es kommt immer darauf an, mit welchen Ideen ein YouTuber oder Blogger Kooperationen umsetzt und auch, mit welchen Marken er diese eingeht. Ist man selbst von einem Produkt überzeugt, ist es unserer Meinung nach nicht verwerflich, über dieses Produkt für eine Gegenleistung positiv zu berichten.

Doch ist einmal das Potential von schnellem Geld durch Youtube und Blogs erkannt, springen viele auf den Zug auf. Langfristig gesehen macht das aber wenig Sinn, denn Follower zeigen zwar bis zu einem bestimmten Punkt Verständnis für Werbung innerhalb eines Videos oder Beitrags. Wird das aber zu oft ausgenutzt, verliert der Influencer unter seinen Fans schnell an Vertrauen und wird irrelevant.

Und was sagt das Gesetzbuch dazu? Was ist außerdem ethisch vertretbar?

Rechtlich gesehen gibt es einige Faktoren, die für das Influencer Marketing wichtig sind. Ein großes Thema ist die Schleichwerbung. In Deutschland müssen Produktplatzierungen, Advertorials oder Werbevideos nach dem Gesetz eindeutig gekennzeichnet werden. Speziell für Youtube-Videos, Blogbeiträge oder Instagram-Posts existieren jedoch nach wie vor keine genauen Regelungen. Die Rahmen, in denen die Kennzeichnung stattfinden sollte, sind sehr locker und das wird auch oft ausgenutzt. Gänzlich ungekennzeichnete Beiträge sind mittlerweile zwar eher selten, doch auch im schlimmsten Fall drohen hier nur Abmahnungen. Allerdings ist es ratsam seinen Followern zuliebe, mit offenen Karten zu spielen, denn fliegt eine ungekennzeichnete Kooperation auf, fühlen sich die Follower in die Irre geführt.

Das große Problem ist dabei jedoch, dass nicht nur die Unwissenheit der Influencer von Firmen ausgenutzt wird, sondern auch die Ahnungslosigkeit der Follower ist vordergründig aus Sicht mancher Marketing-Manager ein großer Vorteil beim Verschleiern von Werbung.

daaruum und ihr Umgang mit Influencer Markerting

In diesem Instagram-Post der YouTuberin und Schauspielerin daaruum wird die Werbung zwar durch den Hashtag #ad gekennzeichnet, allerdings geht dieser zwischen den anderen unter und durch die englische Bezeichnung „ad“ eher verschleiert, als ausreichend markiert. Gerade für ihre deutschen Follower wird nicht eindeutig klar, dass „#ad“ für einen bezahlten Post steht.

DoktorFroid und ihr Umgang mit Infliuencer_Marketing

Das andere Extrem wird hier beim Kanal DoktorFroid deutlich, der einen Kurzfilm zum Release eines neuen Videospiels veröffentlichte. Hier wird sowohl oben links im Video, als auch im Videotitel darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Video bezahlt wurde. Rein rechtlich wäre die Kennzeichnung im Videotitel nicht nötig. Man geht zwar damit auf Nummer sicher, andererseits könnten Zuschauer hier bereits vor dem Klick auf das eigentliche Video das Interesse verlieren, weil die Kennzeichnung sie abschreckt.

Nicht gekennzeichnete Produktplatzierungen sind aber nicht die einzigen Dinge, die rechtlich oder ethisch gesehen an der Authentizität und Glaubwürdigkeit eines Influencers zweifeln lassen können. Vor allem bei YouTube wird oft Clickbaiting betrieben, das auf Dauer bei Fans Misstrauen gegenüber dem Influencer auslösen kann. Hier werden extreme Titel für Beiträge gewählt, obwohl ihr eigentlicher Inhalt diesen in der vermuteten Form nicht entspricht. Das funktioniert im Einzelfall gut, um Menschen auf einen Beitrag zu locken, der durch seinen eigentlichen Inhalt nicht überzeugen würde. Wird das Clickbaiting regelmäßig betrieben, sinkt das Vertrauen der Follower auch weiter, da sie nicht das bekommen haben, was sie erwartet haben.

Wie finden die Unternehmen den Weg zum Influencer und was kann dabei schief gehen?

Im Normalfall wird ein Influencer vom Unternehmen via E-Mail angeschrieben und nach Interesse an einer Kooperation gefragt und dann wird verhandelt. Außerdem können sich Unternehmen auch an Agenturen wenden, die Auftraggeber an YouTuber und Blogger weiterleitet und sie miteinander vernetzt. Bei YouTubern läuft dieser Prozess etwas anders ab, denn dabei ist es in den letzten Jahren populär geworden, gemeinsam mit anderen YouTubern in ein Netzwerk einzutreten, das sich um eben solche Angelegenheiten wie Content Marketing speziell für den YouTube-Markt kümmert. Diese Vermarkter dienen also als Management von YouTubern und stellen damit eine Schnittstelle zwischen Künstler und Marke dar.

Aber weil Content Marketing erst in den letzten Jahren so präsent geworden ist, gibt es noch keine genauen Richtlinien, wie solche Kooperationen abzulaufen haben und auch an Erfahrungsberichten kann man sich noch nicht satt hören. Man könnte meinen, dass die Managements, die sich in der YouTube-Szene etabliert haben, als verantwortungsbewusste Schnittstelle dienen könnten, doch ist unser Eindruck: Sie lassen entweder dem YouTuber viele Entscheidungen offen oder denken nur an den eigenen Profit.

Blogger sind oft sehr uninformiert und verwalten die Kooperationen mit Unternehmen oder PR-Agenturen weitesgehend selbst. Also gibt es niemanden, der Blogger an die Hand nimmt. Und das gilt nicht nur für die Rahmenbedingungen einer Kooperation, sondern auch für dessen Vergütung oder was genau es steuerlich zu beachten gilt, wenn man aus dieser Form von selbstständiger Arbeit Einnahmen erzielt. Jedoch ist es von großem Vorteil, dass sich die Arbeit von Bloggern sehr stark an der von Journalisten anlehnt und somit der Blogger-Ethos ziemlich konsequent transparent ist.

Aber sind Zahlen wirklich alles?

Den passenden Influencer zu finden, ist gar nicht leicht. Dabei handelt es sich um eine rechercheintensive Arbeit, die sich aber lohnt, wenn sie gewissenhaft ausgeführt wird. Denn nach wie vor verlassen sich im Influencer Marketing viel Manager zu sehr auf Followerzahlen . Viel wichtiger ist zum Beispiel das Verhältnis zwischen eben diesen Followern und den Klickzahlen auf Videos bzw. Likes auf Beiträge oder Bilder zu betrachten. Und vor allem: Ob der Influencer zum Unternehmen passt.

Aber es ist ohnehin falsch, sich auf Zahlen zu fixieren – sei es auf die Anzahl der Follower oder auf die Summe der Interaktionen. Denn es ist nicht immer sinnvoll, sich für jedes Produkt die Influencer mit der größtmöglichen Folower-Anzahl auszusuchen. Das ist ohnehin oft nicht mit dem Budget einer Kampagne vereinbar und – was noch viel wichtiger ist – der passende Nischen-Blogger oder -YouTuber kann für das vermarktete Produkt die viel bessere Zielgruppe und Audience haben.

Und es sind vor allem die Influencer mit kleiner Reichweite, die sich oftmals nicht über ihren Marktwert bewusst sind und verkaufen sich dann leider unter diesem. Dies führt nicht nur dazu, dass die Hemmschwelle von Unternehmen und Marken sinkt, weniger für Platzierungen und Werbung zu bezahlen, sondern macht auch den Markt für andere Influencer kaputt.

Und wie geht’s mit Influencer Marketing weiter?

Wie es mit Influencer Marketing weiter geht, lässt sich gar nicht pauschal sagen. Die gerade eben veröffentlichten Thesen von Roland Schweins (styleranking) erscheinen uns jedoch weitesgehend plausibel – insbesondere die Überlegung, dass Marken und Unternehmen künftig eher einen Inner Circle mit Influencern entwickeln, mit denen sie längerfristig zusammenarbeiten. Auch Kooperationen, bei denen nicht einfach platt ein Produkt vorgestellt wird, erscheinen erfolgversprechend – Events wie Instawalks oder Rotation Curation gehen zum Beispiel in diese Richtung.

Fest steht, dass Influencer nur eine gewisse Hochphase haben und dadurch eine Verantwortung für bestimmte Generations-Gruppen tragen. Sie könnten durch den richtigen Ethos, dem richtigen Umgang mit dem Gesetz und Regeln für Kooperationen ihre Reichweite noch viel besser und vor allen Dingen gewissenhafter nutzen – sei es um über ernsthaftere Themen zu sprechen oder einfach nur gutes Marketing zu machen.

tl;dr

Influencer Marketing ist überall, birgt aber deshalb nicht weniger Probleme, über die leider nicht gesprochen wird. Es lässt sich für Rahmenbedingungen oder Vergütungsmaßstäbe niemand bestimmen, der die Verantwortung übernimmt. Nicht nur Schleichwerbung ist ein Problem, sondern auch die Entscheidung darüber, welcher Influencer zu welchem Unternehmen passt – denn oft wird dabei und bei der Erfolgsmessung auf zu oberflächliche Zahlen geschaut.

Josef und Lydia Lucia

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